Ausbildung für den Schuleinsatz: Lasst die Lehrer vernünftig lernen

dapdWie sollen künftige Lehrer studieren? Und wo? Wie lässt sich dem Föderalismus-Chaos bei der Ausbildung beikommen? Das Hochschulmagazin "duz" analysiert, warum die Lehrerausbildung zur Dauer-Baustelle wurde - und was sich ändern muss.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...-a-872561.html
  1. #1

    Stellenwert Lehrer

    Passend dazu erhielten die Lehrer in BaWü 2 Tage vor Weihnachten einen Brief mit noch weiteren Gehaltskürzungen. Kostendämpfungspauschalen erhöht, Beihilfe in zig Fällen gekürzt, Ehegatten....

    Und da man einen Rückgang der Schülerzahlen erwartet, wird nicht etwa auf gleichem Stand eingestellt, um endlich den enormen Unterrichtsausfall ib den Griff zu kriegen (egal ob Realschule, Berufschule,...). Nein, die Grünen wollen mal kurz 13.000 Lehrer weniger in BaWü. Dann wird sicher alles besser...
  2. #2

    Bildung ein weites Feld!

    Als Vater von 2 schulpflichtigen Kindern habe ich folgende Praxisthesen hierzu:
    A) Lehrer ist einer der Berufe bei dem ich keine Eignungsprüfung ablegen muss
    B) wenn Lehrer Lehrer ausbilden, einsetzen und kontrollieren - kann dies nicht funktionieren, denn es fehlt die neutrale Sicht hierzu,
    C) Die jeweiligen Bildungsministerien vergessen bei Ihren "täglichen" Reformen die Lehrer mitzunehmen.

    Es funktioniert in den Schulen, wenn der Mensch der in dem Lehrer steckt motiviert, engagiert und mit dem nötigen Respekt seinen Beruf ausübt (ca. 5% der Lehrer die ich kennengelernt habe).
  3. #3

    Zitat von FrankDr Beitrag anzeigen
    Passend dazu erhielten die Lehrer in BaWü 2 Tage vor Weihnachten einen Brief mit noch weiteren Gehaltskürzungen. Kostendämpfungspauschalen erhöht, Beihilfe in zig Fällen gekürzt, Ehegatten....
    Der Lehrerberuf ist nicht (mehr?) sehr gefragt, s. auch: Lehrer als Lückenbüßer: Sommerferien in der Arbeitslosigkeit - SPIEGEL ONLINE
    Für Tausende von Lehrern bedeuten sechs Wochen Sommerferien keine Freude, sondern Arbeitslosigkeit und Geldmangel. Besonders in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen müssen junge Lehrer mit befristeten Verträgen in den Sommerferien oft Arbeitslosengeld beantragen.
    Lückenbüßer in Hessen: Mein Lehrer lebt im Sommer von Stütze - SPIEGEL ONLINE
    Hessen spielt mit arbeitslosen Lehrern ein seltsames Spiel. Das Land stellt sie als Vertretungen an, aber nur während der Unterrichtsmonate. In den Ferien werden sie wieder arbeitslos. Der Trick spart Kosten, die Sozialkassen zahlen - die Zwangs-Saisonarbeiter sind wehrlos.
    Junge Lehrer fliehen aus Berlin*-*Preußische Allgemeine Zeitung
    Junge Lehrer fliehen aus Berlin
    Aus Kostengründen versagt ihnen der Senat den Beamtenstatus – andere Länder locken
    Die Liste lässt sich beliebig erweitern.
  4. #4

    Bildung geht im Länder-Hick-Hack unter

    Wer macht mit, zur nächsten Bundestagswahl eine Bildungspartei zu gründen?
  5. #5

    Finnland

    Zitat von meyeoliv Beitrag anzeigen
    Als Vater von 2 schulpflichtigen Kindern habe ich folgende Praxisthesen hierzu:
    A) Lehrer ist einer der Berufe bei dem ich keine Eignungsprüfung ablegen muss
    B) wenn Lehrer Lehrer ausbilden, einsetzen und kontrollieren - kann dies nicht funktionieren, denn es fehlt die neutrale Sicht hierzu,
    C) Die jeweiligen Bildungsministerien vergessen bei Ihren "täglichen" Reformen die Lehrer mitzunehmen.

    Es funktioniert in den Schulen, wenn der Mensch der in dem Lehrer steckt motiviert, engagiert und mit dem nötigen Respekt seinen Beruf ausübt (ca. 5% der Lehrer die ich kennengelernt habe).
    Volle Zustimmung. Man braucht eigrentlich auch gar nicht groß zu analysieren, wo die Fehler liegen. Man kann sich das sparen und nach Finnland schauen. Hatte neulich eine Doku über die Lehrerausbildung dort gesehen ("da bleibt eher ein Lehrer sitzen als ein Schüler..."). Es fängt schon mit dem Auswahlverfahren an. Von über 4000 Bewerbern werden ca. 500 zur Ausbildung zugelassen. Lehrer sind in Finnland auch gesellschaftlich sehr angesehen, vergleichbar mit Ärzten.
  6. #6

    optional

    Man sollte auch einmal betrachten, wieviele Fachleute in den Kultusministerien an den entscheidenden Stellen sitzen. Kenntnisse des Schulsystems sind da, wenn überhaupt, theoretischer Natur.
    Meiner Ansicht nach ist eine Ausbildung an einer PH ein guter Ausgangspunkt. Mehr Praktika als an einer Universität und bessere Verzahnung zwischen Theorie und Praxis, um nur zwei Beispiele zu nennen.
  7. #7

    Zitat von meyeoliv Beitrag anzeigen
    A) Lehrer ist einer der Berufe bei dem ich keine Eignungsprüfung ablegen muss
    Doch, das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife. Quereinsteiger die jeweiligen anderen Zeugnisse. Ob man überhaupt als Lehrer "zugelassen" wird, zeigt sich als Referendar.
    Wie es auf Privatschulen aussieht weiß ich nicht.

    Zitat von meyeoliv Beitrag anzeigen
    B) wenn Lehrer Lehrer ausbilden, einsetzen und kontrollieren - kann dies nicht funktionieren, denn es fehlt die neutrale Sicht hierzu,
    Ich dachte, man erhält die nötige Bildung in einer Hochschule?

    Zitat von meyeoliv Beitrag anzeigen
    C) Die jeweiligen Bildungsministerien vergessen bei Ihren "täglichen" Reformen die Lehrer mitzunehmen.
    Zum Beispiel?
  8. #8

    In der Tat.

    Zitat von meyeoliv Beitrag anzeigen
    Es funktioniert in den Schulen, wenn der Mensch der in dem Lehrer steckt motiviert, engagiert und mit dem nötigen Respekt seinen Beruf ausübt (ca. 5% der Lehrer die ich kennengelernt habe).
    Mehr Geld für mehr Lehrer-Didaktik bringt gar nichts, weil die Lehrer sich selbst mangels Fähigkeiten nicht allzu viel aneignen können/wollen. Die Lehrer sind letzten Endes intellektuell und motivationsmässig der deutsche Bodensatz der akademischen Ausbildung (das Lehrer-Prüfungsniveau bspw. in Naturwissenschaften und Wirtschaft ist im Vergleich zu den normalen Studenten deutlich abgespeckt - die armen Lehrerseelchen müssen ja noch "Didaktik" pauken!).
    Das einzige, was etwas bringen könnte, wäre die weitgehende Privatisierung der Schülerausbildung - der Wegnahme der Faulheitsprivilegien würde den bisherigen "Amtsträgern" etwas mehr Druck auf die ausgeleierte Pfeife geben. Für die Bewältigung der Migrationsproblematik wäre wahrscheinlich in fester Jahresstufenzuordnung die Hinzuziehung eines neutralen Sozialarbeiters sinnvoll ... ein verständiger Charakter und eine abgeschlossene Ausbildung (z.B. als Kfz-Mechaniker) würde m.E. in diesem Betätigungsfeld ausreichen.
  9. #9

    Lehrproben

    Was sich meiner Meinung nach als erstes ändern sollte, ist das System der sogenannten Lehrproben. Die Referendare wissen Monate im Voraus, wann sie geprüft werden. Das gibt ihnen die Gelegenheit, sich unverhältnismäßig viel auf diese eine Unterrichtsstunde vorzubereiten, wie der Unterricht normalerweise aussieht interessiert keinen. Bestechungen in Form von Süßigkeiten an die Schüler, damit sie auch ja keine zu komplizierten Fragen stellen, erledigen das Übrige. Selbst die Prüfer wissen was für eine lächerlich inszenierte Farce eine Lehrprobe ist, sie haben aber kaum eine Möglichkeit den Referendar anders zu prüfen.
    In meiner Schulzeit habe ich es mehr als einmal erlebt, dass ein Lehrer, der normalerweise nicht die geringste pädagogische Kompetenz hat, mit nem 1er-Schnitt die Probe bewältigt hat, während wirklich gute Lehrer auf 3,5 oder ähnliches verwiesen wurden, weil sie 3 Minuten überzogen haben. Lächerlich.