Herz-Kreislauf-Vorsorge: Wunderpille gegen das Infarktrisiko

CorbisMorgens Nutella, mittags Schweinshaxe, Sahnetorte zum Kaffee. Kein Problem: Einmal täglich nur eine Tablette nehmen, die alle Sorgen vertreibt. Klingt nach Zukunftsmusik? Mediziner arbeiten an einem Arzneicocktail, der uns so vor den Folgen der Völlerei schützen soll.

http://www.spiegel.de/gesundheit/ern...-a-872822.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Morgens Nutella, mittags Schweinshaxe, Sahnetorte zum Kaffee. Kein Problem: Einmal täglich nur eine Tablette nehmen, die alle Sorgen vertreibt. Klingt nach Zukunftsmusik? Mediziner arbeiten an einem Arzneicocktail, der uns so vor den Folgen der Völlerei schützen soll.

    Gesundheitsprophylaxe: Mit der Polypille gegen alles vorbeugen - SPIEGEL ONLINE
    Dachte es wird umfassend stattlich gegen Überfettung vorgegangen? Wie macht das dann Sinn?
    Wieso forscht man an sowas, haben wir keine anderen Probleme? Tropenkrankheiten, Krebs, HIV?
  2. #2

    Und die Kasse soll das zahlen??

    mit den Beitraegen der vernuenftigen Menschen sollen dann die Fettwaenste am Leben gehalten werden???
    Richtig waere doch ein Zuschlag fuer alle die zu viel fressen, dass Uebel mit Pillen zu kaschieren wird langfristig nicht helfen, so einfach laesst der Koerper sich nicht betruegen.
  3. #3

    Wunderpille ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Morgens Nutella, mittags Schweinshaxe, Sahnetorte zum Kaffee. Kein Problem: Einmal täglich nur eine Tablette nehmen, die alle Sorgen vertreibt. Klingt nach Zukunftsmusik? Mediziner arbeiten an einem Arzneicocktail, der uns so vor den Folgen der Völlerei schützen soll.

    Gesundheitsprophylaxe: Mit der Polypille gegen alles vorbeugen - SPIEGEL ONLINE
    gegen die menschliche Dummheit ?!Grandios,der Arzneicocktail führt dann zum Nierenversagen,Leberschaden,etc.
    Wunder gibt es immer wieder.....!
  4. #4

    optimal; reich und gesund

    Das größte Risiko sind die Ärzte.Sie wissen vielfach nichts über die Wechselwirkung der von ihnen verschriebenen Mittel, kennen keine Alternativen.
    Zugegeben ein schwieriges Feld, gerade wenn es sich um interessierte Laien handelt.Die Dummen sind einfach zu behandelt.
    So, und wenn der Mediziner deines Vertauens eine Kombination für dich kreiert hat,dann macht diese meistens noch impotent.Damit kann man nichtmal mehr auf diese Weise ein paar Kalorien loswerden.
    ich wette,dass die Impotenz bei dem im Artikel genannten Mittelchen überhaupt nicht berücksichtigt wurde.Fall doch noch jemand daruf kommt,dann kombiniert man es mit Viagra blau oder gar grün.
  5. #5

    Hmm ...

    Zitat von friedrich1954 Beitrag anzeigen
    Das größte Risiko sind die Ärzte.Sie wissen vielfach nichts über die Wechselwirkung der von ihnen verschriebenen Mittel, kennen keine Alternativen.
    Zugegeben ein schwieriges Feld, gerade wenn es sich um interessierte Laien handelt.Die Dummen sind einfach zu behandelt.
    So, und wenn der Mediziner deines Vertauens eine Kombination für dich kreiert hat,dann macht diese meistens noch impotent.Damit kann man nichtmal mehr auf diese Weise ein paar Kalorien loswerden.
    ich wette,dass die Impotenz bei dem im Artikel genannten Mittelchen überhaupt nicht berücksichtigt wurde.Fall doch noch jemand daruf kommt,dann kombiniert man es mit Viagra blau oder gar grün.
    ... nun bin ich ja selber Arzt aber möchte Ihnen an dieser Stelle gerne beipflichten und es ist noch viel schwieriger. Wenn man so manch multimorbiden alten Patienten sieht, wundert man sich sowieso, dass der Mensch mit den ganzen Medikamenten, die er so nimmt, noch geradeaus gehen kann. Wechselwirkungen verschiedenster Medikamente sind ja untersucht, es ist also bisweilen durchaus möglich zu sagen, dass sich ein Betablocker und der Calciumantagonist Verapamil nicht vertragen (können) aber dann, und da werden mir die Kollegen sicher zustimmen, hört es auch schon auf. Denn sind wir ehrlich, wer kann schon sicher sein, welche (theoretischen) Nebenwirkungen die Kombination von z.B. 10 unterschiedlichen Medikamenten (keine Seltenheit bei multimorbiden Menschen) haben. Denn da spielen neben den Medikamenten ja auch noch körpereigene Prozesse eine Rolle, so dass man da eigentlich nie sicher sein kann. Ach ja, und guten Rutsch liebe Leute :)!!
  6. #6

    Neuigkeiten

    Zitat von juanth Beitrag anzeigen
    mit den Beitraegen der vernuenftigen Menschen sollen dann die Fettwaenste am Leben gehalten werden???
    Richtig waere doch ein Zuschlag fuer alle die zu viel fressen, dass Uebel mit Pillen zu kaschieren wird langfristig nicht helfen, so einfach laesst der Koerper sich nicht betruegen.
    Wusste garnicht, dass nur vernünftige Menschen Beiträge zahlen.
    Sind denn alle "Fettwänste" unvernünftig?
    Singles sterben früher, sind die auch unvernünftig?
    Sind Sie vernünftig zu fordern, die "Fettwänste" sollen nicht am Leben gehalten werden? Die können dann doch ihre eigenen Beiträge zahlen.

    ....
  7. #7

    Arzneimittel für alle

    Nebenwirkung Magenulzera von ASS ist in seiner Prävalenz unabhängig von der Dosierung; die potenzielle Rhabdomyolyse von Statinen wahrscheinlich auch, wobei nun wirklich zu hinterfragen ist, ob diese Arzneistoffgruppe (die noch viele weitere NW haben können) bedenkenlos kombiniert werden sollte, zumal andere Bestandteile der "Wunderpille" potenziell die Nierenfunktion einschränken können. Metformin besitzt zum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen wie Laktatazidosen (unter Alkohol noch schlimmer). Wie kann man so unkritisch mit solchen Arzneistoffen umgehen? Ummal ganz ehrlich, Herr Autor, wollen Sie das nächste mal nicht gleich Herrn Glaeske, den Oberschlaumeier in Sachen Arzneimitteln, den gesamten Artikel schreiben lassen?!
  8. #8

    optional

    Diese Alles-in-einem-Pille könnte dann Sinn machen, wenn ein Patient zuvor bereits mit allen darin erhaltenen Wirkstoffen mediziert war und es klar ist, daß er diese verträgt und er mit den darin enthaltenen Dosismengen gut eingestellt ist. Dann würde sie die Anzahl der zu schluckenden Tabletten deutlich reduzieren und so die Compliance und Therapietreue des Patienten erhöhen. Aber leider ist es halt nicht so, daß alle Patienten mit den gleichen Dosierungen hinkommen. Manche KHK-Patienten benötigen zum Beispiel nur 10 mg eines Fettsenkers (Statin), andere benötigen von dem gleichen Fettsenker hingegen 40 mg, um die gleichen Therapieziele zu erreichen. 10 Patienten mit KHK benötigen wahrscheinlich 3 oder 4 verschieden dosierte Kombinationen, wenn ich dies einmal aus meiner beruflichen Erfahrung heraus schätzen muss. Somit ist diese "Polypille" letztendlich mal wieder nur eine nette Idee, die an mangelnder Praktikabilität scheitern wird. -------------------- Und an den Stammtisch-Arzt "friedrich1954": nur, weil sie Beipackzettel lesen und medizinische "Fachliteratur" wie Stern, BILD, Bunte und Frau im Spiegel, wissen sie nichts von Medizin und können nix besser als ein Arzt. Aber hey, Demut und Bescheidenheit sind ja nur was für Dumme ...
  9. #9

    Leider werden im SPON-Artikel Informationen über die Studien von Yusuf et al. sowie von Wald et al. nicht sauber getrennt, so daß da etwas Verwirrung auftreten kann. So enthielt z.B. die Polypille von Wald et al. kein Aspirin. Ich habe mir diese Studie gerade mal etwas genauer angesehen. Die Autoren gaben ihre Polypille an Patienten über 50 Jahre ohne bekannte Koronare Herzkrankheit. Ziel einer solchen Medikation soll eine Primärprophylaxe der KHK sein. Wald et al. erreichten lt. ihren Angaben eine signifikante Reduktion von Blutdruck und LDL-Cholesterin. Sie schlußfolgern wie selbstverständlich, daß ihre Polypille daher das Risiko, eine KHK und letztendlich einen Herzinfarkt zu verhindern, deutlich senken kann. Dies kann man so jedoch nicht unkommentiert stehen lassen. ---------- Nur weil Messwerte scheinbar positiv beeinflußt werden, muß die Entwicklung einer KHK dadurch nicht automatisch verzögert bzw. verhindert werden. Es gibt immer wieder in der Medizin den Effekt, daß auf dem Papier ein Medikament oder eine Therapie den Patienten deutlich helfen müßte, es aber dann im wirklichen Leben nicht in dem erwarteten Maß tut. In dem spezifischen Fall der Polypille könnte da die Psyche der Kunden durchaus negativ hineinspielen, wenn diese dem Irrtum unterlägen, daß die Polypille irgendwelche Wunderdinge vollbringen kann, nehmen sie es vlt. mit den kardiovaskulären Risikofaktoren nicht so genau und achten nicht gut genug auf Ernährung und Nikotinkonsum - und steigern so ihr KHK-Risiko evtl. noch. ----------- Viel wichtiger als die Entwicklung und Markteinführung der Polypille wäre allerdings, wenn die lieben Menschlein mit dem Rauchen aufhören und sich mal etwas vernünftiger ernähren würden. Das senkt das kardiovaskuläre Risiko vermutlich viel besser als die Polypille es täte. ;)