Problemfall Landarzt: Rechentricks gegen den Medizinermangel

DPAZu viele Ärzte in der Stadt, keiner in der Provinz. In Deutschland droht akuter Medizinermangel auf dem Land. Eine neue Richtlinie soll das ab 2013 bessern. Experten gehen die Pläne nicht weit genug: Sie basierten auf veralteten Zahlen und gingen an den Bedürfnissen von Patienten vorbei.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-874195.html
  1. #10

    Zitat von wonder2009 Beitrag anzeigen
    Vielleicht doch einmal überlegen ,bevor man in die Tastatur greift . Was da geschildert wird ,ist ein Brutto Gehalt ,davon sind Mieten Gehälter Betriebs und Materialkosten abzuziehen ,bevor Sozialversicherungen und das Finanzamt zulangen . Pro Patient und Quartal gibt es eine Pauschale von 38€ ,davon sind auch sämtliche Materialkosten abzuziehen ,wie z. B. Einwegspritzen usw. Von Top Akademikergehalt ist da keine Rede.
    Im Gegenteil. Einfach mal einen Manager fragen ,ob er für das Gehalt diese Stunden arbeiten wollte.
    Solange wir uns also diese Budgetierung und diesen Verdienst der Landärzte als Gesellschaft leisten ,findet halt die Abstimmung mit den Füssen statt. Und die schafft derzeit die Fakten.
    Das sind die üblichen -man kann es nicht anders nennen- LÜGEN.
    Das DurchschnittsGEHALT eines niedergelassenen Arztes beträgt 150.000 Euro.Da ist längst alles abgezogen! Als Landarzt verdienen sie idR weniger, aber es ist immer noch ein Topgehalt.
    Dazu kommt die Absicherung: Die Zahl der Arztpraxispleiten beträgt 0,3 Prozent!
    Um auf solche Gehälter in der Freien Wirtschaft zu kommen, müssen sie Geschäftsführer eines 80-100 Mannbetriebs sein.

    Kurz: die Ärzte sind abgesichert wie Beamte und verdienen wie Unternehmer.
    Es ist ein Luxusleben. Aber für manche "Götter in Weiß" halt noch zu wenig...;)
  2. #11

    optional

    @Hortuspalatinus
    Verdient hat er daran erstmal noch garnichts. Denn das Unternehmen Landarztpraxis hat noch Nebenkosten. Miete, Strom, Angestellte, Auto, Finanzamt, Sozialabgaben. Dann hat er irgendwann ein Bruttogehalt. Und das bei 60-70 Stunden die Woche mit einer ständigen Rufbereitschaft?
    Dann ist sein Akademikergehalt vieleicht etwas höher als das eine Facharbeiters.
  3. #12

    Welcher Arzt, frisch aus dem Studium, mit modernsten Methoden vertraut, Internet gut nutzend, will schon aufs Land wo nur 1MBit verfügbar sind?
    Wo anständigen Läden, 0 Möglichkeiten nach der Arbeit was zu unternehmen, bei Herzinfarkt ist man schon am Verwesen bevor ein Rettungswagen da ist weil der Hubschrauber gestrichen wurde ...

    Unsere Politik lässt das Land austrocknen, alles wandert nur noch in die Städte. Und dann über fehlende Ärzte auf dem Land schimpfen?

    Niemand normales der das Leben in der Stadt gewohnt ist dank Uni will aufs Land.
  4. #13

    So, freie Wirtschaft und gleichzeitig Planwirtschaft (stadtpraxen schliessen) funktioniert halt zusammen nicht so gut. Also auch Sie bitte nicht einfach so in die Tastatur hauen. Und nun zu mir und freier Wirtschaft: ich habe schön umsonst in D studiert und lache mich gerade (mit vierfachem Gehalt) mit Blick auf den Eiffelturm über Leute wie Sie kaputt. Also mein Vorschlag: machen Sie ruhig so weiter mit Ihrer Neider-Einstellung und Sie werden noch den Tag erleben wo Ihnen der Arzt die Nase vor der Tür zuknallt. Dann ist der Aufschrei groß, denn es werden noch mehr weggehen. Ich gebe es ganz offen zu: einer der Gründe warum ich gegangen bin, ist das Geld. Ich habe seltsamerweise keine Gewissensbisse dabei. Achso und da meine Kinder auch noch mehrsprachig sind könnten sie evtl dann auch in D studieren um dann später da zu arbeiten wo es ihnen am besten geht. Wenn weiterhin so Schwätzer wie Sie und viele Vertreter der schreibenden Zunft die Umstände verpesten, muss man wenigstens kein schlechtes Gewissen haben, dann abzuhauen. Knalltüte
  5. #14

    Lösungsvorschlag

    ...mal ganz einfach für jeden zukünftigen Medizinstudenten, der sich dazu verpflichtet, nach erfolgreichem Studium als Allgemeinmediziner sich als Landarzt niederzulassen, den Numerus Clausus zu senken. Dann bekämen auch viele 'ne Chance, die sich zum Arztberuf berufen fühlen, aber mangels Notendurchschnitt ihrer Berufung nicht nachgehen konnten.
  6. #15

    Zitat von rainer/zufall Beitrag anzeigen
    Gott sei dank haben wir noch keine Planwirtschaft und Ärzte können sich aussuchen wo sie arbeiten. ...
    Das gilt nur, wenn der Arzt Patienten ausschließlich auf Privatrechnung behandeln will. Als Vertragsarzt kann er das nicht - zum Glück. Sonst müssten wir in Ballungszentren auch bei 500 Prozent Überversorgung noch zusätzliche Ärzte bezahlen. Dort brauchen wir die aber nicht.


    Zitat von rainer/zufall Beitrag anzeigen
    Wieso sollte ein Arzt gegen seinen Willen aufs Land ziehen müssen, nur weil dort Menschen leben die ihrerseits nicht bereit sind in die Stadt zu ziehen, sei es einfach weil sie nicht wollen, was ja auch ihr gutes Recht ist, oder weil ihnen die Mittel dazu fehlen.
    Gegen seinen Willen nicht. Er kann in die Stadt. Aber dort wird er dann nicht mehr von der GKV bezahlt. Wenn er Kassenpatienten auf Kassenkosten behandeln will, soll er aufs Land zu den Kassenpatienten. Eigentlich ganz einfach. Und jede Praxis, die wir in einer Stadt nicht brauchen, wird dichtgemacht, sobald der Praxisinhaber diese zum Verkauf anbietet.
  7. #16

    Zitat von Altvater Beitrag anzeigen
    Ihnen ist klar, dass davon Angestellte, Ausstattung, Nebenkosten, Sprit, Auto (ein Landartz braucht eines) usw bezahlt werden müssen?
    Genau das alles ist bei dem genannten Wert schon alles abgezogen.
  8. #17

    Ich mach' mir die Welt wie sie mir gefällt...

    Josef Hecken, Vorsitzender des GBA, nennt die Ergebnisse "zielgenau, flexibel, fristgerecht".
    So kann nur ein völlig weltfremder Politiker diese unsinnigen Ergebnisse schön reden. Kein junger Arzt wird, weil sich die Verteilungsrichtlinien geändert haben, auf Land ziehen und sich dort mit Leib und Seele in die dörfliche Gesellschaft eingliedern. Dieser Unsinn erinnert an die glorreichen Vorgaben der DDR-Planwirtschaft. Man legt fest, wer wo zu leben und zu arbeiten hat und alle fügen sich. Das gilt dann aber bitte für alle Berufe! Selbst wenn solche staatliche Regelung möglich wäre; in den nächsten Jahren erreichen mehrere zehntausend Ärzte die Altersgrenze und scheiden aus dem Beruf aus. Gleichzeitig wird die Bevölkerung älter und nicht gesünder, der Bedarf steigt also. Das ist nicht zu kompensieren, schon gar nicht durch solche Schildbürgerstreiche. Schon heute herrscht nicht nur im ambulanten Bereich, auch in vielen Kliniken, ein bedrohlicher Ärztemangel. Manche Abteilungen/Kliniken müssen Ihre Leistungen einschränken, oder dicht machen, was von der Politik gewollt ist. Gerade in den chirurgischen Fächern und in der Notfallversorgung, wird es in wenigen Jahren in ländlichen Gegenden und auch in Städten einen Notstand geben. An vielen Unis stellen Frauen mehr als die Hälfte der Medizinstudenten, aber nur wenige Frauen wollen in die chirurgischen Fächer. Und wenn Kinder kommen, arbeiten sie höchstens noch halbtags.
    Die Medizin unterliegt heute einem wirtschaftlichen Druck, der uns krank macht. Es bestimmt nicht mehr die Medizin die Richtung im Gesundheitssystem sondern die Ökonomie! Darunter leiden zunehmend die Patienten und die Beschäftigten. Höhere Fallzahlen bei weniger Personal gelingen nur durch längere Arbeitszeiten und Arbeitsverdichtung, im Krankenhaus wie in der Praxis. Würden alle angestellten Ärzte sich an die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes halten und die vom Gesetz geforderte Objektive-Arbeitszeit-Dokumentation durchführen, müssten viele Kliniken schließen. Diese Selbstausbeutung überschreitet in vielen Kassen- und Hausarztpraxen die Belastungsgrenze. Die Konsequenz daraus, immer mehr Ärzte eröffnen eine Privatpraxis. Die Versorgung in der Fläche wird schlechter, kostet aber auch weniger. Das weiß und ignoriert die Politik seit langem. Letztlich werden wir ein Gesundheitssystem wie in England bekommen. Ein frugales Grundversorgungsystem für die Allgemeinheit und ein üppiges für die Wohlhabenden. Ganz wie in allen anderen Bereichen unserer Gesellschaft.
  9. #18

    Zitat von Altvater Beitrag anzeigen
    Ihnen ist klar, dass davon Angestellte, Ausstattung, Nebenkosten, Sprit, Auto (ein Landartz braucht eines) usw bezahlt werden müssen?

    Haben Sie auch nur im Ansatz eine Ahung, welche Kosten ein selbständiger Artz mit eigener Praxis zu Schultern hat?
    Honorarbericht : Ärzte verdienen netto 5500 Euro im Monat - Nachrichten Wirtschaft - DIE WELT

    66kEUR Netto im Jahr ist dennoch ein enorm hoher Gewinn. Die meisten Akademiker bekommen das als Selbstständige nicht, auch nicht mit 80h/Woche. Zumal ja die Aufwendungen für die Altersvorsorge und Krankenversicherung schon abgerechnet sind. Zeigen sie mir einen Handwerker der soviel als Selbstständiger verdient, oder irgendeinen anderen akademisierten Beruf.

    In anderen europäischen Ländern wie z.B. den Niederlande ist es üblich, dass akademisch ausgebildete Pflegekräfte (mit einem Master-Abschluss) in einem engen abgesteckten Rahmen die Tätigkeiten eines praktischen Arztes ersetzen, eine eigene Praxis eröffnen können und Sprechstunden anbieten.
    Ein praktischer Arzt hat keine Facharztausbildung und nur 5Jahre Studium, während ein Nurse Practitioner 3Jahre Berufsausbildung und 5Jahre Studium hinter sich hat.

    Nurse Practitioner bieten laut mehrerer Studien die gleiche Behandlungsqualität, bei einer höheren Patientenzufriedenheit im Vgl. zu Hausärzte. Die Versorgung ist ein bißchen preiswerter, weil Nurse Practitioner sich als selbstständige Akademiker auch mit einem niedrigeren Praxisgewinn zufrieden geben.

    Results: 11 trials and 23 observational studies met all the inclusion criteria. Patients were more satisfied with care by a nurse practitioner ([…]). No differences in health status were found. Nurse practitioners had longer consultations ([…]) and made more investigations ([…]) than did doctors. No differences were found in prescriptions, return consultations, or referrals. Quality of care was in some ways better for nurse practitioner consultations.
    (Horrocks, S., Anderson, E. & Salisbury, C. (2002). Systematic review of whether nurse practitioners working in primary care can provide equivalent care to doctors. British Medical Journal, 324(7341), 819–823)
    Wenn die Ärzteschaft es nicht hinbekommt die Versorgung auf dem Land zu sichern, warum nicht anderen Berufsständen eine Chance geben? Oder soll man die Situation einfach so hinnehmen, es geht ja nur um paar Omas die schlecht zu Fuß sind?
  10. #19

    .

    Also wenn man Arzt wird un Geld zu machen dann hat man den falschen Beruf. ausserdem haben aerzte genug Geld dann stehe pflegekraefte zu keinem verhaeltnis.sier kurzem haben sich die Politiker die Krankenschwester als Vorbild genommen und benutzen die als beisspiel und die verdient ein Bruchteil von altenpfleger noch weniger.da sehe ich Bedarf zu helfen .