Amerikas Haushaltsstreit: US-Senat stimmt für Kompromiss

AFPDie USA stürzen von der Fiskalklippe - aber das bleibt vielleicht ohne Konsequenzen: Noch in der Nacht schmiedete US-Vizepräsident Joe Biden einen Kompromiss mit den Republikanern im Senat. Jetzt hängt alles von den Konservativen im Repräsentantenhaus ab.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-875253.html
  1. #30

    Mehrheiten

    Zitat von Izmi Beitrag anzeigen
    Nehmen wir mal unsere Maßstäbe:
    Und genau wie in den USA ist eine eindeutige Mehrheit für oder gegen neue Gesetze nicht vorhanden. Das linke Lager und das rechte Lager sind ähnlich verteilt mit ca. 50 zu 50. Man kann also durchaus die us-amerikanischen und unsere Probleme vergleichen.

    Nein, aus meiner Sicht nicht. Wir werden im System in D Mehrheiten zustande bringen (auch wenn Kompromisse mit Koalitionspartner geschlossen werden müssen), was aber in den USA bei den derzeitigen Verhältnis deutlich schwieriger ist (wie die Vegangenheit gezeigt hat). Die Erkenntnis von 'neuen Wegen' (oder auch 'new normal') hat sich bei vielen noch nicht durchgesetzt.
  2. #31

    Kv

    Zitat von okokberlin Beitrag anzeigen
    es wird trotzdem nicht funktionierne gegen den widerstand großer teil (40% plux x) der bevölkerung.
    das mag aus ihrer und meiner sicht seltsam sein, aber es gibt nunmal ein völlig andere selbstverständnis vieler us-bürger.

    Ob Widerstand oder nicht, die HCR ist nun mal Gesetz. Wer nicht mitmacht, zahlt. Viele Firmen haben übrigens schon begonnen mehr Teilzeitkräfteals Ersatz für Vollzeitkräfte einzustellen, um Kosten und Gesetz zu umgehen.
  3. #32

    Rating

    Die USA sind pleite, aber die verkommenen US Ratingagenturen vergeben immer noch Bestnoten, weil anderenfalls - wie geschehen - ihre Chefs gefeuert werden. Das US Kapitalistensystem ist am Ende. Europa muß daraus Konsequenzen ziehen: US Ratingagenturen verbieten genauso wie alle Hedgefonds mit US Kapital,sofort!
  4. #33

    Immer die gleiche Leier!

    Zitat von okokberlin Beitrag anzeigen
    die usa haben ein gewaltiges ausgabenproblem ( so wie wir hierzulande auch)

    obama mit seinen unsinnigen verteilungsprogrammen ist daran schuld .
    und die verückten republikaner ebenso mit ihren mantra am gewaltigen militäretat dürfe nicht gespart werden.
    Wenn man ein Ausgabenproblem hat, gibt man wahrscheinlich mehr aus, als man zur Verfügung hat, folglich hat man auch ein Einnahmenproblem.
    Gehen wir einen Schritt weiter und folgern daraus, dass es ein Ausgabenproblem gar nicht geben würde, wenn man das Einnahmenprobleme nicht hätte. Können Sie folgen ?
  5. #34

    Hurra! Der Berg kreist und raus kommt eine Miniserie...

    Jetzt hat man erfolgreich verhindert, dass die Haushaltssicherungsmaßnahmen greifen und in 2 Monaten kommt die nächste Folge des Minidramas, denn die US-Regierung ist pleite, kann sich über Umschichtungen 2 Monate weiter finanzieren, dann ist das Portemonnaie leer und neue Schulden müssen gemacht werden, aber nur mit Zustimmung des Repräsentantenhauses. Auf Kosten der nächsten Generation. Was man im Wahlkampf unbedingt vermeiden wollte.

    Die Amis müssen dringend ihre Ausgabenseite senken und ebenso dringend mehr Steuern bezahlen. Die Sommer 2011 beschlossene Erhöhung des Kreditrahmens hat 1,5 Jahre gehalten, Ende Februar ist das Geld wieder alle.
    Nach dramatischen Verhandlungen wird dann im März eine Erhöhung der Debt Ceiling beschlossen und spätestens Ende 2013 kommt es dann zu dramatischen Verhandlungen in Sachen Verlängerung der Hilfsleistungen für Langzeitarbeitslose. Da man weniger als ein Jahr später die Mid-Term Elections hat, werden sich die Demokraten mit Händen und Füßen gegen Kürzungen bei den Leistungen für ihre Stammwähler wehren, während die Republikaner genau da ansetzen werden, um ihre Mehrheit zu halten oder auszubauen.
    Wie gesagt, das Schmierentheater geht in Serie, der Unterhaltungswert bleibt überschaubar.
  6. #35

    Wieder mal kein Untergang

    Bei uns wird man seit 1945 nicht müde, das Ende der USA vorauszusagen. Unklar ist lediglich, ob es sich dabei um bloße Dummheit oder Verlierermentalität handelt. Die USA sind nach wie vor mit weitem Abstand die größte Volkswirtschaft der Welt. Drei Viertel der 50 weltgrößten Unternehmen befinden sich dort. 47% ihrer Bürger zahlen überhaupt keine Steuern, und selbst die reichsten zahlen weniger als jeder bei uns.
  7. #36

    Kleinlich

    Zitat von plleus Beitrag anzeigen
    Wenn wie schon Anfang des Jahres kleinlich sein wollen, dann richtig.
    Es handelt sich hier um die Übersetzung von 'cliff'. Somit hat der engl. Begriff und die Übersetzung seine Berechtigung.
    Wenn schon kleinlich, dann richtig: Die Bedeutung vn Klippe definiert sich nicht über das englische cliff, und ist auch nicht davon abgeleitet. Viel mehr werden Klippe und cliff einen gemeinsamen westgermanischen Vorgänger besitzen - sieht man ja schon daran, dass Klippe lautverschoben und damit wohl schon seit der (zweiten) Lautverschiebung in deutschen Dialekten zu finden sein dürfte. Auch wenn sich das eine nicht über das andere definiert, bedeuten beide immer noch Ähnliches - u.A eine Felswand in ein Gewässer - ist jedenfalls mein Verständnis des Worts. Wieso sollte man nicht von einer Klippe stürzen können - tun doch immer wieder Autos?

    Damit ist mein Bedarf an Klugschiss für heute wieder gedeckt ;)

    Ein frohes Neues!

    Nebenbei: Ist es für den Artikel so wichtig, ob Klippe jetzt laut Duden etwas ist, von dem man fallen, oder nur dagegenfahren kann? Nobody is perfect, wie der Lateiner sagt...
  8. #37

    Selbst die realitätsfremden Republikaner haben zugelassen dass Steuern für Reiche erhöht wird. In Deutschland ist das nicht möglich.
  9. #38

    Nachahmung

    Zitat von axelschweis Beitrag anzeigen
    Ich bin kein Finanzexperte, aber soweit ich weiß ist man in Deutschland bereits weit, weit unterhalb von 100.000 € Einkommen mit 42% Steuern dabei! Und wenn es demnächst nach dem Willen der SPD geht steigt dieser Wert auf 45 - 47% an. Aber mit dem dummen deutschen Michel kann man's ja machen! Klar war an dem ausgehandelten Deal, dass das Militär, sprich die Waffenlobby, nicht sparen müssen!
    Das selbe Argument kann auch ein Amerikaner bringen, der die Steuern erhöhen möchte - mit Verweis auf die Lage hierzulande.
    Was folgt daraus? Ihr Argument ist leider nicht stichhaltig.
    Nur weil die USA unverschämt niedrige Steuersätze haben, und damit ihr Gemeinwesen ruinieren, heißt das noch nicht, dass das intelligent ist.
  10. #39

    Das Schweigen der Ratingagenturen

    Schon durchaus bemerkenswert, dass sich gewisse Ratingagenturen vornehm zurückhalten. Würde sowas woanders auf dieser Welt passieren, dann wären diese dubiosen Ratingfreaks mit Sicherheit nicht zimperlich.

    Wer $16.000.000.000.000 Schulden anhäuft, der muss echt wahnsinnig sein. Kann jemand von euch eigentlich nachvollziehen, wie eine derartige Verschuldung überhaupt zustande kommen kann?

    Wenn John Doe vergleichweise lächerliche $1.000 Schulden hat, dann tanzen die Teufel. Aber wenn ein Staat mehr als 16 Billionen Miese hat, dann geht sowas in Ordnung?

    Es ist übrigens völlig zwecklos mir zu erzählen, dass die Sozialausgaben angeblich verantwortlich dafür sein sollen. Ohne diese Almosen würde sogar Amerika innerhalb von wenigen Monaten den nächsten Bürgerkrieg erleben, wer wettet dagegen?

    Schuld an dieser horrenden Situation sind keineswegs die sogenannten Langzeitarbeitslosen oder die sozial schwachen Bürger des Landes. Nahezu jeder leistet trotz Handicaps produktive und wertvolle Mitarbeit. Sogar die Kleinkriminellen, die mit ihren kuriosen Klöpsen unzählige Arbeitsplätze sichern. Können das gewisse "Investmentbanker" auch von sich behaupten? Wohl kaum!

    Die Grosskriminellen tragen heutzutage Massanzüge im feinsten Zwirn, sie fahren Autos vom Feinsten und leben in Luxuspalästen, deren Nebenkosten so manche Kleinstadt auf der Stelle hoffnungslos ruinieren würde. Und diese Sorte von Bonzen will ihren obszönen Reichtum und dekadenten Wohlstand nicht teilen? Na wartet.

    Wir Durchschnittsbürger wissen längst, was insgeheim so alles abgeht. Auch wohin dieser Luxus derzeit wandert und welchen Preis wir alle dafür bezahlen müssen. Nur weiter so, ihr Depardieus dieser Welt, nur weiter so. Vergesst bitte nicht, Depardieu ist immer und überall, auch in Amerika.

    Dennoch drücke ich unseren amerikanischen Freunden die Daumen, dass sie endlich einen friedlichen und adäquaten Weg finden, ihr finanzielles Fiasko noch irgendwie abwenden zu können. Es droht keineswegs nur der Sprung über die Klippe, sondern parallel auch die Überspannung des Bogens. Der Staatsbankrott Amerikas würde garantiert verheerende Folgen nach sich ziehen. Kein Land dieser Welt würde davon nicht massiv tangiert werden.

    Vergleicht das mal bitte mit Griechenland, einem vergleichsweise kleinen Land. Wenn der drohende Staatsbankrott eines so kleinen Landes schon so heftige Turbulenzen erzeugt, was passiert dann wohl, wenn so ein Land wie Amerika bankrott geht?

    Ich mache übrigens die Rüstungshersteller für diese dramatische Lage verantwortlich. Womöglich denken die Reps, dass sie den Dollar einfach über die Klippe springen lassen können, ohne dass es Konsequenzen nach sich ziehen wird. Liebe Amerikaner, seid bitte gewarnt: Der Rest dieser Welt wird sich keineswegs von euch verschaukeln lassen, wir haben euren (wahrhaft teuflischen) Plan schon längst durchschaut.

    Schon bald werden sich die Ratingagenturen wieder vehement zu Wort melden, nur um von der Verschuldung Amerikas abzulenken. Zeige mit dem Finger auf andere, bevor andere mit dem Finger auf dich zeigen? Ein ganz tolles Motto, hat ja in der Vergangenheit stets wunderbar funktioniert. Aber nicht mehr lange.