Smartphone als Verkehrs-Risiko: Twittern bei 200 km/h

CorbisDas Smartphone ist immer dabei - auch bei der Fahrt auf der Autobahn. Wie stark die Nutzung bei Autofahrern angestiegen ist und welche Gefahr daraus erwächst, hat nun erstmals eine Studie aus den USA untersucht.

http://www.spiegel.de/auto/fahrkultu...-a-872745.html
  1. #110

    Abstruse Rechtslage ...

    Zitat von doc.nemo Beitrag anzeigen
    Die Nutzung eines Smartphones ist nach §23 Abs. 1a StVO untersagt. Das gilt auch für andere Funktionen wie Musicplayer, Internet, Navigation etc. - und zwar nur aus dem Grund, weil man damit, auch, telefonieren kann. Darf man somit Unterhaltungsgeräte ohne Telefonfunktion, wie z. den iPod oder einen MP3-Player, ungestraft benutzen?
    So, wie man mir die Rechtslage in Deutschland erklärt hat, ist die Nutzung eines Telefons in jeder Form oder Funktion untersagt, damit die Polizei nicht in Beweisnot gerät, wenn es darum ginge, die Nutzung als Telefon nachzuweisen. Das heißt also, ich kann allerlei andere Geräte benutzen, solange sie keine Telefonfunktion haben, aber ein Smartphone - auch bei eingeschaltetem "Flugmodus" ("Flight Mode" - meins spricht englisch) - nicht. Das führt zu der absurden Situation, daß die Polizei nun nachzuweisen hätte, ob ich wirklich mein Handy in der Hand hatte oder nicht doch meinen iPod ...

    Übrigens habe ich vor einiger Zeit mal rechtswidrig für mehr Verkehrssicherheit in einer deutschen Großstadt gesorgt. Mein Navi - etwas älterer Generation - hat nur Karten aus Afrika geladen. So blieb es zu Hause, als ich nach Deutschland reiste. Um nun nicht durch orientierungsloses Hin-und-herfahren den Verkehr mehr als nach den Umständen unvermeidlich zu gefährden oder zu belästigen, habe ich mich von der Navi-Funktion meines Handys bei der Routenfindung beraten lassen. Hat auch wunderbar geklappt und ist, weil ich den Ball - nein, den Bildschirm - flach gehalten habe, nicht weiter negativ aufgefallen. (Achtung, Fahnder: Ist inzwischen längst verjährt.)

    Übrigens: Bei 200 Km/h auf der deutschen Autobahn hatte ich noch nie das Bedürfnis, mich abzulenken. Bei 55mph auf einer achtspurigen, leeren Interstate Highway schon (seinerzeit in Amiland) ...

    So gesehen kann man auch für Geschwindigkeitsbeschränkungen argumentieren: Die Suche nach den Tempofallen fackelt dann die sonst ungenutzte Aufmerksamkeit ab und hält den Autofahrer so von kontraproduktiven Tätigkeiten fern. Denn eins ist klar: Die Ablenkung durch "verkehrsfremde" Tätigkeiten steigt in etwa proportional mit dem Maß, in dem die Aufmerksamkeit nicht zum Fahren benötigt wird.

    Fahren Sie mal so etwa zweihundert Kilometer bei 140 im dichten Gedränge und Nieselregen - am Freitagabend oder so. Da hält sich die Lust am Twittern in Grenzen ...

    Jetzt mal weg von allem Sarkasmus, und hin zur Botschaft: Ja, wir brauchen Studien. Und dann brauchen wir Maßnahmen, die die Aufmerksamkeit des Autofahrers fördern - derzeitige Regeln zielen eher darauf ab, die Langeweile zu fördern und so den Fahrer einzuschläfern. Oder wir schaffen baldmöglichst den Autofahrer gleich ganz ab. Automatische Fahrzeugsteuerung ist ja schon lange keine schwarze Magie mehr.

    Und noch einmal: Solange das Gespräch mit anderen Personen - reden oder zuhören, im Auto oder über Telefon, Radion oder Funk - erlaubt ist, sollte man sich nicht künstlich über das Telefonieren aufregen. Selbst die Navi-Stimme kann nerven. Und wer das alles nicht glauben will, der hat meine Lieblings-Beifahrerin noch nicht erlebt.

    Und DIE Diskussion erspare ich Ihnen jetzt.
  2. #111

    Technik die begeistert

    In Zukunft wird bei der Rekonstruktion des Unfallherganges die zeitlich datierte Erfassung der Benutzung des mobilen Telefons von den am Unfall beteiligten Personen eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Die Versicherungen haben daran bestimmt ein nicht unberechtigtes Interesse. Und in den Versicherungsklauseln wird das auch in Kürze Eingang finden, wenn nicht bereits geschehen.


    Zitat von chaps Beitrag anzeigen
    Ich würde 500€ als Strafe für Leute einführen, die während dem Autofahren Telefonieren, Twittern oder Emails bearbeiten. Das mit dem Telefonieren verstehe ich sowieso nicht. Für 50-70€ gibt es bereits gut funktionierende Freisprecheinrichtungen. Ich habe so eine. Funktioniert bestens und ich habe die Hände am Lenkrad und die Straße im Blick. Interessanterweise sind es nach meiner Beobachtung oft jüngere Leute mit meist größeren Autos (5er, E-Klasse, etc.), denen anscheinend die 50€ für die Sicherheit fehlen. Twittern und Emails während des Fahrens? Wie vollkommen bescheuert muss man sein? Ich habe allerdings schon welche gesehen, die SMS während der Fahrt geschrieben haben. Da kaufen sich die Leute Autos mit Airbags und Assistenzsystemen für viel Geld und konterkarieren die Entscheidung durch so ein Verhalten.
  3. #112

    1 Pkt in Flensburg 1 paar Teuro's

    riskiert in Deutschland auch der Radfahrer heute, der absolut niemanden gefährdet, sowieso absolut niemanden nur mit seinem Fleisch und ein paar Alu-Teile gefährden kann, bei total unbestehendem Verkehr (Verkehrsstillstand) aber in Neuss bei Rot die Fuss-/Radgänger-Ampel überquert, weil er auf Grund der unzähligen Vorab-Bettel-Ampel zu spät ankommt!

    die rollende Bombe wird in Deutschland privilegiert! es leben die toten Opfer des angeblichen toten Winkels!

    eine groteske Rechtssituation!
  4. #113

    Nicht wirklich

    Zitat von oui Beitrag anzeigen
    riskiert in Deutschland auch der Radfahrer heute, der absolut niemanden gefährdet, sowieso absolut niemanden nur mit seinem Fleisch und ein paar Alu-Teile gefährden kann, bei total unbestehendem Verkehr (Verkehrsstillstand) aber in Neuss bei Rot die Fuss-/Radgänger-Ampel überquert, weil er auf Grund der unzähligen Vorab-Bettel-Ampel zu spät ankommt!

    die rollende Bombe wird in Deutschland privilegiert! es leben die toten Opfer des angeblichen toten Winkels!

    eine groteske Rechtssituation!
    Rotlichtverstöße kosten Autofahrer 3-4 Punkte, mehrere Hundert Euro und meist 1 Monat Fahrverbot. Ich wüsste keinen Fall in dem ein Radfahrer derart bestraft wurde.
  5. #114

    lesen ist glücksache...

    Zitat von Stefan_G Beitrag anzeigen
    Rotlichtverstöße kosten Autofahrer 3-4 Punkte, mehrere Hundert Euro und meist 1 Monat Fahrverbot. Ich wüsste keinen Fall in dem ein Radfahrer derart bestraft wurde.
    Radfahrer töten so gut wie nie und schon gar nicht andere! Der letzte Fall von welchem ich las, war eine 80-jährige Ordensfrau westlich von Düsseldorf, die selber dabei umkam (und zwar nicht an einer Ampel)!

    Kraftfahrer töten oft bei Rotlichtverstössen genauso wie mit dem Handy in der Handy. Ja, den gleichen Strafmass bei Handy-Verstössen wäre durchaus angemessen. In einigen zivilisierteren Ländern ist es schon heute schon so...

    Ihr Vorschlag ist gut!
  6. #115

    Zitat von Stefan_G Beitrag anzeigen
    Rotlichtverstöße kosten Autofahrer 3-4 Punkte, mehrere Hundert Euro und meist 1 Monat Fahrverbot. Ich wüsste keinen Fall in dem ein Radfahrer derart bestraft wurde.
    Dann lesen Sie mal dies...

    https://www.unserort.de/luebeck/HL_-...9ed-item.phtml

    Geht doch !
  7. #116

    Wie ueblich...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Smartphone ist immer dabei - auch bei der Fahrt auf der Autobahn. Wie stark die Nutzung bei Autofahrern angestiegen ist und welche Gefahr daraus erwächst, hat nun erstmals eine Studie aus den USA untersucht.

    Sicherheitsrisiko Smartphone: iPhone ist eine Gefahr im Straßenverkehr - SPIEGEL ONLINE
    Wird hier alles ueber einen Kamm geschert, keiner weiss wie viele Fahrende Internet-Nutzer wirklich das Telefon in der hand haben und wie vile eine Bluetooth Freisprechanlage und/oder Stimmerkennung nutzen. Es wird auch nicht untersucht welche Grade der Ablenkung die verschiedenen Hands-free Einrichtungen oder Headsets verursachen. Voellig ausser acht gelassen werden HUDS und Navigationshilfen.

    Das komische ist dass dasselbe Gewaesch schon vor drei Jahren ueber die Wickelmaschine lief, man kam da auch zu dem Schluss dass alles noch zu neu sei. Jetzt, 3 Jahre spaeter, hat sich immer noch nichts getan? Vielleicht sollte man eine neue Generation von Testern ranlassen, solche die sich mit der Technik auskennen...
  8. #117

    Alles haben, aber nichts dafür tun wollen.

    Allein das Eingeben einer neuen Adresse in das Navi eines Kompaktwagens nahm bis zu 78 Sekunden in Anspruch
    Das ist ja auch klar, weil sämtliche modernen mobilen Geräte sich nur noch auf den visuellen Sinn beschränken.

    Ich habe schon vor Jahren davor gewarnt, mechanische Schalter und Taster in Pkws abzuschaffen. Mit ihnen kann ein Auto problemlos "blind" bedient werden, ohne auch nur ein einziges Mal den Blick vom Verkehr abzuwenden. Aber nein, alles muss ja heutzutage auf Tätschel-Screens und mit Hilfe von Impulsdrehreglern stattfinden, die allesamt nur visuelles Feedback zurückliefern, aber den heutzutage völlig ungenutzten haptischen Sinn des Menschen komplett links liegen lassen.

    Für die Eingabe von Navidaten habe ich vor Jahren BMW ein haptisches System vorgeschlagen, das ebenso das blinde Eingeben von Adressen ermöglicht. Aber auch davon wollte nie jemand etwas wissen.

    Das Kundenvieh kann augenscheinlich nur mit stylischen Eingabeelementen geködert werden. Sinnvolle Eingabemöglichkeiten will offensichtlich niemand. - Wer würde heutzutage noch einen Pkw kaufen, der z. B. Schieberegler zur Einstellung der Lüftung/Heizung besitzt?

    Akustische Eingabehilfen wie Spracherkennung sind allenfalls ein lustiges Gimmick, aber keine wirkliche Lösung. Denn auch hier muss visuell nachgeprüft werden, ob das Erkannte mit dem Gesagten übereinstimmt. Und weil die heutigen Displays allesamt dermaßen hoch auflösen, meint jeder GUI-Designer, er müsste jeden Schwachsinn anzeigen und das Wichtige nicht hervorheben bzw. Buchstabengröße nicht nach Wichtigkeit gewichten.

    Ich bin sehr desillusioniert von der aktuellen Konsumgesellschaft. Alle beschweren sich, aber keine sucht/findet/will Lösungen. Sogar dann nicht, wenn sie ihm vor die Füße gelegt werden.

    Was soll das eigentlich? Warum wird überhaupt noch diskutiert? Ist das die neue Form von Stammtisch? Reden, aber keine Lösungen herbeischaffen zu wollen?
  9. #118

    Zitat von Lysergsäurediethylamid Beitrag anzeigen
    ("Sport"-) Flugzeug habe ich den Notizblock auf dem Oberschenkel, die Karte auf den Schoß, das Mikro vom Funkgeröt in der einen Hand, den Steuerknüppel und Bleistift in der anderen. Und dabei navigiere ich noch in drei statt 2 Dimensionen - ist alles eine Frage der Übung.
    Und zu allem Überfluss ist der Luftraum so voll wie unsere Bundesstraßen und Autobahnen!
  10. #119

    Zitat von My2Cents Beitrag anzeigen
    Das ist ja auch klar, weil sämtliche modernen mobilen Geräte sich nur noch auf den visuellen Sinn beschränken.

    Ich habe schon vor Jahren davor gewarnt, mechanische Schalter und Taster in Pkws abzuschaffen. Mit ihnen kann ein Auto problemlos "blind" bedient werden, ohne auch nur ein einziges Mal den Blick vom Verkehr abzuwenden. Aber nein, alles muss ja heutzutage auf Tätschel-Screens und mit Hilfe von Impulsdrehreglern stattfinden, die allesamt nur visuelles Feedback zurückliefern, aber den heutzutage völlig ungenutzten haptischen Sinn des Menschen komplett links liegen lassen.....
    Früher ging das auch - war aber wohl nicht bunt genug.

    Hier mal ein exmplarisches Beispiel :
    http://static.classistatic.de/imageg..._geb_311_2.jpg

    links: Licht aus / Standlicht / Fern+ Fahrlicht | darunter Dimmer für Armaturenbeleuchtung | Nebelschlussleuchte | Leuchweitenregelung

    Mitte :Warnblinker | 3 Heizungsregler | 4-stufige Gebläsesteuerung | Heckscheibenheizung

    Alles ertastbar, alles blind bedienbar. völlig ausreichend.

    Autos mit dieser Ausstattung waren normal - und brachten einen sicher von A nach B - eben weil man eigentlich nicht mehr Schalterkram braucht um ein Automobil StVO-gerecht bewegen zu können.

    Aber Vernunft war noch nie die Stärke - weder der Autobauer, noch der Kunden...