Haben Lobbyisten zu viel Einfluss auf die Politik?

Der Skandal um die am einen Apothken-Lobbyisten verkauften Informationen aus dem Gesundheitsministerium ist nur die Spitze des Eisbergs. Immer wieder verschaffen sich Lobby-Verbände mit dubiosen Mitteln Zugang zu politischen Entscheidungsträgern. Dagegen haben vor allem finanzschwache Lobby-Organisationen es schwer, sich im politischen Geschäft Gehört zu verschaffen. Haben Lobbyisten grundsätzlich zu viel Einfluss auf die Politik?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Skandal um die am einen Apothken-Lobbyisten verkauften Informationen aus dem Gesundheitsministerium ist nur die Spitze des Eisbergs. Immer wieder verschaffen sich Lobby-Verbände mit dubiosen Mitteln Zugang zu politischen Entscheidungsträgern. Dagegen haben vor allem finanzschwache Lobby-Organisationen es schwer, sich im politischen Geschäft Gehört zu verschaffen. Haben Lobbyisten grundsätzlich zu viel Einfluss auf die Politik?
    Das sind zwei Paar Schuhe:
    - Ja, die Politik muss auch der Wirtschaft gerecht werden und deswegen deren Bedingungen berücksichtigen.
    - Nein, dubiose Mittel und kriminelle Methoden müssen weiter aufgedeckt, aufgeklärt, ermittelt und gerichtlich verfolgt werden.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Skandal um die am einen Apothken-Lobbyisten verkauften Informationen aus dem Gesundheitsministerium ist nur die Spitze des Eisbergs. Immer wieder verschaffen sich Lobby-Verbände mit dubiosen Mitteln Zugang zu politischen Entscheidungsträgern. Dagegen haben vor allem finanzschwache Lobby-Organisationen es schwer, sich im politischen Geschäft Gehört zu verschaffen. Haben Lobbyisten grundsätzlich zu viel Einfluss auf die Politik?
    Politiker stehen nicht über dem Bürger, sollen dafür aber eine Berufgruppe innerhalb der Gesellschaft sein, oder?

    Eine parlamentraische Demokratie ist deshalb immer eine Form des Lobbyismus. Ich wähle eine Partei aus rein finanziellen Gründen. Es sind schließlich die Wahlversprechen, die den Wähler anlocken sollen. Die Typen, die sich in Namen irgendwelcher Interessensgemeinschaften, Zugang zur Budnestag oder einem Landtag verschaffen sind nicht besser oder schlechter als diejenigen, die aus Tradition oder persönlichen Gründen bei einer Partei das Kreuzchen machen.

    Diese Lobbys bilden Deutschlands "Salz der Erde". Sie bringen das Geld, sorgen für Exportüberschüsse und Arbeitsplätze. Sie gehören deshalb zu unserem Land wie jede andere stinknormale Bürger auch. In dieser Beziehung sollte man sich keinen Illusionen hingeben.

    Diejenigen, die sich über die Einflussnahme dieser Gruppen aufregen, wollen ja auch ein auf sie persönlich zugeschnittes Parteiprogramm umgesetzt sehen.

    Eine Gesellschaft kann ohne Lobys nicht existieren, ansonsten würden wir in einer Diktatur leben. Das will doch nun auch keiner, oder?
  3. #3

    Muss es nicht!

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Das sind zwei Paar Schuhe:
    - Ja, die Politik muss auch der Wirtschaft gerecht werden und deswegen deren Bedingungen berücksichtigen.
    ...
    Wo steht, dass die Politik der Wirtschaft gerecht werden muss?
    Ein Wohlfahrtsstaat für die Wirtschaft ist ebenfalls verkehrt.
    Politik muss Rahmenbedingungen bzw. Spielregeln schaffen, und das ist schwer genug.
    Darum läuft heutzutage auch soviel falsch.

    Verlassen wir mal das Beispiel vom Apotheker der mit Medikamente handelt.
    Sagen wir, jemand handelt mit unerlaubten Medikamenten & Drogen.
    Ein Drogendealer ist ein Unternehmer, aber was er tut ist kriminell.
    Wenn der Gesetzgeber das Handeln mit Drogen zulassen würde, dann würde aus diesem Kriminellen ein respektabler Geschäftsmann.
    Zwischen "ganz schlecht" und "ganz gut" liegt allein das Gesetz!!!
    Darum ist Lobbyarbeit so wichtig.
    Durch Einflussnahme auf den Gesetzgeber lassen sich "böse" Dinge legalisieren und sehr viel Geld machen.
  4. #4

    Zitat von Websingularität Beitrag anzeigen
    Wo steht, dass die Politik der Wirtschaft gerecht werden muss?
    Das steht unübersehbar in meinem Beitrag #1.
  5. #5

    zählen!

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Das steht unübersehbar in meinem Beitrag #1.
    Nummer ZWEI! Das erste Wort gehört dem SPON, das zweite und vor allem das letzte allerdings regelmässig Ihnen;-)
  6. #6

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    Nummer ZWEI! Das erste Wort gehört dem SPON, das zweite und vor allem das letzte allerdings regelmässig Ihnen;-)
    SPON ist ja schließlich och Bergs 2 Wohnzimmer und wir seine einzige virtuelle Familie worauf er ebenfalls Einfluss nehmen möchte- Lobbyist halt ;-)
  7. #7

    nicht über den Tag hinaus

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Skandal um die am einen Apothken-Lobbyisten verkauften Informationen aus dem Gesundheitsministerium ist nur die Spitze des Eisbergs. Immer wieder verschaffen sich Lobby-Verbände mit dubiosen Mitteln Zugang zu politischen Entscheidungsträgern. Dagegen haben vor allem finanzschwache Lobby-Organisationen es schwer, sich im politischen Geschäft Gehört zu verschaffen. Haben Lobbyisten grundsätzlich zu viel Einfluss auf die Politik?
    Man darf sich einmal vor Augen führen wie vielschichtig Lobbyismus angelegt ist und wie er u.U. auf das gesamte Geschehen in der Welt wirkt.

    Regelmäßig beginnt Lobbyismus im Regionalen, in der Nähe von Entscheidungsträgern und Politik. Er wirkt national wie international und wenn er erfolgreich betrieben - qualifiziert werden soll, darf man feststellen, dass er wenn überhaupt, nur rein zufällig auch dem Menschen und der Menschheit dient; jedenfalls richtet er mindestens in gleichem Maße Schaden an, da die Interessenverfolger sich nie am Gemeinwohl orientieren oder der Vernunft verpflichtet agieren.
    Zu Zeiten der "Bonner-Regierung" arbeiteten schon mehr als 1000 niedergelassene und offiziell registrierte Lobbyisten und suchten ihren Einfluss in der Gesetzgebung zu hinterlassen.
    Einige diese Interessenvertreter sind dort geblieben, da man begriffen hat, nicht mit allen Kräften und Menschen auch physisch am Ort des Gesetzgebers präsent sein zu müssen.
    Der Zuckerrübenverband gehört dazu und eh' man denkt - oh wie süß -, kann man - hier nur als Beispiel vorgetragen - an der Arbeit dieses Verbandes einmal festmachen, wie unintelligent denn die für sich gesehen erfolgreiche Arbeit dieses Verbandes, aus globaler Sicht ist.

    Die Zuckerrübe wird dank penetranter Lobby-Arbeit bezüglich seines Anbaus bei uns und in der EU erheblich subventioniert und gefördert.

    Der Anbau von Zuckerrohr - deutlich robuster und ertragreicher pro Anbaufläche als die Zuckerrübe, hat dennoch wegen protektionistischer Sperren am Markt, nicht die entsprechenden Chancen.
    Zum Ausgleich leistet dann unsere Regierung Entwicklungshilfe in Ländern, wo Zuckerrohranbau unrentabel geworden ist.

    Beispiele dieser Art lassen sich x-fach finden und zeigen, dass Nationalstaaten ursächlich Ressourcen verschwenden.
  8. #8

    Zitat von wynkendewild Beitrag anzeigen
    Eine Gesellschaft kann ohne Lobys nicht existieren, ansonsten würden wir in einer Diktatur leben. Das will doch nun auch keiner, oder?
    Quatsch in Tüten.

    Selbst Otto von Bismarck hat damals seine Junker , der selbst einer war, mit seiner Politik überhaupt nicht mit berücksichtigt und nicht mit Privilegien ausgestattet hat.

    Sicher kann man das damalige Preußen ( zu Bismarck 's - Zeiten ) mit der heutigen Zeit nicht vergleichen, aber eine Diktatur war es nie.
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
  9. #9

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    Nummer ZWEI! Das erste Wort gehört dem SPON, das zweite und vor allem das letzte allerdings regelmässig Ihnen;-)
    Zählen Sie meinetwegen die Null mit; ich schrieb unmissverständlich von meinem Beitrag #1, und so wird er im Thread geführt und bezeichnet - schauen Sie nochmal nach.

    Zur Sache hatten Sie mir offenbar nichts entgegenzusetzen. Deswegen noch ein paar kleine Reizworte: Lobbyisten können gar nicht "zuviel Einfluss auf die Politik" haben; immerhin muss gewährleistet werden, dass sich politische Entscheidungen/Rahmenbedingungen nicht gegen die Entwicklung der Wirtschaft richten. Markantes Beispiel, wo es den Lobbyisten NICHT gelungen ist, unwirtschaftliche, teure, ineffiziente, überflüssige, überzogene politische Entscheidungen zu verhindern, ist der verordnete Ausstieg aus der Kernenergie, infolgedessen intakte Kraftwerke außer Betrieb gesetzt und neue Energieerzeugungsanlagen aufgebaut werden müssen. (Was in einem superreichen Land allerdings kein Problem weiter ist.) - Und nun sind Sie am Zuge.... :-)