Problemfall Landarzt: Rechentricks gegen den Medizinermangel

DPAZu viele Ärzte in der Stadt, keiner in der Provinz. In Deutschland droht akuter Medizinermangel auf dem Land. Eine neue Richtlinie soll das ab 2013 bessern. Experten gehen die Pläne nicht weit genug: Sie basierten auf veralteten Zahlen und gingen an den Bedürfnissen von Patienten vorbei.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-874195.html
  1. #1

    optional

    Ja, also wenn ein Ärztemangel, insbesondere an Allgemeinmedizinern, besteht, erhöhen wir also einfach mal die zugelassenen Praxen auf dem Land?
    Daß an die Bestehenden schon niemand von den gesuchten Allgemeinmedizinern hin will, sollte eventuell auch mal berücksichtigt werden, ganz davon abgesehen, welche Ärzte heutzutage noch Allgemeinmedizin machen wollen.
    "Kommunen sind aufgefordert, Standortmarketing zu betreiben"
    Das nenne ich mal ein Konzept. Mach mal fix aus der Kommune eine Stadt incl. Sozialem, Kultur, Wissenschaft, Lebensstandard usw.
    Das könnte funktionieren.
    Dann noch Allgemeinmediziner zu den Top-Verdienern machen, dafür, daß die quasi 24h pro Tag zur Verfügung stehen müssen und es könnte sich was ändern am Gefälle.
    Oder aber so weitermachen wie bisher und dann mit verwundertem Blick auf die missfallenden Statistiken glotzen.
    Ganz davon abgesehen, daß es einen als Arzt ja auch ins Ausland ziehen könnte und die sich das auch noch leisten können... schlimm dieses Grundrecht auf Freizügigkeit, tststs.
  2. #2

    optional

    Da ein Arzt ja auch leben will und der berechtigten Meinung ist, für seine 6 Jahre Studium 4-6 Jahre Spezialisierung, entsprechend seiner Verantwortung Entlohnung verdient zu haben, ist es verständlich, das er dorthin geht, wo er mehr verdient.
    Das deutsche Volk ist selber Schuld an der Misere im Gesundheitswesen. Zu wenig Ärzte? Unterversorgung? Immer weniger Zeit für Behandlungen und Gespräche? Zu wenig Pflegekräfte? Alle überarbeitet und langsam unfreundlich, wegen schlechter Bezahlung und miesen Arbeitsbedingungen?
    Wer sich als mündiger Bürger nicht aktiv dafür einsetzt, das seine Gesundheitsversorgung gewährleistet ist, darf sich nicht wundern, wenn diese solange rigoros weggespart wird, bis sie weg ist.
    Es wollen alle Marktwirtschaft und marktkonforme Demokratie? Da habt ihr sie!
    Oder wie meine Mutter sagte: wie die Verpflegung, so die Bewegung.
  3. #3

    Alles klar bei Ihnen?

    Zitat von DieButter Beitrag anzeigen
    Ja, also wenn ein Ärztemangel, insbesondere an Allgemeinmedizinern, besteht, erhöhen wir also einfach mal die zugelassenen Praxen auf dem Land?
    Daß an die Bestehenden schon niemand von den gesuchten Allgemeinmedizinern hin will, sollte eventuell auch mal berücksichtigt werden, ganz davon abgesehen, welche Ärzte heutzutage noch Allgemeinmedizin machen wollen.
    "Kommunen sind aufgefordert, Standortmarketing zu betreiben"
    Das nenne ich mal ein Konzept. Mach mal fix aus der Kommune eine Stadt incl. Sozialem, Kultur, Wissenschaft, Lebensstandard usw.
    Das könnte funktionieren.
    Dann noch Allgemeinmediziner zu den Top-Verdienern machen, dafür, daß die quasi 24h pro Tag zur Verfügung stehen müssen und es könnte sich was ändern am Gefälle.
    Oder aber so weitermachen wie bisher und dann mit verwundertem Blick auf die missfallenden Statistiken glotzen.
    Ganz davon abgesehen, daß es einen als Arzt ja auch ins Ausland ziehen könnte und die sich das auch noch leisten können... schlimm dieses Grundrecht auf Freizügigkeit, tststs.
    Klingen tut es ja in Ihrem Beitrag etwas anders. Wenn Sie wieder bei Sinnen sind, und vielleicht sogar geradeaus denken können, dann schauen Sie einfach auf die Marktstruktur. Und die befreit Ärzte von der Sorge, sich um Kundschaft kümmern zu müssen, ebensowenig von der Sorge, ob diese ihre allfälligen Rechnungen auch bezahlen kann. Im Gegenzug ist diese Ärzteschaft aber offenbar weder Willens noch in der Lage, eine flächendeckende Grundversorgung außerhalb von Ottensen oder Schwabing anzubieten. Sie sollten daher Ihr hysterisches Gebläse eher Richtung der verantwortlichen ärztlichen Selbstverwaltungseinrichtungen richten. Die erscheint nicht nur überprivilegiert, sondern verliert offenbar ihre Rolle und die Rechtfertiguvng ihrer üppigen Privilegien aus dem Auge. Naja, auch hier: Armes Deutschland
  4. #4

    Zitat von pflegeblog.com Beitrag anzeigen
    Da ein Arzt ja auch leben will und der berechtigten Meinung ist, für seine 6 Jahre Studium 4-6 Jahre Spezialisierung, entsprechend seiner Verantwortung Entlohnung verdient zu haben, ist es verständlich, das er dorthin geht, wo er mehr verdient.
    Das deutsche Volk ist selber Schuld an der Misere im Gesundheitswesen. Zu wenig Ärzte? Unterversorgung? Immer weniger Zeit für Behandlungen und Gespräche? Zu wenig Pflegekräfte? Alle überarbeitet und langsam unfreundlich, wegen schlechter Bezahlung und miesen Arbeitsbedingungen?
    Wer sich als mündiger Bürger nicht aktiv dafür einsetzt, das seine Gesundheitsversorgung gewährleistet ist, darf sich nicht wundern, wenn diese solange rigoros weggespart wird, bis sie weg ist.
    Es wollen alle Marktwirtschaft und marktkonforme Demokratie? Da habt ihr sie!
    Oder wie meine Mutter sagte: wie die Verpflegung, so die Bewegung.
    Ist Ihnen das eigentlich peinlich, wenn Sie sowas schreiben?
    Fakt ist, dass ein Landarzt immer noch ein Top-Akademiker-Gehalt bekommt. Nur muss er für seine 90.000-120.000 Euro Verdienst halt auch richtig arbeiten: sprich 60-70 Stunden die Woche. Das ist aber bei dem Gehalt auch in der freien Wirtschaft völlig normal.

    Also aufhören zu jammern und die überflüssigen Stadtpraxen dicht machen.
    Ich kann diese schmarotzende Gejammer der Ärzteschaft nicht mehr hören.
    Es gibt keinen Berufsstand der privilegierter ist, aber auch keinen, der derart gierig ist...
  5. #5

    Zitat von Milmo Beitrag anzeigen
    Klingen tut es ja in Ihrem Beitrag etwas anders. Wenn Sie wieder bei Sinnen sind, und vielleicht sogar geradeaus denken können, dann schauen Sie einfach auf die Marktstruktur. Und die befreit Ärzte von der Sorge, sich um Kundschaft kümmern zu müssen, ebensowenig von der Sorge, ob diese ihre allfälligen Rechnungen auch bezahlen kann. Im Gegenzug ist diese Ärzteschaft aber offenbar weder Willens noch in der Lage, eine flächendeckende Grundversorgung außerhalb von Ottensen oder Schwabing anzubieten. Sie sollten daher Ihr hysterisches Gebläse eher Richtung der verantwortlichen ärztlichen Selbstverwaltungseinrichtungen richten. Die erscheint nicht nur überprivilegiert, sondern verliert offenbar ihre Rolle und die Rechtfertiguvng ihrer üppigen Privilegien aus dem Auge. Naja, auch hier: Armes Deutschland
    Kommentare die mit "armes Deutschland" und anderen derartigen hohlen Phrasen enden kann man meistens vergessen.

    Gott sei dank haben wir noch keine Planwirtschaft und Ärzte können sich aussuchen wo sie arbeiten.
    Das ändert natürlich nichts an dem Problem, dass es eine ländliche Unterversorgung gibt und das dieses Problem gelöst werden muss ist ebenfalls klar.
    Zwang ist da aber keine Lösung.
    Wieso sollte ein Arzt gegen seinen Willen aufs Land ziehen müssen, nur weil dort Menschen leben die ihrerseits nicht bereit sind in die Stadt zu ziehen, sei es einfach weil sie nicht wollen, was ja auch ihr gutes Recht ist, oder weil ihnen die Mittel dazu fehlen.
    Die Leibeigenschaft ist glücklicherweise in Deutschland schon lange abgeschafft.
  6. #6

    @hortuspalatinus

    Vielleicht doch einmal überlegen ,bevor man in die Tastatur greift . Was da geschildert wird ,ist ein Brutto Gehalt ,davon sind Mieten Gehälter Betriebs und Materialkosten abzuziehen ,bevor Sozialversicherungen und das Finanzamt zulangen . Pro Patient und Quartal gibt es eine Pauschale von 38€ ,davon sind auch sämtliche Materialkosten abzuziehen ,wie z. B. Einwegspritzen usw. Von Top Akademikergehalt ist da keine Rede.
    Im Gegenteil. Einfach mal einen Manager fragen ,ob er für das Gehalt diese Stunden arbeiten wollte.
    Solange wir uns also diese Budgetierung und diesen Verdienst der Landärzte als Gesellschaft leisten ,findet halt die Abstimmung mit den Füssen statt. Und die schafft derzeit die Fakten.
  7. #7

    Immer das Gleiche...

    Zitat von Hortuspalatinus Beitrag anzeigen
    Ist Ihnen das eigentlich peinlich, wenn Sie sowas schreiben?
    Fakt ist, dass ein Landarzt immer noch ein Top-Akademiker-Gehalt bekommt. Nur muss er für seine 90.000-120.000 Euro Verdienst halt auch richtig arbeiten: sprich 60-70 Stunden die Woche. Das ist aber bei dem Gehalt auch in der freien Wirtschaft völlig normal.
    Ihnen ist klar, dass davon Angestellte, Ausstattung, Nebenkosten, Sprit, Auto (ein Landartz braucht eines) usw bezahlt werden müssen?

    Haben Sie auch nur im Ansatz eine Ahung, welche Kosten ein selbständiger Artz mit eigener Praxis zu Schultern hat?

    Nicht jeder praktiziert am Starnberger See...

    Also aufhören zu jammern und die überflüssigen Stadtpraxen dicht machen.
    Ich kann diese schmarotzende Gejammer der Ärzteschaft nicht mehr hören.
    Es gibt keinen Berufsstand der privilegierter ist, aber auch keinen, der derart gierig ist...
    Gierig??? Priviligiert???

    Selbständige Ärtze müssen ein wirtschaftlich erfolgreiches und gewinnbringendes Unternehmen führen werden aber gleichzeitg sozialistisch bezahlt. Für den Stundenlohn sehr vieler Ärtze wurden viele Handerwerker nicht mal ein Auge öffnen.

    Dazu kommt, dass mittlweile die Hälfte der Zeit nur für Bürokratie drauf geht.
  8. #8

    Na schön, das kann ja klappen. Man rechnet sich einfach ein paar Kassenzulassungen auf dem Land dazu und schon ist der Ärztemangel dort behoben?
    Hier auf dem Land finden schon heute die Kollegen keine Nachfolger mehr! Bin seit 4 Jahren Hausarzt und kann ganz gut einschätzen, warum. Um auf die 90-120.000 Euro Gewinn zu kommen, muß man pro Quartal hier in Westfalen-Lippe mindestens 1400 - 1500 Behandlungsfälle schaffen und das ist richtige Akkordarbeit (10-12 Stunden pro Tag). Und damit ist es auf dem Land nicht getan. Da man letztes Jahr dafür gesorgt hat, daß der Notdienst kaum noch erreichbar ist, geht die Landbevölkerung inzwischen dazu über, sich auch in den restlichen 12 Stunden beim Hausarzt zu melden.
    Früher, in Zeiten als das Wort "Respekt" noch eine Bedeutung hatte, taten das nur Menschen, die wirklich krank waren (Notfälle im eigentlichen Sinne). Heute tun das Menschen, die sich bloß absichern wollen, weil sie vom Hörensagen oder von Dr. Google verunsichert wurden.
    Und damit geht einem auch noch das letzte bißchen Privatsphäre und Ruhezeit verlorden. So ist das heute.
    Da es in unserer Gesellschaft gerade out ist, Samariter oder Märtyrer zu werden, finden sich eben wenige, die zu diesem Job bereit sind.
    Lösung ist nicht in Sicht, zu mächtig ist die Facharztlobby und zu furchtsam die Politik.Und die Gesellschaft ändern?? Wie sollte das gehen?
  9. #9

    Na schön, das kann ja klappen. Man rechnet sich einfach ein paar Kassenzulassungen auf dem Land dazu und schon ist der Ärztemangel dort behoben?
    Hier auf dem Land finden schon heute die Kollegen keine Nachfolger mehr! Bin seit 4 Jahren Hausarzt und kann ganz gut einschätzen, warum. Um auf die 90-120.000 Euro Gewinn zu kommen, muß man pro Quartal hier in Westfalen-Lippe mindestens 1400 - 1500 Behandlungsfälle schaffen und das ist richtige Akkordarbeit (10-12 Stunden pro Tag). Und damit ist es auf dem Land nicht getan. Da man letztes Jahr dafür gesorgt hat, daß der Notdienst kaum noch erreichbar ist, geht die Landbevölkerung inzwischen dazu über, sich auch in den restlichen 12 Stunden beim Hausarzt zu melden.
    Früher, in Zeiten als das Wort "Respekt" noch eine Bedeutung hatte, taten das nur Menschen, die wirklich krank waren (Notfälle im eigentlichen Sinne). Heute tun das Menschen, die sich bloß absichern wollen, weil sie vom Hörensagen oder von Dr. Google verunsichert wurden.
    Und damit geht einem auch noch das letzte bißchen Privatsphäre und Ruhezeit verlorden. So ist das heute.
    Da es in unserer Gesellschaft gerade out ist, Samariter oder Märtyrer zu werden, finden sich eben wenige, die zu diesem Job bereit sind.
    Lösung ist nicht in Sicht, zu mächtig ist die Facharztlobby und zu furchtsam die Politik.Und die Gesellschaft ändern?? Wie sollte das gehen?