Italien: Gericht verurteilt Deutsche Bank wegen schweren Betrugs

DPANeue Niederlage für die Deutsche Bank: Ein italienisches Gericht hat das Geldhaus zu einer Millionenstrafe verurteilt. Das Institut hatte riskante Zinswetten an die Stadt Mailand verkauft, nach Ansicht der Juristen war das Betrug. Der Konzern ist sich keiner Schuld bewusst - und kündigt Berufung an.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-873940.html
  1. #1

    Endlich

    Hofffentlich gibt es noch viele solcher Urteile, nicht nur gegen die Deutsche Bank.

    Vielleicht, aber auch nur vielleicht, reift in den "masters of the universe" die Erkenntnis, dass sie sich wieder wie ehrbare Menschen verhalten müssen.
  2. #2

    Genugtuung

    Ich empfinde Genugtuung über das Urteil, auch wenn es noch keine Rechtskraft erlangt hat.

    Es wird Zeit, dass die Institute zu größerer Transparenz gezwungen werden.
    Ich folge der Einlassung der Bank nicht, dass die Anleger hinreichend aufgeklärt wurden bzw. dass sie selbst über genügend Sachkenntnis verfügten, um das Risiko realistisch einschätzen zu können.
    Das ist auch im Fall der betroffenen deutschen Städte (bzw. ihrer Kämmerer) hinreichend deutlich geworden.

    Die Swaps wurden genau mit dem Ziel aufgelegt, mögliche Anleger zu täuschen bzw. mit der Komplexität und Undurchschaubarkeit zu überfordern.
    Chronisch klamme Kommunen waren da nur allzu dankbare Opfer.

    Deshalb nehme ich die handelnden Kämmerer nicht völlig aus der Verantwortung. Sie hätten diese Geschäfte, da sie sie nicht durchschaut haben, nicht abschließen dürfen!
  3. #3

    ne, ne

    ...es muss erlaubt sein zu fragen: wie kann es überhaupt sein, dass die öffentliche Hand mit Derivaten rumspielt??

    Dann jammern: wir haben nix gewusst??

    Es ist wie bei den Eurorettern: Das Geld reicht hinten und vorne nicht, also wird gehebelt und getrixt und gehofft....aber wehe, wenn es schief geht, dann will keiner verantwortlich sein.

    Ich bin klar dafür, dass das Geld ausgegeben werden kann, das eingenommen wurde (Vergangenheitsform). Wieso sollte das nicht möglich sein??

    Bei den Kindern nennt man das ein Null-Konto.

    F. J Strauss sagte mal sinngemäß: "..eher legt ein Hund einen Wurstvorrat an, als dass der Staat anfängt zu sparen...."
  4. #4

    erzwungene Demut

    Zitat von si-ar Beitrag anzeigen
    Hofffentlich gibt es noch viele solcher Urteile, nicht nur gegen die Deutsche Bank.
    Vielleicht, aber auch nur vielleicht, reift in den "masters of the universe" die Erkenntnis, dass sie sich wieder wie ehrbare Menschen verhalten müssen.
    Wir brauchen noch viele solcher Urteile. Wie in vielen anderen Fällen zuvor, wird die Versicherungswirtschaft für zusätzlichen Druck sorgen.
    Wenn die Risiken nicht mehr versicherbar sind, findet sehr rasche Umdenken bzw Andershandeln statt.
    Das hat normativen Charakter.
    Durch weiteren politischen Druck kann das ganze System evtl noch sanft zurückgefahren werden auf ein erträgliches Mass.
    Es regt sich was. Der Mensch braucht ein gewisses Mass an Reglementierung. Aus sich selbst heraus ist er nicht oder nur bedingt zu integrem und ethischen Handeln in der Lage.
    Es scheint zumindest so zu sein.
    Das gilt nicht für alle (!) aber insbesonder für spezielle Führungs und Geldeliten.
    Das hat nichts mit Sozialismus zu tun. Ähnlich natürlicher Systeme müssen regulativen Massnahmen erkannt und eingeführt werden.
    Für die Betroffenen sieht das natürlich wie "Zwang" aus.
    Siehe die Debatte um Waffenbesitz und der unsäglichen Freiheit des Bürgers Diskussion. Individuelle Freiheit endet in einer Gesellschaft dort, wo die Interessen der Gemeinschaft bedroht sind.
    Das muss immer wieder "schmerzhaft" austariert werden in einer möglichst demokratischen Grundordnung.
    Finanzsysteme haben sich den gesellschaftlichen Notwendigkeiten unterzuordnen.
  5. #5

    Das war schon längst fällig - aber wieso jetzt?

    Durch den debilen Gesetzgeber sind die meisten der Finanzmarkt-Tricks erst möglich geworden, Gesetze die diese verhindert hatten durch den Wahn "Finanzstandort Europa" entschärft oder ganz abgeschafft worden. Betrügerische Beratung, gerade von älteren Bürgern ist bei den Banken nach wie vor die Praxis und die "Öffentliche Hand" setzt weiter fröhlich auf Public-Private-Partnership" - also einige Investoren kaufen Wasserwerke aus Staatsbesitz, und der Bürger zahlt dann nicht nur für den Betrieb und Erhalt dieser, sondern auch noch für fette Renditen der Investoren - an der kriminellen Energie der Banken und der Finanzpolitiker hat sich nichts gravierendes geändert - Warum jetzt solche Aktionen? Weil vielleicht Europweit der Mismut so gestiegen ist, das der ganze Euro und die Finanzmarkt-Spielchen kippen könnten, weil die Bürger nicht mehr mitmachen werden? Also mal Pressewirksam so tun, als ob man etwas tut?
  6. #6

    Nur so geht es

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Neue Niederlage für die Deutsche Bank: Ein italienisches Gericht hat das Geldhaus zu einer Millionenstrafe verurteilt. Das Institut hatte riskante Zinswetten an die Stadt Mailand verkauft, nach Ansicht der Juristen war das Betrug. Der Konzern ist sich keiner Schuld bewusst - und kündigt Berufung an.

    Deutsche Bank büßt für Zinswetten-Deal in Italien - SPIEGEL ONLINE
    Nachdem die Politik nicht nur in Deutschland tatenlos zusieht und sogar noch den Steuerzahler für die Rettung maroder Banken in Anspruch nimmt, ist dies der einzige Wg, die Banken zu disziplinieren. Es ist einfach nur pervers, z.B. durch Wetten auf Waren-, Währungs- oder Börsenkurse Geld zu verdienen. Oder die Investmentfonds, die an der Rentabilität von Immobilien an sich überhaupt kein Interesse haben, sondern lediglich Abschreibungsobjekte suchen, die sie zum günstigst möglichen Zeitpunkt an den nächsten Investmentfonds weiter verkaufen.
    Die Deutsche Bank mit ihrem gerade unter Ackermann prahlerisch zur Schau getragenen Renditen sollte möglichst bald in den Ruin geklagt werden, damit die Welt ehrlicheren Bankern gehören kann - so es sie gibt.
    Ich kann nur jeden auffordern, mit der Deutschen Bank und ihren Tochterunternehmen (z.B. nun auch mit der Postbank) keine Geschäfte zu machen. Daran halte ich mich konsequent seit Jahrzehnten.
  7. #7

    Wie hat schon Gordon Gekko gesagt:
    "Gier ist gut"
    Vielleicht sorgt nun die Justiz in den EU Ländern dafür, dass nicht nur die grossen "Master of the Univers" darüber nachdenken, ob diesem Ausspruch in jedem Falle zu folgen ist. Grosse Hoffnung besteht jedenfalls für unsere Gesellschaft nicht. Denn offensichtlich sind auch die "kleinen" Anleger, die es nach der Finanzkrise wirklich besser wissen müssten, überall in der Welt bereits wieder dabei Finanzprodukte zu konsumieren, die es mit der Realität nicht so ernst nehmen und den Anlegern "Manna vom Himmel" versprechen.
    Das international keine Regulierung der Finanzmärkte durch die politische Klasse zu erwarten ist sollte darüber hinaus inzwischen sowieso klar sein.
  8. #8

    tja, warum...

    Zitat von exkoelner Beitrag anzeigen
    Durch den debilen Gesetzgeber sind die meisten der Finanzmarkt-Tricks erst möglich geworden, Gesetze die diese verhindert hatten durch den Wahn "Finanzstandort Europa" entschärft oder ganz abgeschafft worden. Betrügerische Beratung, gerade von älteren Bürgern ist bei den Banken nach wie vor die Praxis und die "Öffentliche Hand" setzt weiter fröhlich auf Public-Private-Partnership" - also einige Investoren kaufen Wasserwerke aus Staatsbesitz, und der Bürger zahlt dann nicht nur für den Betrieb und Erhalt dieser, sondern auch noch für fette Renditen der Investoren - an der kriminellen Energie der Banken und der Finanzpolitiker hat sich nichts gravierendes geändert - Warum jetzt solche Aktionen? Weil vielleicht Europweit der Mismut so gestiegen ist, das der ganze Euro und die Finanzmarkt-Spielchen kippen könnten, weil die Bürger nicht mehr mitmachen werden? Also mal Pressewirksam so tun, als ob man etwas tut?
    Das gerade in Italien die Justiz nicht dem Mainstream der politischen Klasse folgt sollte inzwischen jedem aufgefallen sein, der die Berichterstattung im Hinblick auf Mafiaverfolgung und dem Kampf der Staatsanwälte gegen Silvio den Grossen verfolgt.
  9. #9

    Ausgesprochen richtig..

    Zitat von limubei Beitrag anzeigen
    Wir brauchen noch viele solcher Urteile. Wie in vielen anderen Fällen zuvor, wird die Versicherungswirtschaft für zusätzlichen Druck sorgen.
    Wenn die Risiken nicht mehr versicherbar sind, findet sehr rasche Umdenken bzw Andershandeln statt.
    Das hat normativen Charakter.
    Durch weiteren politischen Druck kann das ganze System evtl noch sanft zurückgefahren werden auf ein erträgliches Mass.
    Es regt sich was. Der Mensch braucht ein gewisses Mass an Reglementierung. Aus sich selbst heraus ist er nicht oder nur bedingt zu integrem und ethischen Handeln in der Lage.
    Es scheint zumindest so zu sein.
    Das gilt nicht für alle (!) aber insbesonder für spezielle Führungs und Geldeliten.
    Das hat nichts mit Sozialismus zu tun. Ähnlich natürlicher Systeme müssen regulativen Massnahmen erkannt und eingeführt werden.
    Für die Betroffenen sieht das natürlich wie "Zwang" aus.
    Siehe die Debatte um Waffenbesitz und der unsäglichen Freiheit des Bürgers Diskussion. Individuelle Freiheit endet in einer Gesellschaft dort, wo die Interessen der Gemeinschaft bedroht sind.
    Das muss immer wieder "schmerzhaft" austariert werden in einer möglichst demokratischen Grundordnung.
    Finanzsysteme haben sich den gesellschaftlichen Notwendigkeiten unterzuordnen.
    Ihren Ausführungen ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Bleibt eigentlich nur die Frage welcher Teil der Gesellschaft dafür Sorge tragen soll die erforderlichen Veränderungen durchzuführen.
    Die hl. Angela von Schwarzgelb wird ihren Partyfreund aus der Schweiz jedenfalls kaum ans Bein pinkeln!