Abtreibung im Härtefall: Irische Bischöfe verurteilen Regierungsplan

APIrlands Regierung will Schwangerschaftsabbrüche in Extremfällen erlauben - sehr zum Unmut der vier katholischen Erzbischöfe. Sie protestieren gegen die geplante Gesetzesänderung. Die Tötung ungeborener Kinder könne niemals moralisch gerechtfertigt werden.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-873809.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Irlands Regierung will Schwangerschaftsabbrüche in Extremfällen erlauben - sehr zum Unmut der vier katholischen Erzbischöfe. Sie protestieren gegen die geplante Gesetzesänderung. Die Tötung ungeborener Kinder könne niemals moralisch gerechtfertigt werden.
    Bei bereits geborenen Menschen haben die frommen Herren offenbar weniger mnoralische Probleme - so kürzlich bei einer Frau, die wegen der verweigerten Abtreibung starb. Seltsame katholische Moral.
  2. #2

    Unfassbar

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Irlands Regierung will Schwangerschaftsabbrüche in Extremfällen erlauben - sehr zum Unmut der vier katholischen Erzbischöfe. Sie protestieren gegen die geplante Gesetzesänderung. Die Tötung ungeborener Kinder könne niemals moralisch gerechtfertigt werden.

    Abtreibung im Härtefall: Irlands Bischöfe verurteilen Regierungsplan - SPIEGEL ONLINE
    Wie kann es sein, dass in einem europäischen Land ein Gottesstaat der Katholiban errichtet wird, der sich sogar gegen das höchste Gericht wendet? Der Inderin wurde die rettende Abtreibung sogar verhindert, obwohl sie gar keine Katholikin ist, also katholische Religionsgesetze für sie gar nicht gelten. Unfassbar, dass so was im 21. Jahrhundert in Europa noch möglich ist.
  3. #3

    Zitat von cobaea Beitrag anzeigen
    Bei bereits geborenen Menschen haben die frommen Herren offenbar weniger mnoralische Probleme - so kürzlich bei einer Frau, die wegen der verweigerten Abtreibung starb. Seltsame katholische Moral.
    Nein, nicht seltsam. Es ist eine schwierige Entscheidung ob das ungeborene Leben des Kindes und das Leben der werdenden Mutter gleich oder unterschiedlich gewichtet werden und ob sich diese gegeneinander aufrechnen lassen. In Irland ist es eben offensichtlich so, dass der mögliche Tod der Mutter nicht den sicheren Tod des Kindes rechtfertigt. Schön für Sie, dass die Situation für Sie kein moralisches Dilemma darstellt, dann muss man auch nicht über Ihre Bewertung ungeborenen Lebens mutmaßen.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    sehr zum Unmut der vier katholischen Erzbischöfe. Sie protestieren gegen die geplante Gesetzesänderung.
    Irland sollte all jenen ein mahnendes Beispiel sein, die für mehr Einfluss der christlichen Religion auf die westlichen europäischen Gesellschaften plädieren - um dem angeblich fortschreitenden Sittenverfall entgegenzuwirken.
  5. #5

    optional

    Welches Leben wird durch die verbotene Abtreibung den gerettet? Das des Kindes wohl kaum, den das stirbt in der Regel auch, so wie bei der Inderin. Es wird lediglich ein weiteres Leben völlig unnötig geopfert.
  6. #6

    Irland muss sich von den Katholiken lösen...

    ... sonst bleibt es wirtschaftlich und kulturell im Mittelalter und verliert seine jungen Bewohner. Abtreibung ist nun einmal ein medizinischeer Vorgang, den einzig und allein die Schwangere zu entscheiden hat, ob sie aufgrund einer religiösen Einstellung entscheidet, oder ohne, ist einzig ihr Ding ! Diese Erzbischöfe sollten sich viel eher um den tausendfachen Missbrauch von Kindern in der irischen katholischen Kirche kümmern !
  7. #7

    Vielleicht würde unserer Gesellschaft ein bißchen mehr Moral und die Wertschätzung von Leben auch gutstehen. Kann einer von Ihnen abschätzen, ob die Wertigkeit des Leben eines ungeborenen Kindes höher einzustufen ist, als das seiner Mutter?
    In Deutschland landen Jahr für Jahr 100.000+ ungeborene Kinder in den Mülltonnen hinter den Kliniken und nicht einmal 10% der Abtreibungen sind durch Komplikationen oder Folgen einer Vergewaltigung bedingt. In den meisten anderen Fällen passt das Kind wohl derzeit nicht in die Lebensplanung, wenn ich das mal so polemisch formulieren darf.
    Aber was erwarten wir von einer Gesellschaft in der Selbstverwirklung und Individualisierung mittlerweile weit über der Rücksichtnahme auf andere und anderen althergebrachten Normen und Werten steht.
    Das Recht auf Leben hat bei uns nur die Frau, wer denkt an das Kind?
  8. #8

    Zitat von peter_30201 Beitrag anzeigen
    Es ist eine schwierige Entscheidung ob das ungeborene Leben des Kindes und das Leben der werdenden Mutter gleich oder unterschiedlich gewichtet werden und ob sich diese gegeneinander aufrechnen lassen. In Irland ist es eben offensichtlich so, dass der mögliche Tod der Mutter nicht den sicheren Tod des Kindes rechtfertigt. Schön für Sie, dass die Situation für Sie kein moralisches Dilemma darstellt, dann muss man auch nicht über Ihre Bewertung ungeborenen Lebens mutmaßen.
    in Europa hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass man die Lösung des schwierigen Dilemmas am Besten den Betroffenen überlässt - und nicht Dritten, die im Zweifelsfall die Frau als Inkubator sehen, nicht als Mensch mit Menschenrechten.
  9. #9

    Wie Tucholsky schon sagte,

    um die Ungeborenen kümmern sich alle: die Kirche, die Staatsanwälte, die Richter. Ist das Kind auf der Welt, muß es selbst sehen, wie es weiterkommt, da greift die Keule des Staates.