Kinder und Karriere: Andere Länder, andere Mütter

Kind und Job? In Deutschland passt das oft nicht zusammen. Anders im Ausland: In Finnland gibt es ein Baby-Care-Paket, eine Slowenin findet Vollzeitjobs für Mütter selbstverständlich, die indische "working mum" schmeißt nebenbei den Haushalt. Drei Frauen über ihr Leben zwischen Karriere und Krabbelgruppe.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...-a-873314.html
  1. #1

    Sehr repräsentativ

    Guten Morgen,

    hier 3 selbstständige Mütter erzählen zu lassen ist natürlich sehr repräsentativ - wie machen es denn die Mütter, die inkl. Pendelei mindestens 9, eher 10 Stunden pro Tag unterwegs sind? Da wird dann selbst die finnische 7-17-Uhr-Betreuung knapp... Vom praktischen mal ganz abgesehen: Was habe ich denn dann noch von meinen Kindern und die von mir?

    Grüße
  2. #2

    Einseitig

    Der Bericht über finnische Eltern verschweigt, dass Mobbing dort in Krabbelgruppen, Vorschulen und Schulen allgegenwärtig ist; man sieht es den verkniffenen Kindergesichtern auch an (im Vergleich etwa zu indischen Kindern!). Depravierung schafft nun mal keine Lebensfreude. Da finde ich die deutsche Haltung, wenn schon Kinder, dann ohne Wegorganisieren, oder eben gar keine, viel ehrlicher, als dieses "Kinder und Beruf - für uns Eltern ist das kein Problem".
    Abgesehen davon, dass 99 Prozent der Probleme dieses Planeten auf der maßlosen Vermehrung einer einzigen Spezies beruhen.
  3. #3

    Alles Beispiele, in denen sich die Mütter die Zeit selber einteilen können,

    wo sind die Mütter, deren Zeit durch Hierarchie fremdbestimmt wird?
    Hier zeigt sich, daß auch die Autoren dieses Artikels vom Kern des Problems keine Ahnung haben.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kind und Job? In Deutschland passt das oft nicht zusammen. Anders im Ausland: In Finnland gibt es ein Baby-Care-Paket, eine Slowenin findet Vollzeitjobs für Mütter selbstverständlich, die indische "working mum" schmeißt nebenbei den Haushalt. Drei Frauen über ihr Leben zwischen Karriere und Krabbelgruppe.

    Auch in den genannten Ländern sind die Geburtenziffern in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken und liegen auch in Finnland und Slowenien unter 2, in Indien nur noch leicht über 2 mit weiter sinkender Tendenz. Offenbar ist das also kein deutsches, ja nicht einmal ein europäisches Phänomen.
  5. #5

    Warum anstrengen, wenn es auch einfacher geht

    In Deutschland ist niemand mehr bereit, Kompromisse einzugehen. Die Natur hat es nun einmal so eingerichtet, dass Frauen Kinder bekommen und nicht die Männer. M.E. ist das alles nur eine Ausrede um nicht die Verantwortung der Erziehung auf sich nehmen zu müssen. Frauen in anderen Ländern kennen noch die Werte, während die deutschen Frauen (Gott sei Dank nicht alle, es handelt sich leider immer um den gleichen Personenkreis) mehr Gleichberechtigung wollen. Macht alle weiter so .... wer soll denn in der Zukunft die Rente bezahlen, wenn nicht die Kinder...
  6. #6

    optional

    Dieses Thema wird stets aus dem Blickwinkel der wirtschaftlichen Nützlichkeit, aus dem Blickwinkel der Chancengleichheit, etc., beleuchtet. Gut.
    Und wann gibt's einmal fundierte Gedanken zum Wohl der Kinder?
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kind und Job? In Deutschland passt das oft nicht zusammen....

    Berufstätige Mütter: Frauen aus anderen Ländern über ihre Erfahrungen - SPIEGEL ONLINE
    Ich bin selbst Vater zweier kleiner Kinder (1 und 3 Jahre) und unsere Erfahrungen bzgl. Vereinbarkeit von Kindern und Beruf sind gemischt:
    Positiv:
    + Das Elterngeld hat uns vor einem größeren finanziellen Absturz während der Zuhausezeit bewahrt
    + Ich habe (leider nur) bei unserer größeren Tochtervein halbes Jahr Elternzeit genommen. Bei meinem Arbeitgeber hat mir das im Wesentlichen keine Nachteile gebracht. Bei meiner zweiten Tochter geht das leider nicht, da ich den Arbeitgeber in einer Zeit wechsle, in der Elternzeit angesagt wäre.
    + Unsere Arbeitgeber sind waren bis jetzt sehr tolerant wenn es um Flexibilisierung der Arbeit geht - z.B. bei Krankheiten. Wir beide sind allerdings in der IT-Branche tätig, da kann man Arbeit auch gut mal mit nachhause nehmen.
    Negativ:
    - Meine Frau hat ihre Arbeitsstelle verloren. Sie würde gerne nur 50% arbeiten, solange die Kinder nicht in der Schule sind. Es ist fast unmöglich auf einer adequate Stelle in Teilzeit anzufangen. Ist man erst mal drin und die Probezeit ist vorbei lassen sich viele Dinge machen.
    - Die Suche nach einem Kindergartenplatz ist sehr schwierig und scheinbar abhängig von der Willkür der Leiter(innen) der Einrichtungen. Es gibt kein zentrales Platzvergabesystem.
    - Es ist noch schwieriger, einen Kindergartenplatz länger als bis um 12 Uhr zu bekommen. Es gibt keine Vorfahrt für arbeitstätige Eltern, die gerne länger arbeiten wollen.
    - Da die Ausstattung mit Krippenplätzen noch schlechter ist als die mit Kindergärten, muss man auf Tagesmütter ausweichen, die gerne mal 600 € im Monat kosten

    Fazit: es geht, aber es ist schwierig. Vor allem steht man immer wieder an Punkten, wo man das Gefühl hat, dass es nicht mehr weitergeht. Ich denke, vieles zum Thema Kinderlosigkeit hat damit zu tun, dass wir Deutschen sehr riskioavers sind und uns gegen alle Fälle absichern wollen. Genau das geht in der deutschen Betreuungslandschaft nicht. "German Angst" lässt grüßen.
  8. #8

    Anstatt immer nur nach den Müttern zu schauen, sollte man mal die Gründe für die männliche Verweigerung betrachten. Der Wunsch von Männern Elternteil zu werden liegt weit unter der von Frauen. Hauptgrund für weibliche Kinderlosigkeit sind nicht etwa fehlende Betreuungsmöglichkeiten, sondern die sinkende Zahl von Männern die Väter werden wollen, gepaart mit ökonomischen Unsicherheiten. Solange die Politik diese Erkenntnisse konsequent ignoriert und stattdessen lieber Mrd. in sinnlose Fremdbetreuungsmöglichkeiten pumpt, wird die Geburtenrate nicht steigen.
  9. #9

    Danke!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kind und Job? In Deutschland passt das oft nicht zusammen. Anders im Ausland: In Finnland gibt es ein Baby-Care-Paket, eine Slowenin findet Vollzeitjobs für Mütter selbstverständlich, die indische "working mum" schmeißt nebenbei den Haushalt. Drei Frauen über ihr Leben zwischen Karriere und Krabbelgruppe.

    Berufstätige Mütter: Frauen aus anderen Ländern über ihre Erfahrungen - SPIEGEL ONLINE
    Danke, bitte mehr davon. in Bezug auf Kinder hat Deutschland wohl weltweit die rückstaendigsten Ansichten. 1 Jahr Auslandspraktikum für alle.

    Stimmt es, dass es fuer das Wort "Rabenmutter" keine Ubersetzungen gibt, weil damit niemand etwas anfangen kann?