Schwerverletzte im Straßenverkehr: Zahlen-Crash in der Statistik

dapd/ Polizeiinspektion StadeAb wann wird ein Unfallopfer im Straßenverkehr als Schwerverletzter gezählt? Die offizielle Statistik offenbart große Schwächen, schon eine leichte Gehirnerschütterung kann ausreichen. Dennoch berufen sich Politik und Autohersteller immer wieder auf die unsicheren Daten.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/v...-a-861539.html
  1. #20

    Die Anzahl der Unfälle pro zugelassenem Fahrzeug...

    ...wäre eine aussagekräftige Zahl oder? So eine Art Unfallquote im Vergleich zu früher. Irgendwie sind solche Zahlen schwer zu bekommen. Warum auch immer.

    DH
  2. #21

    Zitat von BeitragszahlerwiderWillen Beitrag anzeigen
    Der Irrsinn besteht darin, daß auf Grund dieser Opferzahlen Millionen Bürger mit unsinnigen Maßnahmen drangsaliert werden.
    . . .
    Höchstwahrscheinlich bleibt Ihnen lediglich der Sinn der von Ihnen eingangs erwähnten Maßnahmen verborgen. Nachvollziehbar, schon aufgrund Ihrer weiteren Ausführungen.
  3. #22

    Logisch...

    Zitat von BeitragszahlerwiderWillen Beitrag anzeigen
    Ach ja? Wann immer ich auch solche schwachsinnigen Maßnahmen lese, dann wird diese Forderung IMMER zuerst von den Grünen oder der SPD erhoeben.
    Das ist logisch. Schwachsinnige Maßnahmen sind die Kernkompetenz von Grünen und Sozen.
  4. #23

    Keine Daten

    Weder Notarzt noch Rettungsdienstpersonal dürfen der Polizei an der Unfallstellen Angaben über die Verletzungen einer verunfallten Person machen - sie würden sonst ihre Schweigepflicht verletzen. Also bleibt der Polizei nur übrig, das Kreuz an der Stelle zu machen, die sich für richtig hält. Unser Gesetzgeber verhindert also aktiv eine vernünftige Datenerfassung.
  5. #24

    optional

    Seit Jahrzehnten hat sich die Festlegung - 24-Stunden-Aufenthalt im Krankenhaus - als Beleg für schwer (nicht schwerst) verletzt bewährt. "Leicht"verletzte im medizinischen Sinn haben hiermit nichts zu tun. Will man hierüber genaue Auskünfte haben, müsste die ärztliche Schweigepflicht definiert oder jeder Polizeibeamte/tin eine medizinische Zusatzausbildung erhalten. Wie schon in einigen Kommentaren anklang, liegt das Problem bei den vielen Interessengruppen, die die statistischen Zahlen im Sinne ihrer Vorstellungen verwenden.
  6. #25

    Zitat von Greyjoy Beitrag anzeigen
    Also ich kann da nur auf meinen persönlichen Eindruck zurückgreifen aber ich habe das Gefühl, dass ich in den letzten zehn Jahren bei Unfällen deutlich seltener auf Tote treffe.
    Diese erfreuliche Entwicklung kann ich bestätigen.

    Es wird für uns aber auch immer schwieriger eventuell eingeklemmte Personen aus ihren Fahrzeugen zu befreien, da diese immer massiver und stabiler werden.
    Die aktuelle Verwendung hochfester Stahle bringt selbst die leistungsstärksten Rettungsscheren des THW und der Feuerwehr an die Grenzen...

    Allerdings ist mir auch schon aufgefallen, dass viel zu oft in Zeitungen und sonstigen Nachrichtenquellen von Schwerstverletzten geredet wird. Da wird ein gebrochener Arm tatsächlich schon mal zum "Horrorunfall mit Schwerstverletzten". Das liegt aber wohl hauptsächlich an Sensationsgeilheit.
    Nein - Presseberichte, die explizit "Schwerstverletzte" erwähnen, beziehen sich in der Regel direkt auf entsprechende Presse-Meldungen der zuständigen Polizeidirektion. Die verantwortlichen Beamten wählen diese Bezeichnung zur Unterscheidung von tatsächlich Schwerstverletzten (schwere Schädel/Hirn-Traum, mehrere Knochenbrüche) zu "lediglich" statistischen Schwerverletzten, die nach einem blauen Fleck eine Nacht zur Beobachtung stationär aufgenommen werden. Auffällig häufig handelt es sich dabei übrigens um Privatpatienten....

    Zur effektiveren Abgrenzung würde ich die Definitionsgrenze auf drei Tage stationäre Aufnahme erhöhen: Schon wären die meisten Bagatellverletzungen aussortiert.

    Nur gäbe es gelegentlich ein Datenerfassungsproblem (die unvermeidliche Datenschutzproblematik in Form von Auskünfte des Krankenhauses an Polizeidienststellen außen vor), da die Beamten der Unfallaufnahmedienste oder der Reviere die Unfallberichte zeitnah erstellen müssen und sich bereits beim Ausfüllen der EDV-Programme für einen konkreten Verletzungsgrad der Unfallbeteiligten entscheiden müssen.
  7. #26

    Medizinische Unwissenheit

    Wer sich nur ein wenig mit Medizin auskennt, muss diesen Artikel als mangelhaft und schlecht recherchiert erkennen.

    Eine Gehirnerschütterung ist per Definition mit einer Bewusstlosigkeit verbunden. Der Patient gehört nach einem SHT regelmäßig unter Beobachtung, da insbesondere eine Hirnblutung nicht auszuschließen ist.

    Krankenhäuser rechnen nach Fallpauschalen ab. Niemand, auch ein 85-jährige Alleinstehender, wird wegen einer komplikationslosen Fraktur nach der Notfallbehandlung stationär aufgenommen. Bei dem beschriebenen Fall ist es also sehr wahrscheinlich, dass mit langanhaltenden Einschränkungen und zeit- und kostenintensiven Reha-Maßnahmen zu rechnen ist.

    Die Definition des Verletzungsgrades macht Sinn, ist eindeutig und ist genau das Gegenteil eines "Chaos".
  8. #27

    Einige Kommentare hier sind schwer erträglich...

    Insbesondere der User "Beitragszahlerwimderwillen" zeichnet sind durch postings aus, die zeigen, dass er keinerlei Sachkenntnis hat und auch den Artikel nicht verstanen hat.

    Damit hier der eine oder andere mal seine Paranoia bzgl. Angeblicher " Bevormundung" durch den Gesetzgeber und die Polizei auf Richtigkeit überprüfen kann, mal ganz kurz ein Beispiel aus der selbst erlebten Praxis der angeblich so schlimmen "Bevormundung" :

    Ich bin Damals, als die Gurtpflicht eingeführt wurde, bereits als Anästhesist und Intensivmediziner tätig gewesen,in einem Schwerpunktkrankenhaus, in welches sämtliche Verkehrsopfer aus einem großen Teil eines der höchstfrequentierten Verkehrsknotenpunkts Deutschlands eingeliet wurden.
    Nach Einführung der Gurtpflichtvgingdie Zahl der ECHTEN Schwerverletzten kaum zurück.
    Als dann ein halbes Jahr später genau deswegen ein Bussgeld von 40 DM eingeführt und auch kontrolliert und kassiert wurde, fiel SOFORT die Anzahl der Schwer- und Schwerstverletzten DRAMATISCH, die Notärzte berichteten bei der Übergabe von Autowracks, von denen sie noch kurz zuvor niemals erwartet hätten, dort noch Überlebende bergen zu können.

    Die Aktivität der unfallchirurgisch tätigen Kollegen sank dauerhaft, ohne je wieder altes Niveau zu ereichen, trotz kontinuierlich weiter ansteigendem Verkehrsaufkommen.

    Dass später, nah der Einführung weiterer Sicherheitssysteme wie airbag, ESP, ABS, etc die Anzahl der Toten weiter abnahm,obwohl nach dem Mauerfall Deutschland ein extremes Transitland geworden ist, ist sehr erfreulich.

    Da jedoch diejenigen Unfallopfer, die zuvor am Unfallort verstorben wären, logischerweise anstatt dessen glücklicherweise als Schwerverletzte überlebten, kann logischerweise die Anzahl der ECHTEN Schwerverletzten nicht gleichermaßen abnehmen. Das ist ja wohl logisch, oder?

    Im Übrigen verhinderte bisher JEDE Regierung in Deutschland , egal ob schwarz, gelb, rot oder sogar grün, eine umfangreichere staatliche Auswertung als sie momentan stattfindet. Obwohl das volkswirtschaftlich enorme Einsparungen durch wirksamere Schutzmaßnahmen zur Folge hätte. Wirklich wissenschaftlich fundierte Unfallanalysen auf Deutschlands Strassen werden nur als vereinzelte Projekte durch die Autoindustrie durchgeführt, ein System wie in Schweden wurde genau von dieser Industrie durch Lobbyismus verhindert.
  9. #28

    Zitat von Bourgeois2000 Beitrag anzeigen
    4000 Tote und 7000 Schwerverletzte pro Jahr! Wie kann man sich nur Sorgen um Atomkraftwerke, Elektrosmog oder Wölfe machen???
    Vergessen Sie nicht die 7000 Toten pro Jahr durch simple Haushaltsunfälle ...

    Der Unterschied: Wenn Mutti beim putzen vom Hocker fällt und sich das Genick bricht, gibt es keine Titel-Story in der BILD. Aber wenn sich nachts ein Disco-Raser mit seinem getunten Polo um einen Baum wickelt, schon eher ...
  10. #29

    Zitat von fuerst_der_finsternis Beitrag anzeigen
    Klar is es eine eindeutige Definition. Aber ist sie auch sinnvoll?
    Sehe ich genauso. Wenn ein 70-jähriger vom Motorrad fällt wird er sich höchstwahrscheinlich auch schwerer veretzen als wenn mir das passiert. Das verzerrt die Statistik, denn die Gefährlichkeit beim Motorradfahren bleibt dieselbe, nur die Verletzungsanfälligkeit der Teilnehemr ist unterschiedlich. Wenn also irgendeine Rate steigt muss das nicht an irgendeiner Sicherheit liegen, sondern kann genauso gut durch Veränderungen in der Teilnehmermasse hervorgerufen sein.