Artenschutz: Wo Wildnis und Zoo verschmelzen

DPAUm bedrohte Arten zu erhalten, sollen Zoos umdenken, fordert ein Naturschützer. Die Trennung zwischen freier Natur und Tierparks müsste enden - der Weg für neue Schutzprogramme wäre frei.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...-a-872405.html
  1. #1

    Selten so einen Käse gelesen, mal abgesehen davon das Zoos nur einen verschwindend geringen Teil (irgendwo im Promillbereich) der existierenden Arten beherbergen und züchten, wo sollen denn die gezüchteten Tiere hin ?
    Der Hauptgrund für das Aussterben von Tier und Pflanzenarten ist doch nach wie vor das der Mensch systematisch deren Lebensräume zerstört und in Agrar und Bauland umwandelt, mann kann also soviel züchten wie mann will ohne entsprechende Lebensräume zum auswildern ist das alles sinnlos.
  2. #2

    Naturschutz absurd

    bei uns läuft das so ab:

    Man stellt in einer schönen Natur ein Naturschutzschild auf, welches dann die "Hündeler" anzieht wie Motten das Licht. Mit dem Auto versteht sich.

    Natürlich soll das verzüchtete Wesen Hund sich frei fühlen und an der Leine geht schon mal gar nicht. Und wenn dann Fifi, Bello, Hasso etc. sich auf die Jagd nach den Wildtieren machen schauen die Halter lächelnd zu. Wenns sie überhaupt bemerken. So ein Smardphone muss ja auch noch gehätschelt werden. Möglichst laut. Und wenn man sich erlaubt die Halter anzusprechen dann werden die mehr als pampig. Der Stadthund soll sich halt empfalten können, die Wildtiere haben ja genügend Platz. Ähm.

    Apropos Lärm; für Kinder scheint Natur der Ort zu sein wo man schreiend durch rennt. Und auch hier wirken die Naturschutzschilder wie Magnete.

    Der Mensch ist zum dekadenten Idioten geworden. Nicht alle, aber immer mehr.
  3. #3

    Krone der Schöpfung

    Zitat von nixda Beitrag anzeigen
    bei uns läuft das so ab:

    Man stellt in einer schönen Natur ein Naturschutzschild auf, welches dann die "Hündeler" anzieht wie Motten das Licht. Mit dem Auto versteht sich.

    Natürlich soll das verzüchtete Wesen Hund sich frei fühlen und an der Leine geht schon mal gar nicht. Und wenn dann Fifi, Bello, Hasso etc. sich auf die Jagd nach den Wildtieren machen schauen die Halter lächelnd zu. Wenns sie überhaupt bemerken. So ein Smardphone muss ja auch noch gehätschelt werden. Möglichst laut. Und wenn man sich erlaubt die Halter anzusprechen dann werden die mehr als pampig. Der Stadthund soll sich halt empfalten können, die Wildtiere haben ja genügend Platz. Ähm.

    Apropos Lärm; für Kinder scheint Natur der Ort zu sein wo man schreiend durch rennt. Und auch hier wirken die Naturschutzschilder wie Magnete.

    Der Mensch ist zum dekadenten Idioten geworden. Nicht alle, aber immer mehr.
    Daher ist es notwendig, Umweltpädagogik weiter auszubauen und das nicht nur für Kinder, die per se eigentlich sehr interessiert sind an Natur und Tieren sondern auch für Erwachsene.
    Zoos sollten daher mehr Programme einführen, bei denen sich Menschen informieren können und sich als Teil des Ganzen begreifen.

    Der Mensch entfremdet sich immer mehr von der Natur und als "Naturfreund" gilt schon der, der Samstags mit seinen Jack Wolfskin Jacken durch die Innenstadt tingelt...
    Wenn jeder Mensch ein bisschen was beitragen würde, wären wir schon einen erheblichen Schritt weiter.
    Sei es recycling, der Kauf von zertifiziertem Fisch oder mal das Auto zuhause stehen lassen und mit dem Rad zur Arbeit.

    Macht aber keiner, denn es soll ja möglichst bequem bleiben und der Mensch neigt zu dem "Nach mir die Sindflut"-Denken.
    Nur leider betrifft dies auch deren nachfolgende Generationen und wenn es mir egal ist, wieso setze ich dann Kinder in die Welt!?
  4. #4

    immer mehr...

    Zitat von nixda Beitrag anzeigen
    Der Mensch ist zum dekadenten Idioten geworden. Nicht alle, aber immer mehr.
    Die menschliche Intelligenz auf unserem Planeten ist eine Konstante...nun werden aber die Menschen immer mehr...
  5. #5

    Zitat von max-mustermann Beitrag anzeigen
    Selten so einen Käse gelesen, mal abgesehen davon das Zoos nur einen verschwindend geringen Teil (irgendwo im Promillbereich) der existierenden Arten beherbergen und züchten, wo sollen denn die gezüchteten Tiere hin ?
    Sie haben den Artikel offenbar falsch verstanden. Es geht nicht darum, dass Zoos generell Reservepopulationen erzeugen, schon gar nicht von allen Arten. Das wäre natürlich ein Unding und auch nicht realisierbar. Es geht einzig darum, dass Zoos und die in diesen gehaltenen Arten stärker in den Artenschutz integriert werden. Was bereits heute teilweise geschieht, aber halt nicht systematisch.

    Der Hauptgrund für das Aussterben von Tier und Pflanzenarten ist doch nach wie vor das der Mensch systematisch deren Lebensräume zerstört und in Agrar und Bauland umwandelt, mann kann also soviel züchten wie mann will ohne entsprechende Lebensräume zum auswildern ist das alles sinnlos.
    Das ist natürlich die Grundproblematik, aber es behauptet wohl auch niemand, diese könnte durch Zoos einfach gelöst werden. Was aber wie gesagt nicht heisst, dass diese nicht eine Rolle spielen können. Erstens dadurch, dass sie auf die Thematik aufmerksam machen und einen direkten Bezug zu Arten und ihren Ökosystemen herstellen können. Zweitens dadurch, dass in kritischen Situationen Wildpopulationen allenfalls stabilisiert werden können, etwa wenn, wie so oft, in einer Region das Bewusstsein für und die Durchsetzung von Artenschutz eigentlich zu spät kamen. Letztlich geschieht das ja auch auf natürlichem Weg durch Migration, solange in anderen Gebieten noch Populationen vorhanden sind und eine Verbindung besteht.
  6. #6

    wär ja eine Idee

    Zitat von aquarelle Beitrag anzeigen
    Daher ist es notwendig, Umweltpädagogik weiter auszubauen und das nicht nur für Kinder, die per se eigentlich sehr interessiert sind an Natur und Tieren sondern auch für Erwachsene.
    Zoos sollten daher mehr Programme einführen, bei denen sich Menschen informieren können und sich als Teil des Ganzen begreifen.

    Nur leider betrifft dies auch deren nachfolgende Generationen und wenn es mir egal ist, wieso setze ich dann Kinder in die Welt!?
    leider sind die Pädagogen ja die grössten Deppen. Viele von denen denken es reicht wenn man kifft um etwas für die Umwelt zu tun. Oder gegen die bösen AKWs zu sein. Dabei geht dann still und leise die restliche Natur zugrunde weil die sich ja nur noch um die grossen Dinge kümmern. Und bevor einer was sagt: jep, Grüne und Lehrer ist das Gleiche.

    Hätten sich die in den 68er Jahren nicht allesamt das Hirn vorzeitig balsamiert würden sie es vielleicht noch bemerken. Denen fällt ja nich tmal mehr auf, dass wir in den letzten 20 Jahren gezwungen werden immer weitere Arbeitswege hinzunehmen, weil die Arbeitgeber sich in den Städten zentralisieren.
    Dass nun ein ZOO die Arche Noa der Heutzeit sein soll und die noch immer hoffen, dass Naturschutzgebiete gut für die Tiere wären lässt mich echt verzweifeln.
  7. #7

    Faszinierende Ideen und Moeglichkeiten

    Eine, Raubkatze, die Quadratkilometer braucht, in einem Kaefig zu halten, ist abartig.
    Die Vorstellung, eine Raubkatze - vor Wilderern geschuetzt - in einem riesigen und abgeschlossenen Reservat vor dem Aussterben zu schuetzen und vielleicht (gegen Kohle natuerlich) beobachten und fotografieren zu koennen, ist faszinierend.
    Wenn dieser Park dann noch das BP-Logo an den Kassen der Eingaenge aufweist, dann habe ich ich die Gewissheit, dass "Abblasszahlungen" ihr Gutes haben koennen.

    Kompensationszahlungen von Konzernen bewirken auch Nachahmeffekte:
    Wer am meisten bezahlt, hat das bessere Umweltimage.

    Ein gutes Beispiel ist der Zoo von TEMAIKEN nordwestlich von Buenos Aires:
    Ein sehr grosses Gelaende inmitten einer trostlosen Gegend (Industrieruinen, etc) ist nun Tourismusmagnet.

    So bewegen sich dort die Zoobesucher zum Teil mitten IN den Voegelkaefigen riesiger Ausmasse (aussergewoehnliche Stahlkonstruktionen).

    Diese Geschaeftsidee wurde von vier Industriellen realisiert, ist ein lohnendes Beispiel fuer artgerechte Haltung sowie Arbeitsbeschaffung (u.a. 5 hervorragenden Resturants), und dient nun wirklich auch dazu, die Besucher fuer die Natur zu sensibilisieren.

    Das abschreckendste Beispiel sah ich im Zoo von Lissabon.
    Ich sage nur soviel: "Palacio dos Chimpanzis.
    Moege der Interssierte selber danach googeln.
    Viele Zoos gehoeren sofort geschlossen!

    Es bleibt jedem selbst ueberlassen, sich ueber verschiedene Schutzprojekte zu informieren und festzustellen, dass in Laendern wie Brasilien, Russland oder China doch viel fuer Artenschutz getan wird (Sibirischer Tiger, Schneeleopard, Jaguar).

    Ohne die maechtig gewaltige Kohle von liquiden Konzernen wird jedoch wenig erreicht werden.

    Vielleicht sollte man mal hier an die Geschaeftsfuehrung von Disney-World schreiben und sie zu bitten, ihr Geschaeftsmodell zu uberdenken ;=)