Rücktritt des italienischen Premiers: Monti-Nachfolger eilig gesucht

DPAMinisterpräsident Monti hat seinen Rücktritt eingereicht, Italien steuert auf Neuwahlen im Februar zu. Staatspräsident Napolitano trifft sich schon heute zu Beratungen mit den Bossen der großen Parteien, Monti will sich am Sonntag erklären. Tritt er doch noch einmal an?

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-874456.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ministerpräsident Monti hat seinen Rücktritt eingereicht, ...
    Warum eigentlich? Gibt es hierfür einen sachlichen Grund?
  2. #2

    Da muss

    "Deutschland kümmert sich über Europa in sehr effektiver Weise um seine Interessen", sagte Cicchitto

    Da muss ich mich aber beeumeln. Meint er damit, das die Geldüberweisungen zu den PIIGS in Interesse der deutschen Steuerzahler ist. Ich Glaube das eher nicht.
  3. #3

    Verstehe ;-)

    Wer für Bersani ist, ist nicht etwa für ihn weil er dessen politische Programm gut findet oder weil er einfach nicht will, dass das Land entweder von einem Medienmogul oder vom größten Industriellen des Landes durch dessen Handpuppe Monti regiert wird, nein, für Bersani ist, wer nationalen Verrat begehen möchte und das Land an Deutschland verschachert... *lol* Der Wahlkampf in Italien wird noch alles toppen was wir je gesehen haben - 1000mal besser als Obama gegen Romney wird das ;-)
  4. #4

    Berlusconi idealer Kandidat

    Berlusconi stellt hier den idealen Kandidaten dar: Nur mit ihm kann das europäische Kasperletheater möglicherweise sogar für ein Bambi oder gar einen Oscar nominiert werden.

    Vor allem: was wäre, wenn Europa gar nichts mehr zu lachen hätte?
  5. #5

    Berluska is ä Mogelpackung

    tut genau das Gegenteil von dem er spricht , einmal gewüsst bleibt man von ihm Fern.
    The Italians wissen es langsam , der Wirbel nutzt nur noch der Presselandschaft , und er weisst es für sich zu nutzen , also Doppelnutzung hält länger .
  6. #6

    Regierungskrise?

    In Italien gibt es keine Regierungskrise. Die Legistlaturperiode endet sowieso. Ob nun im Februar oder im März gewählt wird macht keinen Unterschied. Berlusconi hat eben kurzfristig entschieden den Wahlkampf aus der Opposition zu machen und Monti ist zurückgetreten um den Schwarzen Peter zurückzugeben. Mit Erfolg. Alle einigermaßen seriösen Politiker der Berlusconipartei haben diese inzwischen velassen, Frattini, Tremonti, Crosseto, Meloni usw. Geblieben sind ihm ein paar Showgirls. Eine wichtige Rolle wird Berlusconi nur noch in den deutschen Feuilletons spielen.

    Italien hat vorraussichtlich den neuen Ministerpräsidenten schon gefunden: Pier Luigi Bersani. Der vielleicht so schlau sein wird Monti zum Finanzminister zu machen. Die deutschen Medien könnten sioch langsam mal an den Namen gewöhnen. Auch wenn er seiner gleichaltrigen Frau treu ist und auch sonst alles andere als ein Partytyp, also für Medien wie den Spiegel sterbenslangweilig ist.

    Gruß aus Rom
  7. #7

    Alte und Neue Römer

    In der alten römischen Republik, die mit kleinen Unterbrechungen fast 450 Jahre Bestand hatte, war es üblich, das regierende Konsuln-Duo jedes Jahr auszuwechseln. Wiederwahl war ausgeschlossen.
    Nach den Erfahrungen mit Mussolini erinnerte man sich in Italien an dieses Prinzip und erlebte nach 1945 ungefähr ebenso viele Jahre wie Regerungen. Nur die Mafia-Organisationen, welche die Hälfte des Landes beherrschen, zeigen größere Konstanz auf ihren Führungsebenen.
  8. #8

    Die Überschrift müsste lauten: Napolitano Nachfolger gefunden

    Monti ist doch ein alter Brüsseler Opportunist und tritt jetzt zurück um sich rechtzeitig als Nachfolger von Napolitano in Position zu bringen.

    Monti´s Verdienst war sicher die Rückkehr der Italiener in die Staatengemeinschaft. Aber ansonsten hat er nur Steuern und Abgaben erhöht und wichtige Reformen aufgeschoben ... wer Staatspräsident werden möchte kann sich nicht mit bestimmten Interessengruppen anlegen.

    Der Wahlkampf wird sicher lustig und erhellend: Grillo der Komiker, Berlusconi der Clown und dazwischen Bersani der Humorlose. In der Nebenrolle ein selbstverliebtes, unkritisches und opportunistisches Volk.

    Meine Wette: Monti wird zur Parlamentswahl nicht mehr antreten.
  9. #9

    zweischneidig

    Zitat von idealist100 Beitrag anzeigen
    "Deutschland kümmert sich über Europa in sehr effektiver Weise um seine Interessen", sagte Cicchitto

    Da muss ich mich aber beeumeln. Meint er damit, das die Geldüberweisungen zu den PIIGS in Interesse der deutschen Steuerzahler ist. Ich Glaube das eher nicht.
    Na ja, hat Deutschland nicht auch ein Interesse daran, dass die eigenen Banken, die die Kredite gegeben haben, nicht kaputt gehen?

    Begrüßen wir es zudem nicht, dass der Staat derzeit für neue Schulden nur äußerst niedrige Zinsen zahlen muss, weil derzeit alles in den Stabilitätsanker Bundesrepublik investieren möchte? (Erwächst uns daraus nicht ein kleiner Vorteil?)

    Hat unsere Regierung in zurück liegenden Jahren etwa nicht zugestimmt, dass durch deutsche Firmen teure Rüstungsgüter an Griechenland verkauft werden durften, obwohl klar war, dass sich dieses Land hoffnungslos in den Schuldensumpf reitet?

    "Geldüberweisungen" werden es erst dann, wenn Deutschland auf seine Kredite verzichtet. Bis dahin tritt es als genauso unbarmherziger Gläubiger auf, wie alle anderen. Zudem liegen im Interesse des deutschen Steuerzahlers nicht nur die Finanzen, sondern auch Frieden und Wohlstand in Europa. Um dies zu erreichen, müssen alle in Europa an einem Strang ziehen und vernünftige, maßvolle Politik betreiben, die manchmal auch unpopulär sein kann.

    Die Alternative wäre, wieder alles nur aus der nationalen Sicht zu sehen, was einen Rückschritt ins 19. Jahrhundert bedeuten würde. Das wäre sehr schade.