29C3: So geht ziviler Ungehorsam im Internet

Molly SauterWebsites mit massenhaften Abfragen lahmlegen - pubertärer Quatsch oder legitimer Protest? Auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs stellte Molly Sauter ihre Forschung zu DDoS-Angriffen vor. Ihr Fazit: Die Massenblockade kann unter Umständen hilfreich sein.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...-a-874933.html
  1. #1

    Unsympathisch?

    Kein Wunder. "Attacke" impliziert meist eine Kriegshandlung, welche mit Gewalt einher geht. Aber Raubkopieren hat sich ja auch etabliert ... Dummmenschen übernehmens dann.
  2. #2

    optional

    ich glaub ich les nicht richtig. DoS "Attacken" oder wie immer man sie nennen mag sind eine Straftat und das wird von dieser Frau völlig verkannt. So wie sich der Artikel liest könnte das ja schon fast als Aufruf zu einer Straftat gewertet werden, wo kommen wir denn da hin?!

    Ich kann schließlich auch nicht hingehen und argumentieren, dass es unter gewissen Umständen sinnvoll sein kann seinem Kind mal Eine zu langen, da wär der Aufschrei riesengroß. Für ein Unternehmen, bspw. einen Online-Versand, kann eine Offlinezeit von einigen Tagen jedoch schon erhebliche Einbußen darstellen bis hin zur Pleite (inkl. Mitarbeiterentlassungen), aber das soll "unter gewissen Umständen" toleriert werden?

    Das nimmt ja Züge von Selbstjustiz an!
  3. #3

    Zitat von philkopter Beitrag anzeigen
    ich glaub ich les nicht richtig. DoS "Attacken" oder wie immer man sie nennen mag sind eine Straftat und das wird von dieser Frau völlig verkannt. So wie sich der Artikel liest könnte das ja schon fast als Aufruf zu einer Straftat gewertet werden, wo kommen wir denn da hin?!

    Ich kann schließlich auch nicht.....
    na und, sie können auch alternativ im rahmen einer demonstration vorm dem nächsten mc donalds die kunden vergraueln. ist auch legitim und schadet dem unternehmen.
    das ist kein unterschied.

    ich halte ddos attacken für ein legitimes und probates mittel
    dem volk eine stimme zu verleihen. punkt.
  4. #4

    Verharmlosung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Wort "Angriff" möchte Molly Sauter gar nicht benutzen
    Oh, sie möchte das Wort "Angriff" nicht benutzen und stattdessen lieber einen Begriff benutzen, der das gemeinschaftliche Lahmlegen von Webseiten verharmlost. Das kennen wir ja schon von den ganzen Filesharing-Diskussionen: Da wollen viele das Wort "Raubkopierer" nicht hören - angeblich, weil der Begriff nicht passe. Die Wahrheit ist aber, dass man schlicht und einfach die Tat verharmlosen will. Das ist der wirkliche Grund, weshalb man auf den gängigen Begriffen für diese Straftaten herumhackt. Das will man sich aber oft genausowenig selbst eingestehen wie Insassen im Gefängnis von sich behaupten, dass sie schuldig seien. Und dann kommen sie - ausgerechnet - mit Ethik. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich mich bei solchen schrägen Denkweisen übergeben möchte. Und das Schlimmste ist, dass manche Medien (ich meine jetzt nicht den Spiegel) so etwas noch aktiv propagieren, weil in den Redaktionen Leute sitzen, die genauso drauf sind.
  5. #5

    Bürgerliche Freiheitsrechte haben auch Ihre Grenze

    Zitat von neuroheaven Beitrag anzeigen
    na und, sie können auch alternativ im rahmen einer demonstration vorm dem nächsten mc donalds die kunden vergraueln. ist auch legitim und schadet dem unternehmen.
    das ist kein Unterschied.

    ich halte ddos attacken für ein legitimes und probates mittel
    dem volk eine stimme zu verleihen. punkt.
    Ich stimme Ihnen nicht zu! Vor einem Laden zu demonstrieren ist nicht das selbe, schon deshalb, weil die Demonstranten persönlich anwesend sind und sich für etwaige Straftaten oder zivilrechtliche Haftung verantworten müssen, sofern sie die Rechte anderer verletzen. Weiterhin wird durch eine Demonstration Öffentlichkeit erzeugt, welche sie erst als politisches Mittel der Meinungsäußerung ausweist. Dies ist bei einem DDos-Angriff wohl schwer analog zu argumentieren.

    Auch das Argument der "Volkesstimme" ist schwierig, denn Demonstranten oder hier DDos-"Angreifer" sprechen und handeln natürlich nur für sich und nicht für ein gesamtes Volk. Deswegen gilt bei uns das Gewaltmonopol des Staates und nicht das Faustrecht. Woher sollten die Angreifer also ihre Legitimation für solch eine Tat (die illegale Einschränkung der Rechte anderer) her beziehen als ihre eigene Überzeugung - und diese genügt in einem Rechtsstaat nicht als Legitimation für den Gesetzesbruch. Wenn ich Ihr Argument analog auf Sie anwenden würde, könnte ich z.B. Ihr Auto anzünden um darauf hinzuweisen, dass ich DDos-Angriffe und Ihre Befürworter nicht gutheiße ... und das werden Sie sicher auch nicht als legitim empfinden.
  6. #6

    welches Volk?

    Zitat von neuroheaven Beitrag anzeigen
    na und, sie können auch alternativ im rahmen einer demonstration vorm dem nächsten mc donalds die kunden vergraueln. ist auch legitim und schadet dem unternehmen.
    das ist kein unterschied.

    ich halte ddos attacken für ein legitimes und probates mittel
    dem volk eine stimme zu verleihen. punkt.
    Wenn 1000 Laute auf der Strasse gegen etwas Protestieren, ist das im Rahmen der Protestierer viel, aber gegen 80 Mio Bürger trotzdem eine Minderheit.
    Wenn ein einzelner eine DDoS Attacke startetd, soll das die Stimme des Volkes sein...
    Politisches Aktionsgebahren ist schon lächerllich genug. Das stilisieren von DDoS zum Ausdruck Volkes Wille ist nicht nur anmaßend, sondern auch schlicht falsch.
  7. #7

    optional

    Das 'Anwählen' einer Webseite kann doch nicht dadurch zu einer Ordnungswidrigkeit, Straftat oder zu "Computersabotage" (warum nicht gleich: Terroranschlag) werden, daß es Mehrere oder auch Tausende gleichzeitig tun. Oder sind wir jetzt schon im juristischen Tollhaus?
  8. #8

    Auch Deutschland hat sehr schwer angefangen...

    Seit die Bundesregierung unter de Maziére aber für das Internet "Tauwetter" ausgerufen hat und sich seitdem vorbildlich verhält, haben die einflussreichen Hacker Deutschlands dies kurzerhand unterstützt und machen nun wieder das, was sie am besten können: Reinen Datenschutz. So geht richtige Demokratie...;-)
  9. #9

    Zitat von philkopter Beitrag anzeigen
    Das nimmt ja Züge von Selbstjustiz an!
    Na und? Um selbstherrlich oder im Interesse der Diktatur des Kapitals agierende Firmen und "Juristen" zu disziplinieren, ist Selbstjustiz durchaus angebracht.