Windkraftanlagen: Mit Holzbein hoch hinaus

TimberTowerWindräder wachsen immer höher, die riesigen einzelnen Ringe für die Stahltümre kann man irgendwann nicht mehr transportieren. Eine deutsche Firma hat eine Alternative: Sie setzt auf einen Turm aus Holz.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...-a-872484.html
  1. #1

    Großatig!

    Eine geniale Idee! Vor allem, da die meisten WEA Türme aus Stahlbeton gefertigt sind. Nur die Turmspitze besteht in der Regel aus Stahl. Die Recyclebarkeit ist dementsprechend sehr gering und der Aufwand dafür hoch. Holz hingegen kann man auch nach Jahrzehnten noch energetisch nutzen.

    Eine Frage an den Verfasser: welche Baumart liefert das benötigte Bauholz?

    Hier kann man sehen, wie der Stahlbetonmast einer Enercon WEA in Bochum demontiert wird: http://www.hansebubeforum.de/showtopic.php?threadid=11473&pagenum=5
  2. #2

    Absolut...

    ... blauäugig, halbherzig recherchiert. Der Artikel könnte ohne Probleme aus dem TimberTower Werbeprospekt stammen.

    Warum nur Holz vor Ort zu verbinden sein soll, bleibt wohl immer ein Geheimnis des Autors. Ebenso die Frage, warum Stahltürme nach 20 Jahren zurück gebaut werden sollen. Das ist 1. nicht korrekt (nur die Typenprüfung geht von einer 20-jährigen Lebensdauer aus) und 2. völlig unabhängig von den verwendeten Materialien. Auch ein TimberTower wird nur für 20 Jahre zertifiziert, danach geht's nur mit einem Einzelgutachten weiter.
    Auch bezüglich der machbaren Höhen ist Holz insbesondere den Hybridtürmen (Beton/Stahl) klar unterlegen. Schade, dass der Autor das scheinbar gar nicht wissen wollte.
  3. #3

    Ein kleiner Wald

    Das Holz von tausend Bäumen für einen einzigen Turm. Dann ist man bald wieder soweit das man ganze Wälder abholzen muss um den Bedarf zu decken. Wie früher mit den Holzschiffen. Der Mittelmeerraum hat sich vom Raubbau in der Antike bis jetzt nicht erholt. Die Wälder wuchsen nicht nach. Dazu kam es sogar zu regionalem Klimawandel. Der meiste Niederschlag wurde vorher von Bäumen verdunstet. Sind die Bäume weg gibt es auch weniger Niederschlag. Ohne Niederschlag können keine neuen Bäume wachsen.
    Wenn schon Holz, dann müsste man Bambus nehmen. Das eignet sich ideal für solche Konstruktionen. Bambus muss einfach gegen Feuchtigkeit Geschütz werden. Der Bambus wächst auch innert nützlicher Frist nach.
  4. #4

    ökologisch? - wiederverwertbar ?

    Ich habe das Wort "Kleber" mehrfach im Artikel gelesen. Dazu kommt mit Sicherheit ein erheblicher Aufwand an Holzschutz. Was soll da denn irgendwie wiederverwertbar sein. Abbruchholz dürfen Sie auch heute schon nicht mehr einfach verwerten. Es ist Sondermüll, auch wenn es aus einem 300 Jahre alten Bauwerk stammt und garantiert nicht mit chemischen Mitteln behandelt worden ist. Und vom Kleber nehme ich an, dass es nicht nur einfacher Mehlpapp oder Knochenleim ist, sondern dass er aus den Giftküchen der Chemischen Industrie stammt.
  5. #5

    Was mich mal interessieren würde:

    Kann ein Turm aus Holz auch in einem Sturm bestehen?
    Ist er genauso belastbar wie einer aus Stahl (oder mehr oder weniger?)
  6. #6

    Zitat von +.+ Beitrag anzeigen
    Was mich mal interessieren würde:

    Kann ein Turm aus Holz auch in einem Sturm bestehen?
    Ist er genauso belastbar wie einer aus Stahl (oder mehr oder weniger?)
    Kommt auf die Konstruktion an, auf die Holzart usw.
    Man kann wohl davon ausgehen, dass die Statiker und Ingenieure, die solche Konstruktionen berechnen, sich auch mal gründlich überlegen, was bei Stürmen so passiert und die Konstruktion entsprechend auslegen.

    Übrigens gibt's Mammutbäume, die gut 100 Meter hoch werden, einige Hundert Jahre alt sind und die bestehen auch aus Holz und sind während ihres ganzen Lebens bei Sturm nicht umgeknickt.
  7. #7

    Sperrholz

    ist zweifellos ein hochfester Baustoff. Aber keinesfalls billig oder umweltfreundlich. Allein der Kleber macht eine Menge der Gesamtmasse aus. Mit Verbrennen geht da gar nix. Und die Langlebigkeit muss mit aufwendiger Wartung und Pflege erkauft werden. Ich habe große Zweifel, ob ein Holzturm insgesamt billiger kommt als einer aus Stahl und Beton.
  8. #8

    okölogisch! wiederverwertbar!

    Für die Brettsperrholzplatten sind 1K-Polyurethanklebstoffe, für die Elementverbindungen sind 2K-Polyurethanklebstoffe verwendet worden.
    Auf Grund des vollflächigen Wetterschutzes sind alle Holzelemente in der Nutzungsklasse 1 eingestuft, womit kein Holzschutz notwendig ist.
  9. #9

    Bevor hier wieder das große Meckern im Forum losgeht, sollte man bedenken, dass es sich hierbei um einen Testbau handelt und in den kommenden Jahren sich erst wirklich feststellen lässt, wie rentabel solche Holztürme sind und wie aufwendig die Instandhaltung ist.

    Wenn man bedenkt wie Energieaufwendig ein Stahl-Windturm in der Herstellung ist, ist es doch nicht verkehrt, alternative Bauweisen für Windkraftwerke zu erforschen.

    allerdings denke ich, dass in ferner Zukunft eine dezentrale Stromversorgung doch eher die richtige Lösung wäre....

    z.B. Windkraft im kleinen Maßstab, welche ein Haus versorgen können, von der Größe daher sehr viel einfacher, billiger und langlebiger zu bauen wären als 100m große Türme....
    Es gibt schon Modelle welche sehr unscheinbar sind, auf Flachdächern versteckt ein Mehrfamilienhaus zumindenst teilweise mit Strom versorgen können.