EU-Kommissar zu Arbeitsbedingungen: "Auch gegen Entwicklungsländer können wir Sanktio

APOb Textilfabriken in Asien oder Minen in Afrika: Viele Produkte entstehen unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Was kann Europa dagegen unternehmen? Ein Gespräch mit dem EU-Handelskommissar Karel de Gucht.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-872050.html
  1. #1

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    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ob Textilfabriken in Asien oder Minen in Afrika: Viele Produkte entstehen unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Was kann Europa dagegen unternehmen? Ein Gespräch mit dem EU-Handelskommissar Karel de Gucht.

    EU-Kommissar De Gucht zu Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern - SPIEGEL ONLINE
    Wer A sagt muss auch B sagen. Das heißt, wer jedem anderen Land die Freiheit zugesteht eine A-Bombe zu haben oder bauen zu wollen (z.B. N.Korea, Iran..) muss konsequenterweise auch die sozialen Gegebenheiten in dem Land akzeptieren ohne per Sanktionen Änderungen zu erwirken. Entweder beides oder keines, aber keine Doppelmoral.

    So bin ich zwar ein Verfechter unseres wesentlichen Gesellschaftssystemes, auch wenn es sicherlich partiell verbesserungsfähig ist, aber dennoch werde ich mir nicht anmaßen die Gesellschafts- und Sozialsysteme anderer Staaten aktiv oder passiv verändern zu wollen. Ich kann sie zwar schlecht finden, so halte ich insbesondere von den islamischen als auch chinesischen Mentalitäten exakt gar nichts, aber wenn die dort so leben dann steht es uns nicht zu daran was ändern zu wollen.
  2. #2

    Zitat von every_day Beitrag anzeigen
    Wer A sagt muss auch B sagen.
    Nein, man kann auch erkennen, dass A falsch war.


    Das heißt, wer jedem anderen Land die Freiheit zugesteht eine A-Bombe zu haben oder bauen zu wollen (z.B. N.Korea, Iran..) muss konsequenterweise auch die sozialen Gegebenheiten in dem Land akzeptieren ohne per Sanktionen Änderungen zu erwirken.
    Zum einen sehe ich da keine wirklich logische Verknüpfung zwischen Akzeptanz etwa bestimmter Waffen und der Tolerierung sozialer Mißstände. Zum anderen gesteht doch kein westliches Land dem Iran oder Nordkorea eine Atomwaffe zu - und die Arbeitsbedingungen dort sind wiederum kein großes Thema, da wir aus Nordkorea doch eher wenig importieren.


    Ich kann sie zwar schlecht finden, so halte ich insbesondere von den islamischen als auch chinesischen Mentalitäten exakt gar nichts, aber wenn die dort so leben dann steht es uns nicht zu daran was ändern zu wollen.
    Wollen die Menschen denn dort so leben und muss ich das - egal ob freiwillig oder erzwungen - durch Importe unterstützen?
  3. #3

    Wir brauchen einen globalen Mindestlohn,

    Auch in den unterentwickeltsten Ländern sollten Industriearbeiter, die für den globalen Welthandel produzieren mindestens 500-600 Euro im Monat verdienen. Dann wär bei KIK und Co. ein T-Shirt für 5 Euro halt nicht mehr drin. Das perverse ist ja, dass in diesem Fall schon für einen 1-2 Euro höheren Preis ein solcher Mindestlohn machbar wäre. Länder, die sich nicht dran halten, könnten von der EU mit einer gnadenlosen und totalen Importsperre belegt werden. In den meisten Fällen würde schon eine Drohung ausreichen.

    Stattdessen sagt der Herr Komissar so etwas: "Wir müssen dieses Instrument sehr vorsichtig einsetzen. Schließlich stehen Länder wie Bangladesch auch unter Druck: Sie müssen stets fürchten, dass Konzerne ihre Produktion in andere Länder verlagern." Und diese anderen Länder - kann man mit denen nicht genauso verfahren ?

    Die viel zu liberalen Welthandelsregularien gelten immer noch als heilig. Mutige Politiker, die mal was anpacken, die Visionen haben und nicht ständig den Schwanz einziehen, sucht man in Europa vergebens. Das sind alles blasse Bürokraten, die nur verwalten und nicht gestalten.
  4. #4

    Eben nicht

    Laut Regeln der WTO, der wir als EU angehören, können wir gemäß der "Like Goods"-Richtlinien eben keine Sanktionen verhängen nur weil uns die Arbeitsbedingungen in anderen Ländern nicht passen. Die WTO Regeln besagen ganz klar, dass nicht aufgrund des Produktionsprozesses diskriminiert werden darf, solange dies keinen qualitativen Einfluss auf das Endprodukt hat.
  5. #5

    "Kein anderer Markt ist weltweit so offen wie die EU."

    Schön wäre es! Im Landwirtschaftsbereich ist die EU nach wie vor eine Festung. Die Kombination aus hohen Zöllen und Milliarden-Subventionen für europäische Produzenten führen nach wie vor zu (1) hohen Kosten für europäische Steuerzahler (vor allem in den Nettozahler-Staaten) und Konsumenten sowie (2) für den effektiven Ausschluss vieler Agrarexporte aus Entwicklungsländern.
  6. #6

    optional

    "wenn die dort so leben dann steht es uns nicht zu daran was ändern zu wollen." Wenn eine Näherin in Bangaldesh verbrennt, damit wir hier in Deutschland Billigkleidung kaufen können, dann steht es mir nicht nur zu, sondern es ist meine Pflicht. Und es ist so einfach. Wir können uns informieren. Wir haben die Wahl zwischen Billigkleidung und fair produzierter Ware. Die Näherin hat keine Wahl, die verhungert sonst nämlich.
  7. #7

    WTO-Regeln

    Zitat von Shlumpf! Beitrag anzeigen
    Laut Regeln der WTO, der wir als EU angehören, können wir gemäß der "Like Goods"-Richtlinien eben keine Sanktionen verhängen nur weil uns die Arbeitsbedingungen in anderen Ländern nicht passen. Die WTO Regeln besagen ganz klar, dass nicht aufgrund des Produktionsprozesses diskriminiert werden darf, solange dies keinen qualitativen Einfluss auf das Endprodukt hat.
    Das stimmt nur teilweise. Die EU kann zwar keine Sanktionen verhängen, aber den Entwicklungsländern jederzeit unilaterale Zollpräferenzen (wie unter der EBA-Initiative) entziehen; dies ist völlig WTO-konform. Auch wenn es aus juristischer Sicht erlaubt ist, bleibt es ökonomisch fragwürdig, da handelspolitische Massnahmen ein denkbar ungeeignetes Mittel zur Durchsetzung sozialpolitischer Massnahmen in Drittländern sind.
  8. #8

    Doppelmoral

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ob Textilfabriken in Asien oder Minen in Afrika: Viele Produkte entstehen unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Was kann Europa dagegen unternehmen? Ein Gespräch mit dem EU-Handelskommissar Karel de Gucht.

    EU-Kommissar De Gucht zu Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern - SPIEGEL ONLINE
    Die Sanktionen wären Ungerecht, weil die westlichen Firmen dort produzieren bzw. da ihre Produkte abkaufen und somit auch durch ihre Preispolitik diese Missstände fördern. Die Sanktionen sollten also die Firmen treffen, hier nicht Honig predigen und drüben die Menschen ausbeuten.
  9. #9

    Armut

    Zitat:
    "De Gucht: Niemand ist perfekt, sonst wäre die Welt auch langweilig. "

    Was für eine armselig entwickelte Phantasie besitzt denn dieser Herr, Perfektionismus führe zu Langeweile, wow, beim Eislauf gäbs in der Kür dafür die Höchstpunktzahl!
    Frieden ist auch langweilig! Schöne Weihnachtsaussichten!
    Entsprechend die Wünsche.