Eingestelltes Kartellverfahren: Wir Nutzer entscheiden, wie weit Google geht

Google / Connie ZhouGoogle nutzt seine Suchmaschine, um andere Google-Dienste in den Markt zu drücken. Die US-Kartellbehörde will das nicht weiter untersuchen. Jetzt müssen die Nutzer entscheiden, ob der Konzern mit seiner Strategie durchkommt - oder weiter von der Bequemlichkeit der Mehrheit profitieren kann.

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadge...-a-875713.html
  1. #1

    Es war schon immer so:
    Wer bequem ist, nimmt das am nächsten liegende (z.B. den Internet Explorer unter Windows).
    Wer es auf Dauer bequem haben will, sucht nach dem besten.
    Letzteres wird wohl immer mehr Aufwand erfordern als ersteres.
  2. #2

    niemand wird daran gehindert

    einen anderen Anbieter wie Bing, Yahoo, Lycos, Fireball, etc zu nutzen. Kostenlose Dienste wie Google Maps, Google Streetview, Google Translate, Google Books, Google Code, Youtube, und und und haben für mich zumindest einen erheblichen Mehrwert den andere Anbieter nicht einmal mit Bezahlsystemen topen können. Dafür bin ich auch bereit etwas von mir preis zu geben. Anders sähe das jedoch bei Facebook aus - da kommt nänlich nichts zurück
  3. #3

    Es geht um viel Geld

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Google nutzt seine Suchmaschine, um andere Google-Dienste in den Markt zu drücken. Die US-Kartellbehörde will das nicht weiter untersuchen. Jetzt müssen die Nutzer entscheiden, ob der Konzern mit seiner Strategie durchkommt - oder weiter von der Bequemlichkeit der Mehrheit profitieren kann.

    Kommentar zum FTC-Kartellverfahren: Wie weit darf Google gehen? - SPIEGEL ONLINE
    Man muß sich nur die großen der Branche anschauen um zu verstehen, daß geschlossene Modelle mit viel Geld zu tun haben.
    Apple, Microsoft, Google, Amazon: Warum geschlossene Systeme die Zukunft sind [Kommentar] » t3n - Das Magazin für Digitales Business | we love technology
    Wie man diesem unseligen Trend entgehen kann? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.
    Was ich ebenfalls nicht verstehe ist die große Anzahl von Jubelpersern, die sich für diese goldenen Käfige auch noch aktiv begeistern.
  4. #4

    Der erste Schuß ist immer umsonst...

    ...und beim Dealer Google auch der jeweils nächste. Mit kostenlosen Angeboten will der Konzern Nutzerdaten sammeln, um mehr Werbung schalten zu können. Nichts anderes ist das Google Geschäftsmodell. Zu diesem Zweck werden andere Dienste in den Suchergebnissen ausgelistet, um die eigenen oder der affiliated businesses zu pushen. Regionale Anbieter werden so einer nach dem anderen beseitigt. Das Google Mantra "do no evil" ist eine leere Worthülse.

    Solange bequeme Konsumenten sich in der geschlossenen Apple, Facebook oder Google Welt bewegen möchten, wird sich daran nichts ändern.
  5. #5

    Mensch Meier

    Worin besteht denn genau der erhebliche Mehrwert von Google-Applikationen? Daß sie Ihr Surfverhalten mittracken und so erstellte Benutzerprofile an Dritte verkaufen? Daß sie unsere Privatsphäre mit StreetView verletzt haben? Und schließlich: Daß sie Ihnen das Denken abnehmen und Ihnen vorgefilterte Suchergebnisse vorschlagen, von denen sie aufgrund Ihres bisherigen Surfverhaltens MEINEN, daß sie Ihnen gefallen könnten? Geistige Bevormundung nenne ich letzteres. Schön, wie Sie Google auf den Leim gehen.

    Wenn Sie hier schon Suchmaschinen aufzählen, dann vergessen Sie bitte duckduckgo.com und ixquick.com nicht. duckduckgo schließt den Benutzer nicht in eine Blase vorsortierter Suchergebnisse ein. ixquick ermöglicht Suchen ohne Speicherung meiner IP-Adresse. Auf sowas lege ich mehr Wert.
  6. #6

    Nicht rumjammern. Machen !

    Dieses andauernde Gejammer hier in Deutschland geht mir langsam nur noch auf die Nerven.
    Nicht jammern, sondern selber machen !
    Los Leute. Programmiert eine eigene Suchmaschine. Scannt das gesamte Internet nach Inhalten ab. Entwickelt Crawler Bots die Inhalte verarbeiten. Entwickelt ein eigenes Dateisystem um Suchergebnisse in Hochgeschwindigkeit anzeigen zu können.
    Keiner hält euch davon ab. Keiner !
    Aber nein. Dann hat man wieder tausend Ausreden warum man nicht selber was auf die Beine stellt. Ist in anderen Bereichen ja nicht anders. Lieber auf die großen bösen Unternehmen schimpfen, als selbst mal ein Startup zu gründen. Ist ja auch viel leichter.
    Die ganzen kleinen Pseudo Alternativen zu Google nutzen meist auch nur die Engine von Google statt was eigenes zu entwickeln.
    Das letzte wirklich interessante Projekt war Wolfram Alpha.
    Und das Google auf irgendeine Art und Weise seine Rechenzentren und Netzanbindungen refinanzieren muss sollte eigentlich auf jedem einleuchten.
  7. #7

    Bequemlichkeit siegt

    Das Problem scheint mir zu sein, dass es meist einfacher ist, dem so genannten Mainstream zu folgen als sich nach Alternativen umzusehen und diese auch mal auszuprobieren. Ähnlich wie beim Internetexplorer ist google regelmäßig die voreingestellte Suchmaschine (an meinem Arbeitsplatz z.B. auch) und alles andere ergibt sich dann für google von selbst. Den Preis, den dies auf Dauer hat, dass man/frau nämlich massiv manipuliert wird und, eigentlich noch viel schlimmer, dass so nach und nach die bisher noch vorhandenen Alternativen sterben werden, machen sich die wenigsten klar, zumal sich google ja auch nach Kräften bemüht, zumindest vordergründig einen gewissen Nutzen rüberkommen zu lassen. Ich setze jedenfalls schon seit einiger Zeit ganz bewusst Alternativen zu google ein bzw. verzichte auf google-Dienste. So sind nach meiner Erfahrung die Trefferergebnisse in DuckDuckgo fast immer besser als in google (oder bing) und ich bekomme als Beigabe den Verzicht auf Datenschnüffelei und - fast komplett - auf Werbung. Ich wäre deshalb sogar bereit, für die Nutzung dieser Suchmaschine einen moderaten Preis zu zahlen, um deren Existenz unabhängig von google zu sichern. Was Kartendienste anlangt, liegt google in allen Vergleichen, die ich bisher für mich angestellt habe, weit hinter openstreetmap zurück (wie auch bing). Allerdings will ich gerne einräumen, dass google mehr fürs Auge bietet und so die Mängel zum Teil zumindest verschleiert. Das ließe sich jetzt noch fortsetzen, würde aber den Rahmen hier sprengen. Insgesamt finde ich es allerdings äußerst bedauerlich, dass eine aus Steuergeldern gespeiste Behörde nicht hinreichend energisch gegen einen Marktspieler vorgeht, der versucht, alle Mitbewerber mit bedenklichen Mitteln plattzumachen. Bei Microsoft gab und gibt es immer wieder laute Aufschreie wegen Missbrauchs. Das, was google macht, ist in meinen Augen mindestens genauso zu missbilligen. Komisch, dass hier alle wegsehen.
  8. #8

    Was nichts kostet, ist nichts wert

    Zitat von shran Beitrag anzeigen
    Und das Google auf irgendeine Art und Weise seine Rechenzentren und Netzanbindungen refinanzieren muss sollte eigentlich auf jedem einleuchten.
    Natürlich müssen sich Google oder Facebook finanzieren. Aber mir wäre ein kostenpflichtiges Suchangebot oder ein kostenpflichtiges soziales Netzwerk lieber. Als Abonnent z.B., wie bei der NYT oder dem Spiegel. Früher mußte ich Lexika und Auskunfteien schließlich auch bezahlen - warum nicht auch Suchangebote oder soziale Netzwerke?

    Die goldenen Käfige der Umsonst-Kultur sind leider zu verführerisch und finanziell zu mächtig, um den Trend zu einem dem ungewichteten Internet übergestülpten Kommerz- bzw. Schubladen-Internet noch umzukehren.
  9. #9

    Geschäfte

    Zitat von widerstandsrecht Beitrag anzeigen
    ...Insgesamt finde ich es allerdings äußerst bedauerlich, dass eine aus Steuergeldern gespeiste Behörde nicht hinreichend energisch gegen einen Marktspieler vorgeht, der versucht, alle Mitbewerber mit bedenklichen Mitteln plattzumachen. Bei Microsoft gab und gibt es immer wieder laute Aufschreie wegen Missbrauchs. Das, was google macht, ist in meinen Augen mindestens genauso zu missbilligen. Komisch, dass hier alle wegsehen.
    Es sind die großen der Branche, die mit ähnlichen geschlossenen Modellen viel Geld verdienen, das natürlich nun an anderer Stelle fehlt.
    Mißbrauch ist das nicht unbedingt, es handelt sich ja nicht um Wohlfahrts-unternehmen. Mißbrauch wäre es dann, wenn Google anderen vorschreiben würde, was diese zu tun oder zu lassen haben, wie es MS mit den Hardwarepartnern getan hat.
    Was der Gesetzgeber tun sollte ist eher den Wettbewerb zu fördern, z.B. indem das Patentwesen und Urheberrecht im Sinne der Verbraucher überdacht, und geändert wird. Im Augenblick ist es eine Waffe um die Konkurrenz kleinzuhalten, siehe nur mal die spektakulären Fälle wie Apple oder auch Amazon.