Krasse Typen an der Uni: Gestatten, Manson. Marilyn Manson.

Claudia SchiffnerDie Haut, die Augen, die Haare: Sören Kupfer, 24, fällt auf. Geschadet hat ihm das bislang nicht. Der Karriere zuliebe würde er sich aber eine neue Frisur verpassen - wenn's denn sein muss. Neue Folge der UniSPIEGEL-Serie über ungewöhnliche Typen an der Uni.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...-a-871975.html
  1. #50

    Warum so bourgeois?

    Ist doch wunderbar, dass er sich ausleben kann während des Studiums. Ich kann gar nicht nachvollziehen, warum einige Menschen hier darauf herumreiten, dass er sich später genauso anpassen wird und es deshalb sich nicht um wirklichen Individualism handelt. Zum einen, reflektiert das schlicht, dass der Anpassungsdrang in der Arbeitswelt enorm ist, und das kann durchaus negativ sein. Zum anderen gehört es zu jedem gesunden Menschenleben dazu, dass man sich ändert im Laufe der Zeit. In den Teenagerjahren ist es wichtig, dass Jugendliche gegen das Wertesystem der Eltern und der Gesellschaft auflehnen, weil es ein Weg ist (wenn vielleicht auch nicht der einizge) sich dieser Werte und der eigenen Einstellung zu diesen bewusst zu werden. Was ist dagegen einzuwenden, wenn sich das in das Erwachsenenalter hinein erstreckt? Wie heißt es so schön: Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom... Wer diese Phase nicht zumindest ein bißchen durchmacht, wird häufiger ein unreflektierterer Erwachsener. (Für eine Demokratie gar nicht gesund!) Ich lade die Skeptiker dazu ein, ein paar Monate auf einigen amerikanischen Campi zu verweilen. Die Einheitlichkeit ist manchmal nicht nur langweilig, sondern erschreckend, weil sie auch geistig besteht und arg an mentaler Gleichschaltung erinnert. Zum Glück ist das nicht überall so. Und wen es im Angesicht des Typus Mensch an vielen einheitlichkeitliebenden Jura- und Wirtschaftsfachbereichen nicht zumindest ein wenig gruselt, dem ist nicht wohl nicht zu helfen. Ich finde es wesentlich besorgniserregender, wenn ein 16-jähriger mir sagt, dass er mit 25 als Bankangesteller arbeiten, zwei Kindern haben, und verheiratet sein will - auch wenn sich die meisten später für diesen Lebensentwurf "entscheiden," oder wohl besser, in ihn hereinrasseln.
  2. #51

    So jemanden einstellen?

    aber klar doch, wenn alles andere stimmt. In wievielen Anzug-Popanzen steckt der Totalversager - seh ich täglich. Dann lieber den kompetenten Grufti, der von seiner Arbeit Ahnung hat.
  3. #52

    Zitat von bazzu Beitrag anzeigen
    Solche Typen kennt man doch aus dem Studium wie Sand am Meer.
    Der Drang im Mittelpunkt zu stehen und sich abzugrenzen treibt hier die lustigsten Stilblüten. ,,Ich bin ich." soll Individualismus vermitteln. Auffälliges Styling soll kommunizieren, dass hier jemand auf die Meinung anderer pfeifft.
    Die Wahrheit ist jedoch, dass solche Leute sich nur in allergrößter Abhängigkeit von der Meinung anderer befinden. Kein größeres Katastrophenszenario wäre möglich, als wenn man nichtmehr auffiele, keine Blicke mehr auf sich zöge.
    Hinter der Schminke und den lustigen Klamotten steckt nur jemand, der sich verstecken möchte. Vor der Gesellschaft, derem Urteil er sich nicht stellen will sondern lieber eine ablenkende Attrappe vorsetzt.
    Würfe man jenen das an den Kopf, käme nur wieder ein ,,Ist mir doch egal was du denkst, ich bin einfach so." Das ist in dem Fall dann eine Lüge oder noch schlimmer: Ausdruck dessen, dass man sich auch schon vor sich selbst erfolgreich versteckt hat.

    Super Analyse - aber so ist's wahrlich. Neu-Englisch bezeichnet man sowas als "Attention whore".
  4. #53

    Zitat von NeZ Beitrag anzeigen
    Keiner von euch kennt ihn und doch redet ihr als ob er nur ein dahergelaufener Milchbubi ist. Fast jeder in der Szene muss durch so ein Styling durch einen Sumpf aus Ignoranz, Mobbing und Hass waten, weil er sich abnormal stylt. Das macht erwachsen, selbstbewusst und eigenständig. Wer sich davon umbiegen lässt oder normal wird, sieht Metal/Gothic nur als Trend und nicht als Lebenseinstellung. Ich selbst bin 24, Vollblut-Metaller, habe seit 8 Jahren Haare bis zum unteren Rücken, trage Bandshirts auch in der Arbeit (Außenhandel) und habe über 10 Festivalbändchen am Arm. Das bin ich und ich werde mich auch mit 40 nicht ändern. Mein AG bewertet mich nach meiner Leistung und nicht nach meinem Aussehen. Denn nur die hilft dem Umsatz und Deckungsbeitrag!
    ja, wenn sie in Donzdorf arbeiten - mag das gehen. Im Außenhandel Metalshirts mit Armbänchen? Man oh man, das macht selbstbewusst? So selbstbewusst, dass man sich einer Subkultur anpassen muss, weil man dann dort nicht ernst genommen wird?
    Selbstbewusstsein hat aber auch gar nichts mit Aussehen zu tun und noch weniger damit hausieren zu gehen oder darauf Stolz zu sein.
    Oder bezieht sich jetzt Außenhandel darin, Dimmu-Borgir-Totenschädel in Kartons zu verpacken?!?
  5. #54

    nur ...

    Zitat von LK1 Beitrag anzeigen
    Der Gegenentwurf sind ja die typischen 1:1 Kopien ihrer Eltern. Also eher langweilige, zutiefst überflüssige und visionsfreie Mitschwimmer in der gesellschaftlichen Wohlstandssauce. Da sind mir ein paar, wie auch immer geartete Quergeister, in jedem Falle lieber.
    weil jemand andere Klamotten trägt und subkulturelle Lebensweisheiten für sich verinnerlicht hat. Solche Leute sind genauso angepasst - sie folgen ebenfalls einen Konsens. Kennen sie Hipster und die Szene dazu - bestes Beispiel hierfür. Kleidung passt sich dem äußeren an.
    Auf einem Metalfestival fühle ich mich genauso wohl wie im schicken Anzug bei der Arbeit.
    Es ist nämlich eine gewisse Lebenserfahrung und Intelligenz gefordert, zu erkennen, dass man sich nicht durch Klamotten definiert, sondern durch seine Persönlichkeit. Das äußere passt sich den allgemeinen Erwartungen an - warum? Weil andere eben in ihrem Denken gefangen sind und man es sich leichter macht, das Äußere schnell anzupassen.
    Warum sehe ich denn niemand auf Metalkonzerten oder Gothictreffen im maßgeschneiderten Anzug mit Ray-Ban-Brille - das wäre doch auch so individuell?
  6. #55

    Wunderlich

    Zitat von wunderkerze Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, was manche Leute hier in dieses Outfit hineininterpretieren. Alle Goths, die ich kenne, kleiden sich so, weil sie es schön finden. Und irgendwann kommt halt das Berufsleben und man muss das tragen, was vom Arbeitgeber vorgeschrieben wird. Das hat nichts mit verbiegen zu tun. Das ist einfach ein Ding des Respekts, dass ich nicht mit Plateus oder Netzsachen zum Vorstellungsgespräch gehe!
    Was hat das mit "Respekt" zu tun, wenn man sich zum Vorstellungsgespräch und auch später "normal" anzieht? Das ist doch nichts anderes als purer Egoismus. Man möchte - muss - Geld verdienen. Da muss man schon auf andere Rücksicht nehmen - auch hinsichtlich der Kleidung und des "Outfit" im allgemeinen.
  7. #56

    ...

    Zitat von Worthülse Beitrag anzeigen
    ... über diesen Artikel.

    Artikel?
    Diesen paar Zeilen fehlt aber einiges an Inhalt, um sich damit sinnvoll auseinander zu setzen.

    Beim nächsten Mal vlt ein wenig mehr Arbeit machen und nicht sowas belangloses "hinrotzen"?

    Danke.
    jaja... aber sich über Umfang und Qualität von kostenfreiem Content beschweren... noch dazu mit der durchaus aggressiven Umschreibung von wegen "hinrotzen"

    Sauber - so stelle ich mir Medienkompetenz vor
  8. #57

    @ MartinS

    Nerv getroffen? *schmunzel*

    Ich darf also "kostenfreien Content" nicht kommentieren geschweige denn *hoppla* Erwartungen an diesen haben, weil er ja kostenlos ist?
    Es gibt einen Haufen Angebote im Internet. Wahnsinnig kluge Artikel, interessante Aspekte und spannende Gedanken werden da mit uns Konsumenten geteilt. Die Qualität dieser Gedanken misst sich nicht am Preis, den man dafür nimmt - sondern schlicht am Inhalt.

    Und ich nehme mir die Freiheit heraus - man mag mich naiv nennen - vom Spiegel doch noch ein wenig mehr zu erwarten, als 12 Zeilen Belanglosigkeit. Es wäre nämlich mehr drin gewesen in diesem eigentlich sehr fruchtbarem Thema.
  9. #58

    Opfer

    Wie ich sie satt habe, die "alternativen" Gothic, Punk, Heavy Metal, Grufti, etc Typen, mit ihren Worten "wir sind halt anders", "gegen die Konsumgeselschaft, gegen alles was nicht nur wir mögen"! Lächerlich! Im Endeffekt sind es Menschen die es nicht durch irgendetwas anderes geschafft haben das Interesse Ihrer Mitmenschen auf sich zu ziehen! Daher ziehen Sie sich an wie die letzten Idioten und finden Gefallen daran wenigstens dann angesehen zu werden! "sogar etwas länger" oO!
    Haben sie dann irgendwann mal einen Job und verdienen Geld, ist dieser Schwindel ganz schnell verflogen und die wahren Werte der Gesellschaft halten auch bei Ihnen Einzug (Geld, Auto, Anzug, Haus, Urlaub....)! Also alles nur geschwindel von Mauerblümchen die auch mal Aufmerksamkeit wollen!
    Ist traurig aber so ist es. Ein paar "Outlawz" gibt es wirklich, alternative, umweltbewusste Menschen, die den konsumzwang ablehnen. Aber diese kümmern sich garnicht darum wie sie auf andere wirken! Und erst recht sind sie nicht so peinlich bemüht darum aufzufallen!