Jürgen Hesse über Bewerbungen: "Man muss keinen Seelenstriptease hinlegen"

Gio LöweWie kann ich als Bewerber punkten? Das Autorenduo Hesse/Schrader ist seit 30 Jahren eine Ratgeberfabrik. Einst waren die beiden Psychologen selbst arbeitslos. Im Interview erklärt Jürgen Hesse Personaler-Rituale - und wie man clever die Frage nach eigenen Schwächen umkurvt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-869872.html
  1. #1

    Alles Gequacke...

    ....von den sogenannten "Egschperten."

    Es gibt einfach zu wenig Jobs und zuviel Minderperformer schon in den Personalabteilungen, welche dadurch nur Langeweile haben.

    Diese dann oft menschlich selber keine Stärken haben und Kandidatensuche den "Leihbuden" überlassen!

    Im Vorfeld oft schon durch die eigene Sekretärin "sieben" lassen- z.B. bei Anruf des Bewerbers im Personalbüro: "Um was geht es denn?"

    Wenn man liest, dass diese Leute auch schon so dreist sind:
    Bewerber nach dessen Passwort von Facebock fragen...und VIELES mehr!
  2. #2

    Mozartkugeln

    Lieber Herr Hesse,

    ihr Ratschlag zum Thema Schwächen kommt mir ein wenig veraltet vor. Ein guter Personaler wird sich sich mit Bach oder schwarzer Schokoloda, "ich kann mir schlecht Namen merken" und Konsorten veräppeln lassen.

    Heutzutage kommt es an eigene Schwächen zu erkennen und zu zeigen, dass man sich entweder damit arrangieren kann oder man daran arbeitet diese zu verringern.
  3. #3

    Herzlichen Dank

    ... dass die beiden Herren wohl kräftig daran mitgearbeitet (bzw. mitverdient) haben, dass sich heute beim Bewerben, wie auf so vielen Ebenen, alles um die tolle Show, die Selbstinszenierung und den makellos-angepassten Lebenslauf dreht. Deshalb sitzen an den Hebeln ja oft auch so unfassbar kompetente Menschen und psychische Erkrankungen werden immer seltener. Danke!
  4. #4

    bla bla....

    ....90 % aller offenen Stellen sind eh schon von vornherein vergeben. Da sind Bewerber "in der engeren Wahl" nur Makulatur um die Gewerkschaft / Personalrat ruhig zu stellen. Ich kenns nicht anders...alle Stellen in den letzten 15 Jahren wurden bei uns über Vitamin B vergeben...ich bin einer der letzten die noch keinen kannten und keine Beziehungen hatten....ein Aussenstehender hat so gut wie keine Chance...auch mit 1er Abschluss, super Zeugnis usw. da kommt lieber der Loser, ein Cousin von XY der sich nicht mal die Schuhe zubinden kann...
  5. #5

    Strategie

    Nach Querlesens diverser Hesse/Schrader-Bücher habe ich den Eindruck gewonnen, dass die doch sehr auf Berufsbereiche hin getrimmt sind, wo Blenden und Showspielen wichtiger ist als Substanz - also z.B. vielfach bei BWLern. Das sind so Einheitstipps, aus denen eine stromlinienförmige Lemming-masse resultiert, die sich alle gleich bewerben und vorstellen und damit sicher die Personaler langweilen. Am besten sind dann Aussagen von Jungakademikern der Art "Das MSUS man so machen!"...jajaja, schon klar. Genau wie die dreiteiligen, sündteuren Mappen, die eine Zeitlang ein "MUSS" waren, von Personalern aber meistens eher abgelehnt werden, weil sie nicht einfach durch den Scanner gezogen werden können -> Mehraufwand.
    Zu den Tipps von Herrn Hesse bezüglich der Schwächen: wenn mir ein akademischer Bewerber gegenübersitzen würde, der auf Fragen nach seinen Schwächen antworten würde, Bach nicht von Mozart unterscheiden zu können (sprich: von "klassischer" Musik so überhaupt keine Ahnung zu haben), würde ich da mal weiter auf den Zahn fühlen, was der denn sonst so nicht kennt und weiß an klassischer Bildung. Das kann schnell ein Eigentor werden... ;-)
  6. #6

    Hesse / Schrader seit 15 Jahren überholt

    Die beiden Autoren haben aus ihrer damaligen Not eine Tugend gemacht und verdienen seither sicherlich nicht schlecht mit der Not anderer. Die Bewerbungstipps gehen jedoch an der Realität vorbei und sind allenfalls Schülern, die sich auf Ausbildungsstellen bewerben, dienlich. Für alles, was darüber hinausgeht, reicht es kaum. Und: Wer als Bewerbungscoach ins Qutenprogramm von RTL geht, dem sollte man nicht unbedingt trauen. Da geht es dann wohl eher um das Finanzielle und die mediale Aufmerksamkeit.
  7. #7

    Personaler - die, die für etwas anderes nicht zu gebrauchen sind.

    Beim Studium sagte einer meiner Dozenten: "In der Personalabteilung und beim Controlling landen in den meisten Firmen diejenigen, die für etwas anderes nicht zu gebrauchen sind. Und ich finde es erschreckend, dass die unfähigsten Leute im Betrieb ausgerechnet für die Personalauswahl zuständig sind."
    Am schlimmsten fand mein Dozent im Fach Unternehmensführung solche Beraterfirmen, die für andere Firmen die Personalauswahl durchführen. Er meint, dass da nur Labertaschen aus irgendwelchen Laberfächern oder schlimmstenfalls BWLer daherkommen, aber selten Leute mit Sachverstand.
  8. #8

    .

    Zitat von mk84 Beitrag anzeigen
    ... dass die beiden Herren wohl kräftig daran mitgearbeitet (bzw. mitverdient) haben, dass sich heute beim Bewerben, wie auf so vielen Ebenen, alles um die tolle Show, die Selbstinszenierung und den makellos-angepassten Lebenslauf dreht. Deshalb sitzen an den Hebeln ja oft auch so unfassbar kompetente Menschen und psychische Erkrankungen werden immer seltener. Danke!
    Genau meine Meinung. Alle, die an Bewerbungsratgebern, -seminaren etc. verdienen, sind aber dankbar dafür, wie es gerade läuft. Aus "einfach ehrlich sein und die Wahrheit sagen" lässt sich halt schlecht ein ganzes Buch machen.
  9. #9

    Zitat von chb_74 Beitrag anzeigen
    Genau wie die dreiteiligen, sündteuren Mappen, die eine Zeitlang ein "MUSS" waren, von Personalern aber meistens eher abgelehnt werden, weil sie nicht einfach durch den Scanner gezogen werden können -> Mehraufwand.
    Wow. Derartige Idiotie gibt es tatsächlich? Erst eine Bewerbung in Papierform fordern anstatt zeitgemäße elektronische Bewerbung zu ermöglichen, und sich dann darüber aufregen, dass der papierne Anachronismus schlecht digitalisierbar ist? Derartige Personaler haben diverse Dinge verdient, die ich hier lieber nicht schreibe...