Hardware-Ethik: Unfaire Tastaturen und blutige Smartphones

DPAGeeks lieben Gadgets - obwohl sie wissen, dass sie oft unter schlechten Bedingungen hergestellt werden. Auf dem Hacker-Kongress 29C3 sprachen sie über faire Elektronik und gaben Tipps, wie jeder Verbraucher helfen kann.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...-a-875173.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Man sollte seine Geräte sowieso länger benutzen und nicht immer gleich dem neuesten Gadget hinterher rennen, schlägt jemand anders aus dem Publikum vor. Aber ob sich die hardwareliebenden Hacker daran halten können?
    Auch "hardwareliebende Hacker" (ich vermute mal, das sollte bloß eine Aliteration sein und war nicht ernst gemeint) haben irgendwo finanzielle Grenzen. Das ist ja mit das Perverse an iPhone und Konsorten: Die Arbeiter sehen kaum einen Cent für ihre Mühe und die Kunden zahlen trotzdem ein Heidengeld dafür.

    Normalerweise würde man doch erwarten, dass man die Wahl hat: entweder man ist ein Egoist und zahlt dafür weniger, oder man gibt etwas mehr aus und hat dafür kein schlechtes Gewissen.
    Aber das ist es nicht. Das ist eine Illusion, die auch ganz bewusst aufrechterhalten wird. Höhere Preise schaffen nicht automatisch bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne oder weniger Kündigungen. All das passiert nur dann, wenn die Konzerne es auch wollen. Momentan werden beide Enden der Kette ausgeblutet, Arbeiter wie Kunden. Dass eine Seite so massiv verarscht wird ist schon verwerflich (und historisch leider höchst gebräuchlich), aber gleich beide?

    Und der Schuldige dabei ist klar: Gier. Nicht bloß die Gier der Manager nach immer höheren Profiten, auch die Gier der Kunden nach immer neuen Waren, die diese geisteskranke Praxis noch unterstützt. Nur da kann man ansetzen. Den Gedanken "Das brauchst Du doch gar nicht!" aus den Klaune der Rentnergeneration entreißen und ihn wieder salonfähig machen.
  2. #2

    Naja

    Das Problem ist doch wohl kaum ausgerechnet der transparente Kleinhersteller Apple als all die abermillionen billig Windows PCs und Android Smartphones, Bauteile und PC Zubehör wo null Kontrolle vorhanden ist, man weiß weder von wem noch wo all der Medion/Mediamarkt Ramsch überhaupt gebaut wird.

    Das wäre wie Ferrari für Mängel in der weltweiten Autoproduktion an den Pranger zu stellen.

    Billigste Polemik...wie üblich. Gähn
  3. #3

    Soso

    Zitat von bluemetal Beitrag anzeigen
    Das Problem ist doch wohl kaum ausgerechnet der transparente Kleinhersteller Apple als all die abermillionen billig Windows PCs und Android Smartphones, Bauteile und PC Zubehör wo null Kontrolle vorhanden ist, man weiß weder von wem noch wo all der Medion/Mediamarkt Ramsch überhaupt gebaut wird.
    Der "Kleinhersteller" Apple lässt genauso bei Foxconn produzieren wie die Hersteller von "Billig-Windows-PCs".
    Der Windows-PC kommt mit einer Gewinnmarge von 3-5% auf den Markt, dass Appleprodukt mit einer Gewinnmarge von 20-50%.

    Gerade in diesem Fall wäre es absurd, moralisch abseitig und geradezu boshaft, Apple freisprechen zu wollen. Gerade Apple könnte es sich leisten, den Arbeitern, die seine Produkte herstellen und/oder hinterher auch wieder verschrotten, mehr zu zahlen. Ein halbes Prozent weniger Gewinn bei den Margen, die Apple einfährt, wären betriebswirtschaftlich kein Problem. Zumal Apple dies dann auch gerne als Werbeargument anführen könnte (Stichwort: Fairtrade und Co.).
    Stattdessen werden die die Arbeiter, die Apples "Premiumprodukte" herstellen genauso ausgebeutet wie die armen Teufel, die den billigen Medion-PC oder Mediamarkt-Laptop zusammenbauen.

    Applefans stört dieses allerdings schon traditionell nicht sonderlich. Die stören sich nicht an den absurd hohen Gewinnspannen, die Apple ansetzt. Die störten sich auch nicht daran, dass Apple als letzter großer Hersteller RoHs-konform wurde (ein Jahr nach allen anderen großen...) und auf PVC sowie diverse andere problematische Chemikalien verzichtete ( "green my apple"-Kampagne von Greenpeace, 2006). Das in Ghana Kinder Schrottberge mit Apple-Produkten verbrennen (Gehäuse bzw. alle Kunststoffteile, um an die Metalle zu kommen, hat Applenutzer ebenfalls nie gestört. Warum also sollten miese Arbeitsbedingungen für Applenutzer von Interesse sein?
    Bezüglich der moralischen Verantwortung von Verbrauchern, ganz besonders bei Apple-affinen Menschen, habe ich schon vor geraumer Zeit jegliche Hoffnung verloren.

    Zitat von bluemetal Beitrag anzeigen
    Das wäre wie Ferrari für Mängel in der weltweiten Autoproduktion an den Pranger zu stellen.
    Nein, wäre es nicht. Es wäre wie wenn Ferrari seine Arbeiter ebenso entlohnen würde wie Lada in Russland und die Sportwagen aus den gleichen Teilen hergestellt würden wie ein Lada, aber eben zum Preis eines Ferrari 599 GTO.

    Zitat von bluemetal Beitrag anzeigen
    Billigste Polemik...wie üblich. Gähn
    Damit haben Sie immerhin recht. Ihr Beitrag ist wirklich billigste Polemik.
  4. #4

    @ bluemetal...

    ... ach der liebe, kleine und herzensgute Hersteller Apple, dagegen die böböse Firma MS und jetzt auch noch Samsung und überhaupt das schlimme Android.

    Hallo liebes Apple-Schaf, diese Argumentation stinkt so was von dermaßen nach den 90ern... Sorry, aber .... Bitte mal mit den Fakten vertraut machen
    Nichts für ungut.
  5. #5

    Länger nutzen oder ...

    ...Hardware gebraucht kaufen.
    Ich nutze im Büro (immerhin Softwareentwicklung, aber nur Büroanwendungen ohne zeitkritischen Faktor) und auch beim handy ausschließlich Hardware aus zweiter Hand. Das ist deutlich billiger und belastet mit Sicherheit die Umwelt weniger als Neuware.

    Eigentlich könnten hier Piratens mal mit gutem Beispiel voran gehen...
    Ansonsten könnte zumindest im Bereich der Teile, die nichts mit der Elektronik zu tun haben, mehr Wert auf Wiederverwertbarkeit gelegt werden.
  6. #6

    Komisch

    Apple ist einer der wenigen Hersteller, die tatsächlich höhere Löhne bezahlen und zumindest einen Teil der Produktion gerade wieder in die USA zurück holen.
    Dass die Margen bei Apple für elektronische Artikel hoch liegen mag sein. In anderen Branchen z.B. Textil liegen sie üblicherweise bei 90% des VK. D.h. das T-Shirt, das bei KIK 4,50 € kostet darf in der Herstellung 45 ct kosten. Material, Nähen, Färben, Verpacken und Versand nach Deutschland. Wieviel Lohn da wohl gezahlt wird?
  7. #7

    Zitat von bluemetal Beitrag anzeigen
    Das Problem ist doch wohl kaum ausgerechnet der transparente Kleinhersteller Apple als all die abermillionen billig Windows PCs und Android Smartphones, Bauteile und PC Zubehör wo null Kontrolle vorhanden ist, man weiß weder von wem noch wo all der Medion/Mediamarkt Ramsch überhaupt gebaut wird.

    Das wäre wie Ferrari für Mängel in der weltweiten Autoproduktion an den Pranger zu stellen.

    Billigste Polemik...wie üblich. Gähn
    Bei einem Marktanteil von 52% bei Smartphones in den USA ist das schon mehr als Polemik. Wenn man dann noch die Gewinnmargen von Apple in Betracht zieht, und überlegt wie "Hip" diese Firma sein will, dann ist das schon die richtige Adresse.
  8. #8

    Zitat von bluemetal Beitrag anzeigen
    Das Problem ist doch wohl kaum ausgerechnet der transparente Kleinhersteller Apple
    Transparenter Kleinhersteller Apple? Mit Verlaub, Apple ist so transparent wie ein Backstein. Und wenn ich sehe, wieviele mit ihrem IPhone, IPad usw. rumhantieren gehört der Begriff Kleinhersteller auch in den Bereich "moderne urbane Legende". Mit solchen Posts, wie von Ihnen, gibt man sich der Lächerlichkeit preis...
  9. #9

    Apple hat großen Einfluss

    Zitat von bluemetal Beitrag anzeigen
    Das Problem ist doch wohl kaum ausgerechnet der transparente Kleinhersteller Apple als all die abermillionen billig Windows PCs und Android Smartphones, Bauteile und PC Zubehör wo null Kontrolle vorhanden ist, man weiß weder von wem noch wo all der Medion/Mediamarkt Ramsch überhaupt gebaut wird.

    Das wäre wie Ferrari für Mängel in der weltweiten Autoproduktion an den Pranger zu stellen.

    Billigste Polemik...wie üblich. Gähn
    Ich bin seit 14 Jahren ein sehr zufriedener Nutzer von Apple - Laptopsund habe auch einen iPod (classic). Ich bin der Meinung, dass Apple vorne weg marschieren sollte auf dem Weg zu "fairen" Produkten.

    Dieser Meinung bin ich, obwohl ich auch Apple-Aktien habe.

    Keine IT-Firma hat so viel Einfluss auf die Computer-Technik wie Apple.
    Keine IT-Firma hat so hohe Gewinnspannen wie Apple.
    Keine IT-Firma hat im durchschnitt so zahlungskräftige Kunden wie Apple.
    Keine IT-Firma hat so gute Designer wie Apple.
    Keine IT-Firma hat so viel Geld auf dem Konto wie Apple.

    Deshalb hat es keine andere IT-Firma so leicht wie Apple eine "faire" Produktion auf die Beine zu stellen wie Apple.

    Apple sollte deshalb der Branche zeigen wie man "faire" Produktion mit hohen Gewinnen kombinieren kann.

    Ich bin mir sicher, dass dies langfristig gesehen sogar die Gewinne von Apple steigert, da Apple damit neue Kunden gewinnen kann.

    Altkunden wird Apple vermutlich nur sehr wenige verlieren, wenn die Preise der Geräte um ein paar Prozent erhöht werden. Wichtig ist dabei gleichzeitig aller Welt zu verdeutlichen, dass diese Mehreinnahmen bei einem Produkt bei den einfachen Arbeitern landet.

    Nebenbei wäre dies ein geschickter Schachzug um sich deutlich von Samsung & Co. abzugrenzen.

    Ich würde mich freuen, wenn die Gerüchte stimmen, dass Apple die Produktion eine Rechnerlinie in die USA verlagert. Dies könnte ein Anfang sein.

    Des weiteren sollte Apple nicht dem Wahn verfallen, wie fast alle IT-Firmen alle paar Monate neue Produkte auf den Markt zu werfen.

    Das Problem, dass sich die leichte Tauschbarkeit von Akkus kaum mit dem aktuellen Design vereinbaren lässt könnte Apple umgehen in dem der Tausch von Akkus zu einem so günstigen Preis gemacht wird, dass die Kritiker verstummen.

    Wenn ich als Apple-Kunde in den Laden gehen könnte, ein paar Euros bezahlen würde und mein Gerät eine halbe Stunde später wieder mit nach Hause nehmen könnte, wäre ich zufrieden.