Urteil: Mobbing-Folgen sind keine Berufskrankheit

CorbisWenn Angestellte wegen Mobbing am Arbeitsplatz erkranken, liegt damit weder eine Berufskrankheit noch ein Arbeitsunfall vor. Die Unfallkasse muss daher keine Entschädigung zahlen. Das hat das Hessische Landessozialgericht entschieden.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-874223.html
  1. #1

    Zahlen sollten die, welche mobben und nicht die Allgemeinheit.
  2. #2

    Zitat von Crom Beitrag anzeigen
    Zahlen sollten die, welche mobben und nicht die Allgemeinheit.
    Allerdings herrscht in Deutschland die Unschuldsvermutung. Das bedeutet, dem Mobber müssten seine Taten nachgewiesen werden. Das ist bei psychischem Terror aber schwer bis unmöglich. Normalerweise steht Aussage gegen Aussage. Und wenn eine Seite Zeugen aufrufen können, kann die Gegenseite das in den meisten Fällen auch. Geht das Mobbing nicht von Arbeitskollegen sondern von der Chefetage aus, hat das Opfer schon von vornherein verloren, da inderr heutigen Zeit die Angst vor dem Verlieren des Arbeitsplatzes so groß ist, dass kaum jemand gegen den Chef aussagen würde.

    In einer idealen Welt fürde der Verursacher eines Problems auch für die Lösung sorgen müssen - aber wir leben nicht in einer idealen Welt.
  3. #3

    optional

    Grundsätzlich halte ich das für die richtige Entscheidung - der eigentlich Haftende ist der Arbeitgeber. Und im Falle der Fahrlässigkeit - also dass niemandem ein individuelles Verschulden vorgeworfen werden kann - ist das ein Versicherungsfall.

    Was nicht sein kann, ist, dass Opfer von Mobbing Sozialfälle werden, weil keiner zuständig sein will.
  4. #4

    @ crom: Natürlich, aber über die Unfallkassen

    Mitarbeiter sind über die Berufsgenossenschaft des Arbeitgebers unfallversichert. Im Aufgabenbereich des Arbeitgebers liegt es, seinen Betrieb möglichst ohne gesundheitliche Gefahren zu betreiben. Dazu gibt es regelmäßige Begehungen usw. Gesundheitliche Folgen wegen Mobbings am Arbeitsplatz fallen nach m.A. darunter. Es ist schließlich die Aufgabe des Arbeitgebers, solche Vorfälle zu verhindern. Die Berufsgenossenschaften und Betriebsärzte beraten dazu gerne.
    Die Berufsgenossenschaft kann sich die Kosten dann ja gerne beim Verursacher zurück holen. Dem Mobbingopfer sollte das erspart werden.
  5. #5

    Seelische Erkrankung

    Seelische Erkrankungen werden und wurden in Deutschland ohnehin nicht sehr ernst genommen, wobei gerade diese Art von Erkrankung einen ganzen Rattenschwanz von weiteren Erkrankungen hinter sich herziehen kann. Welch eine Belastung für die Krankenkassen...
  6. #6

    Mobbing-Folgen sind keine Berufskrankheit

    Ich kann nicht ueber Definitionen von Berufskrankeiten urteilen, nur Mobbing-Folgen sind solche die mit der Arbeitsumwelt zu tun haben, und das Unternehmen muss dafuer sorgen, das dies nicht geschieht. En Unternehmen z.B. muss auch dafuer sorgen, dass die Arbeitsraeume sicher und gut belueftet sind, auch ein Unternehmen kann und soll dafuer sorgen, dass Mitarbeiter das Leben und Arbeit anderer Miterarbeiter nicht negativ oder gar destruktiv beintraechtigen, auch im Sinne der Produktivitaet und Leistung des Unternehmens. Hier sollten unbediengt unbediengt Gewerkschaften und Sozialverbaende eingreiffen, um diese neue Berufskrankheit in den Berufskrankheiten-Katalog aufzunehmen.
  7. #7

    Lässt sich auch positiv wenden...

    Denn wenn die Unfallversicherung nicht eintritt, haftet für Schäden der Verursacher, konkret der AG, sowohl im Rahmen seiner Organisationsverantwortung als Fürsorgepflicht. Er ist gegen solche Arten der Schädigungen folglich nicht versichert. Trotzdem ist das Urteil im Tenor gedrechselt. Keine Beruferkrankung, wenn Mobbing weit verbreitet ist? Mobbing ist wohl mehr ein politisches Thema. Auch hier will niemand der Unternehmensseite zu nahe treten.
  8. #8

    rechtliche vorgaben

    1. mobbing ist kein arbeitsunfall, weil es kein unfall im sinne der rvo (reichsversicherungsordnung) ist. bei sexueller gewalt ist das anders, das ist ein akutes ereignis. 2. eine berufskrankheit ist definiert als eine krankheit, die in der berufskrankheitenverordnung gelistet ist. was da nicht drinsteht, ist keine berufskrankheit. 3. was weder unter 1. noch unter 2. fällt, ist angelegenheit der krankenversicherung des einzelnen. man kann es der krankenversicherung überlassen, sich am verursacher schadlos zu halten. das schon insbesondere die eigenen strapazierten nerven. fazit: wer schon stress hat, weil er/sie gemobbt wird, sollte sich weiteren stress durch rechtsstreitigkeiten ersparen, wenn das mit ein bißchen sachkenntnis vermeidbar ist. derartige rechtsstreitigkeiten haben etwas kohlhaasartiges, was dann wieder zu der vermutung führt, ob es denn in diesem speziellen mobbingfall wirklich so eindeutig opfer und täter gegeben hat oder ob nicht vielmehr das opfer auch seinen teil dazu beigetragen hat.
  9. #9

    ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenn Angestellte wegen Mobbing am Arbeitsplatz erkranken, liegt damit weder eine Berufskrankheit noch ein Arbeitsunfall vor. Die Unfallkasse muss daher keine Entschädigung zahlen. Das hat das Hessische Landessozialgericht entschieden.

    Arbeitsrecht: Mobbing-Folgen sind keine Berufskrankheit - SPIEGEL ONLINE
    Eine Berufskrankheit ist eine, wie das Wort beinhaltet, durch den Beruf bedingte Krankheit.
    Mehlallergie beim Bäcker, Staublunge beim Bergmann, Lösungsmittelallergie beim Mahler und ähnliches.
    Man kann sich gegen Mobbing wehren, aktiv den Leuten kontra geben und auf die Füsse steigen oder passiv , die Firma wechseln,. beides kann Mobbing beenden, Dem Bäcker hilft es nicht den Arbeitsplatz zu wechseln.