Studieren in Kalifornien: Die coolste Uni Amerikas

Christoph HenrichsAmerikaner sind dick, faul und verschmutzen die Umwelt? Nicht auf dem Campus der University of California in Davis, sagt Austauschstudent Christoph Henrichs: Seine Kommilitonen kämpfen für saubere Ozeane und besseres Klima. Aber auch sie konsumieren gern.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-870850.html
  1. #1

    Klingt interessant

    ... auf die zahlreichen Sportteams und gigantischen Fitnesscenter kann ich allerdings verzichten, Grünflächen hat hier auch so mancher Campus und diese Uniklamotten braucht man jetzt auch nicht unbedingt. Spannend wäre ja auch die Fragestellung, ob die UC Davis Studenten angesichts der progressiven Atmosphäre nach dem Studium wirklich etwas verändern (können) in den USA - zu wünschen wäre es.
  2. #2

    Ohnehin läuft in der kalifornischen Studentenstadt so ziemlich alles anders als im Rest der USA, vor allem ausländische Studenten können sich hier schnell von ihren Vorurteilen verabschieden.
    Warum eigentlich ? Auch wenn vieles in diesem californischen Universitäts-Mikrokosmos super läuft, so sind in den restlichen USA die Vorurteile meist doch weiterhin zutreffend.

    Was die Studenten dort machen, ist größteinteils lobenswert, wird aber an dem Durchschnittsamerikaner trotzdem nichts ändern.

    Was sie oft nicht wissen: Dafür können wir in Deutschland von zahlreichen Sportteams, riesigen Grünflächen, gigantischen Fitnesscentern und vielseitigen Arbeits- und Lernplätzen nur träumen.
    Nun ja, große Grünflächen gibt es auch an manch deutscher Universität, und auf große Fitnesscenter und viele Sportteams verzichten sicherlich die meisten Studenten gerne, wenn sie dafür das studieren nicht 14.000 Dollar im Jahr kostet. Da sind wir nämlich doch wieder beim typischen Amerika : bessere Bildung gibt's nur für die, die sich das leisten können.
  3. #3

    Lass Hirn regnen...

    "Amerikaner sind dick, faul und verschmutzen die Umwelt? "

    Diese Ausgangsthese mag für ein "bestanden" an einer deutschen Uni im Studiengang Journalistik reichen - aber zu mehr nicht.
    Gibt es noch mehr Dummheit auf diesem Planeten? Wann regnet es Hirn endlich auch in Deutschland, wo man Stolz auf Dummheit pflegt.
  4. #4

    Deutsche Unis umsonst

    Naja, dann sollte der Herr Henrichs seinen Kommilitonen auch nicht verschweigen wie die Betreuungsrate (Studenten pro Professor), die Kurs- und Seminargroessen, Studiendauer etc. an deutschen Unis sind. Vom Internationalisierungsgrad und der weltweiten Reputation der deutschen Unis mit Ausnahme der Ingenieurwissenschaften mal abgesehen.

    Ausserdem sind die ca. US$14000 die jaehrlichen Gebuehren fuer Kalifornier (nicht-Kalifornier zahlen deutlich mehr), die allerdings nur die wenigsten voll bezahlen aufgrund des sehr umfangreichen Systems an Stipendien in den USA.
  5. #5

    Zitat von mk84 Beitrag anzeigen
    ... auf die zahlreichen Sportteams und gigantischen Fitnesscenter kann ich allerdings verzichten, Grünflächen hat hier auch so mancher Campus...
    Und wenn nachts und am frühen Morgen Horden von braunen Menschen diese Grünflächen pflegen und die Fitnesszenter säubern, dann liegen die Gutmenschen noch im elektrisch geheizten Wasserbett.
  6. #6

    Zitat von calinda.b Beitrag anzeigen
    Und wenn nachts und am frühen Morgen Horden von braunen Menschen diese Grünflächen pflegen und die Fitnesszenter säubern, ...
    ... während die braunen Menschen hier gemütlich und kuschelig für Hartz IV in der Schlange stehen dürfen ...

    Zitat von calinda.b Beitrag anzeigen
    ... dann liegen die Gutmenschen noch im elektrisch geheizten Wasserbett
    ... ihres Studentenwohnheims? Waren Sie schon mal an einer US-Uni? Als Undergrad müssen Sie sich da ein Zimmer mit einem Kommilitonen teilen, also Stockbett statt Wasserbett.
  7. #7

    Zitat von mk84 Beitrag anzeigen
    Spannend wäre ja auch die Fragestellung, ob die UC Davis Studenten angesichts der progressiven Atmosphäre nach dem Studium wirklich etwas verändern (können) in den USA - zu wünschen wäre es.
    Nee, werden sie nicht, da die meisten sich schnell in die Biotechnologie-, Ernährungstechnik- und sonstigen Konzerne verabschieden, die sich rund um den Campus niedergelassen haben... Als Monsanto-Mitarbeiter_in lässt es sich so schlecht revoluzzern.

    Ich hab dort kürzlich ein Jahr studiert. Der Artikel ist insofern oberflächlich, als die ernsthaft politisch aktiven oder auch nur progessiven Studis dort eine winzige bzw. kleine Minderheit sind. Klar, das Klima ist liberaler als in einer Nichtunikleinstadt im Mittleren Westen, aber wen wundert das? Mülltrennung gibt es, ja, in zaghaften Ansätzen, aber wer sich ernsthaft darauf beruft, kann es eben auch nicht so ernst meinen mit der "besseren Welt".

    Nicht erwähnt werden die hippiesken Öko-Kommunen (The Domes, Tri Coops), die aber auch in ihrem Kampf gegen die Agrarindustrie auf relativ verlorenem Posten stehen, und wenn sich aus dem Kreis mal ein paar gegen völlig absurde Studiengebühren wehren, werden sie eben weggesprayt und -geprügelt.

    Daran gab es dann zwar schon Kritik, ist ja auch irgendwie unästhetisch (...), aber letztlich ist die UC Davis ein fest durchstrukturiertes (de jure öffentliches) Großunternehmen mit engen Verbindungen in bestimmte Sektoren der Privatwirtschaft und Teil eines Konzernverbundes (= University of California) mit diversen Milliardären im Aufsichtsrat, die dann dafür sorgen, dass die Studiengebühren in perverse Höhen gejagt werden, um dann ihren eigenen Baufirmen die Aufträge für neue Prachtbauten auf dem Campus zuzuschanzen. Das grüne, progressive Image wird gerne mitgenommen (und ist ja auch berechtigt im Vergleich zu den, na ja, noch übleren Verhältnissen anderswo), aber letztlich werden hier im Lehrbereich im Wesentlichen dieselben unbesorgten Hedonist_innen herangezüchtet wie anderswo auch. Und der Forschungsbereich ist eben ein Milliardengeschäft.

    Nichtsdestrotrotz ist die Lebensqualität für diejenigen, die zu den Auserwählten gehören, in der Stadt prima, da geb ich dem Autoren recht. War insgesamt eine schöne Zeit...
  8. #8

    Das gibt's nicht!

    Die Lenker zittern, unsicher und mit roten Köpfen treten die jungen Studenten in die Pedale, immer wieder fällt einer hin. Bei jedem Sturz lachen und applaudieren die älteren Semester, dann erst eilen sie zu ihren neuen Kommilitonen und helfen ihnen hoch. Zu Dutzenden postieren sich die Schaulustigen jedes Jahr am ersten Unitag an den Fahrradkreisverkehren der kalifornischen Kleinstadt Davis, denn sie wissen: Wie die meisten amerikanischen Jugendlichen können die "Freshmen" auf dem hiesigen Campus der University of California zwar Auto fahren, scheitern aber an einem Fahrrad. Doch damit kommen sie hier, in der Fahrradstadt Davis, nicht durch - und lernen es spätestens nach dem blamablen Ritual.
    Das soll doch nicht etwa heißen, daß amerikanische Kinder nicht mehr Fahrrad fahren lernen? Das kann ich nicht glauben. Was sagen denn die Amerikaner unter den Foristen dazu?
  9. #9

    Die coolste Uni Amerikas?

    Cool ist diese Uni nicht, da friedliche Studenten mit Pfefferspray bearbeitet wurden und alles wurde dann unter den Teppich gekehrt. Tolerant und weltoffen ist diese Uni auch nicht, weil sie nur internationale Studenten haben will, die die "Out of State Tuition" (=ca. $40,000 statt $14,000) zahlen. Die Professoren und Lektoren sind zudem oftmals weisse Amerikaner und das Putzpersonal sind Latinos und African Americans. Diese Uni ist definitiv alles andere als cool!!! Die Ami Unis sind reine Wirtschaftsunternehmen und der Rang von Unis sagt nichts über wirkliche Leistung aus! Von etwas "recycling" ist keiner hier beindruckt, aber es ist ein guter Anfang in einer Nation, dass nicht einmal das Kyoto Protokol einhalten kann und will...