Tschechien: Verteidigungsministerin nach nur acht Tagen gefeuert

DPAGerade einmal acht Tage war sie im Amt - die tschechische Verteidigungsministerin Karolina Peake wurde überraschend aus dem Amt entlassen. Das Land steht erneut vor einer Regierungskrise.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-874184.html
  1. #1

    Kleiner Unterschied

    In der CR ist die Mehrheit der Wähler bei Umfragen nicht nur gegen die Regierung, sondern auch gegen den Regierungschef. Da hat sich immer noch nicht rmgesprochen, dass hier die Kanzlerin mit der Leistung der Regierung nichts zu tun hat, ja dafür keinerlei Verantwortung trägt (im Sinne der Mehrheit der Befragten)....
  2. #2

    Höchste Zeit

    Endlich mal was Gutes vom Necas. Was die Peake bislang "öffentlich" und auch weniger "öffentlich" geleistet hat, ist wahrhaftig unerhört.
    Unvergessen ihre Erklärung als frisches Parlamentsmitglied (im Jahre 2010): "Gestern war ich dagegen, heute bin ich dafür, und wie ich morgen darüber denken werde, weiss ich noch nicht".
    Auch gut ihre "privaten" Geschäftspraktiken, wo sie eine Nobelvilla in Prag, die sie zwei Jahre vorher mit ihrem Mann für 19 Mil. Kronen kaufte (und die Herkunft des Geldes nicht zweifelsfrei nachweisen konnte...), für 57 Mil. Kronen verkaufte - an eine Firma mit verdeckten Eigentümern (anonyme Aktien, eine Eigenheit des tschechischen Geschäftsrechts), wobei sie zu dem Zeitpunkt bereits "Stellvertretende Regierungschefin, zuständig für Korruptionsbekämpfung" war. Zum Vergleich: 57 Mil. Kronen sind etwa 2,25 Mil. Euro - der Durchschnittslohn in Tschechien liegt bei knapp 1000 Euro monatlich.
    Und als sie als frische Verteidigungsministerin nicht nur ihren Stellvertreter, sondern auch den Leiter des Waffeneinkaufs ihres Ministeriums feuerte (und noch ein paar weitere hochrangige Mitarbeiter) und sie mit Leuten ihres Vor-Vorgängers (Verteidigungsminister von 5/2009 - 7/2010, Martin Bartak), gegen den zur Zeit wegen "Verdachtsmomenten bei Armeeaufträgen" ermittelt wird, ersetzte, scheint es auch dem Necas endlich klargeworden zu sein, dass es so nicht weiter geht.
    Auch toll ihr politischer Werdegang, von ODS (Partei von Necas) über parteilose Prager Stadtbezirksvertreterin, dann bei VV (einer im Jahre 2001 als "Regionalpartei" für besagten Prager Stadtbezirk gegründeten Partei) und schliesslich mit ihrer "Eigenkreation" Lidem (einer Abspaltung von VV) - mit 37 Jahren hat Frau Peake hier einen beachtlichen Slalom hingelegt. Dass es da mit "Standpunkten" (siehe oben) nicht weit her sein kann, ergibt sich fast schon von selbst...
  3. #3

    CR im Chaos ?

    Na und? Einfach bei Angie in Berlin anrufen, um Hilfe bitten und schon läuft es weiter. Waffeneinkäufe müssten dann natürlich in Berlin getätigt werden. Eine Hand wäscht die andere, aber das weiß man auch in der CR.
  4. #4

    Benesdekrete

    Zitat von Jan Dvorak Beitrag anzeigen
    Endlich mal was Gutes vom Necas. Was die Peake bislang "öffentlich" und auch weniger "öffentlich" geleistet hat, ist wahrhaftig unerhört.
    Unvergessen ihre Erklärung als frisches Parlamentsmitglied (im Jahre 2010): "Gestern war ich dagegen, heute bin ich dafür, und wie ich morgen darüber denken werde, weiss ich noch nicht".
    Auch gut ihre "privaten" Geschäftspraktiken, wo sie eine Nobelvilla in Prag, die sie zwei Jahre vorher mit ihrem Mann für 19 Mil. Kronen kaufte (und die Herkunft des Geldes nicht zweifelsfrei nachweisen konnte...), für 57 Mil. Kronen verkaufte - an eine Firma mit verdeckten Eigentümern (anonyme Aktien, eine Eigenheit des tschechischen Geschäftsrechts), wobei sie zu dem Zeitpunkt bereits "Stellvertretende Regierungschefin, zuständig für Korruptionsbekämpfung" war. Zum Vergleich: 57 Mil. Kronen sind etwa 2,25 Mil. Euro - der Durchschnittslohn in Tschechien liegt bei knapp 1000 Euro monatlich.
    Und als sie als frische Verteidigungsministerin nicht nur ihren Stellvertreter, sondern auch den Leiter des Waffeneinkaufs ihres Ministeriums feuerte (und noch ein paar weitere hochrangige Mitarbeiter) und sie mit Leuten ihres Vor-Vorgängers (Verteidigungsminister von 5/2009 - 7/2010, Martin Bartak), gegen den zur Zeit wegen "Verdachtsmomenten bei Armeeaufträgen" ermittelt wird, ersetzte, scheint es auch dem Necas endlich klargeworden zu sein, dass es so nicht weiter geht.
    Auch toll ihr politischer Werdegang, von ODS (Partei von Necas) über parteilose Prager Stadtbezirksvertreterin, dann bei VV (einer im Jahre 2001 als "Regionalpartei" für besagten Prager Stadtbezirk gegründeten Partei) und schliesslich mit ihrer "Eigenkreation" Lidem (einer Abspaltung von VV) - mit 37 Jahren hat Frau Peake hier einen beachtlichen Slalom hingelegt. Dass es da mit "Standpunkten" (siehe oben) nicht weit her sein kann, ergibt sich fast schon von selbst...
    Was kann man von Politikern erwarten, die immer noch an den völkerrechtswidrigen Benesdekreten festhalten. Ein Kuriosum im vereinten Europa und durch nichts zu entschuldigen. Deutsche EU-gelder werden gerne in Empfang genommen, die Gegenleistung ist gleich null.
  5. #5

    Viel Lärm um nichts

    Zitat von guteronkel Beitrag anzeigen
    Na und? Einfach bei Angie in Berlin anrufen, um Hilfe bitten und schon läuft es weiter. Waffeneinkäufe müssten dann natürlich in Berlin getätigt werden. Eine Hand wäscht die andere, aber das weiß man auch in der CR.
    Regierungskrisen kommen und gehen. Na und?
    Die tschechische Wirtschaft ist im Vorwärtsgang. Ungebrochen.
    Das tschechische Militär soll sich auf so was wie die KSK konzentrieren.
    Entsprechende Stimmen gibts dort schon.

    Für den wichtigsten Schritt holen die Tschechen derzeit noch Luft:
    Deutsch als 2. Amtssprache.
    Viele sind dafür, wenige militant dagegen.
    Um 1900 herum war das so.
    Da hatte man den höchsten Lebensstandard Europas.
  6. #6

    Materieller Wohlstand allein reicht nicht

    Zitat von n+1 Beitrag anzeigen
    Regierungskrisen kommen und gehen. Na und?
    Die tschechische Wirtschaft ist im Vorwärtsgang. Ungebrochen.
    Das tschechische Militär soll sich auf so was wie die KSK konzentrieren.
    Entsprechende Stimmen gibts dort schon.

    Für den wichtigsten Schritt holen die Tschechen derzeit noch Luft:
    Deutsch als 2. Amtssprache.
    Viele sind dafür, wenige militant dagegen.
    Um 1900 herum war das so.
    Da hatte man den höchsten Lebensstandard Europas.
    Und war mit Deutschen und vorallem Juden kultureller Mittelpunkt Europas