Übersetzungshilfe: Was Bewerber schreiben - und Personaler verstehen

CorbisAttention - Interest - Desire - Action: Nach der alten Werbeformel sollte ein Anschreiben den Personalchef vom Bewerber überzeugen. Tatsächlich herrscht meist Argwohn - Irritation - Depression - Abwehr. Bewerbungsberater Gerhard Winkler weiß warum: Beide Seiten sprechen verschiedene Sprachen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-874341.html
  1. #1

    Gut, dann würde ich gerne mal Alternativen hören, wie man eine Bewerbung ohne einer dieser Floskeln schreiben soll
  2. #2

    Man liest zwar zwischen den Zeilen, aber das, was sie schreiben ist blödsinn. Ich habe selber genügend Leute eingestellt.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Attention - Interest - Desire - Action: Nach der alten Werbeformel sollte ein Anschreiben den Personalchef vom Bewerber überzeugen.
    Sehr amüsant, allerdings auch recht boshaft. Anscheinend liegen Deutschlands Personaler den halben Tag am Boden vor Lachen über die dämlichen Bewerber, und haben selber die Kompetenz mit Löffeln gefressen.

    Da sind mir in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn auch andere Dinge begegnet.

    Beispielsweise die Verwendung der deutschen Sprache: Im Bewerbungsschreiben wird selbstverständlich fehlerfreies Deutsch erwartet, nur frage ich mich, ob das auch immer als solches erkannt wird, wenn das Antwortsschreiben jemand verfasst hat, der glaubt, "Standard" schriebe man mit "t" und "Sie" in der Anrede klein.

    Auch das Phrasendrechen ist nur Bewerbern nicht erlaubt.
    Über Bewerber, die sich als "teamfähig" oder "kundenorientiert" bezeichnen, schüttet sich die PA offensichtlich aus vor Lachen, und in der eigenen Stellenanzeige stehen schöne, konkrete Formulierungen wie:
    "Wir sind erfolgreich im Markt positioniert und in allen Bereichen auf Wachstum ausgerichtet. Aufgrund unseres umfassenden Leistungsspektrums sind wir für die Anforderungen unserer Kunden optimal aufgestellt" oder
    "Zur Fortsetzung der erfolgreichen Wachstumsstrategien suchen wir Sie als engagierten Teamplayer mit Führungsqualitäten. Neben vielfältigen Entwicklungs- und Weiterbildungsperspektiven erwartet Sie eine spannende Herausforderung, hervorragende Entwicklungsperspektiven und ein attraktives Gehaltspaket."
    Unternehmen erraten? Ich auch nicht. Steht so in 99% der Anzeigen.

    Manche Anzeigen sind so formuliert, dass man auch mit 10 Jahren Branchenerfahrung nicht errät, welches Profil eigentlich gesucht wird.

    Von absolut katastrophalen Bewerbungsportalen, die fast unmöglich zu bedienen sind (natürlich ohne direkte Kontaktadresse), Fragen aus dem Standard-Katalog im Vorstellungsgespräch (was sind Ihre Schwächen, wo sehen Sie sich in 10 Jahren...) und Absage auf Stellen, auf die ich mich gar nicht beworben habe, will ich gar nicht erst anfangen...
  4. #4

    Würde man all diese Formulierungen weglassen, würde man dann nicht zu hören bekommen, ob man schon jemals eine Bewerbung geschrieben habe? Achten Personaler nicht gerade auf Format und übliche Formulierungen? Ich schreibe ausschließlich individuelle Anschreiben und wurde bis jetzt auch immer zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Doch meistens mit dem Kommentar, ihr Anschreiben ist schon etwas ungewöhnlich...
  5. #5

    gut beobachtet

    bulleblau. Die Floskelkommunikation ist in der Tat kein Privileg der Bewerber. Überdies verstärkt sich mein Verdacht, dass die mit Bewerbern kommunizierenden Stellen ihre eigenen Textbausteine nicht verstehen und/oder lesen können. Beispiele gefällig: antonstrumpf.blogspot.com
  6. #6

    Zitat von cbbrown Beitrag anzeigen
    Ich schreibe ausschließlich individuelle Anschreiben und wurde bis jetzt auch immer zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Doch meistens mit dem Kommentar, ihr Anschreiben ist schon etwas ungewöhnlich...
    Mache ich ebenfalls so. Dass den Leuten immer noch eingetrichtert wird wie man anscheinend eine Bewerbung zu schreiben hat ist einfach nicht mehr zeitgemäß.
    Ich habe bei Anschreiben bisher sogar Witze und Smilies eingebaut und habe dennoch eine 100%ige Einladungs- und Zusagequote.

    Von demher, schluss mit den öden konservativen Bewerbungen mit Standard Blabla. Mehr Persönlichkeit in den Text, dann wird das auch was. Gut, vielleicht sollte man auch was können ;)
  7. #7

    sag wie es geht

    es gibt tausend Ratgeber in denen gezeigt wird wie es nicht geht - diese Ratgeber bringen keinem etwas.
    Leider gehört auch dieser Artikel dazu.
    Columbus überzeugte damit wie er vormachte wie man ein Ei hintellen kann, nicht wie es nicht geht.
  8. #8

    Seltsamer Artikel

    Ich weiss nicht, über was ich mich mehr wundern soll: Über die scheinbare Sicht der Personaler oder über die der Bewerber.
    Mir erschliesst sich insbesondere nicht, was uns der liebe Herr Winkler damit eigentlich sagen will?
  9. #9

    Klingt eher so...

    als ob die Redakteure die Langweile (gepaart mit einer gewissen Bösartigkeit) der Personaler aufgegriffen und dem ebenso gelangweilten Volk als Kreativitätsanreiz verkauft. Was da wohl bei rauskommt? :)