Kraftstoff-Verteuerung: Das Jahr der Spritpreis-Rekorde

DPATanken war 2012 so teuer wie noch nie: Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 an deutschen Tankstellen im Schnitt rund 1,60 Euro. Gegenüber dem Vorjahr mussten Autofahrer damit fast fünf Prozent mehr an den Zapfsäulen bezahlen.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/2...-a-875444.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tanken war 2012 so teuer wie noch nie: Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 an deutschen Tankstellen im Schnitt rund 1,60 Euro. Gegenüber dem Vorjahr mussten Autofahrer damit fast fünf Prozent mehr an den Zapfsäulen bezahlen.
    Warum bezieht sich der ADAC gerade auf das ungeliebte E10?

    Will man schon wieder versuchen uns diese Brühe "schmackhaft" zu machen ?

    E5 oder SuperPlus wäre schon sinniger gewesen.
  2. #2

    Fällt mir in letzter Zeit auch auf, dass beim ADAC häufig in den Mitteilungen E10 dem nahezu totgeschwiegenen E5 vorgezogen wird. Gibts da vielleicht einen Deal mit beispielsweise Shell?
    Oh, wait...
  3. #3

    Mal wieder

    ein ganz toller Artikel.
    Herzlichen Glückwunsch für diese journalistische Meisterleistung an die SPON-Redaktion. Das haben wir alle noch gar nicht gewußt daß das letze Jahr so teuer war, und daß wir alle von den Ölkonzernerner verar..t werden.

    Echter Journbalismus, echte Recherche wäre jetzt mal gewesen, eine Gegenüberstellung der Einkaufspreise ( z.B. Spotmarkt Rotterdam ) gegeüber den Tankstellenpreisen zu bringen.
    Das wäre natürlich wieder mit Aufwand verbunden gewesen.
  4. #4

    Wie wäre es

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tanken war 2012 so teuer wie noch nie: Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 an deutschen Tankstellen im Schnitt rund 1,60 Euro. Gegenüber dem Vorjahr mussten Autofahrer damit fast fünf Prozent mehr an den Zapfsäulen bezahlen.

    2012 waren die Spritpreise so hoch wie nie zuvor - SPIEGEL ONLINE
    wenn der Spiegel mal mitteilen würde, daß der Rohölpreis so niedrig war wie schon lange nicht mehr ? Der derzeitige Rohölpreis würde Kraftstoffpreise z.B. beim Diesel vergleichsweise von etwa 1,10 € zulassen. Die Hauptsache Rekorde melden. Macht sich immer gut. Mit den Lügereien von Vereinen, die von Shell gesponsert werden muß man sich nicht einfach so abfinden. Man könnte, was einen guten Journalismus ausmacht, einfach mal vernünftig recherchieren. Ist aber anscheinend zu aufwendig und zu teuer. Da schreibt man lieber mal ins Blaue oder kupfert irgendwo ab. Das nennt man dann Plagiat und ist laut Spiegel etwas Verwerfliches.
  5. #5

    Gegenüberstellung der Einkaufspreise Rohöl / Tankstellenpreis Benzin

    Zitat von tommirf Beitrag anzeigen
    Echter Journbalismus, echte Recherche wäre jetzt mal gewesen, eine Gegenüberstellung der Einkaufspreise ( z.B. Spotmarkt Rotterdam ) gegeüber den Tankstellenpreisen zu bringen.
    Das wäre natürlich wieder mit Aufwand verbunden gewesen.
    Gegenüberstellung von Rohölpreis (Brent) und Benzinabgabepreis an der Tankstelle von 9.2008 bis 10.2012.

    http://imageshack.us/a/img62/2382/benzinmarge.png
  6. #6

    so einfach

    Zitat von Flari Beitrag anzeigen
    Gegenüberstellung von Rohölpreis (Brent) und Benzinabgabepreis an der Tankstelle von 9.2008 bis 10.2012.

    http://imageshack.us/a/img62/2382/benzinmarge.png
    wäre das gewesen. Und beide Grafiken zeigen, daß sich die Gewinne über das Jahr 2012 so ganz locker mal verdoppelt haben, egal was der Maßstab auf der Hochachse auch immer sein mag. Und die untere Grafik zeigt insbesondere, daß der viegescholtene Steueranteil im Vergleich dazu annähernd GLEICHBLEIBEND war.
    Die Sache ( Gewinne ) wird natürlich dadurch noch weiter verschleiert, weil die Multis ja an mehreren Stellen in der Kette sitzen und abkassieren. Fängt an auf dem Schritt zwischen Förderung und Raffinerie... und was gibt es schöneres, als wenn Tochterfirma A eine Rechnung an die Tocherfirma B stellt...
  7. #7

    Umsatz ==> Marge ==> Gewinn (I)

    Zitat von tommirf Beitrag anzeigen
    wäre das gewesen. Und beide Grafiken zeigen, daß sich die Gewinne über das Jahr 2012 so ganz locker mal verdoppelt haben, egal was der Maßstab auf der Hochachse auch immer sein mag. Und die untere Grafik zeigt insbesondere, daß der viegescholtene Steueranteil im Vergleich dazu annähernd GLEICHBLEIBEND war.
    Die Sache ( Gewinne ) wird natürlich dadurch noch weiter verschleiert, weil die Multis ja an mehreren Stellen in der Kette sitzen und abkassieren. Fängt an auf dem Schritt zwischen Förderung und Raffinerie... und was gibt es schöneres, als wenn Tochterfirma A eine Rechnung an die Tocherfirma B stel
    Dass die Hochachsen in €/l skaliert sind, sollte an sich klar sein.
    Aber mit der "Gewinnverdoppelung" ist es etwas viel komplizierter.
    Die eingezeichnete Marge ist ja noch lange nicht mit Gewinn gleichzusetzen, sondern dazu müsste man die übrigen Kosten abziehen.
    Frage, wie diese Kosten (ohne Rohöl) halbwegs korrekt in Ansatz zu bringen sind.

    Vereinfacht bestehen diese Kosten aus Transport des Rohöls in die jeweiligen Raffinerien, dortige Verarbeitung und deren Betriebskosten, Benzintransport zu den Tankstellen, Pächterprovision und Verwaltungskosten, soweit man von "Markentankstellen" ausgeht.

    Viele Kosten über die Zeit steigen sicherlich annähernd an die Inflationsrate.
    Allerdings werden je nach Bedarf an Endprodukten, insbesondere jahreszeitlich bedingt, unterschiedliche Mengen des Rohöls auch einfach zur Herstellung der Endprodukte verbraucht.
    Vorsichtige Schätzungen berechnen dafür zwischen 4% und 8% des verarbeiteten Rohöls.
    Und da ist natürlich der jeweilige Rohölpreis, bzw. seine Steigerung zu berücksichtigen.

    Je mehr man da mit den Daten spielt, desto mehr wundert man sich beim Vergleich der Margen von 2010 und 2011.
    Trotz leichter Kostensteigerung im allg. Teil, aber relativ hoher Steigerung der Rohölkosten auch für die Verarbeitung, lag die Marge für 2011 mit <13ct/l erheblich unter der von 2010 mit >14ct/l.

    In 2011 fällt auch ein weiteres sonderbares "Margenverhalten" ins Auge:
    Bei steigenden Rohölpreisen fallen völlig unüblich die Margen, statt wie gewohnt sogar anzusteigen!
    Eine mangelnde Sprit-Nachfrage kommt da als Auslöser nicht in Frage und auch kein Rohölüberschuss..
    Was also sonst?

    Es gab ein "unabhängiges" Unternehmen, dass sich weitgehend nur mit der Raffinerie/Raffinade beschäftige und Rohöl quasi ausschliesslich auf dem freien Markt einkaufte und die Endprodukte wieder an den freien Markt weiterveräusserte, dabei aber natürlich nur bestehen kann, wenn die Marge zwischen Rohöl-EK und Endprodukt-VK stimmt.
    Das grösste solche Unternehmen überhaupt mit Schwerpunkt EU.

    Petroplus

    Viele Stimmen behaupten, dass dieses den Plänen aller jener widersprach, die das Geschäft gerne in Händen von Gesellschaften sehen, die das Produkt quasi von Quelle bis Tankstelle in ggf. kartellrechtwidersprechender Weise operierenden (wenigen) Unternehmen sehen.
    Egal, ob diese nun staatlich oder privat agieren.

    Tatsache ist, dass Petroplus mit den europäischen/deutschen Margen in 2011 nicht überleben konnte.

    Teil II ==>
  8. #8

    Umsatz ==> Marge ==> Gewinn (II)

    Egal ob da weitere Managementfehler im Spiel sind, scheint mir für 2011 eine Marge von um die 13-14ct/l zwischen Rotterdam und Tankstelle gerade als kostendeckend, wenn man die Börsenpreise bezahlen musste.

    Für die grossen "Oligarchen" zählt diese Schranke natürlich nicht, da je nach Verträge die Marge zwischen "Quellen und Marktpreis" ggf. viel bedeutsamer ist.
    Da kann dann auch mal ein nationales "Tochterunternehmen" rote Zahlen schreiben, ohne dass es schmerzt.
    Je höher die marktbeherrschende Stellung ist, desto mehr kann man den Marktendpreis und die Marge auf Dauer diktieren.

    Die Steigerung der "scheinbaren" Marge und daraus ablesbaren Gewinne der Mineralölkonzerne auf Europa zwischen Anfang 2012 und Ende ist damit schon fast egal.
    Woran soll man festmachen, was ein Unternehmen verdienen darf und wie belastet das den Endverbraucher?

    Gegenüber dem z.B. deutschen Endverbraucher sind die Gewinne eines Mineralölunternehmens in Centbeträgen ggü. dem Weltmarktgrosshandelspreis erst einmal marginal.
    Erst bei Betrachtung der gigantischen Beträge, die dabei zusammenkommen, kann man ggf. die Folgen erahnen..

    Insbesondere, wenn diese Gewinne überwiegend steuerfrei erzielt werden und dazu dienen, die gesamte Infrastruktur eines Landes aufzukaufen.
    Ggf. durch staatliche Zuschüsse gefördert.

    Mir wird übel...
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tanken war 2012 so teuer wie noch nie: Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 an deutschen Tankstellen im Schnitt rund 1,60 Euro. Gegenüber dem Vorjahr mussten Autofahrer damit fast fünf Prozent mehr an den Zapfsäulen bezahlen.

    2012 waren die Spritpreise so hoch wie nie zuvor - SPIEGEL ONLINE
    Inländische Kraftstoffpreise werden doch für den privaten Verbraucher zunehmend irrelevant. Wer kann zieht zur Arbeit, am besten Fußmarschentfernung, richtet sein Leben so ein, dass er zuhause kein KFZ braucht, kombiniert den Weg zur Arbeit mit Sport (Fahrrad, zu Fuß) und genießt sein Leben.
    Viel interessanter wird die Frage, wohin man im Urlaub sein Auto, Motorrad oder Wohnmobil steuern sollte. Ich hab mich beim vorigen Benzinpreis-Hoch von Portimao aus über Madeira mit dem Schiff von Naviera Armas mitsamt Motorrad auf die Kanaren verschiffen lassen, bin nach Herzenslust auf Gran Canaria und Tenerife herumgefahren und hab es sehr genossen, dass der Kraftstoff da ungefähr halb so teuer war wie hier.
    In anderen Worten: Wer mutwillig weit weg von der Arbeit wohnt und demzufolge sich nur noch einen HartzIV-Urlaub leisten kann, Hin-und Rückflug in der Sardinendose, 14 Tage am gleichen Ort, ohne KFZ, mit einem Reiseleiter der einem den Hintern abwischt, nicht teurer als 800 EUR, soll aufhören uns die Ohren vollzujammern, er sit selbst schuld.
    Der Fahrgenuss gehört in den Urlaub!