Jahreswechsel-Blues: Im Club der mutlosen Menschen

Wer hält diese Zeit vor dem Jahreswechsel schon gut aus? Niemand. Am schlimmsten ist sie aber für die Einsamen, die Aussortierten und die Müden. Ich könnte ihnen helfen, wenn ich nur den Mut dazu hätte: Man muss einen Club eröffnen - mit Kaminfeuer, Pralinenfütterung und Streicheleinheiten.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-874691.html
  1. #1

    Sehr schöner Artikel, Danke.
  2. #2

    Sehr berührend, es gibt leider in unserer reichen Gesellschaft viele, die im Abseits stehen und einsam und arm sind.
  3. #3

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer hält diese Zeit vor dem Jahreswechsel schon gut aus? Niemand. Am schlimmsten ist sie aber für die Einsamen, die Aussortierten und die Müden. Ich könnte ihnen helfen, wenn ich nur den Mut dazu hätte: Man muss einen Club eröffnen - mit Kaminfeuer, Pralinenfütterung und Streicheleinheiten.

    Sibylle Berg über die Zeit zwischen den Jahren - SPIEGEL ONLINE
    Nicht der Kapitalismus sortiert Menschen aus, sondern die Menschen sortieren Menschen aus.
    Den traurigen Typ Mensch, den sie beschreiben, gibt es im Sozialismus genauso. Vermutlich sogar einige mehr.
  4. #4

    Gedanken, so tröstlich wie ein Butterbrot und ein süsser Kakao...
  5. #5

    Zwei Trauerstücke nacheinander? Verkauft sich sowas gerade gut oder lässt das Rückschlüsse zu auf das Innenleben der Autorin? Naja, wie dem auch sei, der logische Fehler an dieser rührseeligen Geschichte ist folgender: Einsamkeit prägt. Man ist vielleicht nicnt glücklich allein zuhaus hinter seinem etwas dunkleren Fenster. In einem noch so behaglichen Raum mit einer unüberschaubaren Zahl wildfremder Menschen (nach Ihren Auswahlkriterien noch dazu genauso komplexbehafteten) fühlt man sich aber noch viel schrecklicher. Der Weg in die soziale Isolation erfolgt für die Betroffenen meist schrittweise, und genauso behutsam muss man auch den Weg zurück angehen, sonst führt die Überreizung zum Gegenteil des Beabsichtigten. Und noch was: Männer, die Gedichte mögen? Also bitte! ;)
  6. #6

    Liebe Frau Sibylle

    Wenn das Leben mir mit einer Mitgliedskarte für den Club der Entmutigten zuwinkt, dann bäume ich mich auf, dann gehe ich mit einem Lächeln durch die Straßen, spiele draussen mit dem Hund. Knuddle am Fensterbrett meine Katze, und schon lächeln viele Menschen mich an. Das hilft. Oh, und meinen Lebensabschnittsgefährten habe ich auch noch. Der ist immer schwer beschäftigt, aber ich schaffe es trotzdem.
    "Gray skies are gonna clear up, put on a happy face..."
    Das sang schon Judy Garland, und die verbrachte sozusagen ihr ganzes Leben zwischen Ritzen und Jahren, ganz ohne Bärenfelle und Zwangspralinenfütterung. Jemanden an die Hand zu nehmen ist gut und schön, aber es hilft nur kurz, nur begrenzt. Zuerst muß man sich selbst an die Hand nehmen, denn selbst ist man sich der Nächste.

    Guten Rutsch und frohes neues Jahr.
  7. #7

    Jahreswechsel-Blues?!?

    Wer als Single in der Schweiz lebt, kann mit Gleichgesinnten den Jahreswechsel auf sehr nützliche Weise verbringen, nämlich als Freiwillige/r der Aktion Nez Rouge (Rote Nase) - und dabei gleichzeitig seinen Mitmenschen etwas Gutes tun.
    Warum setzen Sie sich nicht mal konkret für so etwas in Deutschland ein, Frau Sybille? Anstatt über barmherzige Illusionen zu sinnieren?
    Dessen ungeachtet wünsche ich einen guten Rutsch!
  8. #8

    Dann ziehen sie mal los!

    Sie brauchen garnicht nach Deutschland zu kommen, in der
    Schweiz ist es ebenso.
    Aber kommen Sie in irgendeine Stadt, sage ich einmal
    Muenchen.Viel Leben auf der Strasse, in den Parks!!
    Da sehen Sie junge Paare, die noch gluecklich sind, schauen Sie woanders hin, sitzt da ein Rentner, auf der naechsten Bank eine Rentnerin. Er steht auf und.....geht an ihr vorbei nach hause. In eine vollgestellte Wohnung,
    sechs andere Wohnung sind auch bewohnt. Aber man weiss nicht was der Nachbar fuer ein Mensch ist, welchen Beruf
    er nachgeht. Ausser Tag oder Gruess Gott, was ansich
    schon selten ist. Nichts, absolut nichts.
    Habe das selbst erlebt. Wohnte mit 4 anderen Parteien zusammen in der Naehe von Winnenden. ( bei den Spinnenden- Volksmund).
    Die Leute im Erdgeschoss habe ich kaum gesehen, die versteckten sich.
    Kehrwoche, die schwaebische. Der einen Nachbarin machte ich sie zu nass, der anderen zu trocken. Finis,dass wars!

    Da habe ich mich immer gefragt, warum die Leute protzen, wenn sie
    nicht einmal mit dem Mitbewohner reden.Samstag vormittag, herrlich!!
    Auto aus der Garage zum Waschen. Nachbar kommt und seinen Schlitten aus der Garage nebenan. Tach auch und weg isser!!
    Wozu kaufen die Leute eigentlich den ganzen Scheissluxus, groesser, teurer um zu sich selbst zu sagen: " Ich habe es geschafft??"

    Der Mensch von heute hat vergessen zu leben, geht alles drauf fuer die Arbeit, das Protzen, meistens sind die Partnerinnen an der Protzerei
    schuld, sie sticheln und laestern bis der arme Mann, sich in Schulden
    stuerzt.

    Frueher! " Kommste mit aufn Bier?" Als Kind hatte ich 7 Nachbarn, die redete ich mit Tante oder Onkel an und die hatten immer Zeit fuer mich!
    Und die Frauen trafen sich auf dem Flur und kloensnakten, zogen ueber
    andere her und man lud sich auf eine Tasse Muckefuck ein, gegenseitig.
    Mann und Frau hatten ZEIT.
    Warum verhalten sich die Leute so?
    Damals war es eine Selbstverstaendlichkeit, sich gegenseitig zu helfen!!!

    Jetzt kommt Sylvester und da wird das allerletzte Geld verballert.

    Seit mehr als 10 Jahren lebe ich in Asien und habe eine riesige Familie, Nachbarn und jeder ist fuer jeden da!!

    Kuerzlich hatte ich einen Leutungsschaden. Mein Nachbar legte mir
    eine Leitung ins Haus und ich verbrauchte seinen Strom!!
    Als ich bezahlen wollte : Nein, lass mal, bin ja der Nachbar, kann mit
    auch mal passieren!

    salamat poh !
  9. #9

    Na dann.

    Tja Frau Berg, weniger reden, mehr machen. Sonst bleibt alles nur ein leerer Artikel, irgendwo tief vergraben in irgendeinem einem Nachrichten Haufen, auf irgendeiner Internetseite, die einsam und alleine ihr Dasein fristet. Die Menschen haben sich nicht gegen sie verschworen, nein. Sie war allen nur vollkommen egal, weil jeder zweite Mensch eine tolle Idee über Weihnachten und Silvester hat, um es den Ausgestoßenen schöner zu machen.
    Machen sie es doch mal anders und schreiben danach einen Artikel, statt irgendeine Fantasie-Kurzgeschichte wie hier zu verfassen.