Währungsverfall in Ägypten: Präsident Mursi verbreitet Optimismus

REUTERSÄgyptens Präsident Mohammed Mursi gibt sich zuversichtlich - trotz Währungsverfall und massiver Schulden. Nach dem Absturz des ägyptischen Pfunds auf ein Rekordtief werde sich der Kurs in Kürze wieder stabilisieren, verspricht das Staatsopberhaupt. Nicht alle teilen den Optimismus.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/wae...-a-875219.html
  1. #1

    Was SPON nicht schreibt...

    Schon seit Monaten gibt es in Ägypten Schlangen vor den Tankstellen - seit der Revolution kann das Land nämlich seine Ölrechnungen nicht mehr bezahlen.

    Und das war vor dem Einbruch im Tourismus.
  2. #2

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ägyptens Präsident Mohammed Mursi gibt sich zuversichtlich - trotz Währungsverfall und massiver Schulden. Nach dem Absturz des ägyptischen Pfunds auf ein Rekordtief werde sich der Kurs in Kürze wieder stabilisieren, verspricht das Staatsopberhaupt. Nicht alle teilen den Optimismus.

    Währungsverfall in Ägypten: Mursi rechnet mit schneller Stabilisierung - SPIEGEL ONLINE
    Fairerweise muss man sagen, dass - noch - beide Seiten Recht haben. Richtig ist, dass Ägypten zumindest in der nahen Zukunft noch mit erheblichen Hilfen des Auslandes rechnen kann, welche die Wirtschaft kurzzeitig stabilisieren werden. Richtig ist aber auch, dass das Fundament schwach ist und ein Präsident, der mit solch geringer Ernsthaftigkeit an die Probleme herangeht, wenig Vertrauen in die zukünftige Politik weckt.

    Präsident Mursi erscheint "ein wenig abgehoben" - und das ist wohl kein gutes Signal.

    Ägypten hat eine reelle Chance, sich durch harte Arbeit und kluge Politik aus der Krise zu bewegen. Stattdessen sieht man Sultansallüren und erste Großmachtsphantasien. Sich des eigenen - sicherlich hohen - Wertes bewusst zu sein, bedeutet nun einmal nicht, damit so lange zu wuchern, bis die Blase platzt.

    Das ägyptische Volk hat schwere Zeiten hinter und noch ein paar harte Jahre vor sich. Wenn die Republik wachsen soll, wird sie die Weisheit vieler Menschen benötigen und kann sich nicht nur auf die Islamisten stützen. Mursis Einschätzung, dass die "Verfassungskrise" vorbei sei, wird sich wohl nicht so einfach bewahrheiten.
  3. #3

    wie es scheint...

    ....wird es sich ja bald zeigen, worauf es bei einer kompetenten Regierung wirklich ankommt. Religiösität dürfte sich dabei wohl kaum als politische Kernkompetenz herausstellen.
  4. #4

    Sozialismus trifft auf Islamismus

    "Die ägyptische Wirtschaft ist nach der Analyse von Stratfor eine der am wenigsten dynamischen der Welt.

    Unter Mubarak konnte das Militär lange Zeit nach Belieben von den Banken Geld "leihen", ohne es zurückzahlen zu müssen. Mubaraks Sohn Gamal wollte dieses System liberalisieren. Beispielsweise führte er einen Hypothekenmarkt ein. Er zwang die Zentralbank, nach wirtschaftlichen Kriterien zu operieren. Diese Reformen begannen bereits 2004; im Jahr 2010 hatten sie dazu geführt, daß sich das Militär nicht mehr wie zuvor frei bei den Banken bedienen konnte."

    Stratfors Analysen: Die Ökonomie Ägyptens
  5. #5

    Nun zeigt sich

    Dass sich die Verfassung so schnell so positiv für uns auswirken würde hätte ich nicht gedacht. In Zukunft können wir unsere kurzen Hosen wieder für 50 Cent am Tag in Ägypten nähen lassen. Prima!
  6. #6

    Vorwärts ins Mittelalter

    Die gut ausgebildeten, jungen Menschen aus den Städten werden
    auswandern sobald die Mittelalterverfassung greift.Es wird weiter
    bergab gehen, die Schuld wird dann den Kopten und Touristen
    gegeben.Sobald dieses Problem gelöst ist (Pogrome,Vertreibung -
    Bikini- und Alkoholverbot) herrscht endlich "Frieden". Dann kann man
    in Ruhe beten und Gebetsketten schwingen. Ist man dann richtig
    am wirtschaftlichen Abgrund wird ein aussenpolitischer Konflikt
    geschürt, um die Bevölkerung nochmal hinter die Regierung zu
    bringen.Nach dem militärischen Desaster verschwinden die "Köpfe"
    der Revolution nach Saudi-Arabien.Dort lassen sie es sich dann gut
    gehen, während das Land am Boden liegt. Idi Amin lässt grüßen.
  7. #7

    Sind Ägyptens wirtschaftliche Probleme eigentlich überhaupt lösbar?

    Den mohammedanischen Glaubenseiferern dürfte es indes kaum gelingen die Probleme Ägyptens zu bewältigen, denn wie alle Anhänger des neumodischen Eingottglaubens, so dürfte auch für diese die Welt in Ordnung sein, wenn ihr Religionsgesetz unumschränkte Gültigkeit besitzt; und fließen dann nicht Milch und Honig auf Erden, so schreiben sie dies dem sündigen Wandel der Menschen auf Erden zu und gehen strenger gegen alles zu Werke, was ihnen Sünde dünkt wie beispielsweise die Sodomie.
    Nüchtern betrachtet wäre es Ägypten aber durchaus möglich, mittels Meerwasser Entsalzung und Sonnenstrom, große Teile seiner Wüsten urbar zu machen und so seine Bevölkerung wieder selbstgenügsam mit Nahrungsmitteln zu versorgen; und auf diesen neuen Feldern könnte z.B. auch Baumwolle angebaut werden, um damit die heimische Textilindustrie zu versorgen oder diese gewinnbringend auszuführen. Doch all dies erfordert eine fleißige und verständige Regierung und eine solche hatte Ägypten seit langen nicht mehr.
  8. #8

    Der IWF hilft?

    [QUOTE=sysop;11660066]... Dabei soll auch der Internationale Währungsfonds (IWF) helfen. .../QUOTE]

    Ob der IWF das weiß?

    Ich kann mir nicht vorstellen, das der Tourismus eine Islamisierung der Gesellschaft unbeschadet übersteht, und die Wirtschaft des Landes wird davon auch eher nicht profitieren.
  9. #9

    Tja, es hat schon seine Gründe, warum religiös-konservative, autokratische Staaten nicht für ihre boomende Wirtschaft bekannt sind. Obwohl das zu einem gewissen Teil eine selbsterfüllende Prophezeiung ist. Niemand hat Lust, in ein Land zu investieren, bei dem man erst in den nächsten Jahren herausfinden wird, wie kompromisslos und anti-westlich die Regierung wirklich ist... entsprechend kommt wenig in Bewegung, um die Leute vom Gegenteil zu überzeugen.
    Der schwindende Tourismus war allerdings klar. Mehr als jede andere Sparte der Wirtschaft ist der Tourismus auf ein halbwegs positives Image angewiesen. Bei materiellen Produkten vergisst man schonmal, welcher Teil in Genozidistan und welcher in Opressinien hergestellt wurde... beim Tourismus nicht. Und egal wie Ägyptens Image bei den eigenen Bürgern, in der arabischen Welt oder sonstwo sein wird... das ist nicht, wo das Gros der Touristen herkommt. Die meisten kommen aus dem Westen. Und da steht es mit Ägyptens Image eben nicht zum Besten.