EU-Energiekommissar: Oettinger prophezeit Deutschland noch 40 Jahre Atomstrom

dapdDeutschland steigt aus der Atomenergie aus - und wird dennoch über Jahrzehnte Kernenergie beziehen, sagt Günther Oettinger. Der EU-Kommissar rechnet zudem mit steigenden Strompreisen in den kommenden fünf Jahren.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-875196.html
  1. #150

    Zitat von kein Ideologe Beitrag anzeigen
    Wenn man also Aluhütten ins Ausland verlagert, wo sie ohne EEG-Umlage und mit Atomstrom produzieren können, gleichzeitig aber weiter Aluminium benötigt, entsteht ein Import. Und ein Import von Aluminium ist verdeckter Import von Atomstrom.
    Die Kosten fürs Aluminium würden durch den Transport und die Handelsmargen steigen. Dadurch würde der Verbrauch von Aluminium sinken, was zu einem geringeren Verbrauch von Energie führen würde. Der Strom der bei uns nicht mehr durch die Aluhütten verbraucht würde, könnte ins Ausland exportiert werden. Es würde bei uns mehr Strom gespart, als im Ausland Strom für Aluproduktion benötigt würde.

    Viel Aluminium kommt heutzutage auch aus Island, ist also ein Import von Geothermie und nicht von Atomstrom.
  2. #151

    Zitat von kein Ideologe Beitrag anzeigen
    Die Ausnahme hat für Glas- oder Aluhütten einen Sinn. Für Aldi-Märkte und städtische Nahverkehrsbetriebe nicht, die stehen nicht in Konkurrenz zu anderen Standorten.
    Allerdings wäre das für die Verbraucher ein Nullsummen-Spiel, da diese Unternehmen höhere Energiepreise wohl oder übel auf die Produktpreise umlegen würden.
  3. #152

    B-Mannschaft gegen "A" -Mannschaft

    Zitat von romeov Beitrag anzeigen
    ...das sagt schon alles. Die politische B-Mannschaft gibt zum Jahresende noch schnell einen Kommentar ab. Dachte, die wären alle schon zum Skifahren in Gstaad. Mit Trenchcoat wäre das alles aber noch viel medienwirksamer gekommen.
    das wär mein "Wunschtraum" für einen hochstehenden Wahlkampf 13:
    Oettinger gegen Steinbrück. Habe bereits alle meine Fettnäpfchen kindersicher verwahrt. Sollen die Ihre eigenen brauchen!

    Oettinger war bei uns in BW gut integriert. Er hat wesentlichen Anteil an der Modernisierung des Landes, die er mit der Inthronisierung von Mappus persönlich eingeleitet hat. Ob er die Wende von der Wende in der deutschen Energiepolitik auch noch schafft, lässt sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Viel wird davon abhängen, ob, wann und vor allem wie nahe bei uns Pannen à la Fukushima noch auftreten.
  4. #153

    nur noch peinlich

    Oettingerist in der EU noch peinlicher als MP von BW.
    Er passt sich dem Brüsseler Niveau der EU-Scheinheiligen an,die frei von jeder Sachkenntnis Politik gegen die Bürger machen
  5. #154

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Oettinger hält auch neue Atomkraftwerke in Deutschland für möglich. "Die Erforschung der Kernfusion, die ebenfalls eine Form von Kernenergie ist, macht gerade große Fortschritte. Vielleicht wird diese Technik eines Tages in Deutschland akzeptiert", sagte er.
    Vor 30 Jahren hat man uns bereits erzählt, dass in 20 Jahren die Kernfusion für den produktiven Einsatz bereit sein wird. Im Jahr 2525 werden es wohl immer noch 20 Jahre sein.
    Selbst wenn die Kernfusion tatsächlich einmal so weit sein sollte, wird sie vom deutschen Wutbürger nimmer akzeptiert werden, da alles mit Atom ganz bäh und irgendwie schlimm ist.
  6. #155

    yep.

    Zitat von hasenfuss27 Beitrag anzeigen
    Ich mag mich vertun, aber war es nicht in der Theorie so, dass diese Teile dann aufgrund der um Größenordnungen kürzeren Halbwertzeiten eigentlich garnicht mehr "Endgelagert" werden müssten?
    so ist es. wenn denn fusion mal funktionieren würde. und zwar länger als ne sekunde. und man den überschuss auch abgreifen kann. und das teil wirtschaftlich läuft. und man als brennstoff nicht tritium benötigt. und und und. die sonne können wir hier auf der erde nunmal nicht nachbauen, nicht mal ansatzweise; kernfusion im inneren der sonne geschieht bei 15 millionen grad, was eigentlich zu wenig für ne fusion ist, aber dank spontantunnelung der wasserstoffatome gehts eben doch. aber auch nur wegen der schieren anzahl der wasserstoffatome. fusion im kleinen masstab wie bei ITER, funktioniert mangels masse und druck nur bei zündtemperaturen von mindestens 150 millionen grad. so, und nun halten sie so ein plasma mal über einen nennenswerten zeitraum stabil. das dauert wohl noch ne weile....
  7. #156

    Zitat von kein Ideologe Beitrag anzeigen
    Die Gründe sind tatsächlich vernünftig, es währe Wahnsinn, wenn man Energieintensive Industrien vertrieben hätte. Übrigens auch ökologischer Wahnsinn. Aluminiumhütten brauchen so viel Energie, das man Aluminium wertmäßig sozusagen als geronnene Energie betrachten kann.

    ....

    Allerdings, wie bei jeder Subvention, hat man das Problem, daß immer mehr kluge Leute nach den Schlupflöcherrn suchen, als in den Ministerien sitzen um diese Löcher zu stopfen.

    Die Ausnahme hat für Glas- oder Aluhütten einen Sinn. Für Aldi-Märkte und städtische Nahverkehrsbetriebe nicht, die stehen nicht in Konkurrenz zu anderen Standorten.
    Wie wahr. Neulich gab es einen Bericht das eine Firma ihren Betrieb mit modernisiert hat und damit auch seinen Stromverbrauch reduziert hat. Der "Nachbar-" Betrieb dagegen fährt noch mit alten Maschienen und sorgt mit "Leerlauffahrten" das es noch über die neue gesenkte EEG-Befreiungsgrenze kommt und damit letztendlich weniger für Strom zahlt. Typischer Schwarz-Gelber-Schwachsinnaktion die schon zu Beginn graviertente Fehler zeigt.
  8. #157

    Halbwertszeiten

    Zitat von hasenfuss27 Beitrag anzeigen
    Ich mag mich vertun, aber war es nicht in der Theorie so, dass diese Teile dann aufgrund der um Größenordnungen kürzeren Halbwertzeiten eigentlich garnicht mehr "Endgelagert" werden müssten?
    An welche Halbwertszeiten dachten Sie denn ?

    Es stimmt natürlich 1.000 oder 10.000 Jahre sind deutlich weniger als 100.000 oder 1 Mio. jahre wie bei abgebrannten Brennstäben aus den aktuell genutzten KKW. Aber was haben die Menschen vor 1.000 Jahre (miteinander) gemacht, da wo Sie leben ?

    (Sich die Köpfe eingeschlagen, um weit weniger wichtige Dinge als Energieversorgung, radioaktive Umweltverseuchung und Ressourcen-Nutzung auf Kosten der nachfolgenden Generationen)

    Plutonium entsteht zwar nicht, das ist auch das einzig erfreuliche.

    Ansonsten ist das Isotopen-Gemisch, daß innerhalb der ersten Wand und des damit korrespondierenden Gas-Gemisches (es entstehen ja auch gasförmige radioaktive Isotope) unkontrollierbar entsteht, so heterogen, daß ich gespannt bin auf die

    - Berechnungen oder Abschätzungen der Halbwertszeiten,
    - auf die zum sicheren Einschluss vorgeschlagenen Containment-Technologien,
    - auf die dabei zu verwendenden, nicht versprödenden Werkstoffe,
    - auf die Sicherstellung der politischen und gesellschaftlichen Stabilität für die gesamte Endlagerungsdauer,
    - auf die Gesamt-Kosten für alle diese Fragen,
    - und vor allem darauf, wer sie tragen soll.

    Leider erfahren wir darüber nichts, weder von Herrn Oettinger noch von denjenigen, die die Milliarden-Forschungsgelder für diesen Unsinn bewilligen. Haben wir hier etwa das gleiche Spiel wie Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre zu Beginn der KKW-Nutzung?
  9. #158

    Zitat von mcbarby Beitrag anzeigen
    Die große Schweinerei besteht darin, dass die Großverbraucher, die Industrie, an den Kosten nicht beteiligt werden!
    Man kann sie ja an den Kosten beteiligen. Nur werden diese Kosten im Binnenmarkt in der Regel an den Verbraucher durchgereicht, beim Export machen sie die Produkte teurer und damit weniger wettbewerbsfähig, das wieder kostet Arbeitsplätze im Inland.

    Es wird gerne vergessen, es zahlt immer der am Ende der Kette, es gibt keine Kosten die vorher "hängenbleiben", denn jedes Unternehmen muss einen Ertrag erwirtschaften. Und das geht nur wenn der Erlös die Kosten übersteigt oder mindestens deckt.

    Werden die Kosten höher kann ein Unternehmen nur bis zu einem bestimmten Punkt auf Ertrag verzichten. Angesichts der finanziellen Lage der meisten Unternehmen ist weiterer Ertragsverszicht aber keine Option.
  10. #159

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Die Kosten fürs Aluminium würden durch den Transport und die Handelsmargen steigen.
    Die Transportkosten fallen am Endpreis kaum ins Gewicht. Der Bedarf an Aluminium stiegt zudem eher.

    Im Ergebnis würde die Aluminiumproduktion in Deutschland das Schicksal der Stahlproduktion erleiden. Sie würde in die Schwellenländer wandern.