Schlüsselloch-OP: Üben in der Box statt im Patienten

CorbisWenn Ärzte zum ersten Mal durchs Schlüsselloch operieren sollen, wird es heikel: Das Hantieren mit langen Stäben, die in kleinen Löchern im Körper des Patienten verschwinden, ist kompliziert. Lübecker Ärzte haben jetzt eine günstige Übungsbox für den Nachwuchs entwickelt.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-873997.html
  1. #1

    Alter Hut

    Sogenannte Lap-Trainer gab es schon vor 20 Jahren. Die Dreistigkeit der Lübecker "Chirurgen", das jetzt als eigene Idee zu verkaufen ist atemberaubend. Avanti, Dilettanti!
  2. #2

    Oh!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenn Ärzte zum ersten Mal durchs Schlüsselloch operieren sollen, wird es heikel: Das Hantieren mit langen Stäben, die in kleinen Löchern im Körper des Patienten verschwinden, ist kompliziert. Lübecker Ärzte haben jetzt eine günstige Übungsbox für den Nachwuchs entwickelt.

    Schlüsselloch-OP: Lübecker Chirurgen üben endoskopisch zu operieren - SPIEGEL ONLINE
    Wie, jetzt erst ???!!?? Ich dachte, die ham schon von Anfang an nen Simulator! Na toll, war ich also bis jetzt nur Übungsobjekt für Anfänger und weiss jetzt, bei wem ich mich für die zweite Harnröhre bedanken darf!
  3. #3

    Alter Hut?

    Die Lübecker haben behaupten nicht es erfunden zu haben. Man sollte schon verstehen was man liest! Zitat aus dem obigen Artikel: "Neu an der Toolbox ist vor allem, dass die Lübecker Ärzte alles aus einer Hand günstig anbieten: Sie haben nicht nur die Box gebaut, sondern auch ein passendes Lernkonzept inklusive Anleitungsvideos entwickelt." Wir sollten Menschen die Ideen haben und diese für andere Menschen umsetzten den nötigen Respekt entgegen bringen. Und nicht ideenlose Kommentare schreiben.
  4. #4

    Recherche

    scheint auch beim SPIEGEL wieder zu entdecken sein. "Eine hervorragende Erfindung die sie da gemacht haben, junger Mann und in den letzten 20 Jahren hat sie auch keiner mehr gemacht"....
  5. #5

    Marktversagen

    Wenn die Lübecker mit ihrer Box am Markt Erfolg haben, dann Glückwunsch! Dann müssen sich die Geräte/Nahtmaterialhersteller wirklich fragen, wie sehr sie den Bedarf verpennt haben. Laparoskopische Übungen wie die Beschriebenen habe ich vor 14 Jahren schon mal an einem Computersimulator mit einer solchen Box probiert.

    Vielleicht ist da zu sehr auf die Bindung an die Produkte geachtet worden oder Geld wurde als nebensächlich betrachtet...

    Dass verlängerte OP-Zeiten das Risiko von Infektionen steigern, ist nur eine Seite. Unsichere Handhabung steigert das Risiko von Fehlern insgesamt.
    Vor allem aber ist OP- und Chirurgenzeit im Gesundheitswesen ein Kostenfaktor, der mit dem Spritverbrauch von Passagierflugzeugen verglichen werden kann: Ein OP ist ein riesiges Logistikgebilde mit extremen Kosten.
    Einen langsamen Operateur können sich Krankenhäuser bei dem bestehenden Kostendruck schlicht nicht leisten, Standardeingriffe müssen schnell gehen, der nächste Patient wartet schon.
  6. #6

    Nachtrag

    Interessant und anspruchsvoll wird es, wenn statt einer starren 3d-Simulation erste Ansätze verfolgt werden können, wie sich endoskopische Instrumente in Körpergewebe benehmen. Denn Gewebe ist elastisch, dehnt sich, spannt, bewegt sich vielleicht auch noch, reagiert aber auch plastisch. Wenn es den Lübeckern gelänge, hierfür eine rechnerische Umgebung mit ansatzweise ähnlichen Eigenschaften zu schaffen, wäre der Übungsnutzen ungleich höher.