Gigaliner: Wenig Interesse an Tests mit Riesen-Lkw

dapdDer Testbetrieb mit Riesen-Lastwagen auf deutschen Straßen stößt bei Speditionen offenbar kaum auf Interesse. Bislang haben nur wenige Unternehmen die Gigaliner auf die Straßen geschickt. Jetzt will das Verkehrsministerium weitere Strecken freigeben und erntet Kritik von der Bahn-Lobby.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/g...-a-874978.html
  1. #40

    Zitat von leepzscher Beitrag anzeigen
    Zeigen Sie mir den Test, in dem rauskommt, dass ein Auto mit vielen Reifen einen kürzeneren Bremsweg hat als ein guter PkW.

    Und jetzt mein ultimatives Argument. Haben Sie schon einmal Laster auf der Autobahn gesehen, die weniger als 25 m Abstand (Reaktionsweg) lassen, zum Beispiel beim Einscheren? Ich schon. Und von eben diesen Fahrern wollen Sie verlangen, mit einem Gigalaster vernünftig umzugehen?

    1. Eine Brücke steht (manchmal auf Pfeilern). Wozu soll ich die Last pro Meter ausrechnen? Die Gesamtlast auf die Brücke erhöht sich immer. Sonst könnte ein Panzer mit breiten Ketten jede Brücke befahren.

    3. Ich sehe die größten Risiken beim Rangieren und Abbiegen.

    Bei den PKW reichen breitere Reifen aus, was meinen Sie warum jeder Pissel-Golf schon mindestens 205 oder 215er Reifen hat?? Zur besseren Übertragung der Bremskräfte und somit einen kürzeren Bremsweg zu erreichen.

    Die Meterlast ist aber jene Last die die Tragfähigkeit einer Brücke darstellt.
    Brücken mit einer Militärischen Traglast von '120' (die gelben Schilder) tragen übrigens 10 t pro Meter, halten also einen Gigaliner, selbst mit 60 t lockerst aus...

    Die Bahn ist keine wirkliche Alternative, zum einen fehlen die entsprechenden Waggons, zum anderen die Kapazitäten diese rollende Landstraße überhaupt zu transportieren.
    Insbesondere auf der Hauptroute durch das Rheintal.

    Die Bahn ist gut für Massengüter die über längere Strecken transportiert werden müssen.
  2. #41

    Zitat von leepzscher Beitrag anzeigen
    Zeigen Sie mir den Test, in dem rauskommt, dass ein Auto mit vielen Reifen einen kürzeneren Bremsweg hat als ein guter PkW.

    Ich habe mir schon meehrmals Steine zwischen die Zwillinge gefahren(was den Verlust von zwei Reifen zur Folge hat).
    Mein LKW bremst WESENTLICH schlechter mit Einzelbereifung.
    Obwohl die Traglast der Reifen theoretisch reichen würde
  3. #42

    Zitat von leepzscher Beitrag anzeigen
    Plasmabruzzler 28.12.2012
    [Zitat von osis1980anzeigen...] Die Auflagerkräfte sind beim 44t-Gigaliner besser verteilt als bei einem herkömmlichen 40t-LKW. Ergo ist ein Gigaliner weniger "schädlich" für Bauwerke als ein herkömmlicher LKW. Da die Masse auf eine größere Fläche verteilt ist, sollte solch ein 44t-LKW auch schneller zum Stillstand kommen im Falle einer Notbremsung.
    1. Wenn die Hälfte des 44-Tonners auf der Brücke ist, ist die Last größer als bei einem 40-Tonnen, nicht wahr?

    2. Die Reibungskräfte beim Bremsen hängen nicht von der Fläche ab. Das habe ich in der 7. Klasse gelernt.
    zu 2.: In einem idealisierten System, richtig... aber berechnen Sie mal Dinge wie Wärmeentwicklung und -ableitung, Deformierung/Scherung durch Kräfte in den Werkstoffen etc., dann ist das Idealsystem schnell raus aus der Realität und die punktförmige Bremse erledigt...
    Sonst könnten Damen problemlos mit einem Pfennigabsatz bremsen und wir müssten die teure Technik nicht einbauen...
    Das Modell erklärt aber durchaus die gute Bremsleistung von Fahrrädern und Motorrädern.

    zu 1.: Hier sind zwei Dinge zu beachten. Statisch (Stau) und Dynamik (das "Hämmern" durch Radstöße in den Strassenbelag). Der zweite Fall ist weiter oben behandelt. Daher hier nur zum ersten.
    Stau heisst im schlimmsten Fall:
    LKW Stoßstange an Stoßstange auf der Spur. Für die Belastung ist die Gesamttonnage auf einer gegebenen Länge entscheidend. Aus Ladungssicht bekommen Sie auf einer Fläche X vereinfacht berechnet entweder 2 Gigaliner (88t GG max.) oder 3 Std.-LKW (120t GG max.) unter.
    Also ist das ebenfalls unkritisch.
  4. #43

    Zitat von leepzscher Beitrag anzeigen
    Was passiert, wenn von einen Fahrradreifen nach 10 Minuten 20 cm³ abradiert sind? Das Auto kriecht auf der Felge. Deswegen ein schlechter Vergleich.
    Da nicht alle Räder lenken, müsste auch die Abnutzung größer sein.

    Besser als lange Laster sind Laster, die schnell auf die Schiene gesetzt werden, zum Beispiel am Grenzübergang. Nur dazu müsste man neue Wege gehen. Wie lösen die Schweizer das Problem des Transitverkehrs? Es heißt wohl "rollende Landstraße"?
    Setzen Sie mal einen handelsüblichen Jumbo-Gliederzug oder Megatrailer auf einen Bahnwaggon... Sie werden Ihr blaues Wunder erleben.
    Stichwort: Lichtraumprofil.
  5. #44

    Zitat von CobCom Beitrag anzeigen
    Setzen Sie mal einen handelsüblichen Jumbo-Gliederzug oder Megatrailer auf einen Bahnwaggon... Sie werden Ihr blaues Wunder erleben.
    Stichwort: Lichtraumprofil.
    Wie wahr, wie wahr...

    Zitat Wikipedia auf der Seite 'rollende Landstraße':

    "Der wichtigste Parameter von Strecken für den LKW-Transport ist die Eckhöhe, das ist die Höhe, die ein geladener LKW nutzen darf, um das Lichtraumprofil der Strecke nicht zu überschreiten. Für heute bestehende Strecken ergeben sich Eckhöhen nach dem vorhandenen Lichtraumprofil – häufig 3,85 m – Neubaustrecken wie die der projektierten Neuen Eisenbahn-Alpentransversale streben eine Eckhöhe von 4 m an, die die EU für LKW erlaubt."

    Somit fallen etliche alte Strecken raus...
  6. #45

    Tja, woanders gehts

    Zitat von jasper366 Beitrag anzeigen
    Für heute bestehende Strecken ergeben sich Eckhöhen nach dem vorhandenen Lichtraumprofil – häufig 3,85 m – Neubaustrecken wie die der projektierten Neuen Eisenbahn-Alpentransversale streben eine Eckhöhe von 4 m an, die die EU für LKW erlaubt."

    Somit fallen etliche alte Strecken raus...
    Die Schweizer haben sich den Auftrag "Güter auf die Schien" in die Verfassung geschrieben. Und schon gehts. Man müsste nur wollen.

    Stichwort Brücke. So ein Pfeiler hält 20 t gut aus. Blöd nur, wenn auf einer 5 Meter lange Brücke nur eine Stelle die halbe Last des Hängers aushalten muss.
  7. #46

    optional

    Alo wenn ein Pfeiler 20 t bei 5 meter Spannweite trägt, hätte ich bei meinem PKW ja schon bedenken, der Standardmäßig beladen nur 2,6 t wiegt...
    Alle Brücken auf Land- Bundesstraßen sowie Autobahnen haben Standardmäßig selbst mit einem 60 t Gigaliner kein Problem. Man bedenke nur die ganzen Schwertransporte die jeden Tag unterwegs sind...

    Wenn Strecken dementsprechend geplant (um)gebaut werden, könnte eine rollende Landstraße evtl. eine Alternative sein, aber ich befürchte es hapert an einem entsprechenden Angebot (Preis) und auch der Zeitvorteil wird auf Grund der aufwändigen Beladung nicht sonderich groß sein. Bietet sich somit, wenn überhaupt, nur für Waren an die über weite Wege transportiert werden, dies ist aber wieder nur der geringste teil des LKW Verkehr.

    Wenn ich bedenke das es vor Jahren für meine Firma billiger (und für mich sogar zeitlich nicht aufwändiger) war mit dem gemieteten 7,5 t vom Messeaufbau Donnerstags von Neumünster zurück in den Westerwald zu fahren und Sonntags wieder zum Abbau.
    im Jahr zuvor war ich mit der Bahn unterwegs und verpaßte dank der Pünktlichkeit fast den Anschlußzug in Köln.
  8. #47

    Zitat von leepzscher Beitrag anzeigen
    Die Schweizer haben sich den Auftrag "Güter auf die Schien" in die Verfassung geschrieben. Und schon gehts. Man müsste nur wollen.

    .../
    Gehen geht alles... nur können Sie mit Utopien keinen Industriestaat am Leben halten.

    Wobei Ihr Vorschlag hochinteressant wäre und sicher eine Berechnung verdient:

    Die Schweiz hat, wenn ich mich korrekt erinnere, v.a. den Transitverkehr auf die Schiene geschoben. Kann man da in der Schweiz überhaupt "aussteigen"?
    Es gäbe für D folgende Szenarien:
    -Transit only (N/S und W/O)
    -verbindlicher Transit in Regionalzentren (Wo? Wieviele?)

    Jeweils wäre aber ein erheblicher Kapazitätsausbau, die Überarbeitung etlicher Brücken (da könnte es mit dem Denkmalschutz Probleme geben) und ggf. der Austausch/die Höherlegung der Oberleitungen anstehen.

    Und last, but not least: Würde es uns die europäische Rechtslage erlauben, den Transitverkehr auf die Züge zu zwingen?
    In der Hinsicht ist die Schweiz ja privilegiert...

    Wenn das auf dem Tisch läge, könnte man die Köpfe rauchen lassen...
  9. #48

    optional

    Ich denke das größte Problem sind eher weniger die Oberleitungen als vielmehr die Tunnelprofile (seitlich), die den Transport moderner LKW-Züge nahezu unmöglich macht.
    Überseeware für A und CH welche in Container in Rotterdam / Hmaburg etc ankommen werde ja eh schon per Schiff bzw Eisenbahn transportiert.
    Die Frage ist auch wieviele LKW fahren tatsächlich Non-Stop von HH nach Italien ohne Zwischenzeitlich Ware ab oder zuzuladen. Und genau dann geht das bahnsystem nicht mehr auf. Das funktioniert nur für komplette Ladungen.
    Aber solange die Bahn unnütze Milliarden in Stuttgart versenkt ist eh kein Geld da um Strecken zu renovieren, neue Waggons anzuschaffen etc.
  10. #49

    Zitat von jasper366 Beitrag anzeigen
    Ich denke das größte Problem sind eher weniger die Oberleitungen als vielmehr die Tunnelprofile (seitlich), die den Transport moderner LKW-Züge nahezu unmöglich macht.
    Überseeware für A und CH welche in Container in Rotterdam / Hmaburg etc ankommen werde ja eh schon per Schiff bzw Eisenbahn transportiert.
    Die Frage ist auch wieviele LKW fahren tatsächlich Non-Stop von HH nach Italien ohne Zwischenzeitlich Ware ab oder zuzuladen. Und genau dann geht das bahnsystem nicht mehr auf. Das funktioniert nur für komplette Ladungen.
    Aber solange die Bahn unnütze Milliarden in Stuttgart versenkt ist eh kein Geld da um Strecken zu renovieren, neue Waggons anzuschaffen etc.
    Lichtraum war oben ja schon genannt... das käme natürlich hinzu.
    Container sind kein echtes Problem, evtl. die HighCube-Variante mit ihren knapp 2,70m. Andererseits fällt dafür ja ein Fahrgestell weg.
    Aber: I´m not a Bahner...