Cambridge-Ökonom Chang: Der Marktungläubige

APHa-Joon Chang ist ein Ketzer unter den Ökonomen. Er hält freie Märkte für eine Illusion, fordert mehr Staatseingriffe und Protektionismus. An der Elite-Uni Cambridge war der Koreaner damit lange ein Außenseiter - dann kamen die Krise und sein Buch "23 Lügen, die sie uns über den Kapitalismus erzählen".

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-873718.html
  1. #1

    Das passiert...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ha-Joon Chang ist ein Ketzer unter den Ökonomen. Er hält freie Märkte für eine Illusion, fordert mehr Staatseingriffe und Protektionismus. An der Elite-Uni Cambridge war der Koreaner damit lange ein Außenseiter - dann kamen die Krise und sein Buch "23 Lügen, die sie uns über den Kapitalismus erzählen".

    Porträt des Cambridge-Ökonomen Ha-Joon Chang - SPIEGEL ONLINE
    ...wenn Wirtschaftsredakteure nicht Volkswirtschaft studiert haben. Was Chang da unter verkaufsförderndem Titel von sich gibt sind hinlänglich bekannte, ordoliberale Standpunkte. Auch das Infant-industry-Argument zur Begründung von Zöllen und / oder Subventionen findet sich in jedem Standardlehrbuch. Da ist überhaupt nichts Neues oder gar Unorthodoxes dabei.
  2. #2

    Rundfunk: Paradebeispiel für das Versagen des freien Marktes

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ha-Joon Chang ist ein Ketzer unter den Ökonomen. Er hält freie Märkte für eine Illusion, fordert mehr Staatseingriffe und Protektionismus. An der Elite-Uni Cambridge war der Koreaner damit lange ein Außenseiter - dann kamen die Krise und sein Buch "23 Lügen, die sie uns über den Kapitalismus erzählen".

    Porträt des Cambridge-Ökonomen Ha-Joon Chang - SPIEGEL ONLINE
    Der Rundfunk ist das Paradebeispiel für das Versagen des "freien" Marktes. In den USA betragen die Kosten pro Kopf und Jahr für Fernsehen 378 €, in Deutschland 163 €. Diese Kosten schließen alles ein, also Steuerzahlungen (in USA für PBS und NPR. in DE für Deutsche Welle), Zwangsgebühren (nur in DE), Werbung (für die die Verbraucher an der Ladentheke bezahlen), Abonnement-Kosten für Pay-TV (in den USA die Regel), und die Übertragungskosten (Kabelgebühren usw)..

    Für die mehr als doppelt so hohen Kosten erhält der US-Amerikaner aber nur Programminhalte, die jede Demokratie verhöhnen. Die Plutokratie kontrolliert dort schamlos die öffentliche Meinungsbildung. In Deutschland hat der bürgerrechtlich kontrollierte öffentlich-rechtliche Rundfunk einen Marktanteil von 50%, und dort ist selbst der private Rundfunk infolge des starken Wettbewerbs durch den ÖRR nict ganz so schlecht wie in den USA.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ha-Joon Chang ist ein Ketzer unter den Ökonomen. Er hält freie Märkte für eine Illusion, fordert mehr Staatseingriffe und Protektionismus. An der Elite-Uni Cambridge war der Koreaner damit lange ein Außenseiter - dann kamen die Krise und sein Buch "23 Lügen, die sie uns über den Kapitalismus erzählen".

    Porträt des Cambridge-Ökonomen Ha-Joon Chang - SPIEGEL ONLINE
    Deswegen ist er auch an der Elite-Uni in Cambridge und nicht auf dem Land in Asien ... bzw. in einem kommunistischen Regime.

    Braucht SPON wirklich so einen Heuchler, um "Kapitalimuskritik" (also den Wunsch nach sozialistischen Werkzeugen, die Menschen die Freiheit nehmen, um totalitär ihr Leben zu bestimmen) zu üben?
  4. #4

    Grundsätzlich finde ich es gut, dass Chang, die herkömmlichen volkswirtschaftlichen Modelle hinterfragt, damit hebt er sich schonmal positiv von gefühlten 90% seiner Kollegen ab, die sich entweder als Keynsianer, oder als Anhänger von Friedman bezeichnen und dann das Hinterfragen einstellen.

    Wie genau der Schutz der kleinen Länder aussehen soll, ohne dass diese auf ewig arm bleiben, geht aus diesem Artikel allerdings nicht hervor.
    Da muss genau ein Land nicht mitmachen und es sichert sich gegenüber den anderen kleinen Ländern kurz und mittelfristig einen Vorteil.
  5. #5

    Selbstverständlich Staatseingriffe...

    Mindestlohn etwa... überhaupt soziale Standards von der Wochenarbeitszeithöchstgrenze über Sozialversicherungen hin zu Mieterschutz!
  6. #6

    Noch nicht

    Zitat von spon-facebook-10000283853 Beitrag anzeigen
    Deswegen ist er auch an der Elite-Uni in Cambridge und nicht auf dem Land in Asien ... bzw. in einem kommunistischen Regime.

    Braucht SPON wirklich so einen Heuchler, um "Kapitalimuskritik" (also den Wunsch nach sozialistischen Werkzeugen, die Menschen die Freiheit nehmen, um totalitär ihr Leben zu bestimmen) zu üben?
    Noch nicht kapiert? Südkorea ist ein durch und durch kapitalistischer Staat. Trotzdem hat er recht. Da wollen die Amis jetzt fräcken um Öl zu gewinnen und wir schaffen unseren grössten Reichtum den Steinkohlebergbau ab, aus dem sich mehr Öl erzeugen ließe ohne die Umwelt zu zerstören und nur weil es zwischenzeitlich billiger eizukaufen ist.
  7. #7

    Zitat von spon-facebook-10000283853 Beitrag anzeigen
    Deswegen ist er auch an der Elite-Uni in Cambridge und nicht auf dem Land in Asien ... bzw. in einem kommunistischen Regime.

    Braucht SPON wirklich so einen Heuchler, um "Kapitalimuskritik" (also den Wunsch nach sozialistischen Werkzeugen, die Menschen die Freiheit nehmen, um totalitär ihr Leben zu bestimmen) zu üben?
    Werr Kritik an einer Marktwirtschaft mit möglichst wenig Staatseingriffen übt, ist nicht automatisch ein Kommunist.
  8. #8

    Fernsehen in den USA

    Zitat von syracusa Beitrag anzeigen
    Für die mehr als doppelt so hohen Kosten erhält der US-Amerikaner aber nur Programminhalte, die jede Demokratie verhöhnen.
    So kann nur jemand urteilen, dem die richtig guten Serien aus dem USA nicht gefallen oder dem sie nur in Synchronisation zugänglich sind: Sopranos, Mad Men, The Wire, How I Met Your Mother, Newsroom, West Wing usw. usf. Viele werden ja auch von deutschen Sendern gekauft - aber wer sie nicht im Original sehen kann, verliert doch viel von der dramatischen Spannung und der Atmosphäre. Und da viele Dinge in den Serien auf politische und kulturelle Entwicklungen in den USA anspielen, verlieren diese Serien noch mehr, wenn man diese Entwicklungen nicht kennt.

    Ja, das US-Fernsehen hat viel Schrott, auch deshalb, weil es die unterschiedlichsten Zielgruppen bedient. Aber die USA haben auch eine TV-Kreativ-Hochkultur, von der wir in Deutschland nicht einmal träumen können. Ja, und sie kostet auch etwas mehr. Es lebe der Markt!
  9. #9

    Egal ob alt oder neu ...

    ... Müll bleibt Müll. Der sogenannte freie Markt ist nur für einige ausgewählte Marktteilnehmer profitabel. Für Parteien, Politiker, Banker, Superreiche und so weiter. Denen genügt es doch, wenn die Lohnsklaven am nächsten Tag wieder auf der Matte stehen.