Neue Ausbildung in Großbritannien: Jurist ganz ohne Studium

CorbisHorrende Gebühren halten viele Briten von der Uni fern. Doch statt das Studium wieder günstiger zu machen, hat die Regierung eine andere Idee: Warum nicht Jurist oder Steuerberater werden, ohne eine Hochschule besucht zu haben? Eine Berufsausbildung soll bald die teuren Jahre an der Uni ersetzen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...-a-874968.html
  1. #1

    optional

    Ganz ohne Uni? Das ist doch Unsinn und genau die künstliche Trennung von der er spricht. Ein duales System wäre viel besser dafür.
  2. #2

    Noch was:

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Horrende Gebühren halten viele Briten von der Uni fern. Doch statt das Studium wieder günstiger zu machen, hat die Regierung eine andere Idee: Warum nicht Jurist oder Steuerberater werden, ohne eine Hochschule besucht zu haben? Eine Berufsausbildung soll bald die teuren Jahre an der Uni ersetzen.

    Anwalt werden ohne Studium: Großbritannien will Ausbildung aufwerten - SPIEGEL ONLINE
    Bachelor und Master gleichwertig! Endlich eine objektive Wertschätzung dieser Abschlüsse. Und eine Erklärung, warum das Wissen aus meiner länger zurückliegenden Berufsausbildung (ohne Studium) da locker mitkann.
  3. #3

    Die Juristenausbildung in der Praxis, ohne Studium, hat im angelsächsischen Rechtsraum eine lange Tradition.

    Auch in den USA ist das in einigen Bundesstaaten heute noch möglich, das nennt sich “reading the law”. Der amerikanische Präsident Abraham Lincoln, der nur über eine geringe formale Bildung verfügte, dafür aber äußerst belesen war, brachte sich die Rechtswissenschaften praktisch im Selbststudium bei (“I studied with nobody”).
  4. #4

    In Japan z.B.

    reicht zur Zulassung als Anwalt neben diversen Prakika das Bestehen einer Prüfung durch eine Anwaltskammer. Wie man sich das Fachwissen aneignet, ist letztendlich egal. Es sind beiderlei Extrembeispiele bekannt - die Hausfrau, die sich autodidaktisch gebildet hat und die Prüfung auf Anhieb bestanden hat, und der studierte Jurist, der die Prüfung auch nach zehn Wiederholungen nicht packt...
    Und ein Einserexamen mit Promotion macht auch hier in D noch lange keinen guten Anwalt...
  5. #5

    Bleibt bloss aufer Insel

    Na klar, Jura gehört neben Theologie zu den allerersten Studiengängen, die es seit dem Mittelalter europaweit gibt. Gerade die Rechtssystematik, Hintergründe/geschichte und Dinge wie die Auslegung von Rechtsnormen kann man sich mal so in der Praxis abgucken. Dann noch nen Kurs und fertig ist der Jurist. Super, so wird das eh schon schlechte Ansehen des Juristenberufs weiter ruiniert. Dass das soo einfach ist, sieht man schon daran, dass die Leute im Examen massenhaft durchfallen. Prinzipiell ist das britische Studium da gar nicht so anders als hier.
    Steuerberater kann man in D. ohne Studium werden. Das macht nur kaum jemand, weil man es sonst in Praxis eh nicht schafft. Und die Mandanten erwarten zurecht ein Studium.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie strich die Investitionen in Hochschulen 2010 stark zusammen und setzte die Höchstgrenze für Studiengebühren in England hinauf, sie stieg von 3290 Pfund pro Studienjahr auf 9000 Pfund, umgerechnet etwa 11.000 Euro. So viel verlangen viele Universitäten ab diesem September. Die Zahl der Studienbewerber brach daraufhin deutlich ein.
    Wichtig ist doch in GB, dass mit britischem Steuergeld erst mal die britischen Banken gerettet wurden und kontinuierlich jedes Jahr weiter gerettet werden, genau wie es im Rest Europas auch der Fall ist.
    Bildung ist doch sowieso nur Luxus und wird nicht gebraucht. Deswegen sollte sie nur denjenigen zugute kommen, die sie sich auch selbst finanzieren können. Falls irgendwann mal wieder Fachkräfte gebraucht werden, kann man die ja billig aus China aquirieren. Wieso also sollte man dann jetzt schon Geld für sowas ausgeben?
  7. #7

    Antwort: Bleibt bloss aufer Insel

    Man kann sich die Auslegung von Rechtnormen usw. sicher nicht in der Praxis abgucken... aber man kann das Lernen durchaus mit Praxis verbinden. Es ist z.B. davon auszugehen, dass Anwaltsgehilfen, die das dann auch lernen schon jede Menge mitbringen. Den jeweiligen Stil des Anwalts kennen, auch bereits jede Menge Vorkenntnisse haben und es dann nur wenig mehr bedarf, um auch den Rest noch zu verstehen - Interesse und Auffassungsgabe vorausgesetzt. Ähnlich ist es bei kaufmännischen Berufen und dem Wirtschaftsstudium. Das ist ja auch nicht nur Praxis - sondern auch jede Menge Theorie, aber eben verbunden mit der Praxis.
  8. #8

    Auf nach England, Frau Schavan!
  9. #9

    Warum nicht, denn...

    Wer sich von einem Nicht-Juristen juristisch beraten zu lassen, hat auch keine Skrupel, seinen Blinddarm vom Fleischer zu entfernen.

    Alles Autodidakten ;)