Umstrittene Freiwilligen-Seminare: Der Knackpunkt bei Ramsauers Reform

dapdDie Punktereform kennt kein Mitleid mit Sündern: Der Abbau von Punkten durch die freiwillige Teilnahme an Seminaren soll künftig nicht mehr möglich sein. Die Neuregelung birgt Zündstoff - obwohl vieles dafür spricht, die Möglichkeit zum Freikaufen endlich zu streichen.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/p...-a-873442.html
  1. #10

    Eben nicht

    Zitat von gog-magog Beitrag anzeigen
    Es ist irgendwie schon paradox, wenn Ramsauer ausgerechnet den Anreiz für Nachschulungen abschaffen will, also das einzige, was bei Verkehrssündern nachgewiesenermaßen wirklich hilft.
    Haben Sie den Artikel gelesen? Demnach helfen die Nachschulungen eben gerade nicht. Mir persönlich ist es lieber, wenn Fahrer, die massenhaft Punkte sammeln, ab und an eine ÖPNV-Pause einlegen.

    (Ich gehöre auch zu denjenigen, die es in 25 Jahren Fahrpraxis nicht geschafft haben, einen einzigen Punkt zu bekommen. Wie schafft man es, innerhalb kurzer Zeit 14 Punkte zu sammeln?)
  2. #11

    Es geht doch nur um die Kohle

    Klar, daß alle möglichen Parteien jetzt aufheulen:
    1. Diejenigen, die sich bisher mit Nachschulungen freikaufen konnten. Oder glaubt im Ernst jemand, der Punkte wie üblich wegen Geschwindigkeit, Abstand oder Alkohol hat, nicht WUSSTE oder VERGESSEN HAT, daß das verboten ist? In dem Fall wäre ich für kompletten Führerscheinentzug wegen Nichterreichen des nötigen Mindest-IQ!
    2. Diejenigen, die mit Schulungen den großen Reibach machen.

    Der ADAC als Vertreter der 'Interessen' der Autofahrer und mutmaßlich auch als Schulungsanbieter muß natürlich dagegen sein.
  3. #12

    Logik?

    Zitat von fhmemo Beitrag anzeigen
    Ich denke nicht, dass die zahl der Verkehrstoten dramatisch fallen wird. Je weniger Raser wir haben, desto mehr Geisterfahrer bekommen wir um dies auszugleichen.
    Wo ist denn da der kausale Zusammenhang? Satteln die Raser jetzt um von der "Nötigung hinterrücks" auf "Mordanschlag von vorne"? ;-)
    Ich verstehe das Gejammer nicht: wer sich an die Verkehrsregeln hält bekommt auch keine Punkte, allenfalls mal durch Versehen in geringem Umfang, wenn man mal ein Schild übersehen hat und mit 120 in die 60er-Baustelle reinbrettert, wobei man dann offensichtlich abgelengt war beim Fahren. Wenn jetzt gesagt wird "jaja, du hast gut reden, ich schrubbe 60.000 km im Jahr, da steigt das Risiko, ...": das ist richtig, aber gerade die Vielfahrer sind ganz nüchtern statistisch damit auch für einen hohen Anteil der Unfälle und gefährlichen Situationen verantwortlich und sollten daher auch im eigenen Interesse gemäß der Vorgaben fahren. Protest der Art "ich pfeif auf die 120 und fahre hier 200" ist zweckfrei, weil das Gewaltmonopol hier der Staat hat und solche Renitenz dann ggf. eben bestraft wird. Es gibt in unserem Staatswesen andere und sinnvollere Wege, echte und vermeintliche Mißstände zu beseitigen als Fundamentalprotest in Form von Regelverweigerung...
  4. #13

    Offenbar werden doch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Punktereform kennt kein Mitleid mit Sündern: Der Abbau von Punkten durch die freiwillige Teilnahme an Seminaren soll künftig nicht mehr möglich sein. Die Neuregelung birgt Zündstoff - obwohl vieles dafür spricht, die Möglichkeit zum Freikaufen endlich zu streichen.

    Punkteabbau durch freiwillige Seminare soll nach Reform beendet werden - SPIEGEL ONLINE
    laut Artikel 50% der Sündern nicht rückfällig, nach einem besuchten Seminar. Warum wird diese Quote als so schlecht angesehen.

    Wer das Punktesammeln dann nicht einstellt verliert sowieso über kurz oder lang den Führerschein, also die notorischen Punktesammler ereilt trotz Aufbauseminar der Führerscheinverlust, nur eben etwas später.
  5. #14

    Zitat von caligus Beitrag anzeigen
    Ich fahre seit 30 Jahren Auto und habe in der gesamten Zeit nicht einen Punkt kassiert. Wer mir erzählen möchte, dass der Punkteabbau für solche "Personen", welche bis zu 13 (!) Punkte gesammelt haben, weiterhin möglich sein müsse, hat sich meines Erachtens als Rowdy entlarvt. Diese Leute gehören von der Straße.
    Ich fahre zwar nur seit 13 Jahren Auto, kann Ihnen da aber nur zustimmen.
  6. #15

    Zitat von spon-1203191786232 Beitrag anzeigen
    [...]

    Wer das Punktesammeln dann nicht einstellt verliert sowieso über kurz oder lang den Führerschein, also die notorischen Punktesammler ereilt trotz Aufbauseminar der Führerscheinverlust, nur eben etwas später.
    Ich verstehe zwar, was Sie meinen (nämlich, dass man die "nicht-notorischen" Punktesammler schonen könnte), aber nach Ihrer Logik soll man denen, die auf der Straße nichts verloren haben, Extrazeit geben, um die Straße heimzusuchen.
  7. #16

    Nun ja

    Ramsauer gibt sich alle Mühe so viele FS in möglichst kurzer Zeit einzuziehen.
    Man muss auch bedenken, die Fristen werden länger wo die Punkte stehen bleiben. 2,5 statt 2 Jahren für die "normalen" Delikte und das geht dann bis hin zu 10 Jahren. Bisher bleiben im Normalfall max. 5 Jahre die Punkte stehen. (10 Jahre gibt es bisher auch aber nur im Extremfall, nach der Reform wird es der Normalfall.)
    Nun aber bleiben die 3Punkte-Delikte generell 10 Jahre stehen!!!!!!!!!!!!
    Und 10 jahre sind schon eine Hausnummer.
    Besonders wenn man sieht das zunehmend strenger kontrolliert wird. Bei uns lösten die Blitzer grundsätzlich erst bei 59-60 km/h aus, heute lösen die bereits bei 53 km/h aus.
    Für die jungen wird es zunehmend schwerer ihren FS zu be- und erhalten.
    Man könnte fast meinen das Motto lautet:

    Bevor das Öl zu Ende ist müssen die Strassen leer sein.
  8. #17

    Zitat von caligus Beitrag anzeigen
    Ich fahre seit 30 Jahren Auto und habe in der gesamten Zeit nicht einen Punkt kassiert. Wer mir erzählen möchte, dass der Punkteabbau für solche "Personen", welche bis zu 13 (!) Punkte gesammelt haben, weiterhin möglich sein müsse, hat sich meines Erachtens als Rowdy entlarvt. Diese Leute gehören von der Straße.
    Niemand ist Perfekt, jeder macht Fehler. Ganz ohne "Rowdytum". Da wird ein Stoppschild übersehen, eine Geschwindigkeitsbegrenzung oder ein sonstiger Hinweis.
    100% "richtiges" und "aufmerksames" Handeln gibt es nicht, kann es nicht geben. Auch bei Besten Willen nicht.
    Vielfahrer (i.d.R.: beruflich bedingt) würden durch eine Verschärfung der Punkteregelung dramatisch benachteiligt.
    Es ist einfach eine Frage der Mathematik / der Statistik, dass jeder Autofahrer Fehler begeht. Je mehr Kilometer, desto mehr Fehler. Einfach, weil es einen "perfekten" Fahrer nicht gibt.
  9. #18

    Gutes Gesetz!

    Wenn dieses Gesetz kommen sollte, werde ich es mit Sicherheit feiern! Es ist gut und richtig so...

    Einmal ist es deutlich besser nachvollziehbar als die alte Flensburger Punktetabelle, außerdem werden dann nur noch Dinge mit Punkten bestraft, die mit dem Verkehr zu tun haben (bisher auch sowas wie die grüne Sinnlos-Plakette! Auch bei Neuwagen)

    Man kann mal versehendlich einen oder zwei Punkte kassieren, ich habe auch einen, nachdem ich ein 30km/h Schild innerorts übersehen habe und mit 51 geblitzt worden bin. Aber 13 Punkte aus Versehen ist meiner Meinung nach unwahrscheinlicher als ein Lottogewinn. Und wenn`s passiert: Für Fehler muss man geradestehen, auch wenn`s keine Absicht war!
  10. #19

    Grundproblem ist dabei doch das in diesem wirklich JEDER einen Führerschein bekommt.

    Und da draussen tausenden Halbblinde Menschen herumfahren. Und die werden bedrängelt von einem Rudel Autorambos mit eingebauter Vorfahrt.

    Spaß macht das doch alles nicht mehr... ;-)