Transplantationen: Uni Leipzig gibt Manipulation bei Organspende zu

DPAAm Universitätsklinikum Leipzig sind Patienten kranker gemacht worden, als sie tatsächlich waren. Mit dieser Manipulation wurden sie auf der Warteliste für neue Organe weiter nach oben geschoben. Der zuständige Direktor und zwei Oberärzte wurden beurlaubt.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-875316.html
  1. #1

    optional

    und immer universitätskliniken. das ganze scheint system zu haben.
  2. #2

    Zitat von heute_morgen Beitrag anzeigen
    und immer universitätskliniken. das ganze scheint system zu haben.
    man gut das ich mein Organ spende-ausweis , den ich fast 20 Jahre am
    Mann hatte , seit August 2012 nicht mehr habe
  3. #3

    ...der werfe den ersten Stein

    jetzt kann man sich aufregen über Ärzte, die sich nicht an Spielregeln halte, aber ist der Arzt nicht zuerst der Rettung "seines" Patienten verpflichtet? Wieviel mutet man einem Arzt zu, der ehrliche Angaben macht, vielleicht ahnend, dass in anderen Häusern das nicht so ist. Würden wir uns als Patient nicht alle wünschen, dass mein Arzt etwas mogelt, damit er mir hilft? Man muss also fragen, ob die Kriterien des Systems zur Vergabe von Organen in der Mangelsituation angemessen ist.
  4. #4

    das ist doch

    bestimmt überall mehr oder weniger gemacht worden. wie sieht es mit dem ausland aus ?
    sollen jetzt alle transplantationschirurgen den goldenen handschlag erhalten ?
  5. #5

    Und was bedeutet dies für potentiell alle Klinikinsassen?

    Nun hat man die strukturelle Gefahr (und schon "potentielle Realität") schwarz auf weiß: man stelle sich vor, mit weitgehend gesunden Organen in einem voll auf Transplantationen ausgerichteten Klinikum zu liegen.
    Zusatzkonstellation: wie gesagt, überwiegend gesund, aber vielleicht schon etwas älter UND mit bzgl. Abrechenbarkeit weniger Geld einbringenden Beschwerden/Behandlungen als es eine mögliche Verwendung für Organtransplantion erbrächte: wie sieht dann die "vorgenommene Datenlage" aus?

    Es geht hier um eine RISIKOSTRUKTUR, die sich bestimmt aus Alternativ-"Behandlungs"-Nutzen/-Einnahmen des liegenden Patienten und vorhandenen Einrichtungskapazitäten im Bereich "stationärer Transplantation."

    Wieviele Patienten werden in diesem (man möchte sagen, Zukunftsszenario) solange konventionell im Krankenhaus behandelt, bis sie - vor dem Hintergrund sich "sich laut Datenblatt auftuender negativer körperlicher Entwicklungen" - als "toter" Organlieferant enden? Dann leider nicht mehr sehr gesund, aber lukrativ?!
  6. #6

    Die heute noch geschworenen Beteuerungen, daß niemand fürchten muß früher zu sterben,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Am Universitätsklinikum Leipzig sind Patienten kranker gemacht worden, als sie tatsächlich waren. Mit dieser Manipulation wurden sie auf der Warteliste für neue Organe weiter nach oben geschoben. Der zuständige Direktor und zwei Oberärzte wurden beurlaubt.

    Manipulationen bei Organvergabe am Transplantationszentrum Leipzig - SPIEGEL ONLINE
    weil Organempfänger und viele andere, für die Transplantation lukrative Umsatz- Einnahme und Einkommensquellen sind, bereits warten, werden ebenso eines Tages Geschichte sein. Erinnerungen an frühere Zeiten, als Kritikern am Transplantationssystem grundsätzlich böswillige Verleumdungabsichten unterstellt wurden.

    So wie bisher praktiziert - basierend auf einem beim Vorbesitzer (bis auf dessen Ableben) kostenfrei geschöpften Gut, daß die unverzichtbar notwendige Voraussetzung ist, im Folgeprozess viel Geld in Bewegung zu versetzen und reale Gewinne zu ermöglichen - wird das System niemals zweifelsfrei sicher funktionieren können.

    MfG
  7. #7

    Betriebswirtschaft ist die unabhängige Variable für das Patientenschicksal

    Zitat von global payer Beitrag anzeigen
    jetzt kann man sich aufregen über Ärzte, die sich nicht an Spielregeln halte, aber ist der Arzt nicht zuerst der Rettung "seines" Patienten verpflichtet? Wieviel mutet man einem Arzt zu, der ehrliche Angaben macht, vielleicht ahnend, dass in anderen Häusern das nicht so ist. Würden wir uns als Patient nicht alle wünschen, dass mein Arzt etwas mogelt, damit er mir hilft? Man muss also fragen, ob die Kriterien des Systems zur Vergabe von Organen in der Mangelsituation angemessen ist.
    Einen großen Namen haben Sie sich da gegeben. Nun wollen Sie diesem auch mit "globalem" Denken gerecht werden.

    Dazu dürfen Sie nicht bei dem Grundriß der oben genannten Story stehen bleiben, sondern die weiteren Implikationen bedenken!

    Ich habe dazu schon etwas geschrieben, füge hier noch ein Zitat vom SPON-Forist "baruntse" an; dann wird klar, dass das Mittel der Organtransplantation noch weitergehehende Folgen zeitigen wird. Diese lassen sich bestimmen aus dem Alternativnutzen, den ein Patient bzw. ein mit diesem belegtes Bett bringt, wenn er stattdessen zur Herztransplantation benutzt wird. Dazu muss man eben die Daten etwas anpassen, aber das geht doch, wie wir sehen!

    "baruntse" schreibt in einem früheren SPON-Forum ff. Erstaunlich aber erklärbar, dass so eine Darstellung aus dem "Milieu" keinerlei weitergehende institutionelle Folgerungen zeitigt:

    "Wenn du als Arzt in Deutschland unter ethischen Gesichtspunkten arbeiten würdest oder gar den Eid berücksichtigen könntest.... Geht gar nicht, natürlich gibt es bei den meisten privaten Krankenhausbetriebern Bonussysteme (Art, Anzahl der Eingriffe) und ständig kommt aus der Verwaltung: "ihre Zahlen stimmen nicht". Ich arbeite seit 20 Jahren als Chirurg und weiß, wovon ich rede. Wenn statt der täglich erforderlichen 6 OP´s am Vortag nur 4 OP´s auf dem OP-Plan stehen, muß der Chefarzt gleich in die Geschäftsführung zum Bericht. Klar werden dann sinnlose Eingriffe durchgeführt. ...."
    aus:
    http://forum.spiegel.de/f22/aok-kran...l#post11511782
  8. #8

    Es wird nicht die letzte Klinik sein.....

    ...,oder glaubt das jemand?
  9. #9

    Das ist überhaupt nicht gut

    Zitat von weserwasser Beitrag anzeigen
    man gut das ich mein Organ spende-ausweis , den ich fast 20 Jahre am
    Mann hatte , seit August 2012 nicht mehr habe
    Wenn Sie sich gegen eine Organspende entscheiden, sollten Sie das in dem Ausweis dokumentieren. Keinen Organspendeausweis zu haben bedeutet nicht automatisch, kein Organspender zu sein.
    Im Fall der Fälle werden dann die Angehörigen gefragt. Das bedeutet nur mehr Arbeit für alle.