Kostenbremse: Mieterlobby kritisiert Reform als völlig unzureichend

DPAGut gemeint, aber schlecht gemacht? Mieten sollen künftig langsamer steigen, hat der Bundestag beschlossen. Doch der Mieterbund warnt vor den eigentlichen Problemen: Die "Giftzähne" im Gesetz seien nicht gezogen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-872866.html
  1. #1

    Ach du meine Güte ...

    ... das ist ja wirklich unerträglich: Da werden neben Vermieterrechten auch sogenannte Mieterrechte gekappt, zum Beispiel das Recht der Mietnomaden auf unendlich Zeit in einer Wohnung zu bleiben, diese zu verwüsten und selbstverständlich keine Miete zu bezahlen. Selbstverständlich muß der "Mieterschutzbund" auf schärfste protestieren! Na klar!
  2. #2

    Das ist wichtig...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Daneben darf künftig auch gegen sogenannte Mietnomaden schärfer vorgegangen werden. Zahlen sie keine Miete oder lassen Wohnungen verwahrlosen, kann künftig schneller eine Zwangsräumung veranlasst werden.
    Dies ist der für mich als Vermieter wichtige Punkt...

    Ich hatte einmal Streß mit sozial nicht so gefestigten Mietern, die zwar keine Arbeit aber dafür ein kleines Kind hatten. Ob ich meine Miete erhalten habe, oder nicht, lag weitestgehend in deren Ermessen.

    Es kann doch nicht sein, dass mir als Vermieter Zugriff auf mein Eigentum so erschwert wird.

    Was den Mietpreis angeht finde ich, wird dieser doch am besten durch den Markt geregelt. Für jeden Preis muss es doch auch jemamen geben, der bereit ist, diesen zu bezahlen.

    Mir als Vermieter liegt ja auch daran, wohlgesinnte Mieter und eine niedrige Fluktuation zu erreichen.

    Die genannten Aspekte sind bei Wohnbau- und Immobiliengesellschafften natürlich hinfällig...da zählt lediglich Profit.
  3. #3

    Das ist die klare Handschrift der FDP

    Der Vermieter behält seine Rechte, die der Mieter werden eingeschränkt.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gut gemeint, aber schlecht gemacht? Mieten sollen künftig langsamer steigen, hat der Bundestag beschlossen. Doch der Mieterbund warnt vor den eigentlichen Problemen: Die "Giftzähne" im Gesetz seien nicht gezogen.

    Mietenbremse: Mieterbund hält Reform für völlig unzureichend - SPIEGEL ONLINE
    lieber Mieterbund, wo ist denn das Problem bei Räumungen durch eine einstweilige Verfügung ? Oder wohnt ihre Hauptklientel mittlerweile nur noch auf Kosten anderer..... ?
  5. #5

    Das muss man erlebt haben!!

    Wer jemals an Mietnomaden vermietet hat, der wird das Gesetz zu schätzen wissen.

    Wir hatten an eine Frau mit Kindern vermietet, die sich von ihrem schlagenden Mann getrennt hatte und auf dem heimischen Mietmarkt keine Chance hätte.

    Die Frau wurde vom Amt unterstützt und wir hatten uns dort versichern lassen, dass es sich um eine Lebensnotlage handele und dass das Amt die Frau voll unterstütze und dass alles in bester Ordnung sei.

    Tatsächlich wusste das Amt, dass die Frau bei dem vorigen Vermieter und schon davor die Wohnungen jeweils verwüstet hatte und die letzte Vermieterin wegen der hohen Renovierungskosten und Mietausfälle fast ihre Existenz verloren hat - sie war 75 Jahre und die Wohnung noch nicht abbezahlt.

    Uns ging es genauso, die zum Preis des Mietspiegels, also preiswert vermietete Wohnung völlig zerstört, Küche, Böden Wände - alles Schrott und Zimmer voll Müll. Reaktion des Amtes:

    Sie haben die Kaution, mehr geht uns nicht an!

    Die Frau ist jetzt samt aller Schlüssel in einem anderen deutschen Bundesland, den Briefkasten voller Mahnschreiben und Gerichtsschreiben hat sie uns hinterlassen.

    Schaden 10.000 Euro ohne die Monate Mietausfälle und keine Chance, an das Amt heranzukommen. Ich hätte das nicht für möglich gehalten, jetzt bin ich des Schlechteren belehrt.

    Gruss l/d
  6. #6

    Wie bei einem Korken....

    Wenn der Vermieter die Mieten während eines laufenden Mietvertrages nicht anpassen darf an die tatsächliche Marktlage, dann hat eben derjenige, der neu abschliesst im Vergleich dazu eine "Kostenexplosion", weil der Mietpreis vorher künstlich niedrig gehalten wurde.
    Es wird doch sonst so gerne von "freien" Märkten gefaselt, warum greift man hier unbotmäßig ein?
  7. #7

    Unakzeptabel ist auch, dass die Sanierungskosten mit 11% pro Jahr auf die Mieter abgeladen werden können. Das heißt:

    1. Die Miete steigt, obwohl absolut unklar ist, ob bzw. in welcher Höhe eine Kostenersparnis durch die Sanierung überhaupt eintritt.

    2. Der Vermieter schlägt die 11% auf die Miete auf und kassiert und kassiert und kassiert. Er kassiert auch dann noch, wenn der Mieter die Sanierung längst bezahlt hat.

    3. Der elfprozentige Mietaufschlag geht in den allgemeinen Mietbetrag ein. Bei zukünftiger Mietanhebung erhöht sich dieser 11%ige Anteil noch um den dann aktuellen Mietsteigerungsbetrag.

    3. Der Mieter bezahlt die Investition des Vermieters, die Wertsteigerung Vermietobjektes *ohne* auch nur das kleinste Fitzelchen Eigentum damit zu erwerben.

    Ich wundere mich, dass zu diesem Sachverhalt die Mieterverbände nicht auf die Barrikaden gehen.
  8. #8

    Lobbyistenpolitik

    Wie gewohnt wird hier Lobbyistenpolitik groß geschrieben. Was, um Himmels Willen, passiert wohl, wenn einer der Vermietungslobbyisten in die Verlegenheit geraten sollte, selbst Miete zahlen zu müssen? Werden die Gesetze dann wieder geändert?
  9. #9

    Blühende Landschaften

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gut gemeint, aber schlecht gemacht? Mieten sollen künftig langsamer steigen, hat der Bundestag beschlossen. Doch der Mieterbund warnt vor den eigentlichen Problemen: Die "Giftzähne" im Gesetz seien nicht gezogen.

    Mietenbremse: Mieterbund hält Reform für völlig unzureichend - SPIEGEL ONLINE
    ...an denen nur die Banken und Immobilienmakler verdient haben.

    In den Jahren, in denen es mir als Angestellter sehr, sehr gut ging, hat mich auch Kohls Rede von den "blühenden Landschaften" in den Neuen Bundesländern berührt und mich dazu bewogen, Immobilieneigentum in Thüringen zu erwerben.

    Ein Jahr lang durfte ich auch einen Mietpreller durchfüttern, der nicht zahlen, aber auch nicht ausziehen wollte. - Meine Bank hat das nicht interessiert, sondern fleißig jedes Monat die Zinsen kassiert.

    Dass so ein Fall eine Familie ruinieren kann, interessiert aber auch keine Sau, denn alle Vermieter sind ja grundsätzlich Ausbeuter.

    Am Ende durfte ich neben den Anwalts- und Gerichtsgebühren auch noch die Räumung der Wohnung und die Renovierung bezahlen.

    Ganz großes Kino.

    Kriminelle gibt es sicherlich auf beiden Seiten, die sollte man aber dann auch entsprechend kurz und schmerzlos behandeln dürfen.