Massenproteste in Indien: Premier Singh verurteilt Vergewaltigung als "monströse Tat"

APErst schwieg Manmohan Singh tagelang, doch nach den heftigen Protesten gegen die Vergewaltigung einer Frau hat sich Indiens Ministerpräsident geäußert. Er sprach von einem "grässlichen Vorfall" - und mahnte seine Landsleute zur Ruhe. Die Demonstrationen gingen trotz Verbots weiter.

http://www.spiegel.de/panorama/prote...-a-874585.html
  1. #1

    Rätselhaft

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Singh rief angesichts der gewaltsamen Proteste zur Ruhe auf. Der Regierungschef war zuletzt heftig dafür kritisiert worden, dass er sich lange nicht zu dem sexuellen Missbrauch einer 23-Jährigen durch mehrere Männer in einem Bus geäußert hatte.
    Das ist eigentlich auch nicht seine Baustelle sondern Angelegenheit der Justiz. Ich kann die Aufregung der Inder zwar verstehen, frage mich allerdings, was diese Proteste betwecken sollen...
  2. #2

    optional

    Anstatt gegen eine Vergewaltigung zu demonstrieren (da sind sich ja selbst in Indien alle einig, dass das nicht in Ordnung ist), sollten die indischen Frauen lieber aktiv ihre bescheidene Situation verbessern: sich nicht von ihren Männern einschließen lassen, alleine oder mit ihren Freundinnen ausgehen, sich nicht von ihren Familien verbieten lassen, in der Stadt eine Ausbildung zu machen und dann auch dort zu wohnen etc. Kurzum, sich aus den religiösen, gluckenhaften familiären Klauen zu befreien und auf die in Indien gerne zitierten "family values" zu sch*****. Klar ist das nicht einfach, aber 50% der Bevölkerung sind Frauen, daher ist es mir ein Rätsel, warum es in Indien außerhalb dreier großer Städte nicht gelingt und auch kaum versucht wird. Eine Masse selbstbewusster Frauen in der Öffentlichkeit würde dem indischen Klischee, dass solche Frauen Prostituierte sind bzw. auf Sex aus sind, abbauen und somit auch die Anzahl der Vergewaltigungen reduzieren.
    In dem speziellen aktuellen Fall war es aber gar keine typische Vergewaltigung, der Freund war ja dabei, sondern ein brutaler Einzelfall, der schockierend ist, aber eigentlich keinen Anlass zur Demonstration bietet.
  3. #3

    @Meckermann

    Es geht wohl um ein korruptes System in dem man sich allzu Vieles leisten kann, wenn man genug Geld hat, um sich freizukaufen. Die einfache Bevölkerung empört sich verständlicherweise darüber.
    http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/januar/indien-korruption-als-system
    Übrigens gab es in der Ukraine (auch von Korruption durchtränkt) einen ähnlichen Vorfall in dem die öffentliche Empörung durchaus Wirkung zeigte
    http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-17546743
    Das Schlimmste ist ja, wenn's Allen egal ist...
  4. #4

    @ Meckermann

    na wenn niemand protestieren würde, würde das ja heißen alle sind irgendwo damit einverstanden oder? wie würde sich außerdem die betroffene person dann fühlen? ich bin mir sicher, dass ihre situation ohne die proteste noch wesentlich qualvoller wäre.
    PS: Im Parlament legten Abgeordnete in beiden Häusern die reguläre Arbeit nieder und diskutierten fast den ganzen Tag über den Vorfall. "Wir brauchen schärfere Gesetze, um Vergewaltigungen zu stoppen", sagte Sushma Swaraj, die Chefin der wichtigsten Oppositionspartei. (Studentin nach Gruppenvergewaltigung in Lebensgefahr vom 18.12.12 SP ON)
  5. #5

    @endurado

    Wir nicht das Recht überheblich über andere zu urteilen, weil unsere Freiheit nicht unser Verdienst ist.
    Die Freiheit der westlichen Frauen wurde schrittweise errungen. Wir sitzen ja im gemachten Nest und müssen da auch nicht mehr wirklich kämpfen. Damals waren die Rahmenbedingungen recht hilfreich - geschichtlich (nach dem 2.Weltkrieg) und kulturell (die christliche Gesellschaft ist ja um einiges toleranter als die muslimische).
    Insofern nutzt der Kampf einiger Frauen wenig, wenn sie erst gesellschaftlich verachtet werden (und zwar nicht nur von Männern sondern vor allem auch von Frauen) und dann umgebracht werden.
  6. #6

    Warum?

    Ein "gräßlicher Vorfall" eine "monströse Tat".
    Warum schreibt man das in Apostroph? War es das etwa nicht? Auch die Bezeichnung "Vorfall" ist relativierend.
    Wie schwer tut man sich heutzutage ein verwerfliches Verbrechen, ein Kapitalverbrechen in dem Fall, als das zu bezeichnen, was es ist.
  7. #7

    Herrje

    Zitat von jürgenm Beitrag anzeigen
    Ein "gräßlicher Vorfall" eine "monströse Tat".
    Warum schreibt man das in Apostroph? War es das etwa nicht? Auch die Bezeichnung "Vorfall" ist relativierend.
    Wie schwer tut man sich heutzutage ein verwerfliches Verbrechen, ein Kapitalverbrechen in dem Fall, als das zu bezeichnen, was es ist.
    Na, offenbar weil es sich um ein wörtliches Zitat handelt.
    Andernfalls, wie von Ihnen vorgeschlagen, wäre es wertender Journalismus und ist in der Regel zu vermeiden. Nicht, daß sich der Spiegel stets dran halten würde. Aber das auch noch zu fordern, geht dann doch etwas zu weit.
  8. #8

    Zitat von endurado Beitrag anzeigen
    Anstatt gegen eine Vergewaltigung zu demonstrieren (da sind sich ja selbst in Indien alle einig, dass das nicht in Ordnung ist), sollten die indischen Frauen lieber aktiv ihre bescheidene Situation verbessern: sich nicht von ihren Männern einschließen lassen, alleine oder mit ihren Freundinnen ausgehen, sich nicht von ihren Familien verbieten lassen, in der Stadt eine Ausbildung zu machen ...
    Leider liegt das Analphabetentum (Zahlen von 2011) indischer Frauen noch bei ca. 35% der weiblichen Bevölkerung (bei Männern ca. 18%). Hier ist durchaus noch einiges vom Staat beizusteuern, in den letzten 10 Jahren hat sich da kaum etwas verändert.
  9. #9

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst schwieg Manmohan Singh tagelang, doch nach den heftigen Protesten gegen die Vergewaltigung einer Frau hat sich Indiens Ministerpräsident geäußert. Er sprach von einem "grässlichen Vorfall" - und mahnte seine Landsleute zur Ruhe. Die Demonstrationen gingen trotz Verbots weiter.

    Proteste in Indien: Singh mahnt zur Ruhe - SPIEGEL ONLINE
    Es ist ja auch so schwer die Täter zu fassen. Viel leichter ist es da tagelang Demonstranten wegzuprügeln. Es ist ja auch unzumuterbar das die den indischen "Rechtsstaat" nötigen endlich mal seine Arbeit zu machen und vielleicht irgendwelche Promisöhne festzunehmen.