Pop!: Hier ist noch alles hangefurzt

Getty ImagesDJ Shadow wurde wegen konfuser Musikauswahl aus einem Club gejagt. Nun tobt die Debatte, ob DJs Künstler oder Dienstleister sind. Queen-Gitarrist Brian May soll eine Astrophysik-TV-Show übernehmen. Und bei YouTube "handfurzt" ein Knabe die großen Hits des Pop nach.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/d...-a-874363.html
  1. #1

    mind. 2 Sichtweisen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    DJ Shadow wurde wegen konfuser Musikauswahl aus einem Club gejagt. Nun tobt die Debatte, ob DJs Künstler oder Dienstleister sind. Queen-Gitarrist Brian May soll eine Astrophysik-TV-Show übernehmen. Und bei YouTube "handfurzt" ein Knabe die großen Hits des Pop nach.

    DJ Shadow Brian May Hand Farting - SPIEGEL ONLINE
    Die Frage ob ein DJ Künstler oder Dienstleister ist beantwortet wenn man das Ausgehverhalten des Publikums näher betrachtet.

    Selbst in Szene Clubs geht das Publikum nicht wegen Ihrer Musikkenntnisse sonder überwiegend um Party abzufeiern. So habe ich es zwischen 2002-2006 erlebt. Beispielsweise hat Ricardo Villalobos im Berghain zur Perlon Nacht (Plattenlabel) aufgelegt aber die wenigstens Besucher vor Ort hätte neben dem Headliner "Ricardo" noch irgendjemand anders von den 4-5 weiteren DJs gekannt bzw. gewusst, dass Perlon ein Plattenlabel ist.
    Es hat sich alles sehr oberflächig entwickelt, heute gehen Erstsemester vom Land auf Technoparties feiern weil eben Freunde (mit mehr musikalischer Ahnung aus der Wohngemeinschaft) auch dorthin gehen.
    Die jungfräuliche Anfangszeit von Techno/der elektronischen Musik sind vorbei in welchen Kommerz keine Rollt gespielt hat.
    So betrachtet kann ich es gut nachvollziehen wieso der Veranstalter DJ Shadow bei seinem "untanzbaren" Beats von der Bühne geladen hat.
  2. #2

    "Aber darüber, ob er nun tatsächlich Künstler ist oder nicht, darf nun gestritten werden." Allein dieser Satz schickten den Autor dieses Artikels ins Aus. Man müßte sich nur die DJ Shadow Diskographie ansehen - es handelt sich hier mit Sicherheit nicht um den unbekannten Resident-DJ einer Dorfdisko, sondern um einen international renommierten Künstler, der ein ganzes Genre als Producer und DJ geprägt hat. Da könnte man einen Absatz weiter auch gleich den Künstler Brian May in Anführungszeichen setzen, dessen Queen-Coverbands der letzten 15 Jahre eher als Dienstleistung zu verstehen sind.
    Natürlich sind 85% der Clubbesucher zum Tanzen auf Altbewährtes anwesend, allerdings sind alle großen DJs tatsächlich Trendsetter und keine Dienstleister, sonst würden sie wohl auch nicht kostenlos mit White Label Promos durch die Plattenfirmen beliefert.
    Ob die aufgelegten Tracks in obigem Club "untanzbar" waren oder nicht, läßt sich auf die Ferne natürlich nicht beurteilen, allerdings läßt man Westbam wohl auch nicht bei der hiesingen Rock-Nacht auflegen. Im Übrigen war der Club-Auftritt Teil von DJ Shadows Tour und nicht eine einzelne Buchung für einen Motto-Abend.

    Das Ende vom Lied war übrigens wie folgt: Der Club hat sich öffentlich bei DJ Shadow entschuldigt und hat intern umstrukturiert (was wohl soviel heißt wie den Verantwortlichen entlassen), damit ein solcher "Fehler" nie wieder passiert....
  3. #3

    ist doch egal ob Künstler oder nicht

    Wenn ein DJ sich von einem Veranstalter buchen lässt und es dem Veranstalter dann so gefällt, kann er ihn auch wieder raus werfen. Er muss halt trotzdem bezahlen. Es ist natürlich die künstlerische Freiheit des DJs zu spielen was ihm beliebt und es ist aber ebenso künstlerische/veranstalterische Freiheit diese Kunst abzulehnen.
    Wenn der DJ die Disco mietet und selber Eintritt nimmt ist es ihm alleine überlassen was er spielt und muss im Zweifelsfall auch mit dem verärgerten Publikum klar kommen.
    Ein Museum muss ja auch nicht jedes Bild ausstellen und kann auch Bilder wieder abhängen. Das ist kein Eingriff in künsterische Freiheit. Genauso wie der Künstler frei ist, ist auch der Betrachter/Zuhörer frei das dargebotene abzulehnen.
  4. #4

    Das Ende vom Lied...

    ...singen die Medien natürlich nicht!
    Warum werden solche Geschichten nie zu Ende erzählt und der Leser erfährt nur durch den Konsum der Leserkommentare, wie die Geschichte ausgegangen ist?
  5. #5

    nur mal so

    Oh, wenn die Verantwortlichen fuer diesen Act entlassen wurden, nun. Wer Josh Davis einlaedt sollte schon wissen was er zu hoeren bekommt. Das Netz verraet es. Er sollte es auch so ankuendigen. Ich finde nicht das alles von "kids" tanzbar sein muss. Zu spaeter Stunde freue ich mich sowas live zu hoeren. Eine Bar ist mir zu spiessig. bin nicht mehr 18. Club Besitzer sollten mal darueber nachdenken. Total uncool, oft habe ich erst nach Mittaernacht Hunger, ist durch den Job bedingt. In Uk kann mir ohne das ich die Location verlasse geholfen werden, habe sowas auf dem Continent selten gefunden.
  6. #6

    Das Wort "hangefurzt" im Titel kenne ich nicht........
  7. #7

    DJ Künstler oder Dienstleister ?

    Ich würde sagen, eher Lebenskünstler.
    Die Zeit der 1970er und 1980er Jahre, in denen man in eine Disko ging um zu tanzen ist spätestens seit der Seuche Techno vorbei.
    Wie bekifft musste man sein um diesen Lärm als Musik zu bezeichnen. Es war selten auszuhalten bei diesem Lärm, der meist auch in ohrenbetäubender Lautstärke beschallt wurde.
    Dank GEZ und unfähiger Musikindustrie ist die Abzocke aber zu Glück bald vorbei.
  8. #8

    Eine endlose Diskussion, die seit den Tagen als korrupte Radio DJ´s Karrieren förderten oder zerstörten, existiert. Für mich als Musiker sind DJ´s die übelsten Schmarotzer seit der Bettwanze. Ohne Komponisten und Musiker gäbe es die Musik nicht, die sie auflegen. Auch wenn sie damit scratchen und sonstwas remixen, sie sind immer Verwerter und niemals Urheber gewesen, bis die elende Teccno-Welle über die Menscheit schwappte, seitdem sind auch lobotomisierte Drogenwracks in der Lage "Musik" zu machen. Diese besteht aber zu 99,9% aus atonalen Klopfgeräuschen. Die Konsumenten dieses Klangmülls werden die Gehörgeräte Industrie zu ungeahnten Zuwächsen führen. Viel Spass noch.
  9. #9

    Zitat von guteronkel Beitrag anzeigen
    Ich würde sagen, eher Lebenskünstler.
    Die Zeit der 1970er und 1980er Jahre, in denen man in eine Disko ging um zu tanzen ist spätestens seit der Seuche Techno vorbei.
    Wie bekifft musste man sein um diesen Lärm als Musik zu bezeichnen. Es war selten auszuhalten bei diesem Lärm, der meist auch in ohrenbetäubender Lautstärke beschallt wurde.
    Dank GEZ und unfähiger Musikindustrie ist die Abzocke aber zu Glück bald vorbei.
    Ja ja, in den Fünfzigern war es die Seuche Rock, wie bekifft musste man sein um den Lärm den die Beatles und die Rolling Stones fabrizierten als Musik zu bezeichnen.........