Benimmkurs für ausländische Studenten: Nein, diese Suppe schlürft man nicht

SPIEGEL ONLINEMit dem Zahnstocher bitte vor die Tür! Und immer "Guten Appetit" sagen. In der thüringischen Provinz lernen Studenten aus Kamerun, China und Iran, sich wie Deutsche zu benehmen. Den Tischknigge, den sie bei Klößen und Geschnetzeltem üben, beherrscht allerdings auch manch Einheimischer nicht.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-871125.html
  1. #1

    ***

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Die können ja nicht mal mit Gabel und Messer essen", habe ein Restaurantchef gesagt.

    Aber Studieren, seltsam aber an der Stelle natürlich erst mal herzlich willkommen im gastfreundlichen und toleranten Thüringen.
  2. #2

    Deutsche Arroganz

    Ausländischen Studenten Tischmanieren beibringen - ein Zeichen von unerträglicher Arroganz der deutschen Gastgeber. In jedem deutschen Lokal findet man massenweise Beispiele von Gästen bei denen ein Benimmkurs dringend erforderlich wäre - dabei handelt es sich aber in der Regel um Deutsche und nicht um Ausländer.
  3. #3

    k.w.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es war nicht leicht für Vana-Stroehla, ein Lokal zu finden, das eine Gruppe junger Gäste aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten bewirten wollte.
    Welche Wirtin fragt bei der Reservierung nach dem Herkunftsland der Gäste? Oder ist das nur der Gutmensch-PC-Quotensatz am Ende des belanglosen Artikels?
  4. #4

    Namen - sonst nie passiert

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es war nicht leicht für Vana-Stroehla, ein Lokal zu finden, das eine Gruppe junger Gäste aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten bewirten wollte. "Die können ja nicht mal mit Gabel und Messer essen", habe ein Restaurantchef gesagt.
    Sicher - in einer der wirtschaftsschwächsten Gegenden Deutschlands, wo sich Lokale nach jedem Umsatz-€ sehnen, weisen Gastwirte eine Horde hungriger Esser ab.

    Das musste der Autor vermutlich erfinden, um den Bogen zur Schlusspointe des Artikels spannen zu können:

    Einen Kurs über Gastfreundschaft und gute Manieren für Ilmenauer Wirte bietet die Trainierin allerdings noch nicht an.
  5. #5

    Andere Länder....

    ... andere Sitten. Ich denke daß es gut wäre, wenn die Dozeintin auch den Gastwirten Kurse in Gastfreundschaft anbieten würde. Bei Äusserungen wie "Die können ja nicht mit Messer und Gabel umgehen" hielte ich das für notwendig. Ich war diese und letztes Jahr in Kamerun und habe dort gelernt, daß die Tischsitten zwar etwas anders aber keineswegs unzivilisiert sind, so wäscht man sich dort vor und nach dem Essen grudsätzlich die Hände - sollte auch bei uns Schule machen, wo sich manche nicht mal nach dem Toilettenbesuch die Hände waschen ;-))

    Schöne Grüße

    Walter
  6. #6

    Es ist mehr als traurig

    dass es in der Thueringen anscheinend schwer ist ein Lokal zu finden in dem diese Menschen solch ein Training absolvieren koennen. Diese Vorkommnisse muessten in einem viel groesseren Stil publik gemacht werden, so dass kein normaler Mensch diese Restaurants mehr aufsucht bis sie Pleite gehen. Man kann Menschen hier nicht befehlen Fremde zu moegen, aber man kann Betriebe so effektiv boykottieren und an den Pranger stellen, bis sie wirtschaftlich in die Knie gehen. Das so etwas im Jahr 2012 noch moeglich ist, es zeigt die Mentalitaet von diesem Gesocks.
  7. #7

    Viel Wahres...

    steckt in diesem Beitrag. Die aufgeklärte deutsche Gesellschaft gibt ausländischen Akademikern Benimm-Kurse... Ich geh mir gleich ein Mettbrötchen holen, das ich gehend, Musik hörend und nicht kauend verzehren werde... :)
  8. #8

    Übertriebener Unsinn!

    Übertriebener Unsinn!

    Da hat sich aber eine deutschtümelnde "Benimmdozentin" wichtig gemacht!

    Typisch däutsch, diese sinnlos strenge, gnadenlose und regelscharfe Belehrungshysterie!

    Dieses "Auf keinen Fall dies ... bloß nicht das ...!"-Geschwurbel soll wohl aus den kleinen Fremdlingen brave Untertanen machen, oder was?

    Kein Kellner der Welt räumt auf meinem Tisch irgendwas ab, wenn ich das nicht will, egal wie oder wo mein Besteck gerade herumliegt!!! Und wenn es mir nicht geschmeckt hat oder das Servierte auch nur teilweise nicht meinen Vorstellungen entsprach, sage ich das durchaus explizit, dezidiert, freundlich, humorvoll und diplomatisch, falls mir das wichtig ist. Das hat jeder Kellner auszuhalten. So geht Mündigkeit!

    Diese ganzen Vorschriften könnte man auch diplomatisch-geschmeidig als Kann-Regeln ohne Droh-Unterton vermitteln. Wer bringt eigentlich diesen selbsternannten Knigge-Experten die zeitgemäßen Manieren bei, nach denen schon längst sehr viel mehr "kann, aber nicht muss" und wo ein freundliches und tolerantes Miteinander wichtiger sind, als das Abarbeiten irgendwelchen albernen und hüftsteifen Zwangsverhaltens?

    Kein Wunder, dass die gut ausgebildeten und beruflich hochquailifizierte Menschen anderer Länder seit Jahren einen riesigen Bogen um das dunkle, diesige, dörflichdumpfe, depressive Däutschland machen. Das hat sich dummerweise längst herumgesprochen.

    Den Rerst erledigen Leute wie diese Benimmdozentin. Grusel!
  9. #9

    Peinlich und beschämend

    Es war lustig den Artikel zu lesen - aber dann "Es war nicht leicht für Vana-Stroehla, ein Lokal zu finden, das eine Gruppe junger Gäste aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten bewirten wollte."Die können ja nicht mal mit Gabel und Messer essen", habe ein Restaurantchef gesagt.
    Das darf nicht wahr sein, oder? Das Antidiskriminierungsgesetz könnte auch in Thüringen Wunder bewirken. Ich habe zumindest immer wieder Gäste aus China in Berlin zu verschiedenen Restaurants geführt und wenn auch das Benehmen nicht dem Knigge entsprach, wurde niemals rassistisch irgendjemand abgelehnt. Vielleicht den Artikel neu schreiben und statt über die Studierenden lächern, den Rassismus der Ilemenauer Wirte und Küchenchefs herausstellen!