Blutbad in Connecticut: Obama gegen den Waffenwahn

AP"Wir müssen handeln": Barack Obama hat Klartext gesprochen nach dem Attentat von Connecticut, soweit es in diesem tragischen Moment möglich war. Jetzt liegt es am US-Präsidenten, gegen Amerikas Waffenwahn anzugehen. Kann er das schaffen?

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-873083.html
  1. #1

    optional

    Ungefähr 18.000 Menschen werden jedes Jahr in den USA durch besoffene Autofahrer getötet. Das ist umgerechnet alle 30 Minuten einer. Was tut man nun dagegen? Man nimmt all jenen die Autos weg, die sich an die Gesetze halten und nie betrunken fahren.

    Das ist die verquere Logik all derer, die nun wieder nach schärferen Waffengesetzen rufen. Denn diese treffen nur die Waffenbesitzer, die sich nie etwas zu schulden kommen lassen. Kriminelle dagegen kommen immer an Waffen, in Deutschland, in Mexico (wo noch schärfere Waffengesetze als in Deutschland herrschen, und wo wir ja wissen, dass dort nie jemand erschossen wird...) und in den USA.
  2. #2

    Imme wieder lustig zu sehen, wie die Deutschen (die ja ansonsten gerne ihre Sturmgewehre in die Welt exportieren) aus der Ferne den "Waffenwahn" in Amerika eindämmen wollen. Und vor allem weil man ja durch den hiesigen Konsum von Coca Cola und McDonalds schon genügend weiss um den Amerikanern die Welt erklären können. Nicht das es keinen erheblichen(!) Verbesserungsbedarf in den einzelnen Bundesstaaten bezüglich des Waffenrechts gäbe, besonders was Erwerb und Aufbewahrung betrifft. Aber wie würden die Deutschen reagieren, wenn die Amerikaner ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen und die Anhebung des Mindestalters für den Führerschein fordern würden, wegen der vielen Toten im deutschen Strassenverkehr? Oder die Norweger wegen der tödlichen und sozialen Folgen von Alkohol den Deutschen das Biertrinken verbieten wollen? Man würde diese wohl auslachen, und von ausserhalb lässt man sich aus schon aus Prinzip nichts sagen...
  3. #3

    Zitat von goofy100 Beitrag anzeigen
    Ungefähr 18.000 Menschen werden jedes Jahr in den USA durch besoffene Autofahrer getötet. Das ist umgerechnet alle 30 Minuten einer. Was tut man nun dagegen? Man nimmt all jenen die Autos weg, die sich an die Gesetze halten und nie betrunken fahren.

    Das ist die verquere Logik all derer, die nun wieder nach schärferen Waffengesetzen rufen. Denn diese treffen nur die Waffenbesitzer, die sich nie etwas zu schulden kommen lassen. Kriminelle dagegen kommen immer an Waffen, in Deutschland, in Mexico (wo noch schärfere Waffengesetze als in Deutschland herrschen, und wo wir ja wissen, dass dort nie jemand erschossen wird...) und in den USA.
    Relativierungen sind kein Lösungsansatz für dieses Problem und erst recht nicht so unzutreffende.
  4. #4

    Hier ist in etwa die Argumentation der pro-Waffen-in-Privatbesitz-Vertreter in den USA: Erstens ist das ein von der Verfassung garantiertes Recht und wird als unantastbar angesehen. Es diente zum Schutz der Bürger vor ausländischen Angreifern (mit den damaligen Waffen) und ebenso zu ihrer Verteidigung vor illegalen diktatorischen Bestrebungen der eigenen Regierung und heute vor Gewaltverbrechern. Es wird auch nicht vergessen, dass der erste Schritt aller neuetablierten Diktaturen immer die Konfiszierung aller Waffen in Privatbesitz ist. Solche Bestrebungen werden daher in den USA mit grossem Misstrauen gesehen.

    Dann wird argumentiert, dass bei einer Entwaffnung der rechtschaffenen Bürger nur noch die Verbrecher über Waffen verfügten. Es ist zwar die Zahl der von Verbrechern mit Waffen verübten Straftaten bekannt (etwa 500.000 im Jahre 2005, darunter 11.000 mit Todesfolge - National Institute of Justice: Criminal Justice Research, Development and Evaluation), aber nicht die Zahl der durch Waffenbesitz in der Hand von Bürgern verhinderten Verbrechen. Dem steht die Zahl der in Amokläufen wie dem in Connecticut getöteten Menschen gegenüber.

    Dann wird gesagt, dass vor 50 oder 100 Jahren proportional zur Einwohnerzahl die Verteilung von Waffen in privater Hand ebenso hoch war wie heute, aber solche Amokläufe wie der von Newtown nicht vorkamen, dass also nicht der private Waffenbesitz dafür die Ursache sein kann, sondern der Verfall der Moral.

    Gestern wurde ebenfalls ein Amoklauf in China bekannt, dem 22 Kinder zum Opfer fielen - und der erfolgte mit einem Messer. In der chinesischen Diktatur gibt es wohl kaum Schusswaffen, weder bei Kriminellen noch bei Gesetzestreuen, aber gemordet wird trotzdem, sogar trotz vierstelliger Todesurteile.

    Und solche Verbrechen wie das von Aurora und Newton passieren auch anderswo.

    In China geschahen zehn, alle ohne Schusswaffen. Mit Schusswaffen geschahen in Deutschland drei, in Finnland zwei, dreizehn andere Länder erlebten je einen Fall. In Norwegen erschoss ein kürzlich verurteilter Fanatiker über 60 Menschen, obgleich das Land eines der striktesten Waffengesetze hat.
  5. #5

    ich habe diesen waffenwahn lange nie verstanden.

    aber das verhältnis vieler amerikaner zu dem "staat " ist nunmal ein völlig anderes.
  6. #6

    optional

    Die übliche Betroffenheitsshow "Wir müssen was ändern" Das ich nicht lache. Nichts wird sich ändern in "Gottes eigenem Land". In 2 Wochen ist alles vergessen, bis zum nächsten Massaker, dann beginnt die Show von vorne.
  7. #7

    Entsetzen, Fassungslosigkeit, ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Wir müssen handeln": Barack Obama hat Klartext gesprochen nach dem Attentat von Connecticut, soweit es in diesem tragischen Moment möglich war. Jetzt liegt es am US-Präsidenten, gegen Amerikas Waffenwahn anzugehen. Kann er das schaffen?

    US-Waffengesetze: Obama muss jetzt handeln - SPIEGEL ONLINE
    Die Waffen waren auf die Mutter zugelassen?

    Sehr wahrscheinlich hat sie diese auf einer der allgegenwärtigen Waffenmessen gekauft und sie lachend mit anderen Waffennarren
    auf dem Schießstand ausprobiert.

    Der Waffenwahn ist auf Youtube zu besichtigen, all die Narren.
    Links dazu erübrigen sich.

    Ich möchte nicht wissen, wieviele der betroffenen Familien ebenfalls Waffen zuhause lagern und mit denen Papa und seine Kumpels einfach so aus Spaß rumballern.

    Aber an dieser dunklen Seite der amerikanischen Gesellschaft wagt sich immer noch keiner ran.
    Ich glaube kaum, daß es Obama schaffen kann, eine Jahrhunderte alte "Tradition" abzuschaffen oder nur abzuschwächen.

    Jetzt sind sie entsetzt, diejenigen, die betroffen sind.
    Aber das Potential zu weiterem Horror haben alle weiterhin zuhause.

    Und fragen sich in endlosem Mantra weiterhin, nach all den Amokläufen, und immer noch:
    Wie konnte das passieren?
  8. #8

    Obama weint?

    Also das sein Zeigefinger zu seinen Augen geht, ja. aber ich seh da nicht eine einzige Träne, Amerika hätte schon viel früher etwas tun müssen,ich weiss nicht was da wieder reininterpretiert wird,einfach nur scheinheilig. War ja klar, dass es irgendwann die kleinsten der kleinen erwischt.Ich hör schon die Republikaner: wären die Kinder oder Lehrer bewaffnet gewesen, wäre nicht so viel gestorben. Abartig! Und die Demokraten wollen ihre Wähler und Geldgeber nicht verlieren,bin gespannt ob sich etwas ändern wird.
  9. #9

    Zitat von goofy100 Beitrag anzeigen
    Ungefähr 18.000 Menschen werden jedes Jahr in den USA durch besoffene Autofahrer getötet. Das ist umgerechnet alle 30 Minuten einer. Was tut man nun dagegen? Man nimmt all jenen die Autos weg, die sich an die Gesetze halten und nie betrunken fahren.

    Das ist die verquere Logik all derer, die nun wieder nach schärferen Waffengesetzen rufen. Denn diese treffen nur die Waffenbesitzer, die sich nie etwas zu schulden kommen lassen. Kriminelle dagegen kommen immer an Waffen, in Deutschland, in Mexico (wo noch schärfere Waffengesetze als in Deutschland herrschen, und wo wir ja wissen, dass dort nie jemand erschossen wird...) und in den USA.
    das problem ist aber, wenn jeder "psycho" leicht an waffen kommt - passiert es einfach häufiger.

    eine lösung weiß ich leider auch nicht.

    das verhältnis vieler amerikaner zum" staat" ist nunmal ein distanziertes, mißtrauisches.