Infratest-Umfrage: Mehrheit der Deutschen gegen Beschneidungsgesetz

DPAFür den Bundestag ist die Angelegenheit erledigt, für das Volk noch nicht: Laut einer repräsentativen Studie ist die Mehrheit der Deutschen nicht einverstanden mit dem jüngst verabschiedeten Gesetz zur Beschneidung von Jungen.

Studie: Mehrheit der Deutschen gegen Beschneidungsgesetz - SPIEGEL ONLINE
  1. #440

    Ab dafür!

    Ich frage mich hierbei nur, ob der Bundestag ebenso entspannt mit der Situation umgehen würde, wenn irgendein anderer privater Verein (ja, Kirchen sind für mich und, btw, den Staat nichts anderes als ein Privatverein) fordern würde das alle Rüden oder Kater beschnitten/dekupiert/rasiert werden müssen, um als echte Vertreter ihrer Art durchgehen zu können. Der Tradition halber.
    Ich glaube, die Argumentationsbasis dafür wäre ebenso überschaubar wie die der bekannten Religioten (jeder Couleur), der Aufschrei in der Bevölkerung aber doch um einiges lauter!
    Die Beschneidung von weiblichen Säuglingen lasse ich jetzt mal ganz außen ( Geschlechtsverstümmelung ist Geschlechtsverstümmelung, oder??!)
  2. #441

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für den Bundestag ist die Angelegenheit erledigt, für das Volk noch nicht: Laut einer repräsentativen Studie ist die Mehrheit der Deutschen nicht einverstanden mit dem jüngst verabschiedeten Gesetz zur Beschneidung von Jungen.

    Studie: Mehrheit der Deutschen gegen Beschneidungsgesetz - SPIEGEL ONLINE
    Gab es überhaupt eine Partei, die sich für das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit für Jungen eingesetzt hat ? Leider nicht, weil Kinder eben nicht wählen dürfen und daher uninteressant sind.
  3. #442

    Zitat von monty54 Beitrag anzeigen
    Ich habe einen guten Bekannten, der sich aus gesundheitlichen Gründen beschneiden ließ. Der würde es gerne rückgängig machen lassen.
    Die meisten meiner Kollegen in den USA sind beschnitten. Sie beklagen sich nicht, denn sie kennen es nicht anders. Es sind eher die Kolleginnen die ihnen zu denken geben weil sie unbeschnittene Penisse bevorzugen. Die Vorhaut macht die Penetration sanfter und man braucht weniger Gleitmittel.

    Wer einem Mann die Vorhaut nimmt verstümmelt ihn. Ich kann nicht begreifen wie der deutsche Bundestag so etwas legalisieren konnte. Jetzt kann man mal wieder nur auf das Bundesverfassungsgericht hoffen.
  4. #443

    Jeden Tag das Gegenteil

    Zitat von Dr.W.Drews Beitrag anzeigen
    Wir haben eben keine direkte Demokratie. Repräsentativ bedeutet eben,daß die Abgeordneten de facto nach dem Wohl ihrer Partei und dem Wohl der stärksten Lobby abstimmen. Zudem darf man sie ja auch noch straflos bestechen. Ich rufe also jeden Bürger zu Geldspenden an "seinen" Abgeordneten auf um die Volksvertreter die Entscheidung in Richtung seiner Wähler zu erleichtern
    Bei der Euro-Rettung gabs auch keine Mehrheiten! Auch nicht bei vielen Bundeswehreinsätzen,etc...
    Man muss die Frage stellen dürfen, ob es sich bei solchen Entscheidungsmechanismen überhaupt um eine Demokratie handelt; den Grundgedanken der Demokratie (Volksherrschaft) trifft ein System jedenfalls nicht, wo die Politiker in ihren Entscheidungen, die das Leben jedes Einzelnen betreffen, sich eher von Interessenverbänden leiten lassen als von der Mehrheit in der Bevölkerung oder vom Gemeinwohlgedanken. Ohne Frage - wir haben keine Diktatur. Aber von einer Demokratie, so wie sie eigentlich gedacht ist, kann eigentlich nur partiell gesprochen werden. Wie stark sich die Politik von übergeordneten Zwängen - und wie wenig vom Interesse der Staatsbürger - leiten lässt, zeigt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum ESM; dabei ist egal, ob man diesem Urteil persönlich folgen kann oder nicht: klar ist doch, dass die Mehrheit der Bundesbürger dagegen war, dass dies zudem ein verfassungsrechtlich höchst umstrittener Vorgang war und dass dadurch zudem der fatale Eindruck entstanden ist, die Justiz, ja selbst die obersten Verfassungsrichter, könnten nicht unabhängig in ihren Entscheidungen sein. Das Beschneidungsurteil ist nur ein weiterer Teil, der diesen Eindruck verstärkt, bestimmt nicht einmal der bedeutendste. Vielleicht sollte die Politik einfach ehrlich sein und erklären, dass wir keine wirklich echte Demokratie (im Sinne der Ideen der Aufklärung) haben - aber immerhin noch eine Staatsform, die den Alternativen in jedem Fall vorzuziehen wäre. Besser jedenfalls als immer diese absurde Idee hochzuhalten, die Bevölkerung könne irgendwo irgendwie entscheidend mitbestimmen - und jeden Tag wird dann wieder das Gegenteil bewiesen.
  5. #444

    Zitat von ObackoBarama Beitrag anzeigen
    Aber nehmen wir es an, man würde sie in Deutschland verbieten. Was würde das ändern? Wer kontroliert das? Sollen die deutschen Sicherheitskräfte, Moscheen, Synagogen oder die Wohnungen der Muslime und Juden überwachen und gegebenenfalls stürmen und eine Beschneidung abbrechen? Wie sähe das aus? Denn die meisten werden eh nicht in Krankenhäusern durchgeführt.
    Vieles was verboten ist wird trotzdem gemacht. Nur weil man die Einhaltung eines Gesetzes nicht hundertprozentig überprüfen kann soll man auf ein Gesetz zum Schutz der Kinder verzichten?
  6. #445

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für den Bundestag ist die Angelegenheit erledigt, für das Volk noch nicht: Laut einer repräsentativen Studie ist die Mehrheit der Deutschen nicht einverstanden mit dem jüngst verabschiedeten Gesetz zur Beschneidung von Jungen.

    Studie: Mehrheit der Deutschen gegen Beschneidungsgesetz - SPIEGEL ONLINE
    Wow, das heißt die Mehrheit der Deutschen findet es nicht gut das wir eine sexistische Gesellschaft haben?
  7. #446

    Zitat von lustro Beitrag anzeigen
    will der Spiegel eigentlich noch die Unwissenheit über die rituelle Bedeutung der Beschneidung weiter streuen und und damit potenzieren?
    Bedenken Sie doch einfach mal, dass nur in Deutschland (vielleicht sollte man sogar sagen, "gerade in Deutschland auch noch") es Einwände gegen die rituelle Beschneidung gibt. Sonst nirgendwo in der Welt!
    Leider Blödsinn, selbst in Isreal gibt es Gruppen die dagegen agieren.
  8. #447

    das muß man mir erklären...

    ich sehe mich schon als "normal intelligenten" Mitteleuropäer an aber das verstehe ich nicht so ganz. Im GG ist verankert "die körperliche Unversehrtheit ist unantastbar" oder so ähnlich. Hühnerschnäbel, Welpenohren bzw. Welpenschwänze dürfen per Gesetz nicht kupiert/beschnitten werden, nicht das der Eindruck entsteht ich wäre dafür, natürlich nicht...aber...Jungen im Babyalter dürfen per Gesetz beschnitten werden. Bitte erklär mir das "Einer".
  9. #448

    War das jetzt ironisch gemeint?

    Zitat von RioTokio Beitrag anzeigen
    Was soll das Gejammer hier.
    Es ist der freie Wille dieser Menschen so zu handeln.
    Eltern formulieren diesen Willen bei Minderjährigen.
    Für religiöse Menschen ist die Sache eben Pflicht.
    Der Gesetzgeber kann Vorschriften zur professionellen, möglichst schmerzfreien Umsetzung machen.
    Ist geschehen.
    Ein guter Kompromiss wurde gefunden.
    Ist doch erfreulich...
    Was wurde für ein Kompromiss gefunden?

    Eltern fürfen zum Glück ihre Kinder nicht piercen oder tätowieren lassen, auch wenn sie diesen Willen formulieren.

    Und von professioneller Umsetzung kann auch nicht die Rede sein. Wenn man hier schon unbedingt das Menschenrecht auf dem Altar religiöser Riten opfern muss, warum dann wenigstens nicht im OP mit Chirurg und Narkose? Das würde ich jetzt gerade noch als einen Kompromiss verstehen.
  10. #449

    Sehen Sie,

    und ich kenne einige, die es sehr gerne ungeschehen machen würden, wenn es ginge, denn sie haben die Beschneidung äußerst traumatisch erlebt. Es geht aber gar nicht darum, etwas rückgängig zu machen, sondern darum, dass Genitalverstümmelung in unserem Land mindestens so hart bestraft werden sollten wie Ohrfeigen, aber während letztere strafbar sind, geht die Genitalverstümmelung straffrei durch und das Grundrecht kleiner Jungen auf körperliche Unversehrtheit ist in der Tonne gelandet. Das ist der Skandal!