Schreibstil: Normlettern auf Pergament

British Library BoardEine leicht lesbare, in ganz Europa einheitliche Buchschrift - das war die karolingische Minuskel. Noch die heutigen Druckschriften sind ihre Nachfahren.

Karolingische Minuskel bildete die Grundlage für unsere Druckschrift - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Es war also wieder einmal die katholische Kirche

    die in ihren Klöstern diese Schriftart erfand und damit zur Einheit und Regierbarkeit des karolingischen Reiches beitrug. Bin gespannt, wie die Berufsatheisten und -kirchennörgler dies wieder madig machen.
  2. #2

    Guter Artikel

    Ein faszinierender Artikel, bitte mehr davon!
  3. #3

    irgendwie logisch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine leicht lesbare, in ganz Europa einheitliche Buchschrift - das war die karolingische Minuskel. Noch die heutigen Druckschriften sind ihre Nachfahren.

    http://www.spiegel.degeschichte/karo...-a-872077.html
    Rom war "kaputt", im Osten das goldene Byzanz und dann die damaligen islamischen Hochkulturen von Córdoba und Baghdad. Man sehnte sich halt auch nach etwas Kultur und verband das mit dem Pragmatismus der alten Römer. Ganz so "finster" war das abendländische Mittelalter nun doch nicht. Man vergisst leicht, dass das die geschichtliche Periode war, wo die Anfänge der heutigen Nationalitäten lagen. Engländer, Franzosen, Deutsche, Italiener. Uns verbindet doch schon sehr lange einiges, was noch im 19en Jahrhundert gerade in Deutschland quasi totgeschwiegen wurde. Karl der Große war ja auch kein deutscher Kaiser.
  4. #4

    Katholische Kirche

    Zitat von rbn Beitrag anzeigen
    die in ihren Klöstern diese Schriftart erfand und damit zur Einheit und Regierbarkeit des karolingischen Reiches beitrug. Bin gespannt, wie die Berufsatheisten und -kirchennörgler dies wieder madig machen.
    Ja, diese Schriftart wurde von denen eingeführt. Und dann sind sie mental in diesem Zeitalter stehengeblieben. Aber, Sie haben Recht, gottseidank gab es zu der Zeit wenigstens einen ideologischen Überbau in Westeuropa.
  5. #5

    Buchdruck begann nicht mit der Antiqua

    Die Antiqua ist ein Zwitter: für die Kleinbuchstaben orientierte man sich an der karolingischen Minuskel, für die Großbuchstaben an römischen Inschriften. Man wollte sich so vom "finsteren Mittelalter" abgrenzen und tat es witzigerweise mit Hilfe einer mittelalterlichen Schrift.
    Die ersten Bücher wurden allerdings nicht in Antiqua gedruckt, sondern - was der Artikel verschweigt - in gotischen Lettern. Davon abgeleitete Schriften (Fraktur) waren für die deutsche Sprache bis in die vierziger Jahre üblich - da wurden sie von den Machthabern des Dritten Reichs abgeschafft.
  6. #6

    Seltsamer Einwand

    Zitat von rbn Beitrag anzeigen
    die in ihren Klöstern diese Schriftart erfand und damit zur Einheit und Regierbarkeit des karolingischen Reiches beitrug. Bin gespannt, wie die Berufsatheisten und -kirchennörgler dies wieder madig machen.
    Ganz zweifellos hat die Kirche in den letzten 2000 Jahren einen erheblichen Einfluss auf die Kultur und ganz allgemein auf die gesellschaftliche Entwicklung in Europa genommen, das ist doch ganz unbestritten.

    Und wenn Sie nun Ihre ganz persönliche Freude daran haben, dass ein bestimmter Font seinen Ursprung in einem katholischen Kloster genommen hat, will ich Ihnen den Spaß daran nicht nehmen. Ganz im Gegenteil, ich freue mich über diese neue Bescheidenheit (einst) religiöser Fanatiker. Da ist ja dann der Tag auch nicht mehr fern, an am die Kirche darauf verzichtet, mir die Welt zu erklären. Sehr schön.
  7. #7

    Im münsterländischen

    Mettingen läuft derzeit noch eine wundervolle, feine Ausstellung von Handschriften und frühen Drucken. "Von der Schönheit der Präzision" ist nach Anmeldung in der Draiflessen Collection zu bewundern. Sehr empfehlenswert!
  8. #8

    Katholische Kirche?

    Seit den ersten Jagd- und Heilzauber existiert eine Gruppe welche von der unmittelbaren existenz-erhaltenden Arbeit freigestellt wurde.

    Diese widmet sich der Völlerei oder der Entwicklung der Gesellschaft.

    In karolingischer Zeit waren die freigestellten Klerikalen die "Faxgeräte", die "Harddisks" und "CPUs" ihrer Zeit.

    Nur Klerikale konnten am einen Ort eine Schrift verfassen, an einen anderen Ort transferieren und dort verlesen oder Bedeutungsvolles niederschreiben.

    Diese bedeutende Arbeit dem Konstrukt "Katholische Kirche" zuzuordnen halte ich für sehr gewagt.

    Wer die Wurzeln der heutigen katholischen Kirche in der karolingischen Zeit verortet, möge ein besonderes Augenmerk auf die Teile der damaligen Klerikalen werfen, welche sich der Völlerei und dem "Zehnten" widmete.
  9. #9

    Katholische Kirche

    Mit welchem Recht ist hier immer von der »Katholischen« Kirche die Rede? Damals gab es nur Christen.