Seltsame Zeitmaschinen: Googlen wie die "Mad Men"

Wie sähe Google auf einer Lochkartenmaschine aus? Wie hörte sich 1993 ein Rechnerneustart an? Waren die alten Handheld-Videospiele wirklich toll, oder einfach schrecklich? Im Internet geben Retro-Simulatoren Antworten - ein multimedialer Streifzug durch die Vergangenheit.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/z...-a-873938.html
  1. #10

    Wenn schon kleinlich

    Zitat von Layer_8 Beitrag anzeigen
    Ein Lochkartenleser war ein schnelleres Eingabegerät.
    Ich habe auch Maschinen bedient, an denen die Lochkarte die Programmierung war.

    Das Ding war recht vielseitig.
  2. #11

    Gegen das Vergessen...

    Ich finde die angesprochenen Aktionen "zur Rettung unseres digitalen Erbes" ausgesprochen gut!!!
    Wenn ich mir vorstelle, dass eine Siegermacht wie Großbritannien mittlerweile ihre eigenen Codes aus den WK II nicht mehr lesen kann (Stichwort Brieftaube; verschiedene Artikel auch auf SPON), dann möchte ich gar nicht daran denken, wie es in 100 Jahren um die technische Historie der Jahrtausendwende bestellt ist.
  3. #12

    Nun,

    Zitat von akmsu74 Beitrag anzeigen
    Ich finde die angesprochenen Aktionen "zur Rettung unseres digitalen Erbes" ausgesprochen gut!!!
    Wenn ich mir vorstelle, dass eine Siegermacht wie Großbritannien mittlerweile ihre eigenen Codes aus den WK II nicht mehr lesen kann (Stichwort Brieftaube; verschiedene Artikel auch auf SPON), dann möchte ich gar nicht daran denken, wie es in 100 Jahren um die technische Historie der Jahrtausendwende bestellt ist.
    das ist ja auch bei einigen "älteren" Programmiersprachen bereits der Fall.
    Cobol, C++, etc.
    dazu interessant:
    Zeittafel der Programmiersprachen
  4. #13

    in den 70ern auf Lochkarten programmiert ...

    die dann per Lochkartenleser dem Computer zugeführt wurden Und heraus kam ein Fehlerprotokoll von ca. 1000 Seiten, weil ich in Cobol auf der ersten Seite ein paar Kommas vergessen hatte. Früher gab es nur Zeilen-Editoren. Wenn man einen Fehler in einer der Vorzeilen bemerkte, mußte man zurückgehen und diesen beheben.
    Als ich in den 80er Jahren in die Firma kam, waren auch die Midrange-Anlagen wie /1 oder /36 der IBM im Vergleich zu heute noch "riesig" und füllte ganze Räume, die mühsam heruntergekühlt werden mußten, damit sie sich nicht wegen Überhitzung abgeschaltet haben. Die Einabegeräte mit der grün auf schwarz Schrift waren auch sehr groß und "dumm". Sie konnten, im Gegensatz zu heute, sich gerade mal eben ihre Adresse in der Rechenanlage merken. Von wegen Netzwerk. Da ließen sich gerade mal 99 Geräte und eine Hauptkonsole anschließen. Und für den Einbau einer 256 KByte Festplatte brauchte es 2 Männer und einen Schrank von einer Musiktruhe und mehrere Stunden Zeit. Gesichert wurde auf Disketten zu 8 Zoll und Bandgeräte Zeitspanne 2 Stunden. (http://de.wikipedia.org/wiki/System/36) Aber ich weine dieser Zeit keine Träne nach.
  5. #14

    Webseiten heute

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Aufstieg des Internets ist unter anderem dem seltsamen Webdienst Geocities geschuldet. In den neunziger Jahren bot der kostenlosen Webspace an, auf dem auch Anfänger erste Websites aufziehen - und üblicherweise mit viel buntem und lautem Unsinn vollstopfen - konnten
    Es steht uns wirklich nicht zu, uns über die Webseiten von damals lustig zu machen, wenn man sieht wie mehr und mehr eigentlich professionelle Webauftritte (wie z.B. auch SPON) über die letzten Jahre zusehends degenerieren:
    Rechts und links breite weiße Streifen, wo mein Adblocker blinkende (und teils tönende) Flash-Werbebanner rausgefiltert hat. In der Mitte ein schmaler streifen Text der selbst auf meinem kleinen Monitor zwei Schriftgrößen zu groß eingestellt ist und sowieso von riesigen Headlines durchzogen wird, die man auch aus zehn Metern Entfernung noch problemlos lesen kann. Das ganze kann man dann scrollen bis das Mausrad glüht, soweit erstreckt es sich nach unten aus dem Bildschirm. Menüs zur Schnellnavigation gibt es mit etwas Glück noch ganz oben (rechts und links muss ja Platz für die weißen Streifen bleiben) aber dann natürlich im selben Frame wie der Inhalt(!), so dass sie beim Scrollen verschwinden und entsprechend nutzlos sind. Dafür haben wir unter jedem Bild, Kommentar oder Artikel bunte Buttons die ein "f" ein "t" oder ein "g+" zeigen, deren Relevanz sich mir bis heute nicht erschließt und die ich seit einer Weile ebenfalls von meinem Adblocker rausfiltern lasse.

    Das sah zwischendurch schon mal besser aus...
  6. #15

    Ein Gutes Neues Jahr dem SPON und allen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie sähe Google auf einer Lochkartenmaschine aus? Wie hörte sich 1993 ein Rechnerneustart an? Waren die alten Handheld-Videospiele wirklich toll, oder einfach schrecklich? Im Internet geben Retro-Simulatoren Antworten - ein multimedialer Streifzug durch die Vergangenheit.

    Zeitmaschinen und Retro-Simulatoren im Internet - SPIEGEL ONLINE
    Foristen!

    Ich erinnere mich daran, wie ich in den 80ern ein komplettes Telefonamt mit der Datenbasis auf Lochstreifen programmierte, das Ding noch mit dem Fernschreiber T1000 (http://www.teleprinter.net/gifs/t1000.jpg) bediente und der Patchday aus einem Paket mit Lochstreifen bestand!
    Man trug sein gesammeltes Wissen und Know-How in einem Koffer voller Lochstreifen rum:
    http://www.fernmeldemuseum-aachen.de...chstreifen.jpg
  7. #16

    ...

    Zitat von meinmein Beitrag anzeigen
    Gibt's das ganze auch in Deutsch?

    Die gezeigten Handhelds sind fast alle hier völlig unbekannt.
    Vielleicht sind Sie zu jung/alt um diese Handhelds erlebt zu haben, aber viele der Geräte sind alles andere als unbekannt.

    In Deutschland waren alle gezeigten Handhelds (wir nannten damals alle preiswerteren Handhelds Tricotronic, tricOtronic.de) von Nintendo, wie z.B. Donkey Kong, Parachute, Donkey Kong Jr., Zelda, Mickey and Donald und andere, erhältlich.

    Außerdem gab es später von Nintendo eine Fülle von Ablegern, wie diese Liste hier zeigt: game and watch titles.

    Die Handhelds von Sunwing (Taiwan) waren ebenfalls in Deutschland verfügbar, ich habe noch 2 Sunwings, und das mit russischer Schrift versehene "Merry Cook" wurde in Deutschland unter dem Markennamen Tricotronic vertrieben (dann mit englischer Beschriftung). Fast sämtliche Gakken Handhelds wurden in D unter dem Namen Tacotronic vermarktet, das auf PicaPic simulierte Spiel "Search Light" hatte ein Freund von mir und habe ich selbst gespielt.
    Es gab hier eine Fülle von Sunwing-Geräten mit anderen Inhalten, und es gab sogar nicht-autorisierte japanische Geräte mit dem "Game + Watch"-Logo (eigentlich Nintendo), die in Deutschland gar nicht vertrieben werden durften.

    "Bartman" und "Terminator" waren vermutlich nur in den USA oder Japan erhältlich, genau so wie "G-Man" und "Aerogun Field". Den Wolf als Eierdieb (russische Beschriftung "nu, pogodi") gab es wiederum auch in Deutschland, entweder von Sunwing oder von Tricotronic.
  8. #17

    lynx http://spiegel.de

    gibt unter Linux auch echtes TTY Feeling.
  9. #18

    Gute alte Zeit?

    Geocities war schon klasse. Da musste man noch seinen Allerwertesten in Bewegung setzen und erstmal HTML lernen, bevor die eigene Website, natürlich mit Gästebuch, Frameset, 3-4 Webring-Banner, Anim-GIF's und MDI-Backgroundsong, stand. Das war damals wie heute Facebook oder Twitter. Man musste dabeisein! Es war weitaus mehr "Handarbeit" nötig (und der Upload via FTP) als bei den Blogdiensten heute, die Freiheit in der Gestaltung aber auch enorm.
    Andererseits war früher nicht alles besser: Der freie Speicherplatz war oft doch sehr eingeschränkt. 1996 waren es 1 MB(!) bei T-Online. Mit dem Einrichten kostenpflichtiger "Mitbenutzer" konnte man noch etwas mehr "rausschlagen". Bei Schlund & Partner gab's, wenn ich mich richtig erinnere, sogar 5MB frei. Folge: Die eigene Website war schnell über 2-4 Provider verteilt und verlinkt. Wenn dann einer den freien Dienst einstellte, musste man mit Teilen der Website irgendwo anders hin, alle Links umbauen und per FTP alles wieder neu hochladen. Eine eigene Domain war noch sehr teuer, und für Hobbywebsitebastler gabs bei "Move.to" Redirects im Style von "http://www.move.to/mysite".
  10. #19

    Googeln so um 1972

    Nun, das hätte sich nicht von allen anderen Aktivitäten unterschieden, die man damals machen musste (Beispiele, wie am ZEDAT der FU-Berlin 1972/73 am "Grossrechner" CDC-Cyber72 erlebt), hätte es eine Vernetzung gegeben (die damaligen Anfragen wären alle lokal auf den Rechner erledigt worden):

    1- Sich anstellen und warten, bis man einen freien Lochkartenstanzer findet, und dort dann die notwendigen Karten für den Job (User-ID und weitere "Login"-Parameter) und die Anfrage stanzen.

    2- Einen Schiessgummi nehmen, mittels selbigem die Lochkarten richtig zusammenpacken und auf einen Tisch mit der Aufschrift "Jobeingabe" legen.

    3- Zwei bis 4 Stunden warten, gegebenenfalls bis zum nächsten Tag, falls es schon spät am Nachmittag ist.

    4- Dem Schild "Ausgabe" im Rechenzentrum folgen und dort nach einem Ausdruck auf einem Endlosformular und dem Lochkartenstapel suchen. Wenn noch nicht da, warten und wieder versuchen.

    5- Den Ausdruck ansehen und entsprechend der angegebenen Syntaxfehler fluchen und bei Punkt 1 weitermachen.

    6- Wenn nach mehrmaligen Durchläufen kein Fehler aufgelistet ist, sondern stattdessen das Ergebnis auf dem Endlosformular steht, erleichtert aufatmen und das Ergebnis merken.

    Da solche eine Aktion gegebenenfalls mehrere Tage dauern konnte, war es meist günstiger in die Fachbücherei zu gehen.