Mobbing unter Jugendlichen: "Die Schule wurde meine persönliche Hölle"

Frank GrätzGemobbt zu werden, fühlt sich mies an - zu mobben auch, aber manchmal erst viel später. Dem Jugendmagazin "Spiesser" haben zwei Täter und ein Opfer erzählt, wie sie ausgeteilt haben und was sie einstecken mussten.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...-a-873794.html
  1. #60

    Ernesto

    Ich bin jetzt 80 Jahre alt. Mobbing gab es schon zu meiner Zeit wo ich zur Schule ging. Wir hatten Klassenkameraden der wurde grundlos verpruegelt. Jetzt im Alter ist mir das wieder zu Bewusstsein gekommen. Und ich habe bei ihm angerufen. Seine Witwe sagte mir, Karl Fritz ist vor einem 1 Jahr gestorben. Da konnte ich mich nicht mehr fuer meine Klassenkameraden entschuldigen. Es war zu spaet. Ein anderer Klassenkamerad wurde auch gemobbt. Das wir mit seinem Essgeschirr Fussball gespielt haben. Unter anderem. Er hat auch Elektriker gelernt und spaeter studiert. Er ist dann Pfarrer geworden. Ich auch mal mit ihm telefoniert. Haben ueber das Thema allerdings nicht gesprochen. Aber es ging ihm jetzt gut. Er hatte keinen bleibenden Schaden. Er hatte sogar ein Ferienhaus in Oestereich. In der Jugend ist man sehr dumm und hat zu wenig Gefuehle. Leider kuemmern sich die Lehrer zu wenig um solche Sachen. Kinder sind so empfindlich. Unsere wollte gar nicht gerne in die Schule gehen.Auf einem Elternabend erzaehlte die Lehrerin, das manchmal sagt " seht ihr die kleine Heike weiss das." Wir haben ihr gesagt , das sie kraenkt. Darauf hin meinte die Lehrerin das sie das niemehr sagt. Seitdem ging unsere Tochter wieder gerne in die Schule und schrieb nur noch gute Note.
  2. #61

    Zitat von mk84 Beitrag anzeigen
    Sie wissen schon, dass Mobbing oft begangen wird, nur weil irgendeiner Person X die blose Erscheinung der Person Y nicht gefällt, das Mobbingopfer den ästhetischen Vorstellungen der Täter nicht entspricht, weniger extrovertiert ist, evt. auch noch über höhere intellektuelle Fähigkeiten verfügt etc. etc.
    Weiß ich. Deswegen steht da auch das Wort "einiger".
  3. #62

    Zitat von ichbinsdiesusi Beitrag anzeigen
    ich liebe dann diese dialoge, wenn man nach langer zeit mal wieder nach hause kommt und auf solche leute trifft und 10 jahre "danach" sogar einen smalltalk hält, der in abwandlungen oft so aussieht:

    " oh hallo!" "hallo!" "lange nicht gesehen. bist du wieder in xy?" "nee, nee bin bloß mal ein paar tage bei meiner family." "achso, und was machst du jetzt so?" "ach naja, bin jetzt in xy. hab' da nen job an der uni bekommen. die diss ist letztes jahr fertig geworden und nächstes jahr gehts für 2 jahre in die staaten für 'nen post-doc." "und was machst du so?" "naja, hab nach der schule erstmal 2 kinder bekommen und letztes jahr meine ausbildung im einzelhandel fertig gemacht!" "oh, 10 jahre nach dem abi - da muss man ja echt motiviert sein um dann nochmal anzufangen?" "naja, geht so. aber irgendwo muss die kohle ja her kommen." " stimmt, hast recht...aber einzelhandel ist ja zukunftsträchtig, einkaufen müssen die leute ja immer." " ja, hast recht. können ja mal nen kaffee trinken, wenn du wieder hier bist und über alte zeiten quatschen - kannst dich ja melden." "klar, bin nächsten sommer in xy - hab' da ne konferenz übers wochenende und ist ja alles nur eine halbe zugstunde weg."

    und wenn man dann in die augen des gegenüber blickt, sind das dann die momente in denen man weiß, dass man das ganze mobbing nicht umsonst ertragen hat und weiß, warum die eltern immer gesagt haben, dass man sein ding durchziehen soll - selbst wenn man irgendwelchen kleinstadttratsch ertragen muss - die leute, die man später trifft und die ein gewisses niveau haben, scheren sich um den mist, den irgendwelche kleingeister verbreten nicht.....
    Das ist schön - allerdings sollten Sie nicht vergessen, dass Sie offenbar sehr viel Glück hatten und die Geschichte ein gutes Ende nahm. Viele Mobbingopfer dürfen leider nicht die Erfahrung machen, nach der Grundschule eine einigermaßen "normale Schulzeit" mit einem geeigneten zu erleben - denn da geht es oft erst richtig los (übrigens natürlich auch auf den Gymnasien, das dreigliedrige Schulsystem halte ich diesbezüglich sowieso für sehr problematisch, weil es Ausgrenzungstendenzen und Perspektivlosigkeit fördert). Auch konnten Sie offensichtlich auf die Unterstützung Ihrer Familie bauen, sonst wären Sie dort heute nicht zu Besuch. Weiterhin müssen Sie immer bedenken, dass u.a. Soziale Phobien insbesondere durch Mobbingerfahrungen in der Jugend ausgelöst werden - viele diese Menschen werden Sie nur selten an einer Uni antreffen oder erfolgreich im Beruf erleben. Nicht, weil sie dazu intellektuell nicht in der Lage wären, sondern weil sie mit psychischen Problemen, den Nachwirkungen der Traumata, zu kämpfen haben.

    DAS ist ja die Ungerechtigkeit, denn hier werden viele wieder zum Verlierer: Viel zu viele Mobbingopfer landen genau dort, wo sich die intellektuell offenbar beeinträchtigten Täter auch tummeln. Es ist beileibe nicht der Normalfall, dass sich ein Mobbingopfer Jahre später aufgrund etwa einer akademischen Karriere über die Täter (die es, wie sie richtig sagen, oft nie aus dem Dorf geschafft haben) irgendwie erheben kann.
  4. #63

    Ich weiß, dass ich nichts weiß!

    Zitat von ichbinsdiesusi Beitrag anzeigen
    heute [...] stelle ich fest, dass ein großteil der mobber von einst weder aus der stadt herausgekommen ist, noch es in irgendeiner form es zu etwas gebracht hat [...], sind die megahelden von einst bei drei abgebrochenen ausbildungen gelandet und sitzen, wenn es hoch kommt, bei "aldi" an der kasse [...]

    ich liebe dann diese dialoge [sic!] [...] der in abwandlungen oft so aussieht:

    " oh hallo!" "hallo!" "lange nicht gesehen. bist du wieder in xy?" "nee, nee bin bloß mal ein paar tage bei meiner family." "achso, und was machst du jetzt so?" "ach naja, bin jetzt in xy. hab' da nen job an der uni bekommen. die diss ist letztes jahr fertig geworden und nächstes jahr gehts für 2 jahre in die staaten für 'nen post-doc." "und was machst du so?" "naja, hab nach der schule erstmal 2 kinder bekommen und letztes jahr meine ausbildung im einzelhandel fertig gemacht!" "oh, 10 jahre nach dem abi - da muss man ja echt motiviert sein um dann nochmal anzufangen?" "naja, geht so. aber irgendwo muss die kohle ja her kommen." " stimmt, hast recht...aber einzelhandel ist ja zukunftsträchtig, einkaufen müssen die leute ja immer." " ja, hast recht. können ja mal nen kaffee trinken, wenn du wieder hier bist und über alte zeiten quatschen - kannst dich ja melden." "klar, bin nächsten sommer in xy - hab' da ne konferenz übers wochenende und ist ja alles nur eine halbe zugstunde weg."

    und wenn man dann in die augen des gegenüber blickt, sind das dann die momente in denen man weiß, dass man das ganze mobbing nicht umsonst ertragen hat und weiß, [...] die leute, die man später trifft und die ein gewisses niveau haben, scheren sich um den mist, den irgendwelche kleingeister verbreten nicht.....
    Schade, von einem Menschen, der seinen kosmopolitischen Geist so hervorhebt und das Wort "Niveau" in den Mund nimmt, hätte ich mehr erwartet.
    "Auge um Auge, Zahn um Zahn" - ein Hoch auf die geistige Elite Deutschlands! :D
    Wer seine Wichtigkeit auch noch versucht mit akademischen Konferenzen (gähn) und seinem Wegzug in eine weit entfernte, große, tolle Stadt (uuuuh, da ist der kosmopolitische Geist wieder) zu unterstreichen, ist für mich persönlich ebenso ein kleines Licht ;)
    Als Akademiker_in sind Sie vielleicht fachlich kompetent; aber als Mensch fallen Sie wohl eher durch.
    Hinzu kommt, dass ihr Beitrag schlichtweg undifferenziert ist. Es soll Menschen geben (und zum Glück gibt es sie), die sich gerne dazu entscheiden in der Heimat zu bleiben, sesshaft zu werden und eben auch Kinder kriegen und vielleicht nicht nach den ach-so-tollen hohen akademischen Weihen streben. Es muss Sie ja auch jemand bei Aldi abkassieren.

    Zu der Mobbing-Geschichte: Es ist nicht nur ein Phänomen in Schulen, obiges Beispiel zeigt, dass auch "Erwachsene" wider besseren Wissens mobben. Selbst wurde ich auch einige Zeit in der Schule gehänselt. Es waren zwar keine schönen Schuljahre, aber ich habe es überlebt. Rache- oder Sühnegelüste gegenüber den damaligen "Tätern" habe ich keine. Immerhin habe auch ich schon Menschen schlecht behandelt - homo homini lupus ;)

    In diesem Sinne ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest :D
  5. #64

    Aus dem Täter wurde selbst das Opfer.

    Und zwar bald nach einer Neuzusammenstellung der Klasse, wie sie jedes Schuljahr aus den Sitzenbleibern der früheren und der Klasse davor stattfindet, daraufhin in meiner zugehörigen "Mini-Clique" selbst zum Opfer.

    Die Mischung aus den Menschen/Schülern ergibt neben anderen Faktoren wie den persönlichen Charaktereigenschaften das Potential selber gemobbt zu werden.

    An meine Opfer erinnere ich mich aus heutiger Sicht an meine durchweg herablassende Haltung ihnen gegenüber. Es waren immer schwächere Mädchen, welche eben "anders" aussahen – zu groß oder zu dünn, Brillenträgerin, oder zu dick … was weiß ich wieviele Gründe ich frei erfunden habe, um auf sie loszugehen und verbal einzuhacken.

    Dabei war die Liebe und Fürsorge in meinem Elternhaus längst zerrüttet und ruiniert. Auch lernte ich früh als ABC-Schütze nicht unbedingt kräftig genug zu sein um über andere mit körperlicher Gewalt zu dominieren. Ich bekam ordentlich Dresche von einem Jüngeren und hatte mich bei meinem vermeintlich schwächer eingestuften Opfer ordentlich verkalkuliert.

    In der Blütezeit meiner Pubertät wendete sich das Blatt über Nacht und ich wurde nun Opfer für qualvolle 3 Jahre. Noch dazu waren es meine beiden besten Kumpels, die mich nun drangsalierten. Ich war viel zu feinstofflich und introvertiert mich mit meiner Pein zu äußern. Einmal jedoch gestand ich es meinem Vater, der die Sache aber natürlich mit der gereifteren Brille sah und mir zu sprach: "Das nächste mal, wenn sie dich piesacken, sagst: Was juckt es eine große Eiche, wenn sich eine Sau an ihr reibt."

    Gesagt, getan. Ohne Erfolg. Im Gegenteil, schien es noch weiterer Zündstoff zu sein. Auch defensive Gewalt brachte mich nicht weiter – ich habe es durchaus versucht und bin daran gescheitert, weil ich eben nicht unbedingt ein "Bully" war. Auch als ich nach einem handgreiflichen Scharmützel mit dem beiden einen ordentlich aus Versehen in seine Familienjuwelen getreten habe, gab es keine Ruhe.

    Ruhe gab es erst, als beide ihre "Ehrenrunde" drehen durften und das Klassenziel nicht erreichten. Mein soziales Umfeld und Lebensqualität änderte sich schlagartig.

    Dennoch erwischten mich die beiden in der Blütezeit meines Lebens und schlugen mir zusätzlich tiefe seelische Wunden an denen ich heute noch beiße.

    Natürlich hat sich alles zum Guten in meinem Leben entwickelt, aber als ich auf Facebook vor kurzem einem meiner Peiniger virtuell wiederbegegnete, war viel von der angestauten Wut in mir da. Oft dachte ich mir, wenn wir uns noch einmal begegnen würden, ich würde ihm kommentarlos die Fresse polieren.

    Aber genau hier lauert die Gefahr der Entmenschlichung: Es ist erstens nicht mehr als eine kurzfristige Genugtuung mit zweitens viel schwierigen und nachhaltigeren Folgen.

    Menschen bauen nun mal gerne Mauern und Trennungen untereinander auf. Sie verlieren den Respekt untereinander und vergessen das, was sie eigentlich "eint". Kinder und Jugendliche kennen diese Zusammenhänge noch nicht, wenden aber Respektlosigkeit als vermeintlichen Erfolg der Dominierung oder Durchsetzung ihrer Wünsche schon an – Dafür muss man nichts tun, die Respektlosigkeit kommt völlig von alleine. Und mit erwachseneren Menschen ist es ebenfalls nicht besser bestellt. Für Empathie muss man jedoch etwas tun und dies gilt es als Mensch zu lernen.

    Gewalt mit Gegengewalt in meinem Fall zu begegnen ist keine Alternative für mich. Aber ich habe Gesprächsbedarf und werde irgendwann mit ihm darüber reden oder zur Rede stellen. Denn zum Verzeihen ist es (auf beiden Seiten) nie zu spät im Leben!
  6. #65

    Zitat von some1doe Beitrag anzeigen
    Ich bin da gleicher Meinung wie ein Forist hier. Mobbing führt in Verknüpfungit anderen Gesichtspunkten des Schulalltags dazu, das labile Seelen einknicken und ausrasten KÖNNEN. Ich habe es auch selbst erlebt. Mit 16 fing ich an selbst Musik aufzunehmen, was dann dazu führte, dass ich in von vielen Jungs wohl als Zielscheibe angesehen wurde. Naja, hätte ich damals die Möglichkeit gehabt, an Schusswaffen zu gelangen, ich wüsste nicht, was passiert wäre. Statistisch ist da zwar kein Zusammenhang nachzuweisen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass dort Verknüpfungen gegeben sind. Unter diesem Gesichtspunkt, sollte das Mobben ganz oben auf der Agenda unserer Schulpolitik stehen. MfG Some1
    Ganz ehrlich, so gewisse "Rachegedanken" sind mir nicht fremd. Gewalttätig war und bin ich zwar nicht und ich hatte auch keinen Zugriff auf irgendwelche Waffen. Allerdings weiss ich nicht, was passiert wäre, wenn es anders gewesen wäre. Aus meiner damaligen Sicht heraus hätte ich durchaus mit erheblichen Folgen ausrasten können. Meine vorige Ansage zur Gegengewalt ist dahingehend auch nicht so richtig, dass weiss ich.
    Nur das ist der Konflikt, der in einem brodelt und somit einen droht, zu zerreissen. Wahrscheinlich lachen die meisten Menschen darüber, denn die stehen ja natürlich darüber. Die würden niemals solche Gedanken und Emotionen verspüren oder die können damit immer toll umgehen. Ich hab allerdings die Erfahrung gemacht, dass es ziemlich egal ist, wie vermeintlich intelligent man so ist. Das Wissen, dass Gewalt keine Lösung bringt, hält nicht zwangsläufig die Emotionen auf, die drohen, dahinter durchzubrechen.
    Das allein mag alles harmlos klingen, aber tückisch wirds dann, wenn noch weitere ungünstige Umstände zusammenzutreffen. Dann könnten sich durchaus solche Tragödien abspielen, wie sie in letzter Zeit häufiger medial präsentiert werden.
  7. #66

    jau

    Zitat von wahlossi_80 Beitrag anzeigen
    Ooooh ja, viiiiel besser!!! Das Ergebnis haben wir ja kürzlich in Newton, USA gesehen.
    Ich halte es mich Jesus, dessen Geburtsfest inzwischen zu einem perversen Konsumwahn deformiert ist, der uns von völliger Gewaltlosigkeit überzeugen wollte.
    Newton? So ein Unsinn.

    Gestörten Mobbern gegenüber funktioniert kein Appeasement. Die verstehen nur eine Sprache.

    Beim Bund versuchte auch mal wer, mich zu mobben.

    Ich führte dann einen kleinen, privaten "Code Red" an ihm durch, dann war nachhaltig Ruhe, weil der Gute dann plötzlich Bammel vor mir hatte. :)

    Man kann von Jesus vieles lernen... vom Vietcong aber auch.
  8. #67

    Zitat von OiMEL Beitrag anzeigen
    Schade, von einem Menschen, der seinen kosmopolitischen Geist so hervorhebt und das Wort "Niveau" in den Mund nimmt, hätte ich mehr erwartet.
    "Auge um Auge, Zahn um Zahn" - ein Hoch auf die geistige Elite Deutschlands! :D
    Wer seine Wichtigkeit auch noch versucht mit akademischen Konferenzen (gähn) und seinem Wegzug in eine weit entfernte, große, tolle Stadt (uuuuh, da ist der kosmopolitische Geist wieder) zu unterstreichen, ist für mich persönlich ebenso ein kleines Licht ;)
    Als Akademiker_in sind Sie vielleicht fachlich kompetent; aber als Mensch fallen Sie wohl eher durch.
    Hinzu kommt, dass ihr Beitrag schlichtweg undifferenziert ist. Es soll Menschen geben (und zum Glück gibt es sie), die sich gerne dazu entscheiden in der Heimat zu bleiben, sesshaft zu werden und eben auch Kinder kriegen und vielleicht nicht nach den ach-so-tollen hohen akademischen Weihen streben. Es muss Sie ja auch jemand bei Aldi abkassieren.

    Zu der Mobbing-Geschichte: Es ist nicht nur ein Phänomen in Schulen, obiges Beispiel zeigt, dass auch "Erwachsene" wider besseren Wissens mobben. Selbst wurde ich auch einige Zeit in der Schule gehänselt. Es waren zwar keine schönen Schuljahre, aber ich habe es überlebt. Rache- oder Sühnegelüste gegenüber den damaligen "Tätern" habe ich keine. Immerhin habe auch ich schon Menschen schlecht behandelt - homo homini lupus ;)

    In diesem Sinne ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest :D
    Da kann ich Ihnen zustimmen, es ist natürlich eine gewisse Denke, die in dem betreffenden Beitrag mitschwingt und welche keinesfalls positiv bewertet werden kann. Wobei mir tatsächlich auch schon aufgefallen ist, dass fast alle "Mobbingpersönlichkeiten" aus meiner Schulzeit sehr verwurzelt sind in ihrer Heimat. Dies könnte wiederum darauf hindeuten, dass eben genau diese Leute sich nicht aus ihrem gewohnten Umfeld heraustrauen und diese Ängste durch eben Mobbing auf andere projezieren müssen.
  9. #68

    Mob

    Zitat von Eviathan Beitrag anzeigen
    Newton? So ein Unsinn.

    Gestörten Mobbern gegenüber funktioniert kein Appeasement. Die verstehen nur eine Sprache.

    Beim Bund versuchte auch mal wer, mich zu mobben.

    Ich führte dann einen kleinen, privaten "Code Red" an ihm durch, dann war nachhaltig Ruhe, weil der Gute dann plötzlich Bammel vor mir hatte. :)

    Man kann von Jesus vieles lernen... vom Vietcong aber auch.
    Ein Einzelner kann dich dissen, aber mobbing kommt von Mob und das ist immer eine Gruppe.

    Das ist doch das Problem schulischer Verfolgung von Mobbing-Vorfällen. Um disziplinarisch vorgehen zu können, muss ich jedem einzelnen beteiligten seine individuellen Beiträge zum Mobbing nachweisen können. Ohne dass die Mobbingopfer die meist im virtuellen Raum geposteten Beiträge dokumentieren (ausdrucken), gibt es keine Handhabe, da ansonsten immer Aussage gegen Aussage steht. letzteres wissen die Mobber, die ja den Rückhalt der Gruppe haben, nur zu genau. Deshalb passiert dann ja auch nichts, Schule ist in solchen Fällen so hilflos wie das Mobbingopfer selbst. Nur Schule kann diese Hilflosigkeit nicht zugeben, also sieht man nix, weil dann auch nix ist.
  10. #69

    Sitzenbleiber sind oft ein Problem

    In meiner Jugend (an einer reinen Jungenschule) war Mobbing oft die Terrorherrschaft der Doppelsitzenbleiber. Z.B. in einer Klasse von überwiegend 11 bis 12-Jährigen hat man einige lernferne 13 bis 14-Jährige. Wenn sich drei davon zusammenschließen, dann hatte der Rest der Klasse schon rein kräftemäßig kaum noch eine Chance.
    Aber um des leichteren Sieges wegen, gingen diese dann meist nur zu mindestens 6-8 auf einzelne 11-Jährige los. Jeder Sieg verschaffte denen einen Adrenalinkick, und das kann, wie man heute weiß, süchtig machen.
    Was mich aus heutiger Sicht verwundert, ist dass die Lehrer nicht stärker eingriffen. Der harte Kern waren eigentlich nur 3-5 Mobbinganführer in der Jahrgangsstufe, dazu mehrere Nebentäter und viele Mitläufer. Engagierte Junglehrer wurden von denen so getriezt, bis diese Lehrer nur noch Dienst nach Vorschrift machten und zur Vergeltung auf klassenweite Strafen setzten – die die Mobber selbst aber oft einfach nur ignorierten.
    Es entstand ein sehr lernfeindliches Klima. Sport galt als Top, weil die Mobber dort als Klassenälteste körperlich überlegen waren. Die restlichen Fächer galten als Flop, und wer dort zu fleißig war als „Streber“, der gemobbt wurde. Mehrfach wurde von den Mobbern sogar zum „Lernstreik“ aufgerufen. Wer beim kollektiven Schuleschwänzen nicht mitmachen wollte, wurde terrorisiert. Offenbar akzeptierten die Eltern der Mobber hingegen deren mehrfaches Schulschwänzen – diese hatten also zu Hause am wenigsten zu befürchten.
    Der Terror endete weitgehend mit der Oberstufe – weil die meisten dieser lernschwachen Schüler dann abgingen. Die psychischen Narben hingegen blieben: Unter solchen Umständen verliert man leicht dauerhaft den Glauben an die Menschheit, insbesondere wenn das Mobbing über mehrere Jahre läuft,