Umstrittene Personalpolitik: Hungerlohn im Cockpit

dapdTraumberuf Pilot? Das war einmal. Auf Air Berlin-Flügen werden Cockpitbesatzungen immer häufiger zu extrem niedrigen Gehältern beschäftigt. Manchen Kopiloten bleibt wenig mehr als das Existenzminimum.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-874150.html
  1. #200

    Zitat von SchneiderG Beitrag anzeigen
    Es geht um díe Kopiloten und nicht um die Piloten (Kapitäne).

    Und was die Verantwortung (des Piloten, nicht des Kopiloten) HOCH anbetrifft, 98% macht der Automat.
    Das mit der Verantwortung haben Sie anscheinend nicht begriffen. Es ist egal, wieviel schon automatisiert wurde. Das mindert in keinster Weise die Verantwortung! Übrigens tragen auch beide Piloten die Verantwortung.
  2. #201

    Ich mache diesen Run auf Billig aus Prinzip nicht mit.
  3. #202

    Die Vergleiche sind wohl fehl am Platz

    Ich glaube nicht, dass nur ein Student 75.000 Euro an Studiengebühren gezählt hat. Und Lebenshaltungskosten - die hat ein Flugschüler auch.
    Desweiteren, ich respektiere jeden Busfahrer, aber es gibt einen kleinen Unterschied zum Piloten. Ein Bus - bewegt sich nicht mit 900 km/h im 3D-Raum und stürzt nicht ab, wenn sie die Geschwindigkeit um - 50 km/h nich einhalten. In der Luft gibt es auch keine Seitenstreifen. Eine Besatzung ist vor dem Arbeitgeber, Gesetz und ihrem Gewissen für Werte in zwei-dreistilliger Millionenhöhe verantwortlich. Und Entscheidungen, die routinemäßig getroffen werden - haben grob Geldwert von mehreren zehn Tausend Euro pro Tag. Von Personalführung ganz zu schweigen. Einen Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens mit vergleichbarer Verantwortung, bei weit weniger Zeitdruck müssten sie erst finden.
  4. #203

    Sorry, aber ich kann sie nicht verstehen...

    Zitat von chloratum Beitrag anzeigen
    Ist schon traurig was manche Leute hier von sich geben. Ich bin selber Kapitän in Regionalverkehr. Unterbezahlt, aber zum Glück nicht so unterbezahlt wie bei LGW.
    Der Beruf ist anspruchsvoll und fordernd. Jeder der was anderes behauptet hat keine Ahnung. Wir fliegen bei Wind und Wetter 365 Tage im Jahr, bei Schneesturm, Gewitter, am Tage, in der Nacht, Weihnachten am Geburtstag deiner Frau, deiner Kinder. Viele weltweit, durch Zeitzonen, hunderte von Nächten durchgemacht. Arbeitstage über 10 Stunden? normal. Und wir Piloten bringen jährlich zig Millionen Menschen sicher an ihr Ziel. Die Bedingungen gehen leider immer weit in den Keller, hauptsache billig billig. Bis es knallt, dann ist das Geschreie wieder groß. Der größte Sicherheitsfaktor ist und bleibt ein gut ausgebildeter und trainierter Pilot. Computer können keine Entschedungen treffen. Und Entscheidungen müssen viele getroffen werden in der Luft, das ist Fakt. Mal eben rechts ran fahren und anhalten ist nicht. Und wie mein Fluglehrer immer sagte: DIE SCHWERKRAFT SCHLÄFT NIE UND DIE ERDE IST VERDAMMT HART.
    Die Technik untersützt uns aber mehr auch nicht. Genauso wie man heute in einem Auto von einer elektrischen Servolenkung und einem elektrischem ABS unterstützt wird. Fahren muss man die Kiste trotzdem noch selber.
    Sorry, aber ich kann sie nicht verstehen...

    Firmen, wie eine Airline, sind dazu da um Rendite für ihre Besitzer, bzw. Anteilseigner zu erwirtschaften.
    Ihr Lohn oder Gehalt ist Angelegenheit von freien Verhandlungen. Sollten sie zu wenig bekommen, so können sie beim Arbeitsamt Aufstockung beantragen.
    Wenn diese Regeln der Mehrheit der deutschen Bürger so nicht gefallen würden, dann hätten sie sich sicher eine andere Regierung gewählt, oder?
  5. #204

    Das war vorauszusehen

    Mehdorn paßt haargenau in die Liste Mißmanagement.
    Die BAHN hat er schon kaputtgemagement und jetzt die AirBerlin, die mal ganz gut gewirtschaftet hat.
    Manchmal denke ich, daß solche Leute zweifach verdienen, einmal vom Unternehmen, für das sie zuständig sind und nocheinmal bezahlt vom Wettbewerb, wenn sie die Unternehmen wie AirBerlin vernichten.
  6. #205

    Sicherheitsrisiko

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Traumberuf Pilot? Das war einmal. Auf Air Berlin-Flügen werden Cockpitbesatzungen immer häufiger zu extrem niedrigen Gehältern beschäftigt. Manchen Kopiloten bleibt wenig mehr als das Existenzminimum.

    Dumpingloehne im Cockpit von Air Berlin - SPIEGEL ONLINE
    33.000 pro Jahr ist zwar noch nicht Existenzminimum aber eine Schweinerei, eine Beleidigung und ein Sicherheitsrisiko für diesen Berufsstand.
    Wer bei einer Billigfluggesellschaft anfängt, hat in der Regel schon
    auf eigene Kosten die Ausbildung bis zur ATPL vollzogen, inklusive der vielen Flugstunden. Das dürften dann schon mal bis zu 60.000 Euro gewesen sein. Wer es genauer weiß, korrigiere mich.
  7. #206

    Alter Hut

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Traumberuf Pilot? Das war einmal. Auf Air Berlin-Flügen werden Cockpitbesatzungen immer häufiger zu extrem niedrigen Gehältern beschäftigt. Manchen Kopiloten bleibt wenig mehr als das Existenzminimum.

    Dumpingloehne im Cockpit von Air Berlin - SPIEGEL ONLINE
    Dies erzählte mir bereits vor Jahren ein Air-Berlin-Pilot: Viele Co-Piloten fliegen "umsonst", um ihr vorgeschriebenes Flugkontingent zu halten. Die Geschichten, die man auch sonst so aus dem Cockpit hört sind sicherlich zum großen Teil Fliegermannsgarn, zum teil aber auch erschreckende Realität.
  8. #207

    Zitat von WillausD Beitrag anzeigen
    Recht hast du! Aber als Studienabgaenger hast du keine 100 oder 200 Leute im Buckel wie Pilot und Kapitan. Die Verantwortung fuer einen Piloten ist vom ersten Tag an HOCH.
    Flugzeuge fliegen ist kein Hexenwerk, jeder halbwegs begabte kann nach 2 Jahren Ausbildung die dicksten Pötte steuern. Die Löhne sind zwar nicht der Brüller aber was bei einer bekannten dt. Airline gezahlt wird ist jenseits von Gut und Böse. Fliegen ist nicht billig, es war jahrzehntelang unverschämt teuer, Geld machen die alle mit Fracht und Business.
  9. #208

    Wie wahr, wie wahr

    Zitat von roadcrew Beitrag anzeigen
    Jeder hier denkt ja bloß an sich. Nur ich denke an mich...

    So ne Argumentation wie Ihre, achim1997, ist das, was Arbeitgeber genüsslich lesen. Jeder missachtet jeden und sieht sich als das eigentliche Opfer. Und so hacken wir tapfer aufeinander herum, merken grad noch, dass das Gehalt wieder nicht gestiegen ist und dass der Nachbar trotzdem doch zwei Cent mehr verdient. Grimmig kämpfen wir um Krümel.

    Aber dass die Lenker des Systems, die Manager zumindest ab der mittleren Ebene, unserer Lohnstagnation zum Trotz stetig höhere Gehälter absahnen, dass da oben die Torte steht, das merken wir nicht.

    Wir sollten alle die Köpfe heben und die eigentlichen Absahner in den Fokus nehmen. Da wir die Torte letzlich backen, sollten wir auch mehr davon kriegen. Es geht um Verteilungsgerechtigkeit und das erfordert ein Zusammenstehen.

    Aber die meisten sind ja schon zufrieden, wenn sie zwei trockene Krümel mehr kriegen als der Nachbar.

    Droben am Tortentisch lachen sie, hören Sie es auch?
    Wunderbar treffend und bildlich formuliert!
  10. #209

    Pilot != Nautiker

    Zitat von chloratum Beitrag anzeigen
    I Ich bin selber Kapitän in Regionalverkehr. Unterbezahlt, aber zum Glück nicht so unterbezahlt wie bei LGW.
    Wenn Du schon Solidarität einforderst, solltest Du bitte nicht einer ganz anderen Berufsgruppe zu nahe treten, die auch Solidarität nötig hat, indem Du deren Berufsbezeichning usurpierst. Du bist etwas völlig anderes als das, als was Du Dich bezeichnest.