Bologna-Reform: Fast nur noch Bachelor und Master

DPAAdé, Diplom: Die Hochschulen bieten fast nur noch Bachelor- und Masterprogramme an. Knapp 90 Prozent der Studiengänge enden zehn Jahre nach dem Start der Bologna-Reform mit diesen Abschlüssen, nur einige hundert mit Diplom oder Magister.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-873428.html
  1. #1

    Toll

    Also bei uns bestand der Unterschied zum Diplom einzig und allein in zwei Semestern weniger Zeit (dadurch ein Praxismodul zwischen "Tür und Angel" und Bachelorarbeiten, die, wenn überhaupt, nur 50 Prozent einer Diplomarbeit umfassen) und der Tatsache, dass der Titel "Diplom" auf dem Arbeitsmarkt deutlich angesehener ist. Vielen Dank für diese tolle Reform, auf die die Welt gewartet hat!
  2. #2

    Zitat von mk84 Beitrag anzeigen
    Also bei uns bestand der Unterschied zum Diplom einzig und allein in zwei Semestern weniger Zeit (dadurch ein Praxismodul zwischen "Tür und Angel" und Bachelorarbeiten, die, wenn überhaupt, nur 50 Prozent einer Diplomarbeit umfassen) und der Tatsache, dass der Titel "Diplom" auf dem Arbeitsmarkt deutlich angesehener ist. Vielen Dank für diese tolle Reform, auf die die Welt gewartet hat!
    Ein Bachelor ist ja auch kein Diplom. Wenn man es mit dem Diplom vegleichen will, dann gilt folgendes: Bachelor = Grundstudium+Basisveranstaltungen+Studienarbeit; Master=Vertiefungsveranstaltungen+Nebenfach+Diplom arbeit. Wobei die Studienarbeiten eher mehr Gehalt hatten, da sie in einem späteren Semester geschrieben wurden. Das ganze gilt zumindest für Informatik an den 3 TUs, die ich näher kenne (davon zählen 2 zu den TU9) und ich kenne keinen, der es anders sieht (auch wenn es in Politik und Presse gerne anders behauptet wird). Die Veranstaltungsinhalte wurden praktisch 1:1 in das entsprechende Bachelor/Master-Semester überführt.
  3. #3

    Zitat von whostalking Beitrag anzeigen
    Ein Bachelor ist ja auch kein Diplom. Wenn man es mit dem Diplom vegleichen will, dann gilt folgendes: Bachelor = Grundstudium+Basisveranstaltungen+Studienarbeit; Master=Vertiefungsveranstaltungen+Nebenfach+Diplom arbeit. Wobei die Studienarbeiten eher mehr Gehalt hatten, da sie in einem späteren Semester geschrieben wurden. Das ganze gilt zumindest für Informatik an den 3 TUs, die ich näher kenne (davon zählen 2 zu den TU9) und ich kenne keinen, der es anders sieht (auch wenn es in Politik und Presse gerne anders behauptet wird). Die Veranstaltungsinhalte wurden praktisch 1:1 in das entsprechende Bachelor/Master-Semester überführt.
    Zumindest bei uns (TU9 und Exzelenz-Uni) wurden die vormals relativ leichten Module des Diplomstudienganges neu verschnürt, so dass man für einen Bachelor und Master insgesamt mehr tun muss, als für das Diplom. Auch müssen wir für den Bachelor eine Studienarbeit und eine Bachelorarbeit schreiben, das gleiche für den Master. Ich kenne übrigens keinen, der den Bachelor in Regelstudienzeit geschafft hat, das gleiche wird für den Master gelten. Auch sind die Durchschnittsnoten der Diplomer weitaus besser, als die der Bachelors (was aber vielleicht daran liegt, dass in der Bachelornote auch das Grundstudium mitgezählt wird, während dies im Diplom einfach nur als bestanden/ nicht bestanden gewertet wird). Im Master sind die Noten dann wieder auf Diplomniveau, weil man sich hier die Fächer nach Interesse aussuchen kann.

    Insgesamt ist das Fazit:
    -Niemand hört nach dem Bachelor auf, sondern alle studieren bis zum Master.
    -Im Ausland studieren und Prüfungen anerkennen zu lassen ist genauso leicht/ schwer wie beim Diplom
    -Wegen der höheren Arbeitsbelastung gehen weniger Leute ins Ausland
    -Da niemand den Bachelor in Regelstudienzeit schafft, fällt für viele 1-2 Semester Bafög weg
    -Das international anerkannte Dipl.-Ing. wurde durch einen M.Sc. ersetzt, den jeder x-beliebige Bewerber auch im Ausland auf einer Dünnbrettbohrer-Uni erlangen kann. Außerdem lässt sich vom Titel ein Ingenieur nicht mehr von anderen Leuten, wie bsplw. Ärzten, Biologen, Chemikern etc. unterscheiden


    Das passiert, wenn man Juristen, bei denen es für eine ordentliche Karriere nicht gereicht hat über Bildungsfragen entscheiden lässt...
  4. #4

    Zunächst egal

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Adé, Diplom: Die Hochschulen bieten fast nur noch Bachelor- und Masterprogramme an. Knapp 90 Prozent der Studiengänge enden zehn Jahre nach dem Start der Bologna-Reform mit diesen Abschlüssen, nur einige hundert mit Diplom oder Magister.

    Fast alle Studiengänge enden mit Bachelor oder Master - SPIEGEL ONLINE
    Im Grunde ist es zunächst egal, was am Ende eines Studiums steht. Die Bologna-Reform leidet jedoch darunter, daß ein Studium heute eine Massenveranstaltung mit stark schulischem Charakter ist. Unter dieser Massenveranstaltung leiden beide Seiten: Professoren und Studiernende. Ein mir bekannter Prof. aus Köln sprach von Horden. Mit Grausen beugen sich die Profs. über massenweise Klausuren und Bachelorarbeiten. Der Bearbeitungs-(Korrektur-)Stau von Klausuren ist schon legendär. Nachdem man nun mehr, als ein Drittel eines Altersjahrgangs zu den Hochschulen schickt, mindert man den Wert jedes Abschlusses. Wenn dann noch die Bologna-Reform dazu kommt, gibt man der die Schuld. Und: Die Noten werden von Jahr zu Jahr besser. So - dann laufen die erwartungsvollen Absolventen bei Einstellungsgesprächen auf. Da ist dann die Stunde der Wahrheit. Das hat mit Dipl./Bachelor wenig zu tun. Für viele wäre eine betriebliche "Karriere" mit Lehre besser gewesen. Es gibt genügend Chancen auf Basis einer praktischen Ausbildung noch zu studieren. Meiner Meinung nach sind das die Besten! Dann wiederum ist Bachelor oder Dipl. auch egal! Der Vorteil ist, diese praxiserfahrenen Studenten setzen die Profs. fachlich ganz schön unter Druck.
  5. #5

    So ganz egal ist es auf dem Arbeitsmarkt mit Bachelor / Diplom dann doch nicht - ich habe vor meiner Ausbildung auch eine betriebliche Lehre absolviert (die war übrigens insgesamt doch etwas anstrengender als das Studium) - was habe ich jetzt davon? Rein gar nichts, während jmd. mit dem Titel "Diplom" (Klassenzimmer raus, Hörsaal rein) bessere Arbeitsmarktchancen hat, weil er etwa darauf basierend spezielle postgraduale Programme antreten kann, für welche oft das Diplom, der Magister oder eben der Master vorausgesetzt wird. Übrigens: In unserem Studiengang machen einige jetzt irgendeinen Master nur deshalb, weil ansonsten der Gang zur Arge unvermeidbar gewesen wäre.
  6. #6

    arge--master

    Das ist nachvollziehbar . Mit dem Dr war udn ist es genauso . Wir waren damals 10 leutz einer MINT Fakultät . Von diesen gingen 9 in die Exclusivausgabe der kaschierten Arbeitslosigkeit , sie promovierten .... Ein Dr ist also kein zeichen für "besser" sein , oder gar Führungsfähigkeit , was gewisse Konzernstrategen seit xx Jahren noch nicht begriffen haben ......
  7. #7

    Gute Entwicklung

    Bachelor und Master sind 10 Jahre nach deren Einführung nun gnzlich in der Bildungsrepublik angekommen und erfreuen sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten sehr großer Beliebtheit.
    Die Schwierigkeiten waren damit verbunden, dass viele Universitäten die Umstellung und eine Überarbeitung der Lehrpläne schlichtweg verpennt oder anfänglich verweigert haben.
    Wo sind denn Bachelor und Master-Studiengänge im Gegensatz zum Diplom verschult? ich konnte bis zum heutigen Tage keine gravierendne Unterschiede entdecken.
    Ein Doktorgrad ist kein Zeichen für Führungsfähigkeit oder ein "besser" sein? Dann wünsche ich ihnen viel Spaß in ihrem Promotionsstudium.
  8. #8

    ...

    Zitat von smartphone Beitrag anzeigen
    Das ist nachvollziehbar . Mit dem Dr war udn ist es genauso . Wir waren damals 10 leutz einer MINT Fakultät . Von diesen gingen 9 in die Exclusivausgabe der kaschierten Arbeitslosigkeit , sie promovierten .... Ein Dr ist also kein zeichen für "besser" sein , oder gar Führungsfähigkeit , was gewisse Konzernstrategen seit xx Jahren noch nicht begriffen haben ......
    Bachelor, Master...

    Fast so gut wie der Dipl. Jur. eines untergegangenen Staates?

    Na ja, die hatten wenigstens ein einheitlichen Schulsystem mit der PoliOberschule.
  9. #9

    Zitat von alex_kidd Beitrag anzeigen
    Bachelor und Master sind 10 Jahre nach deren Einführung nun gnzlich in der Bildungsrepublik angekommen und erfreuen sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten sehr großer Beliebtheit.

    Wo sind denn Bachelor und Master-Studiengänge im Gegensatz zum Diplom verschult? ich konnte bis zum heutigen Tage keine gravierendne Unterschiede entdecken.

    Ein Doktorgrad ist kein Zeichen für Führungsfähigkeit oder ein "besser" sein? Dann wünsche ich ihnen viel Spaß in ihrem Promotionsstudium.
    Beliebtheit? Es gibt wohl eher keine andere Wahl. Warum haben wohl viele Studenten immer noch versucht, falls irgendwie möglich Plätze in den Magister- und Diplomstudiengängen zu ergattern?

    Und ja, ein Bachelorstudiengang ist schon deshalb vergleichsweise sehr verschult, weil jede einzelne Leistung schon im ersten Semester benotet wird und in die Endnote einfließt. Da können Sie ein Semester auch nicht dutzende Male wiederholen.

    Und zum Thema Promotion. Also ich kenne Leute, die einfach immer weiter studieren (müssen) und quasi keine großartige Alternative zur Promotion besteht bzw. auch gar kein Interesse am "kaltherzigen" Arbeitsmarkt vorhanden ist (verständlich). Da wird es den Studierenden oft auch nicht allzu schwer gemacht - besonders außergewöhnlicher Intellekt oder "Führungsfähigkeiten" sind da aber auch nicht extrem ausgeprägt.