Unfallrisiko für Kinder: Straßen im Norden sind besonders gefährlich

dapdKinder sind den Gefahren des Straßenverkehrs besonders stark ausgesetzt. Laut einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen wurde zwischen 2006 und 2010 bundesweit 160.000 Kinder verletzt oder getötet. Besonders riskant ist es in Bremen und Hannover.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/u...-a-873214.html
  1. #1

    Hauptsache reisserisch: Ein Satz wie "wurden zwischen 2006 und 2010 bundesweit 160.000 Kinder verletzt oder getötet" suggeriert, dass das Leben für Kinder wahnsinnig gefährlich und in sehr vielen Fällen tödlich sei. Ein Blick in die entsprechende Statistik des DVR belegt das Gegenteil: Die Zahl tödlicher Unfälle geht kontinuierlich zurück; im Jahr 2011 starben auf Deutschlands Strassen 86 Kinder - das ist ein tödlicher Unfall alle vier Tage (im Gegensatz zu zehn Jahren früher; 2001 waren es noch 231). Die Sicherheitskonzepte scheinen also zu greifen.

    Ich will das nicht relativieren oder kleinreden; jeder einzelne Fall ist einer zuviel und für die Betroffenen eine riesige Tragödie. Aber in einem Land mit 82 Millionen Einwohnern und 50 Millionen Kraftfahrzeugen ist es nicht mehr als statistisches Rauschen.

    Auch SPON täte gut daran, Fakten zu berichten und nicht nur reisserische Sätzlein zu basteln, die am Ende wieder zu irgendwelchen irrealen Forderungen (Tempo 30 innerorts etc.) führen. Hundertprozentige Sicherheit und "null Todesfälle" kann es nun einmal nicht geben, auch wenn dergleichen immer wieder suggeriert wird.
  2. #2

    Hauptsache reisserisch: Ein Satz wie "wurden zwischen 2006 und 2010 bundesweit 160.000 Kinder verletzt oder getötet" suggeriert, dass das Leben für Kinder wahnsinnig gefährlich und in sehr vielen Fällen tödlich sei. Ein Blick in die entsprechende Statistik des DVR belegt das Gegenteil: Die Zahl tödlicher Unfälle geht kontinuierlich zurück; im Jahr 2011 starben auf Deutschlands Strassen 86 Kinder - das ist ein tödlicher Unfall alle vier Tage (im Gegensatz zu zehn Jahren früher; 2001 waren es noch 231). Die Sicherheitskonzepte scheinen also zu greifen.

    Ich will das nicht relativieren oder kleinreden; jeder einzelne Fall ist einer zuviel und für die Betroffenen eine riesige Tragödie. Aber in einem Land mit 82 Millionen Einwohnern und 50 Millionen Kraftfahrzeugen ist es nicht mehr als statistisches Rauschen.

    Auch SPON täte gut daran, Fakten zu berichten und nicht nur reisserische Sätzlein zu basteln, die am Ende wieder zu irgendwelchen irrealen Forderungen (Tempo 30 innerorts etc.) führen. Hundertprozentige Sicherheit und "null Todesfälle" kann es nun einmal nicht geben, auch wenn dergleichen immer wieder suggeriert wird.
  3. #3

    Die Amis sind Waffennarren, wir sind Autonarren...

    ... und akzeptieren, dass Kinder im Straßenverkehr so stark gefährdet sind. Der extreme Autoverkehr ist nicht nur gesellschaftlich akzeptiert, sondern wird sogar als sinnvolle Errungenschaft gesehen. Dass zugeparkte Straßen und vielbefahrene Straßen auch einen Verlust an Lebensqualität bedeuten ist für den Großteil der Gesellschaft offenbar nicht wahrnehmbar, denn Autos gehören für uns dazu - ob es sinnvoll ist, alle Wege per Auto zu erledigen oder nicht.
    Der Kommentar von brille007 zeigt, dass uns die Einsicht in Bezug auf den Straßenverkehr genauso abgeht, wie den Amis in Bezug auf den Waffenbesitz. brille007 schreibt: "Ich will das nicht relativieren oder kleinreden" und ein paar Sätze später "[86 im Straßenverkehr getötete Kinder sind] nicht mehr als statistisches Grundrauschen". Ich glaube das IST kleinreden!
    Evtl. sind die Amis in Bezug auf ihre Waffenverliebtheit ja doch etwas weiter als wir in Bezug auf unsere Autoverliebtheit, denn "statistisch" schaut gottseidank niemand auf Sandy Hook.
  4. #4

    Ein Blick in die Vergangenheit könnte nicht schaden

    Zitat von brille007 Beitrag anzeigen
    .....
    Auch SPON täte gut daran, Fakten zu berichten und nicht nur reisserische Sätzlein zu basteln, die am Ende wieder zu irgendwelchen irrealen Forderungen (Tempo 30 innerorts etc.) führen. Hundertprozentige Sicherheit und "null Todesfälle" kann es nun einmal nicht geben, auch wenn dergleichen immer wieder suggeriert wird.
    1952 hob der Bundestag das Tempolimit aus der Kriegszeit auf. Das Gesetz trat am 23. Januar 1953 in Kraft. Kein Tempolimit mehr!
    Die Folgen waren fatal, denn 1956 gab es 12.823 Tote im Straßenverkehr. Davon über 4.000 Fußgänger!

    Der Bundestag war schockiert und arbeitete gegen die Autolobby und ADAC (!!!!) Im zähen Ringen ein neues Gesetz aus.
    Erst nach 4 Jahren !!! wurde wenigstens für die Ortschaften ein Tempospiel von 50 km/h beschlossen.
    Innerhalb eines Jahres sank die Zahl der Verkehrstoten um 20 %!!!

    Bis auf die Ölkrise, wo Tempo 100 auf Autobahnen galt (damals kein einziger Verkehrstote auf der Autobahn !!), lautete auf der Autobahn weiterhin die Devise: „Freie Fahrt für freie Bürger“.

    Zwar empfahl man nach der Ölkrise Tempo 130, aber bis heute zählt Deutschland zu den tolerantesten Ländern der Welt bezüglich Tempo und Strafen für Verkehrssünden.
  5. #5

    Und ihre Einsicht...?

    Zitat von Klippschliefer Beitrag anzeigen
    ...[wir] akzeptieren, dass Kinder im Straßenverkehr so stark gefährdet sind....
    Der Kommentar von brille007 zeigt, dass uns die Einsicht in Bezug auf den Straßenverkehr genauso abgeht, wie den Amis in Bezug auf den Waffenbesitz. brille007 schreibt: "Ich will das nicht relativieren oder kleinreden" und ein paar Sätze später "[86 im Straßenverkehr getötete Kinder sind] nicht mehr als statistisches Grundrauschen". Ich glaube das IST kleinreden!
    Betrachtet man
    1. den Anteil von Kindern, die aufgrund von Schulpflicht zwangsläufig täglich am Straßenverkehr teilnehmen müssen, an der Gesamtbevölkerung und
    2. die 86 getöteten Kinder gegenüber den insg. ca. 4000 Verkehrstoten
    muss man zu dem Schluß kommen, dass nicht etwa "Kinder im Straßenverkehr so stark gefährdet sind" sondern dass sie -im Gegenteil- zu einer Gruppe mit weit unterdurchschnittlichem Risiko im Straßenverkehr zählen.
    Das ist auch eine genauere Beschreibung für den wahren Sachverhalt (nicht "statistisches Grundrauschen")
  6. #6

    Ausgerechnet in Bremen

    einer Stadt in der der Autoverkehr ausgebremst,zurückgedrängt und überwacht wird wie kaum wo anders...
    Aber eben auch die Stadt der regellosesten Radfahrer...rote Ampeln,Vorfahrt,Bürgersteige?Nicht für Bremens Radfahrer...und die Kinder lernen eben von den Erwachsenen.
  7. #7

    Das neue Credo

    Zitat von sasala Beitrag anzeigen
    einer Stadt in der der Autoverkehr ausgebremst,zurückgedrängt und überwacht wird wie kaum wo anders...
    Aber eben auch die Stadt der regellosesten Radfahrer...rote Ampeln,Vorfahrt,Bürgersteige?Nicht für Bremens Radfahrer...und die Kinder lernen eben von den Erwachsenen.
    Das sie kleinen lernen - Schuld sind immer die anderen.

    Verantwortungsbewusste Eltern die ihren Kindern beibringen das sie selber für ihr Leben verantwortlich sind nund kein RECHT haben das andere auf sie aufzupassen haben sterben leider immer mehr aus.
    Erstanlich, in Süddeutschland, im Osten, sogar inn Berlin lassen Eltern ihre Kinder noch zum spielen auf die Straße. In HH fast ein Ding der Unmüglichkeit, da muss man auch 8jahrige noch mit dem SUV 200m zur Schule fahren. Kein wunder wenn solche Kinder nicht mit der "realität" zurechtkommen.
  8. #8

    das habe ich auch gedacht..

    ........ausgerechnet Bremen! Da, wo wirklich alles gegen den Autoverkehr unternommen wird und schon flächendeckend Tempo 30 gilt. Da sieht man mal, daß diese populistischen Maßnahmen eben kein Allheilmittel sind. Saubere Stadtplanung und Verkehrserziehung scheinen doch sinnvoller zu sein, als nur die Autofahrer zu gängeln. Im übrigen liegt der Rückgang der getöteten Kinder sicherlich auch daran, dass diese heute ihre Freizeit nicht mehr auf der Strasse, sondern in der Ganztagsschule oder vor dem PC "ausleben", wenn man da von Leben überhaupt sprechen kann.....
  9. #9

    Zitat von Klippschliefer Beitrag anzeigen
    Der Kommentar von brille007 zeigt, dass uns die Einsicht in Bezug auf den Straßenverkehr genauso abgeht, wie den Amis in Bezug auf den Waffenbesitz. brille007 schreibt: "Ich will das nicht relativieren oder kleinreden" und ein paar Sätze später "[86 im Straßenverkehr getötete Kinder sind] nicht mehr als statistisches Grundrauschen". Ich glaube das IST kleinreden!
    heben Sie einfach mal den Kopf und setzen Sie diese Zahl in Relation zu Todesfällen durch "Verschlucken von Gegenständen", "Stürze im Haushalt", "Krankenhauskeime", "ärztliche Kunstfehler" oder "Vernachlässigung durch die Eltern". Wenn Sie möchten, auch gerne über deutsche Landesgrenzen hinaus in Entwicklungsländer mit wenig Strassenverkehr; da kommen dann banale Infektionen, fehlende Schutzimpfungen oder schlichtes Verhungern dazu.

    In unserer bräsigen Vollkasko-Gesellschaft besteht vielerorts der Eindruck, man könne Lebensrisiken durch Regeln und Verbote auf Null drücken. Das ist ausdrücklich nicht der Fall. Es war mir schon vor über 20 Jahren bei meiner Familienplanung bewusst; deshalb kam ein Einzelkind auch nicht in Frage. Banale Begründung: Bis ein Kind gross ist, kann vieles passieren. Bei einem Einzelkind ist dann möglicherweise von heute auf morgen der Sinn des Lebens dahin; ein weiteres Kind fordert und holt Eltern ins Leben zurück.

    Garantien gibt es nicht, und Sicherheit ist immer relativ. Wer dieses Risiko negiert, sollte keine Kinder haben.