Psychologie: Gier schlägt Großzügigkeit

CorbisWenn jemand Großzügigkeit erlebt, verhält er sich auch anderen gegenüber freigiebiger - das würde jeder unterschreiben. Der Nachahmungseffekt ist bei Gier laut einer Studie jedoch viel größer: Wer unfair behandelt wird, der schlägt auch so zurück.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-873379.html
  1. #1

    Wäre prima, wenn es so liefe...

    Mein ehemaliger Chef hat immer gesagt: "Jede Gefälligkeit rächt sich!"

    Nach über zehn Jahren in der Wirtschaft kann ich sagen: "So ist es!"

    Traurig finde ich, dass es dann, wenn es um Geld geht nur noch der eigene Vorteil gesehen wird. Meistens endet das dann aber nicht so, wie man es sich denkt...

    Man sieht sich eben immer zweimal im Leben.

    Insofern würde auch ich mir wünschen, dass wir nur das fordern, was uns auch ethisch zusteht. Aber ich muss ja nur den Spiegel lesen, um zu wissen, dass das eine Utopie ist.

    Leider.
  2. #2

    Was fällt mir dann dazu ein?

    Da sich das Karrussell nun immer schneller dreht, jeder immer schneller und dreister seinen flotten Euro besorgen will...
    Ja, wie heißt es? Denkt jeder an sich selbst, ist an alle gedacht!
    So gesehen: willkommen in der Gut-Mensch-Gesellschaft anno 2013!
  3. #3

    Vereinzelte Verallgemeinerung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenn jemand Großzügigkeit erlebt, verhält er sich auch anderen gegenüber freigiebiger - das würde jeder unterschreiben. Der Nachahmungseffekt ist bei Gier laut einer Studie jedoch viel größer: Wer unfair behandelt wird, der schlägt auch so zurück.

    Pay it Forward: Gier führt zu noch mehr Gier - SPIEGEL ONLINE
    Typische Scheuklappenempirie, die sich lediglich auf einen einzelnen Faktor in einem für die Probanden offensichtlich einmaligen Experiment bezieht.
    Was ist denn, wenn derjenige, der die Gier nachgeahmt hat, in einem zweiten Experiment plötzlich eine andere Rolle bekommt bzw. ein anderes Vorbild bekommt (und umgekehrt)? Reagiert er dann genauso, will sagen, reproduziert er dann sein im ersten Experiment gelerntes Habgierveralten erneut, oder reagiert er dann vielleicht anders? Was soll so ein begrentzes Experiment eigentlich bringen, davon kann man doch unmöglich auf Verhalten und Verhaltsanreize verallgemeinern. Und welche allgemeine Verhaltensdisposition hatte der Proband schon vor dem Experiment? Spielt das etwa keine Rolle?
    Fragen über Fragen, das Leben und die Wissenschaft könnten ohne solche Fragen so einfach sein ....
  4. #4

    Wird jemand ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ....Der Nachahmungseffekt ist bei Gier laut einer Studie jedoch viel größer: Wer unfair behandelt wird, der schlägt auch so zurück.

    Pay it Forward: Gier führt zu noch mehr Gier - SPIEGEL ONLINE
    Wird jemand unfair behandelt, so schlägt er nicht mit Gier zurück. Es ist entweder die Bestrafung desjenigen, der ihn unfair behandelt hat oder man will wieder einen gerechten Ausgleich schaffen.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer unfair behandelt wird, der schlägt auch so zurück.
    Vielleicht sollte man den Politikern die Diäten & den Bankern die Boni drastisch erhöhen. Diese Menschen müssen von uns wohl extrem unfair behandelt werden! </Ironie>
  6. #6

    Was zählt, ist die eigene Erfahrung ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenn jemand Großzügigkeit erlebt, verhält er sich auch anderen gegenüber freigiebiger - das würde jeder unterschreiben. Der Nachahmungseffekt ist bei Gier laut einer Studie jedoch viel größer: Wer unfair behandelt wird, der schlägt auch so zurück.

    Pay it Forward: Gier führt zu noch mehr Gier - SPIEGEL ONLINE
    ... nach 40 Jahren Berufserfahrung, erst angestellt, dann selbstständig folgendes Fazit: Größzügige Chefs sind in der Minderzahl, großzügige Kunden ebenfalls (ca. 40:60).

    Mit meiner Großzügigkeit (Motivation dafür waren: "Einen guten Eindruck machen" / Kundenbindung / aber auch weil es mir in bestimmten Situationen am Herzen lag ) bin ich im Schnitt ganz gut gefahren. Und die paar Gierhälse, die mich reingeritten, reingelegt haben, was solls ....

    Allerdings ist bei mir nach jeder negativen Erfahrung ein erhöhtes Misstrauen zu beobachten. Und das wird im Alter nicht besser.

    Schade, aber wie jeder wissen sollte. Das Leben ist nicht gerecht.
  7. #7

    Großzügig oder gierig

    Das wissenschaftliche Experiment hätte man sich bei der Befolgung der Aussage Jesu "liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" sparen können, damit ist alles auf den Punkt gebracht!
  8. #8

    Rechnen

    ...sollte man schon können, wenn man eine empirische Studie macht. Also wenn man keinen Umschlag bekommt, gibt man 40% der 6 USD ab; von den 9 USD gibt man im Schnitt ca. 37% ab und von den 12 USD ca. 31%. Man kann also aus dieser Studie bzw. aus dem Schluss, welcher von diesen "Wissenschaftlern" gezogen wurde, bloß erschließen, dass man wohl geistig minderbemittelt sein muss, um in Harvard zu studieren.
  9. #9

    Scheuklappen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenn jemand Großzügigkeit erlebt, verhält er sich auch anderen gegenüber freigiebiger - das würde jeder unterschreiben. Der Nachahmungseffekt ist bei Gier laut einer Studie jedoch viel größer: Wer unfair behandelt wird, der schlägt auch so zurück.

    Pay it Forward: Gier führt zu noch mehr Gier - SPIEGEL ONLINE
    Diese Experimentstudie setzt irrtuemlich voraus, dass die Menschen veranlagungsgemaess gleich seien. Anders ist die Hoffnung auf statisch relevante Verhaltensmusteraussagen nicht erklaerbar.
    Doch die Menschen sind hinsichtlich ihres Verhaltens, auch statistisch ermittelt, eben nicht gleich.
    Es gibt z. b. zwei Verhaltensgrundmuster, uebrigens ermittelt auch von US-Universitaeten, die darauf hinauslaufen, dass es gewaltaffine und gewaltphobe Veranlagungen gibt, offenbar ein Evolutionsprodukt, vermutlich im Zusammenhang mit der biologischen Wohlwollensvermutung.
    Ca. 57 Gewaltphoben stehen ca. 43 Gewaltaffine gegenueber, letztere in Fuehrungspositionen ueberrepraesentiert, also mit Leuchtturmfunktionen.
    Die Entscheidung eines Menschen, sich generoes oder gierig zu verhalten, wird also weniger vom Situationskontext gesteuert, wie das Ergebnis dieser Studie womoeglich fehlvermuten lassen koennte, sondern vielmehr von der Verhaltens-Grundstruktur eines Menschen.
    Eine solche Studie wird erst aussagekraeftig, wenn per Schnelltest des Befragten dessen Verhaltensgruppenzugehoerigkeit parallel mitermittelt wird und so einbezogen werden kann.
    Es fehlt Forschern und Publizieren offenbar oft generell am Willen oder Vermoegen, cross-over Informationen anderer aber mit dem Forschungsobjekt zusammenhaengenden Arbeiten einzubeziehen.
    Aus Egomanie? Aus Gier? Oder aus Scheuklappensicht?