Schüler aus bildungsfernen Familien: Viel fördern, nichts fordern

dapdSie lernen spät Deutsch, ihre Eltern haben wenige Bücher, sie bleiben unter sich: Risikoschüler können nach der vierten Klasse nicht ausreichend lesen und rechnen, wie neue Studien bestätigen. Förder-Aktivisten versuchen mit viel Geld und Eifer, den Abgehängten zu helfen. Warum nur klappt das nicht?

Warum Berlin mit der Förderung der Schüler so wenig Erfolg hat - SPIEGEL ONLINE
  1. #10

    Tendenz

    Die Überschrift suggeriert dass das Problem darin liege dass zu weich vorgegangen würde. Also nicht in strammer Manier auch "gefordert" würde. Wie Schröder und Merkel es lieben Warum diese Suggestion die nicht vom Text gedeckt wird?
    Aus dem geht doch hervor dass die Ursachen unklar sind.
    Der Autor gibt da offensichtlich seine Lieblingsinterpretation, und beim flüchtigen Leser bleibt die Headliine am meisten hängen, vor allem wenn sie die eigenen Vorurteilen bestätigt. Und die der gesamtem Mittelklasse (Oberschicht ohnehin). Die auf "die da unten" schauen mit einem Blick wie im 19. Jahrhundert Pygmäen betrachtet wurden, - eine quasi andere Spezies.
    Dass die Leistungen im Vergleich zu Bayern trotz "hohem Engagement" deutlich schlechter sind ist doch zu erwarten. Die Frage wäre eher wie viel oder wenig schlechter sie sein sollten. Bestimmte Sachverhalte lassen sich schlicht nicht kurzfristig ändern. Die Sprachkenntnisse der Eltern und ihre sozialen Probleme wie Armut, Arbeitslosigkeit, Ghettoisierung und mangelnde aktive Integration bleiben ja gleich, auch wenn man den Kids Bilderbücher hinlegt. Die Zersplitterung der Maßnahmen ist sicher nicht sinnvoll. Sie ist aber Ausdruck eines Versagen des Staates, der sich nicht koordiniert des Problems annimmt sondern es Gruppen und Grüppchen überlässt. Und dann beklagt das bringe zu wenig.
  2. #11

    Gethosierung in Großstädten....,

    hauptsächlich in den Gebieten der Städte, in denen es noch bezahlbare Mietpreise gibt, führen bestimmt auch zu den bekannten Mangelerscheinungen. Um eine bessere Integration zu erreichen müsste gerade in den Wohngegenden der Besserverdienenden viel mehr sozialer Wohnungsbau entstehen! Sprach- und Bildungsprobleme würden sich dann tatsächlich viel schneller im Sandkasten lösen lassen. Ich fürchte allerdings das die Ausführung solcher Maßnahmen auf Ewig Wunschdenken bleiben wird.
  3. #12

    Verantwortund

    Früher waren Eltern von ihren Kindern abhängig. Sie waren ihre Rentenversicherung. Heute? Ist doch wurscht egal. Der Staat und damit die Gemeinschaft übernimmt doch alles. So what. Dann kann sich doch der Staat auch um die Kindererziehung kümmern.
    Die Hauptsache genug Kohle für Pizzaservice, Bier und die Glotze.
  4. #13

    Sinnlose Debatte

    Man könnte beim Lesen dieses Textes denken, dass eine Bildungskarriere für alle Kinder in Deutschland das Lebensziel sein sollte. Aber nicht jeder kann/ will Professor oder Doktor werden. Natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Bildung und Einkommen.
    Viele Eltern haben sehen aber nichts schlimmes dabei, wenn ihre Kinder in ihre Fußstapfen tretten. Wenn der Sohn eines Elektrikers auch ein Elektriker werden will, anstatt ein Elektroingenieur, ist das keine Zerstörung seiner Bildungskarriere, sondern ein anderer Lebensentwurf.
    Wir sollten auch die "einfachen" dreckigen Arbeiten respektieren. Wir sollten den Kanalputzern, den Müllmännern und den Toilettenfrauen den Respekt entgegenbringen, den sie verdienen. Mit Artikeln wie dieser werden diese Leute als Totalversager dargestellt, die in ihrem Leben nichts erreicht haben, obwohl es auch diese Leute sind, die unser tägliches Leben am Laufen halten.
    Aber es macht natürlich mehr Spass, anderen Menschen das Scheitern ihres Lebensentwurfts vorzuwerfen, da es einem dann noch neben der eigenen Überlegenheit die Legitimation gibt, deren Leben zu bewerten und mit klugen Ratschlägen auseinanderzunehmen.
  5. #14

    hoher Ausländeranteil, Hartz-V-Empfänger ...

    Überforderung ? Das Problem scheinen nicht die Kinder, sondern deren Eltern zu sein - und die deutsche Regierung, die das Kinderkriegen und danach zuhausebleiben fördert, aber keinerlei Erziehungsleistung von den Eltern fordert.
  6. #15

    Inklusiv Integrativ Seperativ Selektiv

    Das größte Problem der heutigen Schulen ist, dass sie eine akademische Leistungshomogenität anstreben.
    Das Prinzip selektiert gezielt Kinder mit Migrationshintergrund und aus unteren sozialen Schichten aus. Ergo ist die Partizipation für diese Familien/Kinder erschwert bis unmöglich.
    Inklusive Schulen können dem entgegen wirken, fordern vom pädagogischen Personal aber auch mehr Initiative.
  7. #16

    Zitat von DJ Doena Beitrag anzeigen

    Ist uns dieser Drive abhanden gekommen? Oder bietet das Leben in Hartz 4 ein gerade noch hinnehmbares Gleichgewicht aus finanzieller Mindestabsicherung und 24h für sich haben zu können, ohne arbeiten zu müssen?

    Leider glauben noch zu viele, daß es sich bei Alg2 um eine Hängematte handelt. Sie übersehen dabei die große Zahl derer, die trotz guter oder sogar bester Vorraussetzungen keine Arbeit finden! Auch die Arbeit, die es für "Ungelernte" gibt, z.B. in der Gastronomie, Reinigung,etc. wird nur als 400.- Euro-Job angeboten, oder hire & fire für 5.-/Std (Zitat AG:"Sie können dann ja beim Amt Aufstockung und Wohngeld beantragen!")

    Obwohl im Artikel bemerkt wird, daß nur eine "verschwindend geringe Anzahl" der Menschen anderer Herkunft zu Hause kein Deutsch spricht, tritt er diese so breit, daß am Ende ein anderer Eindruck zurückbleibt.

    Meiner Erfahrung nach unterscheiden sich da die Kinder deutscher oder nicht-deutscher Herkunft nur dadurch, daß die deutschen nur EINE Spache schlecht sprechen, die bilingualen zwei.

    Im NDR-Info gab es mal eine Sendung zu dem Thema. Eine Lehrerin an einer sog. Brennpunktschule in Hamburg und mit einer Klasse mit 90% Schülern nichtdeutscher Wurzeln hatte z.B. keine Probleme. Sie förderte es, daß die Schüler ihre Muttersprache in den Unterricht einbringen und ließ sie die Sprachen vergleichen. Das hat das Interesse an Sprache generell so gefördert, daß sich ein Verbot, z.B.Türkisch auf dem Schulhof zu sprechen, völlig erübrigt hat.

    Warum schaut die Politik nicht dahin, wo es funktioniert und nimmt es mal als Modell?
  8. #17

    Zitat von DJ Doena Beitrag anzeigen
    Was ich so erstaunlich finde ist, dass früher Eltern für sich und für ihre Kinder ein besseres Leben wollten. Ob nun deutsche Eltern oder eben auch (ehemalige) Ausländer, die ja .....
    Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
    Auch viele, die in die USA gereist sind, haben dort nichts aufbauen können. Auch heute reisen noch viele ins Ausland, in der Hoffnung dort was zu erreichen. Das geht auch ganz gut in China oder reichen Ölstaaten, aber in anderen Ländern eher selten.
  9. #18

    Ich kann es nicht mehr lesen / hören

    Berufsbedingt habe ich in vielen Ländern gearbeitet und hatte das Glück meine Familie mit Kindern mitzunehmen. Meine Kinder wuchsen viersprachig auf (sogar mit Zulu in SA)
    Wir können unseren Bildungsstandard nicht nach denen ausrichten deren Zukunftsplanung H4 ist.
    Wenn wir denen die nicht wollen, nicht denen die aus gesundheitlichen Gründen nicht können, H4 streichen würden dann könnten diese Leute mit ihren Kindern eventuell wach werden.
  10. #19

    Endlich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie lernen spät Deutsch, ihre Eltern haben wenige Bücher, sie bleiben unter sich: Risikoschüler können nach der vierten Klasse nicht ausreichend lesen und rechnen, wie neue Studien bestätigen. Förder-Aktivisten versuchen mit viel Geld und Eifer, den Abgehängten zu helfen. Warum nur klappt das nicht?

    Warum Berlin mit der Förderung der Schüler so wenig Erfolg hat - SPIEGEL ONLINE
    Sagt mal jemand was politisch inkorrektes zu dem Thema!
    Man strengt sich nicht an, wenn man es nicht muss, weil die Stütze sowieso kommt und die Eltern es einem so vormachen.
    Die Kinder sind daran nicht schuld, aber der Staat der das zuläßt und durch falsche Leistungsanreize.

    Wir brauchen wieder eine Generation von Kindern und Eltern die etwas erreichen wollen im Leben!