Tod von Inderin: Sprengsatz nahe Wohnung von mutmaßlichem Vergewaltiger gefunden

APDer Tod der vergewaltigten Inderin löst offenbar radikale Reaktionen aus: In Neu-Delhi ist nahe der Wohnung eines der mutmaßlichen Täter ein Sprengsatz gefunden worden. Die Polizei nahm einen Mann fest.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...-a-875277.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Tod der vergewaltigten Inderin löst offenbar radikale Reaktionen aus: In Neu-Delhi ist nahe der Wohnung eines der mutmaßlichen Täter ein Sprengsatz gefunden worden.
    Der Hass auf den mutmaßlichen Täter ist verständlich. Richtig wäre aber, dass die gesamte indische Gesellschaft mit sich selbst ins Gericht ginge: Wieviel Frauenverachtung und Machismus steckt in ihr, nicht nur bei den Männern, sondern auch den Frauen, die ihre Söhne in genau dem Wahn erziehen, diese stünden über den Frauen, es stünden ihnen besondere Rechte zu und dergl.?

    Tatsächlich müssen sich alle Gesellschaften weltweit diese Fragen immer wieder stellen.
  2. #2

    Zitat von carlaponti Beitrag anzeigen
    Der Hass auf den mutmaßlichen Täter ist verständlich. Richtig wäre aber, dass die gesamte indische Gesellschaft mit sich selbst ins Gericht ginge: Wieviel Frauenverachtung und Machismus steckt in ihr, nicht nur bei den Männern, sondern auch den Frauen, die ihre Söhne in genau dem Wahn erziehen, diese stünden über den Frauen, es stünden ihnen besondere Rechte zu und dergl.?

    Tatsächlich müssen sich alle Gesellschaften weltweit diese Fragen immer wieder stellen.
    Das ist genau mein Problem, meine Eltern sind Inder, ich stehe da zwischen den Stühlen, aber ich habe häusliche Gewalt bis zu meinem 14 Lebensjahr mit angesehen, bis ich meinem Vater die Stirn bot. Nachher hat er das nicht mehr gewagt. Aber bei einigen Familienmitgliedern sehe ich diese Züge noch immer und ich weiß nicht, ob der Turbokapitalismus dort die Probleme eher noch verstärkt, denn was ich dort so mitbekomme, ist darwinistischer Egoismus, der bei schwächeren/ärmeren anfängt und bei der eigenen Familie nicht aufhört. Für mich persönlich ist 2012 vor allem ein Abschied von einem Großteil meiner "Familie" und mit diesem Grotesken Verbrechen zum Schluß des Jahres ein gewisser Abschied vom Land Indien an sich, jedenfalls beabsichtige ich mich hier einbürgern zu lassen...
  3. #3

    Der Hass auf die Täter ...

    Zitat von carlaponti Beitrag anzeigen
    Der Hass auf den mutmaßlichen Täter ist verständlich. Richtig wäre aber, dass die gesamte indische Gesellschaft mit sich selbst ins Gericht ginge: Wieviel Frauenverachtung und Machismus steckt in ihr, nicht nur bei den Männern, sondern auch den Frauen, die ihre Söhne in genau dem Wahn erziehen, diese stünden über den Frauen, es stünden ihnen besondere Rechte zu und dergl.?

    Tatsächlich müssen sich alle Gesellschaften weltweit diese Fragen immer wieder stellen.
    ... ist mir immer noch lieber, als der Hass, der in vielen (nicht allen!) muslimischen Ländern auf das Opfer losgebrochen wäre, weil es die "Familie entehrt" hat und sich "unislamisch" verhalten hat (ohne männliche Verwandte das Haus verlassen) ...
  4. #4

    Ja, aber erst

    Zitat von carlaponti Beitrag anzeigen
    Der Hass auf den mutmaßlichen Täter ist verständlich. Richtig wäre aber, dass die gesamte indische Gesellschaft mit sich selbst ins Gericht ginge: Wieviel Frauenverachtung und Machismus steckt in ihr, nicht nur bei den Männern, sondern auch den Frauen, die ihre Söhne in genau dem Wahn erziehen, diese stünden über den Frauen, es stünden ihnen besondere Rechte zu und dergl.?

    Tatsächlich müssen sich alle Gesellschaften weltweit diese Fragen immer wieder stellen.
    nach der öffentlichen Hinrichtung dieser Verbrecher. Das bringt die Frau leider nicht zurück, aber Genugtuung für alle anderen Betroffenen. Vielleicht rettet es durch eine mögliche Abschreckung und ein Zeichen, daß mit entsprechender Härte verfahren wird die nächsten potentiellen Opfer.
  5. #5

    Abschreckung ? nein,

    auch die Todesstrafe wird leider nicht verhindern, dass es neue Vergewaltigungen gegen wird, es wird nur verhindert, dass diese 6 Männer wieder eine Frau vergewaltigen können.
    Die Todesstrafe hat noch nie Menschen abgeschreckt Verbrechen zu begehen. Die Einstellung der Menschen muss sich ändern.
  6. #6

    optional

    Wobei darwinistisches Denken auch längst wieder hier in Europa hochgehalten wird und auch wir auf dem besten Wege in Richtung Manchester/Turbokapitalismus sind. Trotzdem - auch ich denke, es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem in Indien, das sich nicht in einem exemplarischen Prozess gegen sechs Personen lösen lassen wird. Ich kenne nicht die Statistiken zu Abtreibungen weiblicher Föten oder auch Mißhandlung o.a. kleiner Mädchen, aber vermute, das Phänomen wird nicht eben vernachlässigbar sein.
    Solange also die indische Gesellschaft sich diesem Problem nicht stellen wird, wird es Gewalt gegen Frauen geben und keiner kann daran etwas ändern.
  7. #7

    Das Problem liegt viel tiefer

    Zitat von carlaponti Beitrag anzeigen
    Der Hass auf den mutmaßlichen Täter ist verständlich. Richtig wäre aber, dass die gesamte indische Gesellschaft mit sich selbst ins Gericht ginge: Wieviel Frauenverachtung und Machismus steckt in ihr, nicht nur bei den Männern, sondern auch den Frauen, die ihre Söhne in genau dem Wahn erziehen, diese stünden über den Frauen, es stünden ihnen besondere Rechte zu und dergl.?

    Tatsächlich müssen sich alle Gesellschaften weltweit diese Fragen immer wieder stellen.
    Wer die indische Gesellschaftsordung anschaut muss sich ueber einiges wundern:

    - ueber 160 millionen Menschen werden als Paria oder Unberuehrbar bezeichnet und diese sind mehr oder weniger vom gesellschaftlichen Leben der Nation ausgeschlossen Quelle: Dalit - Wikipedia, the free encyclopedia
    (N B die deutsche Wikipedia gibt keine Zahlen an)

    - 300 millionen Menschen sind analphabeten

    - Ueber 40% der indischen Kinder sind underernaehrt.

    - der reichste Mann Europas ist ein Inder.

    Sie wollen Indien mit Europa oder sonst jemanden vergleichen? Das geht einfach nicht.
  8. #8

    Zitat von carlaponti Beitrag anzeigen
    Der Hass auf den mutmaßlichen Täter ist verständlich. Richtig wäre aber, dass die gesamte indische Gesellschaft mit sich selbst ins Gericht ginge: Wieviel Frauenverachtung und Machismus steckt in ihr, nicht nur bei den Männern, sondern auch den Frauen, die ihre Söhne in genau dem Wahn erziehen, diese stünden über den Frauen, es stünden ihnen besondere Rechte zu und dergl.?

    Tatsächlich müssen sich alle Gesellschaften weltweit diese Fragen immer wieder stellen.
    Ich kann es nicht mehr hören, wenn man in Deutschland wieder anderen Ratschläge gibt, wie andere Gesellschaften zu laufen haben? Was wissen Sie überhaupt von der indischen Gesellschaft? Ich kann jetzt schon sagen. Absolut gar nichts. Und sie können weitere 100 Artikel über Indien lesen. Sie werden auf dem gleichen Niveau bleiben. Die Medien wissen über Indien doch auch nicht viel mehr als Sie. Und was die schreiben ist noch weniger, weil man irgendwo das schreiben will, was die Leser lesen wollen.

    Was die Inder brauchen, dass werden die schon selber wissen.
  9. #9

    ..

    Zitat von carlaponti Beitrag anzeigen
    Tatsächlich müssen sich alle Gesellschaften weltweit diese Fragen immer wieder stellen.
    Ihre Hinweis auf "die Gesellschaften" ist das Problem. Damit soll nämlich nur davon abgelenkt werden, dass es immer und überall einzelne Typen oder Gruppen gibt, die durch besondere Rohheit auffallen.

    Es ist "in unserer Gesellschaft" leider zur Mode geworden alles auf "die Gesellschaft" zu schieben. Der arme Bankräuber konnte ja nicht anders, weil er durch das Wirken "der Politiker" bzw. "der Bankster" dazu gezwungen wäre. Wenn einer keine rau abgekommt dann natürlich auch nur weil Politiker und Bankster und die Gesellschaft sowieso dafür verantwortlich wären.

    Anstatt diese Typen oder Gruppen nun öffentlich zu echten, was ja sozialpolitisch als böse gilt, schiebt man den schwarzen Peter lieber in Richtung "Gesellschaft insbesondere der Politiker und "Führungsleite". Dann kann man sich einbilden modern und soziologisch gebildet zu sein. Das lässt sich hier im Forum oft beobachten.

    Und so bereiten diese möchtegernintellektuellen Leute dem Verbrechen den Weg. Es ist immer und nur der direkte Täter verantwortlich. Nur der. Die Inder machen das mit ihrer vernünftigen Intoleranz schon richtig.