NSU-Prozess: Zschäpe lehnt psychiatrisches Gutachten ab

Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe lehnt eine Untersuchung durch einen Gutachter ab. Der vom Gericht bestimmte Psychiater Saß soll dennoch eine erste Expertise erstellen - auf Grundlage der Ermittlungsakten.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...-a-873067.html
  1. #1

    Figuren

    Sind das diese Plastikmännchen? Oder nennt man Menschen so? Solche wie Zschäpe und ihre Bruderschaft, die ausnahmsweise auch Frauen wahrnimmt?
    Wie auch immer: Der umstrittene Ex-Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Helmut Roewer, hat ein Buch vorgestellt, in dem er seine Sicht der Dinge schildern will.
    Und wem noch Informationen dazu fehlen, der darf natürlich im Internet nachschlagen.
  2. #2

    Schade

    Zwar halte ich alle religiös / ideologisch handelnde Menschen für Geistesgestörte, aber ein Gutachten wäre aufschlussreich gewesen.

    Insbesondere für die Forschung wäre nutzen entstanden.
  3. #3

    Zitat von Gerhard_Rohlfs Beitrag anzeigen
    Ich tippe daher mal darauf, dass man Frau Tschäpe einen Ausweg nach der Art des Celler Loches öffnen wird, nebst neuer Identität, neuen echten falschen Reisepässen, einem gut gefüllten Nummernkonto und vielleicht einem Haus an einem schönen Strand oder wo immer es ihr gut gefällt.
    Ich empfehle diesen Artikel: Hellseher versagen mit ihren Prognosen für 2012 - SPIEGEL ONLINE
  4. #4

    Ein psychiatrisches Gutachten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe lehnt eine Untersuchung durch einen Gutachter ab. Der vom Gericht bestimmte Psychiater Saß soll dennoch eine erste Expertise erstellen - auf Grundlage der Ermittlungsakten.

    Beate Zschäpe lehnt psychiatrisches Gutachten vor NSU-Prozess ab - SPIEGEL ONLINE
    das sich auf die Ermittlungsakten stützt ist ja wohl das letzte,oder?
    Ich persöhnlich würde diese Frau für den Rest ihres Lebens einsperren,
    wenn aber auch nur wenn 100%tig ihre Schuld nachgewisen wird.Sie
    Schweigt ja zu allen Befragungen bisher, also muss man ihr ihre Schuld Nachweisen. Schweigen dürfte wohl auch das beste sein,was diese Frau tun kann. Aber allein dieser "renomiete Gutachter" ,bei diesem Spruch kommen mit die Haare hoch.Wenn ich über jemanden etwas Lese, wie Anmaßend muss ich dann sein ein Gutachten über diesen jemand anzufertigen, oder wie Blöde,oder wie Korrupt? Und wie üblich versagt mal wieder und immer öffter unsere Gerichtsbarkeit auf der ganzen Linie. Oder stecken mal wieder unsere Strunzdummen Politiker dahinter mit irgendwelchen sinnlosen Forderungen? Wir haben
    Gesetze und gute Gesetze die man nur Anwenden muss. Aber wie üblich finden sich natürlich sofort irgendwelche oskursen Zeugen,
    ehemalige Freunde und Freundinnen die den Charakter dieser Frau in den Dreck ziehen. Ich glaube nicht, daß dies ein nach unseren Grundrechten faires Verfahren werden wird und das ist sehr Schade.
    Es kommt mir so vor wie damals bei den Baader/Meinhof Prozessen wo
    alle nur mit Hysterie reagierten. Wer auch immer etwas gegen unseren Deutschen Rechtsstaat und damit auch gegen jeden Einzelnen von uns Terroistisches plant oder Ausfüht gehöhrt hinter
    Schloß und Riegel, aber mit der nötigen Sorgfalt und in aller Ruhe.
    Die Norweger haben es uns doch Vorgemacht,oder? Und es heißt nicht umsonst "im Zweifel für den Angeklagten" auch wenn es uns noch so sehr beißt, wir sollten uns nicht dazu Hinreißen lassen jemanden vorab zu Verurteilen,
    schönen Tag noch.
  5. #5

    Für was ein psychiatrisches Gutachten?

    Wenn eine Beteiligung an den Taten nachweisbar ist, dann hat sie ein Wertesystem vor dem die Gesellschaft geschützt werden muss. Klar muss man alle paar Jahre mal nachsehen, ob sich etwas geändert hat.
    Ein "türkischer" Arzt sollte immer auch Gespräche mit ihr führen. Da fällt die tatsächliche Einstellung besser auf.

    Der Stuttgarter Staatsanwalt Häußler würde wahrscheinlich auf Bewährung für sie pledieren.
  6. #6

    StGb und nicht Robert Ludlum!

    Zitat von Gerhard_Rohlfs Beitrag anzeigen
    Ich tippe daher mal darauf, dass man Frau Tschäpe einen Ausweg nach der Art des Celler Loches öffnen wird, nebst neuer Identität, neuen echten falschen Reisepässen, einem gut gefüllten Nummernkonto und vielleicht einem Haus an einem schönen Strand oder wo immer es ihr gut gefällt.
    Wohl eher unwahrscheinlich. Die Frage ist, ob sie im Fall einer (ziemlich wahrscheinlichen) Verurteilung nach Strafverbüssung wieder frei kommt oder in Sicherheitsverwahrung bleibt. Und darum geht auch die Diskussion und nicht um Ihre Thriller-Varianten mit Nummernkonto bei den Gnomen in Zürich oder Hütte am Meer.
  7. #7

    Rechtsstaat

    auch wenn ich es genauso wie alle anderen sehen möchte, dass Frau Zschäpe auf lange Zeit im Gefängnis verschwindet, bin ich doch mit der Argumentation nicht einverstanden, was die Verhängung von Sicherungsverwahrung angeht.

    Bis Ende der 90er-Jahre galt bei der Verhängung der Sicherungsverwahrung ein Höchstmaß von 10 Jahren. Jetzt kann sie unbefristet verhängt werden.

    Im Fall von Beate Zschäpe ist es so, dass sie an den Morden offenbar selbst nicht beteiligt war. Sie war mit großer Wahrscheinlichkeit eine Mitwisserin und hat diese Taten geduldet. Inwieweit sie an den Planungen beteiligt war, wird der Prozess zeigen. Wenn sie aber weiterhin schweigt, dürfte es schwer werden, ihr das nachzuweisen. Vorerst sehe ich in ihrem Fall keine Handhabe, Sicherungsverwahrung zu verhängen. Sollte es doch geschehen, dann hauptsächlich aufgrund des ungeheuren gesellschaftlichen und politischen Drucks. Die Institutionen, die im Falle der NSU so kläglich versagt haben, möchten sich natürlich ein Stück weit rehabilitieren. Und das geht nur über diesen Prozess.

    Ich halte es für sehr bedenklich, dass unsere Justiz eine zeitlich unbegrenzte Sicherungsverwahrung alleine auf Basis eines psychiatrischen Gutachtens verhängt werden kann, das nur über ein Aktenstudium angefertigt wurde. Im Falle von schweren Sexualstraftaten kann ich das noch irgendwie nachvollziehen, im Falle von politisch motiviertem Terrorismus (egal aus welcher Ecke) ist das ein sehr gefährliches Instrument, das geradezu zum Mißbrauch einlädt.

    Der Staat und die Justiz können sich bequem hinter den Gutachten verstecken, sie müssen sich später um keine Resozialisierung kümmern, und keinerlei Verantwortung mehr tragen. Das ist sehr einfach, und man weiß das Volk hinter sich. Für so manchen Reaktionären im Volk ist die Sicherungsverwahrung eine Art Ersatz für Lynchjustiz oder Todesstrafe. Zumindest lässt sich der Mob mit diesem Instrument unter Kontrolle bringen.

    Man übersieht bei alldem aber, dass Psychologie nur im begrenzten Umfang eine Naturwissenschaft ist. Psychologen begehen reihenweise Irrtümer. Zu verschieden und komplex ist die menschliche Psyche. Zwar wird die Sicherungsverwahrung in bestimmten Zeitabständen überprüft. Aber welcher Psychologe wird sich trauen, eine positive Prognose auszustellen, wenn auch nur eine geringe Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls besteht. Da könnten 100 Menschen wieder ein normales Leben führen, aber nur weil es ein paar rückfällige Straftäter auf diese 100 Fälle gibt, müssen die restlichen 97-98 für den Rest ihres Lebens im Gefängnis schmoren. Ist das verhältnismäßig ? Ist das eines Rechtsstaats würdig ?
  8. #8

    Ockhams Razor@haltetdendieb

    Es geht nicht mehr um das Jahr 2012. Und die Voraussagen für 2013 haben sich bisher noch in keinem einzigen Fall als falsch erwiesen.

    Wieso die Spur zu den Drogendealern auf einmal total unter den Teppich gekehrt wird. Un soit qui mal y pense!
    Der erste Satz ist nicht wirklich komisch und der zweite auch kein Highlight.

    In der Kriminologie verfährt man u.a. nach Ockhams Rasiermesser und sucht die "einfachste" Erklärung, die mit den wenigsten Hypothesen auskommt. Wenn also jemand tot am Boden liegt und neben ihm einer mit rauchendem Colt steht, nimmt man an, dass der Tote NICHT an einem Herzinfarkt gestorben ist. Das können Sie ja sicherlich selbst auf die NSU-Morde übertragen.

    Und wenn es mit dem korrekten, fremdsprachlichen Zitieren nicht klappt - richtig wäre gewesen "HONNI soit qui mal y pense" - dann nehmen Sie doch einfach die ebenso gängige, deutsche Version "Ein Schelm, der Böses dabei denkt."
  9. #9

    Psychiatrisches Gutachten ohne Untersuchung ?

    Das hatten wir doch gerade erst im Falle Moliath. Man muss sich wirklich fragen, wer den Psychiater nötiger hat. Die Beklagte oder die Justiz ? Man kommt aus dem Staunen langsam nicht mehr raus. Ich denke, eine Justizreform ist auch längst überfällig.